NEVS erhöht die Taktrate

Langsam aber stetig geht es in der Stallbacka voran. Immerhin bewegt sich alles in die richtige Richtung, auch wenn es nach unseren Wünschen etwas schneller gehen könnte.

SAAB Produktion bei NEVS
SAAB Produktion bei NEVS

Saab fertigt seit heute 6 Fahrzeuge pro Tag, nachdem man im Dezember mit 2 Fahrzeugen täglich gestartet war. Das teilte NEVS Pressechef Mikael Östlund mit. NEVS hat jetzt 315 Mitarbeiter in der Produktion beschäftigt. Weitere Neueinstellungen im größeren Umfang sind kurzfristig nicht geplant.

Stellt sich für uns die interessante Frage, wieviele Fahrzeuge man  mit rund 300 Mitarbeitern produzieren kann. Die Antwort zu finden dürfte schwierig werden. Die Saab Automobile AB hatte zwischen 1.100 und 1.200 Arbeiter im Produktionsbereich für 85.000 Fahrzeuge pro Jahr – nach 2011er Planung. Allerdings galt  die Produktion personell als hoffnungslos überbesetzt, und es wären starke Einschnitte beim Personal betriebswirtschaftlich sinnvoll gewesen. Ausserdem wird Saab vorerst nur eine Modellreihe anbieten, während 2011 zwei Baureihen von den Bändern liefen.

Dazu kommen die Elektroautos, die als „Halbfertigprodukt“ in das chinesische Montagewerk gehen sollen. Die Situation ist daher nicht wirklich vergleichbar. NEVS soll zudem in der Zwischenzeit rationalisiert und modernisiert haben. Was ist also möglich in Trollhättan? Die Antwort gibt uns die Zukunft und die bleibt spannend!

Text & Bild: tom@saabblog.net

9 Gedanken zu „NEVS erhöht die Taktrate

  • Das sind doch weiterhin positive News! Weiter so!!!!

  • Klingt doch gut. Ab April oder Mai dann noch der SC dazu.
    Ich bin auf das Update gespannt. Nur wer Kauft dann noch die alten und wo werden die eigentlich zur Zeit abgestellt? Ist ja noch keiner Ausgeliefert worden.

    • Geduld, das Update kommt kurz vor den Ferien, also ende Juni. Der Kombi wie das Update sind der Modelljahrgang 2015.

    • Im März kommt man bei dieser Taktrate (Wochenendarbeit wird zu teuer sein) auf 126 Stück, also werden bis Monatsende noch etwas weniger als 300 fertige 9-3er da sin. Die sollten nach den älteren Bildern bequem auf dem Werksgelände Platz haben. Die Frage ist warum man noch nicht ausliefert? Ev fehlt ja noch ein Teil, z. b. ein neues Infotainment, das erst im April fertig ist.
      Und es gibt immer ein paar Leute, die das was sie kennen dem noch ungewohnten vorziehen.

  • Naja, ob die Kundschaft nacher lieber das Facelift kauft oder das aktuelle Modell, bleibt abzuwarten! Kommt darauf an, wie das Facelift aussehen wird 😉

  • Hallo.
    Hallo.
    Wenn Skyper mit ca. 1100 Mitarbeiter der Produktion 85.000 Autos hätte schaffen können. Dann müssten bei NEVS mit 300 Mitarbeitern min. 25500 Saabs vom Band laufen. Wenn nun sogar weiter rationalisiert wurde, die Auslastung höher ist, und evtl. mehr „fertige“ Teile, z.B. in China, eingebaut werden, dann, ja dann könnte und müsste die Zahl noch deutlicht höher liegen.

    Gruß aus dem sonnigen Oldenburg
    André

  • Die Anzahl der Mitarbeiter sagt sehr wenig über die Produktivität aus. Es kommt auf die Fertigungstiefe an.

    Hier mal ein paar Zahlen aus der Vergangenheit von Saab. Als GM bei Saab einstieg, arbeiteten in Trollhättan ca. 8.500 Menschen. Die Kapazität der Endmontage lag irgendwo bei 60.000 bis 70.000 Fahrzeugen. Dazu kam der Karosseriebau und die Lackiererei, die bei 100.000 bis 120.000 Einheiten lag.

    Zum Ende der Saab-Ära lag die Mitarbeiterzahl bei rund 3.500. Die mögliche Kapazität wurde mit 180.000 Einheiten angegeben.

    Jetzt könnte man annehmen, dass GM heftig rationalisiert hat. Zwar wurde rationalisiert, der größte Teil beruht aber auf Outsourcing. Man darf nicht vergessen, Saab hatte bis zum Einstig der Amerikaner, wohl eine der höchsten Fertigungstiefen in Westeuropa. Dies war allerdings auf Werke in ganz Schweden verteilt und fand nur teilweise Eingang in die Zahlen von Trollhättan.

    Ich erinnere mich noch, als kurz nach dem Einstieg von GM, Teile des Karosseriebaus an Volvo vergeben wurden. Wenn man durch das Werk ging, war das an den unterschiedlichen Uniformen zu erkennen. So senkt man die Zahl der Angestellten schnell mal um 200, ohne dass einer weniger an der Produktion beteiligt ist.

    Ob Kantine, Werksfeuerwehr oder Gebäudeverwaltung alles waren früher Werksmitarbeiter, unter GM gab es dies alles nicht mehr.

    Heute haben wir bei NEVS also ca. 315 Produktionsmitarbeiter. Diese Zahl entspricht ungefähr der Anzahl der Mitarbeiter von Saab-Arlöv in den 80iger Jahren. Dort verließen pro Jahr durchschnittlich 21.000 Fahrzeuge die Endmontage. In Arlöv war alles Handarbeit, allerdings nur Endmontage ohne Karosseriebau und Lackierung.

    Im ehemaligen finnischen Saab-Werk, heute Valmet-Automotive sind noch ca. 600 Mitarbeiter beschäftigt. Diese bauen auf einer hoch automatisierten Anlage ca. 35.000 Mercedes A-Klasse pro Jahr.

    Ich würde also mal schätzen, dass NEVS mit der jetzigen Anzahl an Mitarbeitern 10.000 bis 12.000 Einheiten im Jahr schaffen kann. Man darf nämlich nicht vergessen, es kommt fast alles von außen. Lediglich in der Endmontage arbeitet noch eine größere Zahl an Menschen, Karosseriebau und Lackiererei sind hoch automatisiert.

    Mit 6 Fahrzeugen, wird jetzt so langsam eine geregelte Serienproduktion aufgenommen, ab nächsten Monat dürfte sich der Ausstoß dann mindestens verdreifachen, wenn die Arbeiter eingearbeitet sind.

    Ich schätze mal, so mit 1.500 Mitarbeitern (Gesamtzahl, nicht nur Produktion) dürften sich 100.000 Einheiten fertigen lassen.

    • Auch bezügl. derartiger Info ist der SAAB Blog unverzichtbar!
      DANKE Detlef!

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