30 Jahre. Mein Weg zu Saab.

Mein erster Kontakt zu einem SAAB war zu meiner Mofa- und Mopedrockerzeit, so 1981. Gegenüber stand er im Hof, ein SAAB 99 Turbo, das Turbo “erfuhr” ich aber erst Monate später. Er gehörte Fred, einem Sergeant der US Army, welcher in seiner Garage schrottige MB SL restaurierte, um sie in die USA zu verschicken.

Saab 9-3 I Cabriolet
Saab 9-3 I Cabriolet

Wir kamen gut miteinander aus und hatten immer ein paar aufmunternde Worte über für die Basteleien des anderen, schließlich wurde jedes Moped erst einmal zerlegt und meist auch wieder fahrtauglich zusammen gesetzt. Und Fred hatte den umfassendsten Werkzeugsatz welchen ich bis dato in Privathand gesehen hatte und half mir immer gerne aus.

Den SAAB hatte ich ignoriert. Mein ehemaliger Lehrer fuhr so einen mausgrauen 96…

Als mal wieder das Moped nicht so lief wie gewünscht und ich mit Daumen oben am Dorfrand stand, da kam er vorbei, der Fred, und gabelte mich auf. Da er es eilig hatte trat er aufs Gas und grinste breit als mir der Mund offen stand während er den Berg hoch beschleunigte. Das ging ab wie auf der 500er Honda eines älteren Kumpels oder die berühmte Schmitts Katze. Da hatte ich plötzlich auch Augen für SAAB, eine Marke die ich nur durch die Schüssel meines Lehrers kannte und bei einem 16-jährigen mehr für Spießerfreude als Fahrspass stand.

Im Laufe meiner Autojahre wurden die “Bürgerkäfige” aber mehr nach praktischen oder preislichen Gesichtspunkten gewählt. Denn für Spass, da hatte ich ja meine Motorräder.

Frühjahr 2013 kam dann ein guter Bekannter von mir auf mich zu, er habe ein 900 II Cabrio, Schalter mit 185PS, zu verkaufen. Er fährt schon seit Jahren SAAB und hat immer mehr als zwei oder drei in der Halle stehen, mich hat es aber nie sonderlich interessiert. Meine Antwort war ein klassischer Mopedfahrerspruch: “Wenn ich vom Moped falle, so mit 70, denke ich über ein Cabrio nach”.

Aber da hatte ich die Rechnung ohne meine damals 15-Jährige Tochter gemacht, und dieselbe mich dann mürbe. Nun wollte mein Bekannter aber nicht mehr verkaufen (was ich nicht schlimm fand), bot mir aber an, ich könne das Cabrio den Sommer durch bewegen. Gesagt, getan.

Und jetzt hatte er mich, der SAAB Virus. Ein geniales Cockpit, welches keine Rätsel aufgab und ein Motor der wie am Gummiband nach vorne schob!

Saab 9-3 SC, logisch mit Hirsch!
Saab 9-3 SC, logisch mit Hirsch!

Ich hatte nun Spass in einem Auto fast wie auf einem Motorrad. Was habe ich Schabernack mit der Saabine getrieben. Spritverbrauch? Mir worschd, wie der Franke sagt!

Nun musste aber ein eigenes Turbocabrio her, am besten ein Automat! Nach langer Suche und viel Alteisenbetrachtungen habe ich meins gefunden, ein 931 LPT in SE Ausstattung, natürlich ist schon einiges an Geld rein geflossen (Stoßdämper, LMM, KWS, Antriebswelle, Maptun und ein Turbo) aber die fast 180Tkm merkt man ihm auf freier Bahn nicht an und verblüfft so manchen Youngster in seinem Ingolstädter Neuwagen :-).

Damit nun das Cabrio nicht mehr so alleine steht, hat es nun seit letzter Woche Gesellschaft.
Natürlich ein SAAB, ein 9-3 Sportcombi 1,8T.

Ach ja, auch mit dem SC habe ich fast soviel Spass wie auf einem Motorrad, weil seit gestern gehirscht.

PS: Meine Tochter macht gerade den Führerschein. Ist klar was sie mal fahren will 😉

Saab Lesertasse 2015
Saab Lesertasse 2015

Danke an Herbert für seine Saab Geschichte! Habt auch Ihr etwas zum Thema Saab zu erzählen?

Die Geschichte einer unvergesslichen Urlaubsreise, eine Restauration, der erste Kontakt mit der Marke aus Trollhättan oder einfach warum Saab zum automobilen Leben dazu gehört. Was immer es ist, schreibt uns. Wir belohnen jede Veröffentlichung auf dem Blog mit einer exklusiven Saab Lesertasse!

3 Gedanken zu „30 Jahre. Mein Weg zu Saab.

  • 9. Dezember 2015 um 3:39 PM
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    Danke für die wunderbare SAAB-Geschichte! Und irgendwie werde ich folgende Beobachtung nicht los: Immer wieder die Turbos, die haben den Virus implantiert!!! 🙂 Klasse. Weiterhin viel Freude mit den SÄÄBen!
    P.S.: auf welchen SAAB-Felgen rollt das gezeigte Cabrio???

    • 9. Dezember 2015 um 4:24 PM
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      Das sind keine SAAB Felgen, die originalen 16″ waren ziemlich fertig. Auf die Schnelle war nichts günstiges zu bekommen. Mein SAAB Spezi ist Reifenhändler und da habe ich gesucht und wurde bei Diewe Trina Bronze fündig. Saab Nabendeckel waren Ehrensache. Ich finde Farbe und Form harmonieren sehr gut mit der Karosse.

      • 11. Dezember 2015 um 11:28 AM
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        DAAANKE für die Info!
        Ich werde mich auf die Suche begeben. Meine W-Felgen werden unansehnlich… 😉
        Geruhsame Adventszeit noch…

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