Mut & Hoffnung

Gestern ging die jährliche Tagung der schwedischen Autoindustrie zu Ende. Ein Ereignis, das wir nicht ignorieren können, auch wenn es nicht um Saab geht. Nicht um Saab? Das ist unerwartet,  denn NEVS hatte den Auftritt von CEO Bergman angekündigt.

NEVS ©2014 saabblog.net
NEVS ©2014 saabblog.net

Die große, wohlplazierte Show  hatte die andere schwedische Marke für sich gebucht. Volvo CEO Hakan Samuelsson kündigte 1.300 neue Mitarbeiter im Werk Torslanda an, eine zusätzliche dritte Schicht und 50.000 neue Volvo XC90,  die man im nächsten Jahr bauen und absetzen möchte. Bereits 2014 peilt Göteborg einen neuen Produktionsrekord an. 470.000 verkaufte neue Volvo sollen zum Jahresende in den Büchern stehen, der Rekord von 458.000 Fahrzeugen aus dem Jahr 2009 soll eingestellt werden. Bis 2020 sollen es dann weltweit 800.000 Einheiten sein, so der Plan.

Das alles klingt gut und gefällt in Schweden. “Full Gas” schrieb eine große Tageszeitung dazu. Vor allem ist es eines: mutig ! Volvo kommt aus der Krise, ist aber anfällig für Rückschläge. Der neue XC90 muss erst seinen Publikumstest bestehen, und Volvo muss sein Margenproblem in den Griff bekommen. Der Ertrag liegt bei nur 1 %, angepeilt sind 8 %  bis zum Jahr 2020. Wettbewerber BMW, mit dem man sich gerne vergleicht, schwebt bei über 10 %. Jede konjunkturelle Unebenheit kann so zum Risiko werden;  gerät eines der neuen Modelle zum Flop, ist der Traum von Erfolg und Wachstum in Gefahr.

Gut ist die Volvo Offensive vor allem für die gekündigten Produktions-Mitarbeiter in Trollhättan. Für sie erfüllt sich die Hoffnung auf neue Beschäftigungsverhältnisse. 15 Tage nach dem Verlust ihrer Arbeitsplätze hatten bereits 131 von 155 ehemaligen NEVS Angestellten einen neuen Job. Das Pendlershuttle Trollhättan – Torslanda nutzen jetzt einige Fahrgäste mehr. Wie gesagt, der gestrige Tag in Göteborg war eine Volvo – und Hakan Samuelsson- Show, geadelt durch königlichen Besuch, denn Prinz Carl Philip war unter den Gästen.

Nicht zu sehen waren Vertreter von NEVS. CEO Bergman hatte sich in letzter Minute entschlossen,  in “Richtung Osten” aufzubrechen. Intensive Verhandlungen würden seine Präsenz erfordern, und seine neuen Visionen zur Saab Zukunft bleiben damit unveröffentlicht und ungehört. Vielleicht keine schlechte Entscheidung. Erst liefern, dann visionieren. Oder?

7 Gedanken zu „Mut & Hoffnung

  • @ Marco

    Das siehst du völlig Falsch.
    SAAB ist noch lange nicht Geschichte!!!!
    Dafür fahren noch viel zu viel durch die Gegend.

  • Aufgrund der anscheinend weiterhin beständigen Verhandlungen sollte man die Wiederaufnahme der SAAB-Fahrzeugproduktion in Trollhättan nun durchaus ins Kalkül ziehen.

    Ohne ausreichende Erfolgsaussichten hätte sich der künftige Großaktionär doch vermutlich nach über einem halben Jahr Verhandlungsdauer inzwischen längst abgewendet – eine Sackgasse wäre mit Sicherheit nicht unentdeckt geblieben (trifft zumindest auf Mahindra zu – in diesem gut geführten Konzern wird nun wirklich nicht geträumt).

  • Saab ist Geschichte. Hier wird nur mit großem Pomp Geld verbrannt.

  • Ist überliefert, ob es ein “One-Way”- Ticket ist? 🙂

    • Na irgendwann wird er schon zurück kommen . Die Frage ist nur was er dann mitbringt .

  • Gute Nachrichten für die Mitarbeiter und eine gute Entscheidung von Herrn Bergman. Ein Flugticket kaufen ist besser als von Visionen zu erzählen die er (noch?) nicht einlösen kann.

    • Visionen erzählen….Zitat: “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen” !
      NEVS kann (und muss) nur noch liefern! Welpenschutz ist definitiv vorbei!
      Für die alten “SAABianer” freut es mich! Möge die Perspektive bei VOLVO greifen.

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