Umfrage. Elektromobilität im Winter?

NEVS setzt bei Saab vor allem auf den Elektroantrieb. Der erste rein elektrische Saab soll im April in Peking seine Weltpremiere feiern. Grund genug, sich mit dem Thema zu beschäftigen und die Leser nach ihrer Meinung zu fragen. Denn ein Problem der Fahrzeuge mit Batterien ist die sinkende Reichweite im Winter. Das Auto-Medienportal hat einen Artikel dazu verfasst, der zu denken gibt:

Saab ePower
Saab ePower

Der Winter bringt Elektroautos an den Rand der Nutzbarkeit. Das ist keine überraschende Erkenntnis, weil deren Batterien im Winter mehr Verbraucher versorgen müssen, ihre Chemie wegen der niedrigen Temperaturen aber weniger leistungsfähig ist. Was man heute realistisch von einem batterieelektrisch betriebenem Auto erwarten kann, zeigt das Ergebnis des „Auto Bild“-Kältetests von fünf E-Modellen. Bei winterlichen Bedingungen mussten sich der BMW i3, Tesla Model S, Nissan Leaf, Renault Zoe und Mitsubishi i-MiEV in sieben Disziplinen beweisen: Bremsen, Traktion, Handling, Heizen, Reichweite, Sicherheitsausstattung und Preis. Besonders beim Reichweiten-Test zeigten sich teils dramatischen Einschränkungen.

Bei vier von fünf Testkandidaten sackte die Reichweite auf unter 70 Kilometer ab. Nur der Tesla brachte es auf Grund seines gewaltigen 85-kWh-Akkus auf mehr als 200 Kilometer. Beim Renault Zoe reichte der Akku sogar nur für 58,9 Kilometer. Da kann das Pendeln zur Arbeit an kalten Wintertagen zum riskanten Rechenexempel werden, vor allem, wenn Pendler-Staus oder Umleitungen drohen. Insgesamt brechen die Reichweiten bei Kälte, verglichen mit Angaben auf den Internetseiten der Hersteller um rund 60 bis 70 Prozent ein:

Tesla Model S, 85 kWh-Akku, offizielle Reichweite 502 km, im Wintertest 206 km
Nissan Leaf, 24 kMh-Akku, offizielle Reichweite 199 km, im Wintertest 69,1 km
BMW i3, 21,6 kWh-Akku, Reichweite 130 bis 160 km, im Wintertest 61,4 km
Mitsubishi i-MiEV, 16 k/h-Akku, Reichweite 150 km, im Wintertest 61,3 km
Renault Zoe, 22 kWh-Akku, Reichweite 100 bis 150 km, im Wintertest 58,9 km.

Quelle: (ampnet/Sm)

Das Problem ist nicht neu. Bereits 2011 gab es ähnliche Tests, sowohl von der Dekra als auch von Auto Motor Sport. Das Ergebnis gleicht den aktuellen Zahlen. Sinkt die Temperatur auf Minus 5 Grad, dann verringert sich die Reichweite im Schnitt um 47 %. Das war 2011 so, das hat sich 2013 nicht geändert. Der Fortschritt bleibt aus.

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Die Fahrt zum Arbeitsplatz – im Winter ein Wagnis

Würde ich also im Winter mit einem Elektrofahrzeug wie dem BMW i3 vom Spessart nach Eschborn zum Saab Tower fahren, um ab und zu die Niederlassung der früheren Saab Automobile Parts AB zu besuchen, ich würde vermutlich kurz vor dem Ziel liegen bleiben. Was wenig amüsant wäre. Berufsverkehr, Abfahrt Eschborn, die Batterie ist leer! Dann Aufladen in der Tiefgarage, wenn man eine freie Steckdose findet, und auch die Tour zurück nach Hause wäre ein Abenteuer. Umwege, um den Anzug von der Reinigung oder schnell noch Brötchen zu holen…ein Wagnis. Ein Batteriefahrzeug also nur ein Auto für milde Temperaturen?

Saab 9-3 EV
Saab 9-3 EV

BMW setzt mit Lithium Iron Phosphate Technologie (LiFePO4) im Prinzip auf die gleiche Grundlage der Batterien wie Saab. Mit dem Unterschied, dass BMW zukaufen muss, Saab mit Beijing National Battery Technologie den Technologielieferanten im eigenen Konzern hat. Das Saab 9-3 EV soll in der ersten Variante eine Reichweite von 200 Kilometern haben. Diese soll kontinuierlich über die Modell-Laufzeit gesteigert werden. Blieben, rein theoretisch, bei Minus 5 Grad immer noch gut 100 Kilometer Reichweite übrig. Genug, um nach Eschborn zu fahren und genug Reserve, um einen Stau nicht zum Problem werden zu lassen. Trotzdem bleibt ein skeptisches Gefühl.

Denn selbst das Vorbild Tesla verliert mit seinen Lithium Ionen Akkus gut die Hälfte seiner Reichweite. Was passiert im Winter, wenn auf der Autobahn alles steht? Nicht ungewöhnlich in Mittelgebirgsregionen. Eine Nacht auf der Autobahn – quasi vor unserer Haustüre passiert das immer wieder. Der Akku ist dann schnell leer, die Heizung stellt den Betrieb ein, die Fuhre steht und der Passagier friert.

Alternativ ein Fahrzeug mit Range-Extender?

Schwarzes E mit gruenem Hintergrund. Zukuenftig das Symbol fuer SAAB Elektromobilitaet
Schwarzes E mit gruenem Hintergrund. Zukuenftig das Symbol fuer SAAB Elektromobilitaet

Elektromobilität steckt in den Kinderschuhen, zumindest im Hinblick auf den Winterbetrieb. Vielleicht taugt ein Elektroauto mehr als Carsharing Modell und nur für Ballungszentren. Vielleicht müssen wir Geduld haben. Oder Saab macht es unter NEVS Regie so, wie es Fisker und BMW vorgemacht haben. Beim Fisker Karma war ein 2 Liter Turbo Direkteinspritzer, wir kennen ihn aus dem 9-3 Griffin und dem 9-5 II, als Stationärmotor mit unter der Haube. Der lieferte, wenn benötigt, im günstigen Drehzahlbereich die gewünschte Energie an die Batterie. Beim BMW i3 wäre ein Motor optional zu erwerben. Bei NEVS-Saab hingegen läuft alles auf ein reines Batteriefahrzeug hinaus. Mutig – vielleicht dem chinesischem Markt und seinen Erwartungen geschuldet. Ein Fahrzeug mit Range Extender, als Backup sozusagen, wäre mir lieber.

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Das Saab 9-3 EV soll Fahrspass bereiten wie ein Turbo Saab. Das verspricht man uns und ich glaube das gerne. Denn Elektroautos haben beeindruckende Beschleunigungswerte, fast geräuschloses Fahren hat seinen Reiz.  Die Wahrnehmung von Elektroautos ändert sich gerade. Ein Tesla S ist ein gut aussehendes Auto, der Fisker Karma (war es) auch. Der Saab 9-3 würde in die Kategorie der begehrenswerten Autos hineinpassen. Ein Elektroauto, das einfach aussieht wie ein Auto aussehen soll, kein seltsam gestyltes Batterievehikel. Aber wie sehen wir die Problematik im Winterbetrieb? Taugt das Elektroauto als Erstfahrzeug, oder ist es der geborene Zweit- oder Drittwagen ?  Oder geht beim aktuellen Stand der Technik Elektroauto nur mit zusätzlichem Verbrennungsmotor?

Elektroauto im Winter fahrbar – ja oder nein?

Unsere Frage: Ist die geringe Reichweite im Winter für die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz akzeptabel, passt es in unser tägliches Bewegungsschema? Oder ist nur eine Lösung mit zusätzlichem Range-Extender vorstellbar ?  Oder ist das Elektroauto in seiner aktuellen Entwicklungsstufe einfach keine Option? Die Meinung unserer Leser ist gefragt !

Elektroauto im Winter, geht das?

  • Ja, aber nur mit Range Extender (58%, 232 Votes)
  • Nein, keine Lust auf Abenteuer (27%, 109 Votes)
  • Ja, kein Problem - meine Wege sind kurz genug (15%, 59 Votes)

Total Voters: 400

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Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net (2), Beijing National Battery Technologie (1)

 

 

23 Gedanken zu „Umfrage. Elektromobilität im Winter?

  • Man nehme einen normalen E-Auto mit eine vernünftige Batterieklimatisierung, Kühlung im Sommer beheizen im Winter, man betreibt die Heizung nicht elektrisch, sondern vielleicht mit einen kleinen sehr effektiven Brenner, auf E85 oder E100 Basis, et voilà, die meisten Winterprobleme sind Schnee von Gestern. Im Stau verbraucht der Motor nichts und so einen Alkoholbrenner kann einige Stunden mit einen 5l Tank aushalten.

    Mich wundert, dass der Zoé so schlecht abschließt, wo der Kangoo in Österreich mit Standheizung geliefert wird (vielleicht als extra).

    Elektrofahrzeuge werden nie Verbrennungsmotoren 100% ersetzen, aber wir werden unsere grenzenloses Privattransport etwas eingrenzen müssen.

    • Das ist schon komisch, dass diese simple Lösung in der öffentlichen Diskussion, aber auch bei den Konstruktionen keine Rolle spielt. Fast jedes Haus wird doch sowohl mit Strom als auch mit einem Flüssigkraftstoff „betrieben“.

      • AFAIK, Ingenieure würden diese einfache Lösungen Anbieten, aber die Marketing Abteilungen wehren sich momentan, nach dem Motto; Kunden wollen nicht zur (traditionelle)Tankstelle mit einem E-Auto fahren.

        • Ja, warum die kleinen Heizgeräte von der E-Autoindustrie bisher derart ignoriert werden, verstehe ich auch nicht. Im Yacht- und Campingbereich laufen die Dinger und viele Diesel haben auch Zusatzheizer. Elektrisch aus der Batterie heizen ist nicht sehr effektiv.
          Den Brennstoff (E100) könnte man auch in Kanistern kaufen, ohne Tankstelle.
          Dann hätte ein E-Auto im Stau minimalen Stromverbrauch.

  • Solang keine Reichweiten möglich sind wie in normalen verbrennungs Autos und das Sommer wie Winter ist es für mich keine Option. Wohne auf dem Land und hab keine Lust alle 50km nach einer Steckdose zu suchen wo ich dann 4 Stunden laden muss. Range Extender ist ja schon wieder mehr Verbrenner wie Elektro.

  • ich vertraue da auf NEVS. Der Berufsverkehr in Peking ist ja nicht ohne. Ich glaube die wissen was sie tun.
    Die stellen aber ja auch ein E-Tankstellennetz zur Verfügung…abwarten

  • Ein Elektro-SAAB-Cabriolet, das wäre es vielleicht. Oder eine Sonett, Tesla hatte mal so etwas auf Lotus Basis. Aber täglich damit pendeln geht nicht und der Unsicherheitsfaktor wäre mir zu hoch. Bringt uns ein Cabriolet, liebe Schweden, und ich denke darüber nach 🙂

    • ..so denken wir im Moment auch, ein E-Cab für den Nah- und Spaßverkehr. Für Überland gibt es ja noch die Benzin- oder Autogas- Saabe. Vielleicht sollte man auch nicht so schwarz-weiß denken! Es gibt Regionen auf der Welt da geht es nie unter 0-Grad und die Sonne scheint länger und intensiver. Für hier wäre mir aber das Konzept von Fisker und BMW lieber weil sicherere Varinate. Und in 5-10 Jahren sehen wir mal wo die Entwicklung hingegangen ist.

  • Also ich denke momentan sind die ganzen E-Mobile ein erster Ansatz, der allerdings nur für einen begrenzten Userkreis passen. Da muss man sich die Anschaffung schon wirklich gut überlegen. (z.B. innerhalb oder Stadtrand) mit geringem Fahrprofil.

    Ich denke aber, dass in einigen Jahren speziell auch im Bereich der Batterien noch einige Verbesserungen kommen, die das Problem deutlich verbessern werden und man dann auch denke ich im Winter mal ne Reichweite von 200 km (bei Minustemperaturen) erreichen kann. Gäbe dann hochgerechnet für den Sommer denke ich mal so 400 bis 500 km Reichweite und wäre damit dann schon denke ich mal für 90 % ganz brauchbar.

    Ich sehe das Problem eher in unserer gründlichen Bürokratie, die an der Autobahn noch nicht mal Schilder für E-Tankstellen aufstellen lässt, weil es noch kein einheitliches Symbol gibt. E-Tankstellen an der Straße dürfen zugeparkt werden, weil nicht geregelt. Ich denke da sind die Probleme zwar einfacher aber die Beseitigung ist vermutlich deutlich komplizierter.

    Gruß Ded2

  • Ein Elektroauto ist zumindest als Erst ( Haupt ) Auto für mich im Sommer und im Winter schon gar nicht vorstellbar. Die Reichweite im Winter ist lächerlich und im Sommer nicht arg viel besser . Ich hab vor Weihnachten gebucht und werde im Sommer mit meinem 9-3 Kombi nach Korsika in den Urlaub fahren. Mit so einem Akkuschlürfer unvorstellbar.Mein Arbeitsweg beträgt 1,5 Km . Da wäre das was anderes aber da gibt es dann wieder andere wesentlich günstigere alternativen für die Stadt als einen teuren Tesla oder Saab. Bedaure aber bei mir muss noch sehr sehr viel passieren um mich von Elektromobilität begeistern zu können.

  • Elektroautos da, wo sie passen.
    Kurze Strecken im Stadtbereich mit überschaubaren Ladezeiten.

    Ansonsten: ein rein elektrischer 93 oder gar 95 mit dem Gewicht und den Assistenzsystemen: Spielkram!!

    Fisker machts wor wie es gehen kann (technisch, nicht preislich).

    Im Übrigen: schön fleissig weiterentwickeln, liebe Akkuindustrie. Und die Politik soll endlich aufhören heisse Luft zu blasen. Die wollen doch im Grunde gar keine Elektromobilität. Mineralölsteuer (und Maut) ist doch ein geiles Geschäft. !!!

    Na – sehn wir mal, was in 20 Jahren ist …. ;-))

    • Ach, keine Sorge, da kommt dann schon rechtzeitig eine Mobilitätsstromsteuer.

  • Es ist meine große Sorge, dass sich NEVS da vergallopiert, und zu früh auf den Markt kommt. Die Tesla-Reichweite gilt ja schon bei Normaltemperaturen nur bei extrem vorsichtiger Fahrweise und sinkt bei Schnellfahrt unter 200 km. De facto reicht einfach die Akku-Technologie nicht aus. Das „noch“, das ich früher da eingefügt hätte, habe ich jetzt absichtlich weggelassen, denn seit 6 Jahren, seit ich das Thema verfolge, hat es zwar eine Menge Forschungsansätze und interessante Technologievorstellungen gegeben, aber im Produktbereich hat sich genau gar nichts getan. Und solange es dort keine Durchbrüche gibt, wird das ein Nischenprodukt bleiben, das womöglich noch von den Brennstoffzellen-Fahrzeugen abgehängt wird. Diese scheinen derzeit im Forschungsbereich die Nase vorn zu haben. NEVS muss da auf jeden Fall flexibel bleiben und sollte auch Plug-In-Hybride wie den Ampera im Blick behalten.

    • Da stimme ich Dir zu – vielleicht plant man eine Hybrid Lösung für die kommende Modellgeneration – ich wäre dafür 😉

      • Bezüglich der „Phoenix“-Generation bin ich ohnehin gespannt. Die soll ja angeblich flexibel aus Moduln bestehen, wie bei den Scania-Lastern. Aber ob das auch die Möglichkeit umfasst, Akkus in großer Menge unterzubringen? Tesla hat ja nicht ohne Grund einen Sandwich-Boden verwendet, um die Akkus geschickt zu verteilen.

  • Wir fahren nun schon im zweiten Jahr einen Renault Twizy. Dies zum Pendeln zur Arbeit ( ca. 50km). Im Winter büsst er nicht viel an Reichweite ein, da er keine Heizung oder andere Verbraucher hat. So liegt sie denn bei sportlicher Fahrweise bei gut 60 km. Das ist zwar keine Glanzleistung, aber für ein „Stadtauto“ völlig in Ordnung.
    Meiner Meinung nach macht Elektroantrieb bis jetzt vor allem in kleinen, leichten Fahrzeugen Sinn. Wer also kein vollwertiges „Erstauto“ braucht, fährt mit dem Twizy gut. Das bequeme SAAB-Fahren macht danach umso mehr Spass. 🙂

  • Elektro-Mobilität – das ist ja wieder mein Thema, als offizieller „Projektleiter E-Mobilität“ im Hause der KViP mbH:

    Wir können von unseren elektrischen Linienbussen auch bestätigen, dass die Leistungsfähigkeit bei kalten Temperaturen geringer ist. Aber, dass der Unterschied so dramatisch ist, konnten wir nicht feststellen!
    Das mag aber auch an der Kombination mit einer sehr effektiven Klima-Heizungsanlage liegen:
    Unsere Busse verfügen über ein Wäremepumpensystem, das im Sommer sehr effektiv kühlt und im Winter sehr gute Heizleitungen erbringt. Unser Batteriesystem ist übrigend das gleiche, wie bei SAAB!
    Lithium-Eisen-Phosphat – diese Batterien haben den Vorteil, dass sie keine zusätzliche Kühlung benötigen, da sie immer maximla 10 °C wärmer sind, als ihre Umgebungstemperatur.

    Ich finde ja die Elektro-Mobilität immer noch genial, würde aber für die Variabilität, um auch mal längere Strecken fahren zu können, immer eine Variante mit Range-Extender bevorzugen,

    Denn, wenn ich irgendwann einmal elektrisch SAAB fahre, dann möchte ich das auch im Urlaub machen!
    Unterwegs halt mit Range-Extender und am Urlaubsort dann wieder elektrisch.

    Mit irgendeinem anderen Fabrikat in Urlaub zu fahren, fände ich nicht so gut….

  • Hallo Lukas ,
    An so einen Twizy hab ich auch schon gedacht . Ist ja auch von der Anschaffung auch nicht teurer wie andere Kleinwagen . Aber kann man damit im Winter überhaupt fahren wenn das Ding gar keine Heizung , Gebläse für die Scheiben oder Andere Dinge die man im Winter einfach braucht hat ? Ich glaube bisher habe ich noch keinen Twizy gesehen , der Türen hat , das sind doch nur so Bügel . Ein wenig mehr Wetterschutz wäre da doch sicher noch hilfreich .

    • Hallo Peter
      Nebst der Anschaffung ist auch der Betrieb sehr günstig. Ein Gebläse oder Ähnliches gibt es nicht. Um das Beschlagen der Frontscheibe zu vermeiden ist allerdings eine Scheibenheizung (mit feinen „Heizdrähten“) verbaut. Diese läuft jeweils nur kurz und ist sehr effizient. Die halben Flügeltüren sind optional, aber empfehlenswert. Als Zubehör gibt es nachrüstbare „Seitenscheiben“. Nachdem wir den ersten Winter ohne Scheiben durchgehalten haben (war echt kalt, jedoch NICHT nass), wurden für diesen Winter solche Scheiben angeschafft. Der Nutzen ist sehr gross. Das Handling ist dank der guten Gewichtsverteilung auch bei Schnee ok (bei Ausbrechen lässt er sich gut wieder „fangen“).

  • Bei Fahrzeugen mit Batteriebetrieb sind viele Fragen noch ungelöst. Die direkt Sichtbaren sind immer noch Reichweite und Ladezeit, hinzu kommen noch weitere offene Punkte. So sieht der Katalog in etwa aus:
    – Reichweite
    – Ladezeit
    – Periphere Infrastruktur (Stationen/Wartung)
    – Lebensdauer
    – Entsorgung
    – Versorgung für Herstellung (Rohstoffe)
    – Bereitstellung von genügend Elektrizität

    So kann man heute ein Elektroauto immer noch sehr beschränkt einsetzen und der Nutzen für die Umwelt ist nicht besser als bei technisch guten Fahrzeugen von heute. Daher tut NEVS gut daran mit ihrer Strategie, beide Motorvarianten anzubieten. Eben das was der Markt verlangt.

  • Dieser Autobild Kältetest ist allein deswegen nicht 100% ernst zu nehmen, weil nirgends die Testbedingungen genannt werden. Ob bei -5 oder -20 grad getestet wurde dürfte eine erhebliche Rolle spielen, genauso, ob der Test von der Steckdose weg gefahren wurde oder ob die Akkus zu Beginn völlig ausgekühlt waren…naja.
    Das die Elektromobilität im derzeitigen Entwicklungsstand (und in diesem Land) keinen Erstwagen mit konventionellen Antrieb ersetzen kann dürfte eigentlich klar sein. Um so mehr wundere ich mich, dass in manchen Kommentaren so auf die e-Autos eingekloppt wird.
    Wie weiter oben bereits erwähnt, gibts zum Glück ja noch die langlebigen Alt-SAABs, die sind auf langen Strecken sowieso zu Hause. 😉 Für den (planbaren Nahbereich) kann ich mir ein E-Mobil wie z.B. einen i3 sehr gut vorstellen. Die Range Extenderei halte ich für eher nicht sinnvoll, obwohl gerade darin noch viel Potential schlummern dürfte.

    • @MMB

      Genau so ist es. Für meine täglichen Strecken reicht ein heutiges E-Auto allemal und auf langen Strecken geht so wie so nichts über einen Alt-SAAB – die haben wir hier doch wohl alle im Bestand.
      Außerdem muß man die Alt-SAABs dann nicht auf Kurzstrecken verheizen, dafür eignet sich ein E-Auto, das nicht warmgefahren werden muß viel viel besser.

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