Der Mahindra Ssangyong

Seit Mahindra vor 4 Jahren Ssangyong übernommen hat, wurde Geld in Modellpflege und Produktentwicklung investiert. Neue Modelle, unter Mahindra Regie entwickelt, bekamen die Kunden bisher nicht zu sehen. Ein Fakt, der sich jetzt ändern wird. Im Januar rollt das erste, komplett neu entwickelte Ssangyong Modell der Mahindra Ära, zu den Kunden.

Ssangyong Tivoli, die erste Neuentwicklung unter Mahindra Regie. Bild: Ssangyong
Ssangyong Tivoli, die erste Neuentwicklung unter Mahindra Regie. Bild: Ssangyong

Erst in Korea, ab dem zweiten Halbjahr 2015 dann weltweit. Mahindra wagt sich mit dem Ssangyong Tivoli in das schnell wachsende Segment der Kompakt SUV. Dort tummeln sich Mitbewerber wie der Opel Mokka und ein Renault mit dem Namen Captur. Eine spannende Geschichte –  die Antwort auf die Frage, was Mahindra wirklich kann.

In der Pressemitteilung von Ssangyong Deutschland gibt es jede Menge der übliche Marketinglyrik, ohne die heute kein Produzent mehr auskommen mag. Es gibt Sätze, die über den Ursprung des Namen Tivoli philosophieren. Und auch der Sinn der Designsprache, festgemacht an “Nature-born 3 Motion – Rhytmical, Dynamic, Dignified” mag sich nicht jedem erschliessen.

Eine Ahnung,  wohin die Reise gehen könnte,  liefern uns folgende Textzitate: “…einer der qualitativ besten Innenausstattungen seiner Klasse” und “…kompakter Luxus im Lounge Stil” oder “…intensiv an der Produktqualität gearbeitet“.

Bisher sind Ssangyong Modelle nicht durch raffinierte Lösungen im Innenraum oder Lifestyle aufgefallen. Was wir für die Leser im Sommer getestet haben, war mehr solide Hausmannskost, was man bitte als positiv verstehen sollte. Mahindra Ssangyong hat sich damit Einiges vorgenommen und die Messlatte schon vor dem Marktstart etwas höher gelegt. Was ansteht, ist nicht mehr und nicht weniger als eine Neuausrichtung der Marke, verbunden mit einer vorsichtigen Höherpositionierung…soweit man das an den vorliegenden Fakten interpretieren kann.

Weder über Motorisierung noch über den Preis wurde bisher etwas publiziert. Die ersten Bilder geben Eindruck von der künftigen Designsprache bei Ssangyong. Bis die Marke in Deutschland größere Verbreitung findet, wird es ein langer Weg sein. Einschließlich Oktober 2014 kamen 911 Ssangyong neu auf die Straßen, die Zulassungen für das Jahr dürften damit knapp über 1.000 Einheiten liegen. Viel ist das nicht, die Zahlen werden in Indien kaum dauerhaft für Freude sorgen. Ssangyong auf Stückzahlen zu bringen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, vielleicht ambitionierter als Saab neu zu beleben.

Bis der Tivoli in Deutschland auf dem Markt sein wird, ist schon wieder Sommer. Bis dahin wird fest stehen,  ob uns das Thema Mahindra überhaupt noch interessiert. Das wird so sein, wenn NEVS in der nächsten Woche in Verlängerung geht, wenn Mahindra NEVS kauft, wenn die Saab AB den Markennamen erneut freigibt und wenn ich zu dem Zeitpunkt immer noch SaabBlog.net schreibe. Ganz schön viele “wenns”. Das Leben ist Bewegung. Alles fließt !

20 thoughts on “Der Mahindra Ssangyong

  • Und die wird dann in den restlichen Konzern einfließen …

  • Was in Zukunft sein wird, oder nicht, ist unklar. NEVS hat aktuell, wenn man so will, zwei Plattformen. Die 440 für den alten 9-3 und die Phönix Plattform. Man kann davon ausgehen dass die neue Plattform in der Zwischenzeit GM-frei gemacht wurde. Es gab Pläne diese in ein Joint-Venture mit einem dritten Partner einzubringen. Was final geschehen wird, werden wir in den nächsten Wochen erleben.

  • Wie viel der Phönix-Plattform gehörte denn SAAB? Haben die jetzigen oder zukünftigen Besitzern auch die Rechte an dieser Plattform? Oder mischelt da GM immer noch mit?

  • Wenn die vielen “Wenn” erfüllt sind, dann sollte es keine 4 Jahre dauern. Die Vor- und Entwicklungsarbeiten bei NEVS laufen, auch während der Rekonstruktion. Wenn M & M einsteigt, dann hat man versprochen im Januar/Februar monatlich 5 Mio € dafür überweisen. Bleiben wir gespannt, für Jubel ist es aber noch zu früh.

  • Aber wenn die mit dem komplett neuem bei SAAB auch vier Jahre Zeit brauchen?

  • Das wäre ja zu schön um wahr zu sein, wenn erneut ein Investor für die Marke SAAB einen Neustart in Trollhättan wagt. Aber das Vertrauen bei den Kunden/Händlern ein 3. Mal aufzubauen wird schwierig. Mich würde es auch für die Arbeiter in Südschweden sehr freuen. Wäre ein tolles Weihnachtsgeschenk. Seien wir wie immer positiv eingestellt und warten ab.

  • Ja Tom, mit dem Phoenix (aus der Asche) ist das so eine Sache. Wenn das man nicht auch so ein NEVS Luftschloss ist.
    Ich bin wirklich gespannt und habe auch wieder ein kleines Fünkchen Hoffnung.
    Allerdings habe ich leichte Zweifel, ob dort überhaupt noch genug Know-How vorhanden ist. Die guten Mitarbeiter sind nach dem Chaos bestimmt über alle Berge und damit meine ich nicht nur die Büros, sondern vor allem auch das Handwerk!

  • Hoffen wir’s. Denn das was bis jetzt gezeigt war, war genau das was ja eigentlich nicht funktionieren kann.

  • Hans, vergiss die Sache mit dem Aufguss. Wenn (schon wieder ein wenn) Mahindra einsteigt, dann gibt es meiner Meinung nach kein Remake des 9-3 mehr. Wenn sie die Marke Saab nutzen dürfen, dann kommt etwas komplett neu konzipiertes – auf Phönix Plattform.

  • Denke ich ebenso. Man darf nicht vergessen dass Ssangyong eine komplett andere Zielgruppe als Saab hat.

  • SSANGYONG hat vier Jahre bis zum ersten “eigenständigen” Modell gebraucht. Was bringt das für SAAB? Den x-ten Aufguss eines jetzt schon über zehn Jahre alten Konzepts?
    Klar, der zuletzt gebaute 93 gefiel mir als Cabrio, drum hab ich ja auch einen. Nur, wenn der jetzt nochmals aufgelegt wird, kommt ein Auto auf den Markt dessen Wurzeln aus dem Jahre 2004 stammen. Letztes Update, und somit Stand der Elektronik, ca 2008. Wen will man damit beeindrucken? Wer soll sich so was kaufen?
    Etwas böse: Dacia oder Tata bieten auch Autos an die technisch nicht ganz auf dem allerneusten Stand sind. Dies allerdings zu einem Preis der auch nichts anderes erwarten lässt. Wie will man da einen “SAAB” verkaufen der, im Vergleich zur gleich teuren Konkurrenz, der vorletzten Generation angehört?
    Für mich ist das Thema SAAB jedenfalls so gut wie tot. Einen wird es, vermutlich nächsten Spätherbst, wohl noch geben. Dies aber auch nur sofern die Gebrauchten preismässig nicht zu sehr abheben. Ich fahre zwar gerne SAAB, bin aber nicht bereit irgendwelche Phantasiepreise zu zahlen.

  • Ich finde den gar nicht so übel….

  • Noch ein Allerweltsdesign Auto mehr. Von Vorne VW Konzern , von Hinten Dacia Sandero und der Innenraum könnte auch von Ford oder GM stammen

  • Ist aber die gaaanz alte E-Klasse als Basis, aus der Zeit lange vor Mahindra.

  • Hmmm … also soooo schlimm finde ich die oben gezeigten SUV-Skizzen zumindest von aussen jetzt nicht – da gibt es hässlichere.
    (innen hingegen wär für mich z.B. besonders die Mittelkonsole nix)

    Aber mit einem “SAAB SUV” kommt der natürlich optisch absolut nicht mit. 😉

    Mal schauen, was wir die kommende Zeit so über Mahindra & Co. und NEVS zu hören kriegen …

  • Ich hoffe, dass wenn die ersten 3″wenn’s” positiv ausgehen, das vierte ja wohl selbstverständlich sein wird!!! Wenn schon, denn schon…;-)

  • 2008, was als letztes Jahr ohne Krise gelten kann, waren es in Deutschland 3.799 Saabs. 2009, erste Rekonstruktion, nur noch 1.265.

  • Eigentlich sind doch 1000 Autos pro Jahr gar nicht schlecht … wieviel Saab wurden denn in den letzten unter voller Produktion laufendem Jahr verkauft ?
    Ssangyong ist schon eine sehr sehr individuelle Marke da muss bei Mahindra schon jemand ein Faible für das Außergewöhnliche haben … und dazu noch die Kontakte und wohl die einzige Möglichkeit damit den Markennamen wieder zu bekommen.
    Ich finde Mahindra ist seit GM der erste wirklich Erfolg versprechende Käufer mit Geld und Kontakten und die können auch Autos eigenständig entwickeln

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