Saab 9-3 EV für Norwegen

Einer der ersten Märkte für das Saab 9-3 EV soll Norwegen sein. Das erste Elektroauto aus Trollhättan wird im Herbst in die Produktion gehen, der Vertrieb dann im ersten Quartal 2015 starten.

Saab EV
Saab EV

Wie NEVS gestern gegenüber BilNytt bestätigte, soll Norwegen einer der wichtigen Märkte für das EV werden. Dort gab es in früheren Zeiten 20 Saab Partner. Immer noch aktiv sind 15 Händlerbetriebe, die ihre Saab Kunden betreuen.

Laut NEVS Pressechef Mikael Östlund denkt man über einen “schlanken Vertrieb” nach. Es soll demnach keinen Saab Importeur für Norwegen geben – die Vertragspartner sollen entweder Händlerverträge mit einer direkten Belieferung durch den Hersteller erhalten oder als Agenturen für NEVS tätig sein. Wie genau das Vertriebskonzept aussehen wird, ist noch nicht beschlossen.

Laut BilNytt plant NEVS,  das neue Saab EV nur auf drei oder vier Märkten anzubieten. Okay ! China, Schweden, Norwegen. Die Niederlande. Das war es. Hmm…

Für NEVS macht es Sinn, das Saab EV in Norwegen anzubieten. Im ersten Quartal 2014 hatten Elektroautos in Norwegen einen Marktanteil von 20.3 %. Marktführer ist Tesla mit einem Anteil am Gesamtmarkt von 10.8 %. Oder, um es etwas klarer auszudrücken: jedes zweite Fahrzeug im EV Segment ist ein Tesla ! In Stückzahlen kamen in den ersten drei Monaten diesen Jahres 1.493 neue Tesla S auf norwegische Strassen.

EV Zulassungen in Norwegen. 1. Quartal 2014
EV Zulassungen in Norwegen. 1. Quartal 2014

(Quelle/Statistik: Norsk Ebilforening)

Interessant, wenn man bedenkt,  dass Tesla im Oberklasse-Segment unterwegs ist und andere, weitaus günstigere Fabrikate recht alt aussehen lässt. Ambitioniert, wenn man sich überlegt, dass NEVS mit dem Saab 9-3 EV dagegen antreten will. Zum Erfolg ist es für Trollhättan ein harter Weg, denn der Tesla kann alles, was der 9-3 bisher nicht kann. Da wären – nur zum Beispiel –  aktuelle Multimedia-Syteme und so nette Kleinigkeiten wie Startfunktion oder Vorheizen des Innenraums via Smartphone.

Der aktuelle 9-3 hat bisher noch nicht einmal ein Navigationssystem ab Werk oder eine Bluetooth Freisprecheinrichtung. Bei den schwedischen Händlern stehen jetzt Neuwagen mit Nachrüstlösungen, die nicht im Ansatz dem Premiumanspruch der Marke genügen. Raum für Verbesserungen ist also da. Mal sehen, was man sich in Trollhättan zu diesen Themen mit dem Modelljahrgang 2015 einfallen lassen will. Denn einen Spaziergang durch das boomende EV Segment in Norwegen wird es für das Saab 9-3 EV nicht geben.

Text: tom@saabblog.net

 

11 Gedanken zu „Saab 9-3 EV für Norwegen

  • Ganz interessante Entwicklung!! Danke für diesem Beitrag.

  • Als Info interessant. Auch als Hinweis für den nächsten Schritt der Saab-Gemeinde (siehe Foto): Chinesisch lernen (oder kantonesisch, oder wie auch immer). Oder maheliegender: eben Norwegisch.

  • Glückliche Norweger. Da bekommen also Schweden, Niederländer und Norweger neue SAAB`s. Meine Schweizer Freunde sind ebenfalls ganz sicher in Kürze dabei zu sein. Nur hier gibt es weder Info noch Hoffnung. Schade. 🙁

    • Ganz im Süden spricht man auch über neue Saab Autos zum MJ15. Deutschland ist ein sehr schwieriger Markt. Die Leute hier entweder kaufen einen VW, oder leasen ein Audi oder BMW, was anderes wird immer mit Hochdruck von der Presse kaputt geredet.

      • Das mit den Leuten die BMW oder irgedwas leasen sehe ich nicht so. Mein Freundeskreis fährt SAAB und die Frage ist ob wir in Zukunft EU Importe aus Holland oder Italien holen müssen.

        • Wir sind so eine kleine Gruppe …..

      • Das ist doch ganz billige Verschwörungspropaganda. Es gibt und gab immer einen kleinen anspruchsvollen Markt für anderes als Mercedes, BMW und Audi. Nur die Qualität muss halt trotzdem stimmen. Da braucht es keine böse Presse, um etwas kaputt zu reden 🙂

        • Verschwörungspropaganda ist das nun wahrlich nicht!
          Wie gut solche Pressearbeit funktioniert und bis heute in den Köpfen steckt, kann man am Beispiel 900-II sehen.
          Wer wusste z.B. schon, dass ein 900-II 1994 bereits die “follow me home”-Funktion in der Lichtanlage hatte! Darüber wurde auch nicht geschrieben – kannte ja auch keiner in D.!
          Aber es wurde behauptet, dass er mit Opelmotoren fährt, was ja bis auf die kleine Menge 2,5/V6 nicht stimmt. Nur das brennt sich in Michels Kopf ein.
          Als ich 1998 meinen letzten neuen 9000 kaufte, der ja nun gar nichts mit GM zu tun hat, fragten mich Bekannte: “Na fährste jetzt Opel?” – die Pressearbeit klappt gut….

  • Norwegen hat eine brutale Marktverzerrung durch den Steuersystem. Normalos können sich nur sehr kleine Autos leisten, und für solche Leute sind E-Autos nicht interessant, von der anderen Seite ein Tesla ist relativ günstig in deren Segment, und wenn Du Geld hast kannst Du damit noch angeben dass DU dich um die Umwelt kümmerst, aber ich schätze die meisten Tesla S kauft man in und um Oslo, wo man auch im Winter ganz gut mit einen EV zurecht kommen kann.

  • Das wir in Deutschland in den nächsten Jahren keine
    Elektrofahrzeuge aus Trollhättan geliefert bekommen, war doch eigentlich klar. Macht auch keinen Sinn – hier passiert bezüglich Infrastruktur für Elektromobilität erstmal ohnehin nichts.

    Unsere Politiker sind wie meistens mit sich selbst oder anderen wichtigen Dingen befasst – außerdem gibt in Sachen E.-Mobilität die deutsche Autoindustrie die Taktrate vor!

  • Nun ist es endlich soweit. Aber den 9-3 EV gibt dann hoffentlich mit alternativen Alufelgen. Ich weis das ist jetzt vll. Nörgeln auf hohem Niveau und vermutlich sind das Saab-spezielle Felgen – man verzeihe mir meine Unwissenheit – aber schön find ich sie einfach nicht.

    “[…]Zum Erfolg ist es für Trollhättan ein harter Weg, denn der Tesla kann alles, was der 9-3 bisher nicht kann.[…]”

    Das finde ich jetzt nicht mal schlimm. Mein 19t€ Leon kann auch nicht alles das, was ein 80t€ A6/5er kann. Muss er auch nicht, er muss nur für den Preis die entsprechende Gegenleistung bringen. Deswegen sehe ich es nicht so eng, dass der (eigentlich “das”) neue EV keine neuen Multimedia-Funktionen hat.
    Von mir aus sollen die den ganzen Spittel komplett rauslassen, dafür aber ein Auto bauen, was trotz Erstanlauf um die 350-400km fährt.

    Auch sollte man in meinen Augen nicht den Fehler machen, den Tesla als Benchmark zu sehen. Denn in diesem Fall sieht der 9-3 EV einfach aus, wie ein “altes umgemodeltes Auto”. Dass auch hier viel Technik und Know-How drin steckt, geht allerdings einfach unter – weil der Tesla Modell S so … geil … ist.
    Den Vergleich mit dem Tesla Modell S sollte NEVS erst waagen, wenn es einen 9-5 EV (oder soll er anders heißen) gibt. Dann aber bitte auch mit 500km+ Reichweite und ähnlichen Fahrleistungen. Der 9-3 EV (oder Nachfolger) muss sich mit dem Modell E (ab 2016?) messen. Denn dieser soll ja bei 21-25t€ liegen und eine Reichweite von ca. 300km haben.

    Nichts desto trotz bleibt es ziehmlich spannend, was NEVS da auf die Beine stellen wird.

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