Die SAAB Saga geht auch 2014 weiter

Seit dem Produktionsanlauf sind einige Wochen vergangen, zwei neue Saabs rollen jeden Tag vom Band. Saab befindet sich in der Aufbauphase, und hinter den hohen Werkszäunen laufen interessante Dinge ab. Der Saab Geschichte, die immer mehr einer legendären nordischen Saga ähnelt, wird ein neues Kapitel hinzugefügt. Im Dezember hatte National Electric Vehicle Sweden AB die Schaffung von weiteren 100 Arbeitsplätzen angekündigt. Einige sind bereits besetzt, und die spannende Frage ist, welche Abteilungen mit Leben gefüllt wurden.

SAAB Werk in der Morgensonne
SAAB Werk in der Morgensonne

Denn für eine gewisse Phase hatte ich den Eindruck, dass NEVS-Saab eine sehr schlanke Veranstaltung werden könnte. Man könnte, gerade in Trollhättan, sehr vieles an externe Firmen auslagern und im Extremfall nur die Kernkompetenz der Autoproduktion im eigenen Haus behalten. Denn, rein theoretisch, ist das Netzwerk kleiner Firmen rund um die Stallbacka und im Innovatum in der Lage, ein Fahrzeug von der ersten bis zur letzten Schraube durchkonstruiert produktionsfertig dem Auftraggeber abzuliefern.

Helpdesk und Aftersales Abteilung entstehen neu.

420 Mitarbeiter bei NEVS und 100 bis 200 externe Berater war die am Freitag letzter Woche verkündete aktuelle Zahl. Noch nicht alle 100 neue Stellen sind besetzt, die Rekrutierung läuft. Die Designabteilung bekommt mit den Neueinstellungen Zuwachs, und NEVS baut eine eigene Aftersales Abteilung und ein eigenes Helpdesk auf. Dazu kamen und kommen ehemalige Saab-Mitarbeiter zurück ins Werk, auch solche, die bei Volvo einen neuen Job gefunden hatten. Hatten wir vermutet, dass auch  die Orio AB, frühere Saab Automobile Parts AB, für die neuen Fahrzeuge die Aftersales Abwicklung übernehmen könnte, so scheint sich das zu relativieren.

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NEVS nutzt das Lager in Nyköping, Orio ist damit Logistikdienstleister, scheint aber das zukünftige Aftersales Geschäft zumindest teilweise in eigener Regie führen zu wollen. Vielleicht nur für China, wo Orio kein Netzwerk besitzt, vielleicht auch für alle Märkte. Wie das zukünftig aussehen wird, ob auseinanderdriftet, was eigentlich zusammengehört, das ist schon wieder ein kleiner Wirtschaftskrimi. Die Lösung werden wir in den nächsten Monaten erfahren.

Simon Padian zurück nach Trollhättan ?

Nachdem Mitglieder des Saab Designteams nach Trollhättan zurückkehren, fällt auch immer wieder der Name von Simon Padian. Der frühere Saab Designchef entwarf zuletzt den 9-5 NG und mit seinem Team den 2014er Saab 9-3. Nach einem Zwischenspiel bei Hareide Design ist er seit November in Göteborg bei Volvo-Mutter Geely als Direktor für das Interieursdesign tätig.

Das haette sein koennen: Saab 9-3 mit Schraegheck. MY 2014.
Das haette sein koennen: Saab 9-3 mit Schraegheck. MY 2014.

Auch wenn immer wieder sein Name genannt wird, so wird es wohl mehr der Wunsch als mögliche Realität sein. Denn ein Wechsel zurück zu Saab, nach kurzer Zeit bei Geely, scheint eher unrealistisch. Obwohl ich mir Padian als Saab Designchef wünschen würde – hätte ich denn einen Wunsch frei. Während immer mehr Mitarbeiter zu Saab heimkehren, wird es um das Elektroauto und das “Upgrade” richtig spannend. Im April steht der erste elektrische Serien-Saab auf der Autoshow in Peking, und er wird zukünftig in China die Endmontage im Werk Qingdao durchlaufen. Ob das EV auch in Trollhättan montiert werden wird und ob es einen Verkauf  in Schweden oder Europa geben soll, darüber ist nichts bekannt.

Das Saab Werk macht dicht…(aber nur für Besucher)

Spannender für uns ist das kommende “Upgrade” und der Sportkombi, der gleichzeitig erscheinen wird. Seit einigen Tagen ist es Besuchern so gut wie unmöglich, in das Werk zu kommen, entsprechende Anfragen werden abgesagt. Saab Veteranen wissen, was das zu bedeuten hat. In der Vergangenheit waren “fremde Augen” immer dann unerwünscht, wenn Saab kurz vor dem Modelljahreswechsel oder vor der Einführung neuer Fahrzeuge stand. Wir können also davon ausgehen, dass die “Upgrade-Modelle” schon auf dem Werksgelände unterwegs sind.

Womit wir schon wieder zum unvermeidlichen Motorenkapitel kommen. Obwohl wir sicher sein können, dass alle Entscheidungen bereits getroffen wurden, kommt nichts an die Öffentlichkeit. Da ist dieses Langzeit-Gerücht über die alten Saab Motoren. Es hält sich so hartnäckig, dass es schon wahr sein könnte. Ob die legendären Saab-Motoren mit der Trionic zurückkehren, werden wir in einigen Wochen erfahren. Sicher ist nur, dass es neue Motoren im 9-3 geben wird. Das wird durch Meldungen aus dem Lager der Zulieferindustrie untermauert. Der von Saab in Trollhättan für GM entwickelte Direkteinspritzer Turbo, bekannt aus 9-3 Griffin und 9-5 NG, scheint damit vom Tisch. Scheinbar auch die bisherigen Diesel Motoren. Die sollen in Zukunft aus einer anderen europäischen Quelle kommen.

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Erfahren werden wir die Fakten in nächster Zeit. Ein klares Indiz gibt es dafür aus Nyköping. Bei Orio hat man zum Jahresende die finalen Dokumentationen für unsere Fahrzeuge veröffentlicht. Die zukünftigen Saabs werden sich demnach erheblich von dem unterscheiden, was in unseren Garagen steht. Die Verantwortung der neuen Unterlagen für Besitzer und Werkstätten liegt ab jetzt bei NEVS-Saab. Dort wird man in Zukunft dokumentieren, was die Servicepartner und Saab Fahrer für die neuen Fahrzeuge benötigen. Eine ganz unspektakuläre Aufgabe, eigentlich. Und doch spannend. Denn diese Abteilung kennt die Motoren, die Ausstattungsoptionen und – ganz spannend – die Sprachen, in welcher die Dokumentation verfasst wird, schon jetzt. Wir müssen warten, denn man wird uns vorab kein Wort erzählen und dicht halten. So wie immer.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

 

13 Gedanken zu „Die SAAB Saga geht auch 2014 weiter

  • Also wenn vom Design her jeder aufgepasst hätte, wäre jedem aufgefallen, dass NEVS im Vorfeld der Präsentation des neuen 9-3, einen alten 900 16V Turbo im Showroom stehen hatte/hat. Das sagt doch schon, wohin NEVS/SAAB zumindest beim Design hinmöchte und weg von dem Stil ala GM und Co in der Vergangenheit. Was die Motoren betrifft: Ich wünsche mir beim Diesel (falls es den noch geben soll) einen Motor von BMW, beim Benziner (mit und ohne Turbo) entweder ebenfalls einen von BMW oder gar von Volvo. Letzterer wollte bzw. waren mal Gespräche für eine Zusammenarbeit mit SAAB geführt worden, wie wir hoffentlich alle noch wissen? Wieso sollte das nicht zwischen Geely (Volvo Haupteigner) und Nevs (Saab) klappen, da beide Chinesen sind?

  • Mich wundert es eigentlich sehr, dass Saab bzw. NEVS derart mauert. Wenn ich mal in die Computer-Branche schaue, da sind Mitarbeiter in Foren angemeldet und den schreiben “ganz heimlich” Informationen in das Forum. Natürlich ist das alles geplant, so dass man mögliche Kunden bei der Stange hält bzw. Neugier weckt.

    Was den 2014er 9-3 – also die Studie – angeht, gefällt mir das Design sehr gut, was wohl aber daran liegt, dass in meinen Augen der 9-5 II – vor allem als Sportcombi – das schönste Auto (nach einem 64-66er Ford Mustang) ist, was jemals gebaut wurde. Interessant wäre aber, ob NEVS das Design übernehmen durfte. Denn soweit ich weis, dürfen ja keine GM-Teile verwendet werden. Eine Design-Studie ist allerdings kein Bauteil, weswegen ich nicht weis, bei wem die Rechte daran jetzt liegen. Aber soll das Update nicht auf der Phoenix-Studie basieren – bzw. der Nachfolger? Wenn dem so wäre, würde das ja bedeuten, dass NEVS die Rechte an der Studie und möglichen Ableitungen besitzt/besitzen könnte.

    Was die Motoren-Frage angeht – Im Norden nichts Neues. Aber solange die Motoren sparsam sind. Warum die Trionic fehlen soll, ist mir schleierhaft. Im Prinzip ist das doch nur das Motorsteuergerät und überwachen bzw. regeln nicht ALLE Steuergeräte gleichzeitig Zündung, Kraftstoffeinspritzung und Turboladersteuerung? Was ein Ionenstrom für Vorteile zum Detektieren von Klingeln/Klopfen und der Synchronisation hat, ist mir ebenfalls nicht bekannt. Aber prinzipiell spricht ja nichts dagegen, dass NEVS entsprechende Steuergeräte entwickelt hat bzw. adaptiert und diese dann TRIONIC nennt.

  • Also das Christkind hat ja gerade erst seine Schuldigkeit getan , und hat nun erst mal wieder Pause , aber Facelift , Kombi und neue Motoren solls ja im Frühjahr geben . Ich würde da eher Kontakt zum Osterhase suchen.

  • Um künftig voll bei den Konsumenten punkten zu können (egal ob reiner Verbrennungsmotor, Hybrid- oder Elektro-Version) müßte die neue Fahrzeuggeneration auf jeden Fall vom Design her typisch SAAB sein – eigentlich war die Pedian-Linienführung schon zu amerikanisch angehaucht und wirkte dadurch etwas klobig und unförmig.

    Als typisch SAAB sollte nun endlich wieder eine homogene 5-türige Fließheck-Limousine deutlich unter fünf Meter Länge mit normal großen hinteren Seitenfenstern das Licht der Welt erblicken. Dies sollte auf der PHOENIX-Plattform für einen guten Designer machbar sein!

    Die Motorenfrage ist in meinen Augen sekundär. Hier vertraue ich voll und ganz auf NEVS. Man wird schon den richtigen Motorenhersteller auswählen – mein Favorit wären Top-Motoren aus dem Fiat-Konzern.

    • GENAU, ein 9000er NG II 🙂

      Als nächstes Modell dann bitte ein 9-1er! Masse UND Klasse verkaufen! 😉

      • Ja, ein neuer 9000, das wäre ein Traum! Aber wie Detlef schreibt, mit einem Minimum an Elektronik soweit das heute überhaupt möglich ist. Wenn man das nicht an Bord hat ist man bei den “Experten” und der (Fach?)Presse so wie so unten durch, auch wenn es sinnfreier Ballast ist.
        Ich war mit meinem alten 9000 im Oktober zum Intensiv-Fahrsicherheitstraining. Dort war er mit Abstand das älteste Auto in der Gruppe und musste gegen aktuelle Modelle antreten, er hat sich prima geschlagen. Bei einigen Übungen kam er flotter durch als die ESP-gebremsten Neuwagen.
        Ich war abends echt alle, mein Alter hatte an diesem Tag nur etwas mehr Durst als sonst und ist ausnahmsweise mal in den zweistelligen Verbrauchsbereich gerutscht, sonst war alles OK!

  • Also ich denke, das hört sich alles gut an. Als Kleinst-Hersteller ohne wirkliche Erbanlagen (die wurden ja entweder verkauft oder sind von GM eingezogen worden) muss sich Saab/Nevs einmal auf irgendetwas konzentrieren. Da finde ich die Idee eigenständige Autos zu bauen aber z.B. Motoren und Getriebe von anderen Herstellern einzukaufen eine hervorragende Idee. Das ALLES ENTSCHEIDENDE wird sein von wem! HIer muss man hoffen das noch genug Saab Spirit da ist, dass Saab/Nevs eher “individuellere Lösungen” anstrebt und nicht in das zu absaufen gemachten Fahrwasser eines großen Herstellers kommt, bei dem man ohnehin immer die B-Ware bekommen würde.

    Wenn es erlaubt ist, hier mein Wunsch ans Christkind: Subaru!

    Jaja, es ging schon mal schief aber nur deshalb weil man den 9-2 nicht in Europa sondern in den USA anbot. Ansonsten bring Subaru Spitzentechnik, die toll verpackt werden kann und individuell genug wäre die Saab-aficionados dieser Welt glücklich zu machen.Außerdem gäbe es eine übersichtliche Palette von (ausgezeichneten) Motoren und TURBOs auch für Benziner.

    Ähm, also wenn jemand das Christkind kennt…

  • Bei aller Markentreue hab ich das Gefühl wir stehen am Ende des “Skandinavischen Gedanken” bei SAAB.
    Keine Trionic mehr, spektakuläre Designentwürfe, keine Nützlichen und praktischen Details mehr oder was soll zB die überbreite C-Säule? Form follows function hat sich anscheinend erledigt.
    Oben im Text steht es sehr eindeutig “Die zukünftigen Saabs werden sich demnach erheblich von dem unterscheiden, was in unseren Garagen steht”.
    Gut letztendlich bleibt es abzuwarten aber man muß nicht alles was neu ist feiern und gutfinden, siehe den 9-5 II, “ein rundgelutschter Buick” war mal geschrieben, schon das Lenkrad war Opel !
    Ich persönlich konnt an dem Wagen abgesehen vom HuD nichts skandinavisches/Saab typisches dran finden.

    Darum hoffe ich für Uns alle Treuen hier mal das Beste, Daumen hoch !

    • Da ist mein Text vielleicht missverständlich. Die zukünftigen Saabs werden sich demnach erheblich von dem unterscheiden, was in unseren Garagen steht ist rein aus technischer Sicht zu verstehen 🙂

    • Bis ein wirklich neues Fahrzeug kommt werden ja noch ein paar Jahre vergehen, daher besteht ja noch die Hoffnung, dass man sich auf skandinavisches Design besinnt.
      Form follows function hat sich leider überall erledigt, heute ist das Design zum Selbstzweck verkommen. Da werden sinnlose Falten ins Blech gepresst, weil die Technik es heute kann, im Gegensatz zum einfallslosen Designer, dessen Kreativität sich auf diese “grafischen Blechverziehrungen” beschränkt. Riesige Glasflächen, die nur Attrappe sind, weil die schwarze Bedruckung nur noch Sehschlitze freilässt, denn hinter den vermeintlichen Fensterflächen befindet sich Blech und Kunststoff. Die Rundumsicht moderner Autos ist auf dem Niveau der 30er Jahre angelangt.
      Ob Rundumsicht, oder Fahrwerk, dank Elektronik wird die mieseste Konstruktion hingedengelt. Dass, das ganze Gelumpe einen Haufen Gewicht zusammenbringt sieht man an den ständig steigenden Gewichten, trotz Leichtbau.
      Schön und wünschenswert wäre es, wenn sich Saab hier wieder zurückbesinnen würde. Einfaches zweckmäßiges Design, dass auch ohne Elektronik in jeder Hinsicht ein Optimum bietet und diese modernen Hilfsmittel nur dort einsetzt, wo sie Verbesserungen bringen, die herkömmlich nicht erzielbar sind.

      Ein kleiner Hersteller muss sich von der Masse absetzen, sonst hat er keine Chance, ein schlichtes skandinavisches Design könnte ein Weg sein. Die Übernahme von einer amerikanischen Designlinie wie beim 9-5 II halte ich für einen falschen Weg, für mich sind die Entwürfe von Padian, das scheußlichste und Ideenloseste was ich bisher gesehen habe. Eine Handvoll Design-Zitate vom 99, kombiniert mit Kutschwagenrädern. Etwas mehr Mut wäre dem Design zu wünschen.

      Ein ganz schlechtes Zeichen wären die alten Saab-Motoren, nicht weil ich die Motoren für schlecht halte, sondern weil Baic/Senova ein direkter Konkurrent ist und sich selbst als Nachfahre von Saab vermarktet. Wenn diese Motoren kämen, ist davon auszugehen, dass es finanzielle Verbindungen zu Baic gibt, das dürfte keine langfristige Zukunft für den Standort Trollhättan bedeuten.
      Fiat als Motorenlieferant, dafür hätte ich Sympathie, das würde auch passen, Subaru, passt wohl nicht in das jetzige Layout, leider! Schon vor rund 50 Jahren, sind diese Motoren, bzw. ihre Vorläufer u. a, am mangelnden Einbauraum gescheitert.

      So wie Tom geschrieben hat, ist die Ausstellung in Peking wohl für das Debüt des Elektro-Saab gedacht. Das Frühjahr endet im Juni. Im Mai und Juni ist bisher immer der Produktionsbeginn des neuen Jahrgangs gewesen. Die Motorenfrage wird also vermutlich mit der Vorstellung des Jahrgangs 2015 gelöst werden.

      Das bedeutet, wir werden noch Geduld brauchen, hoffentlich gibt es zwischendurch ein paar gute News, besonders für die Nerven in diesem Krimi wünschenswert. Z. B. diese Nachricht würde ich mir wünschen: Produktion des 9-3 für 2014 ausverkauft!!!

  • Wenn schon mutig und hig end classy dann bitte mit dem 9-3-Entwurf von Eduard Grey 😎
    Die Lage wäre dramatisch genug für aussergewöhnlich gutes Design.

  • Spannend, spannend. Padian zurück wäre wohl wirklich ein Traum. Die SAAB Saga ist besser als jeder Krimi 😉

  • Oh je, welch Spannung am Wochenbeginn! Der Blick nach Trollhättan bleibt also weiter (wie immer) interessant! Und über S. Padian in der Designabtlg. würde ich mich freuen!!!
    Gute Woche und gut aufpassen: Ab jetzt wird es morgens glatt!!!

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