SAAB News. Wilde Zeiten.

Schwedens Automobilindustrie durchlebt turbulente Momente. Die Flut an Artikeln in den letzten Tagen war mehr als das Rauschen im Blätterwald. Bei Volvo und Saab ist viel Bewegung, und es fällt schwer, den Überblick zu behalten. Vordergründig beherrscht die Steueraffäre rund um den ehemaligen Saab CEO Victor Muller die Medienlandschaft.

Saab Werk Trollhattan
Saab Werk Trollhattan

Mittlerweile steht das harte Vorgehen der Staatsanwaltschaft in der Kritik. Als absolut überzogen und verantwortungslos wird die an ein Wild-West Szenario erinnernde Aktion von Chefankläger Olof Sahlgren bezeichnet. Der will weitere Beteiligte vorladen, wie zum Beispiel die Gewerkschaftsvertreter aus Trollhättan. Er ist, durch sein Vorpreschen in allen Medien, zum Erfolg verdammt. Die Summe, um die es gehen soll, scheint sich mittlerweile zu relativieren. Schwedische Medien sprechen, unbestätigt, von weniger als 25.000 Euro, die an Sozialabgaben dem Staat vorenthalten sein sollen.

Über diese Geschichten wird man bei Volvo nur müde lächeln. Ernster ist das sich immer schneller drehende Personalkarussel der anderen schwedischen Marke. Seit Oktober 2012 sind jetzt Top Manager Nummer vier und fünf von Bord gegangen. Überraschend verließ jetzt Einkaufschef Alex Maschka den Göteborger Konzern. Nur eine Woche, nachdem er auf dem Stuttgarter Automobil Forum die von ihm neu entwickelte Einkaufsstrategie erläutert hatte. Zeitgleich geht  Doug Speck, Vice Präsident für Marketing und Vertrieb. Zwei harte Einschnitte, und vor allem der Weggang von Alex Maschka ist für den Konzernumbau ein Rückschlag. Bis jetzt hat es Volvo Chef Hakan Samuelsson nicht geschafft, Kontinuität in das Unternehmen zu bringen. Die Lage bleibt auch in Göteborg turbulent.

Da ging doch in dieser ganzen Informationswelle ein Artikel über Saab 2.0 in der letzten Woche fast unter. Dagens Industri, momentan schwer beschäftigt, über Victor Muller und die Steuergeschichten zu schreiben, fand am Freitag die Zeit, einen Saab Artikel der anderen Art zu verfassen. NEVS sucht Personal, und – jetzt festhalten –  “es besteht die Möglichkeit, dass die Fabrik nach mehr als zwei Jahren Stillstand bald wieder laufen wird”. Unglaublich, aber wahr. So positiv schrieb die als Saab kritisch bekannte führende Wirtschaftszeitung Schwedens in den letzten Tagen über unsere Marke.

Da wird es Zeit, dass man nachlegt und aus Trollhättan eine Nachricht von offizieller Seite kommt. Aus gut 1.200 Kilometer Entfernung kann man nur beobachten, was dort momentan passiert. Aber es scheint, dass man sehr bald etwas zu sagen haben wird. Das Medieninteresse ist groß, und das Pressebüro von NEVS hat viel zu tun. Der Terminkalender am kommenden Donnerstag und Freitag scheint sehr voll. Journalisten bekommen, wenn überhaupt, nur Termine mit einem engen Zeitkorsett. Manche Pressevertreter haben deshalb ihre Verabredung auf die Woche nach der Saab Veranstaltung gelegt, wo mehr Zeit vorhanden ist. Die erhöhte Besucherfrequenz bei NEVS mit dem Festival in Verbindung zu bringen, wird nicht zutreffend sein. Die internationale Veranstaltung in Trollhättan ist eine Show in erster Linie für die Fans. Es kann also sein, dass man in den nächsten Tagen etwas von Bedeutung mitzuteilen hat. Die Zeiten sind wild! Aber auch spannend!

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

7 Gedanken zu „SAAB News. Wilde Zeiten.

  • Gut SAAB will Weile haben….Es kommen hoffentlich die “richtigen” Nachrichten in Kürze! Die Woche der Information scheint angebrochen zu sein! Gern mehr positive NEVS!

  • Die Indizienlage ist eindeutig, am Festval wird es kaum liegen. Ganz klar, NEVS brütet an guten NEVS 😉

  • Vielleicht wollen ja die 2 von Volvo zu Saab….

  • Würde nach einem Jahr NEVS/SAAB auch langsam Zeit werden!

  • Bezüglich “News from NEVS”, dieses kann man im Saab Festival Programm finden:

    Sonntag: 11:15 – 12:15 Seminarium at the museum – “NEVS – Our future” with Mattias Bergman.

    Ich denke, man wird dort neues über NEVS Pläne erfahren.

  • Vielleicht ist ja so ne Auszeit gar nicht schlecht. Mittlerweile ist ein Taifun durch die Autoindustrie geweht, und mehrere Werke wurden/werden geschlossen, wie das in Antwerpen, Genk, Bochum, Aulnay, oder umgewidmet (Nedcar). Das könnte die Überproduktion mildern und evtl auch Saab eine Chance geben, ggfs ja auch für Fremdaufträge, wie das Magna auch macht.

    Darüber bin ich durch Zufall gerade gestolpert:
    http://www.automobil-produktion.de/2012/03/gemeinsame-plattformen-von-opel-und-psa/

    “So sollen auf einer übergreifenden Plattform, die bereits existiere, Limousinen der gehobenen Mittelklasse vom Band laufen. In Frage käme eine Plattform, auf deren Grundlage der Opel Insignia vom Band laufe.

    “Die Plattform ist nach oben erweiterbar. Sie sollte unter anderem Basis für ein größeres Saab-Modell sein, das nicht mehr in die Serienfertigung gegangenen ist”, sagte ein Opel-Manager der Zeitung. Ein Hauptproblem von PSA sei der Mangel an großen Modellen, die sich mit guten Margen verkaufen lassen, so die Zeitung.”

    • Der 9-5 ging wohl in Produktion. 😉
      Irgendwie kommt mir diese Aussage eines Opel Managers bekannt. Ich glaube in 2012 hat er es schon gesagt (oder ist dieser Artikel nicht ganz neu).

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