SAAB Talk: Alles – ausser gewöhnlich

Saab ist Kult. Aber können Aufkleber Kult sein? Seit Beginn der Saab Herbstkampagne kamen unzählige Mails beim Blogteam an. Nicht nur aus Deutschland. Auch aus Belgien, der Schweiz und den Niederlanden. Alle wollen die Aufkleber aus der Saab Bekenneraktion. Mittlerweile, das gebe ich zu, habe ich das Handtuch geworfen und beantworte die Anfragen nicht mehr. Es kommt einfach zuviel davon. Der Blog hat keine Saab Sticker zu verteilen, unser Team ist ein Kunde beim jeweiligen Saab Partner, so wie alle anderen auch.

Saab mehr als ein Auto?

In Eschborn, bei der deutschen Niederlassung der Saab Parts AB, ist mittlerweile die erste Auflage der “Saab – more than a car” Kleber vergriffen. Alle Bestände wurden an die teilnehmenden Händler der Bremsen und Herbst/Winteraktion verteilt. Der Flurfunk meldet, dass man über eine zweite Auflage nachdenkt.

Saab außergewöhnlich?

Wenn wir kurz mal über Saab nachdenken, dann merkt man, wie außergewöhnlich die Marke ist. Und natürlich alles, was rein peripher damit zu tun hat. Normalerweise schrauben nach einer Unternehmenspleite die Händler die Schilder ab, das Ersatzteilgeschäft wird an den meistbietenden Dienstleister verkauft und das wars. Von irgendwelchen Marketingaktionen oder Händlerunterstützung wollen wir erst gar nicht reden. Bei Saab aber ist alles anders.

Die Saab Parts AB in Nyköping hat in den letzten Monaten das internationale Geschäft stabilisiert und neue Gesellschaften gegründet oder ehemalige Saab Niederlassungen von den Insolvenzverwaltern gekauft. So geschehen aktuell in Frankreich, Italien und Spanien.

In Deutschland hat man, erstmals seit der Insolvenz, eine offensive Marketingkampagne gestartet und dafür eine Werbeagentur verpflichtet. Erste Erfolge sind sichtbar. Saab erscheint mit positiven Meldungen in den Medien.

Neue Servicepartner?

Saab Ersatzteile kann man bei der Saab Parts AB kaufen. Man kann, aber man muss nicht. Denn es gibt mehrere alternative Quellen. Ohne jetzt über Originalität und Qualität schreiben zu wollen – ein schwieriges Thema,  an dem sich erst die Freunde von Saabsunited versucht haben…Doch gibt es doch gute Gründe beim Original und beim autorisierten Partner zu bleiben ! Die Parts AB betreibt das Helpdesk in Trollhättan, das nicht nur für aktuelle Saabs unverzichtbar ist.

Vor einigen Wochen –  ich war mit meinem Turbo X zur Inspektion in Bamberg – stand ein Saab 9000 auf dem Hof. Er kam auf dem Anhänger von der bekannten Werkstattkette mit den drei Buchstaben. Diese hatte sich, leider erfolglos, an der Wegfahrsperre probiert. Mit dem Ergebnis, dass nichts mehr ging. Peinlich… Der Saab stand. Rauf auf den Hänger. Mit Hilfe der Saab Kompetenz vor Ort und Trollhättan am Telefon lief der 9000 am Nachmittag wieder.

Dass es sich mit Helpdesk und der Saab Parts AB besser lebt, haben ehemalige Saab Partner erkannt. Vermutlich auch, dass man von den Marketingaktivitäten der Eschborner – da wird mit Sicherheit noch mehr kommen – profitieren kann. Vor einigen Tagen landete eine Mail mit Bitte um Kontaktvermittlung nach Eschborn auf meinen Schreibtisch. Ein  früherer Saab Partner möchte wieder autorisiert werden.

Scheinbar kein Einzelfall. Kurze Zeit später telefonierte ich mit einem Saab Parts Mitarbeiter im Außendienst. Er kam gerade von einem Termin mit einem ehemaligen Saab Service Partner, der immer noch die Flagge unserer Kultmarke hoch hält. Der Händler, er ist recht bekannt und engagiert, weshalb ich den Namen nicht nennen will, möchte zurück in die Familie.

Ist das normal? Was ist schon bei Saab normal… Die Autos waren immer ein kleines Quäntchen anders, die Händler und die Kunden auch. Im Dezember jährt sich der Konkursantrag der Saab Automobile AB. Mittlerweile ist das Werk verkauft, der Markenname darf weiter genutzt werden, und vielleicht laufen in 15 Monaten erneut Autos vom Band. Währenddessen scheint die Faszination der Marke, die in den letzten Jahren Einiges mitmachen musste, zuzunehmen.

Die Zeichen stehen gut für uns. Es gibt Händler, die schrauben das Schild mit dem Greif ab. Leider !  Aber es gibt eben auch Händler, die haben erkannt, dass es Sinn macht,  Service für unsere Autos anzubieten. Es kommen also Einige hinzu, und das sind dann die Überzeugungstäter. Die bleiben langfristig dabei. Garantiert !

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

 

 

 

5 Gedanken zu „SAAB Talk: Alles – ausser gewöhnlich

  • 25. Oktober 2012 um 12:33 PM
    Permalink

    Schöner Bericht – DANKE!

    Sicherlich gibt es Händler, die die Logos abschrauben – sollen Sie!
    Denn das waren eher die “GM-Händler”, die auch SAAB hatten. Also eine durchaus verzichtbare Spezies.
    Viel wichtiger sind aber die kleinen SAAB-Partner, die mit viel Engagement und Erfahrung voll zu der Marke stehen! Da sind auch viele dabei, die damals als dieses komische “SAAB-Unlimited-Konzept” eingeführt wurde, auf der Strecke blieben und nun wieder Hoffnung haben, dazustoßen zu dürfen.

    So war es auch bei meinem damaligen Händler in Uetersen: Ein SAAB-Betrieb durch und durch!
    Und dann konnte er die Voraussetzungen nicht erfüllen und durfte kein SAAB-Partner mehr sein – und das obwohl die SAAB-Dichte in unserer Region durch ihn immens hoch war!

    Man kann also zu Recht sagen, dass SAAB hier jetzt auch endlich wieder auf dem richtigen Weg ist, wenn viele kleine SAAB-Partner für seine treuen Kunden bereitstehen.
    Ein SAAB-Fahrer braucht keine Glaspaläste mit weissen Fliesen!
    Ein SAAB-Fahrer braucht Kompetenz für ein Auto, das einfach anders ist!
    Und das noch gepaart mit nettem, persönlichem Flair und dem Mut zum Anderssein!

    SAAB-Parts, macht weiter so! Alles wird gut!

  • 25. Oktober 2012 um 2:20 PM
    Permalink

    SAAB Händler die jetzt sich um Youngtimer, Oldtimer Pflege und Restaurierung kümmern dürften die nächsten 10 oder 15 Jahre ihr Überleben gesichert haben. Irgendwo habe ich gelesen daß wir SAAB DRIVER die loyalsten Kunden überhaupt sind. Jeder der zurückkehrt ist ein Gewinn für uns und unsere Familie hat schon immer die echten SAAB Händler, die mit dem Spirit bevorzugt!

    • 25. Oktober 2012 um 3:34 PM
      Permalink

      Händler die auf Restauration und Youngtimer setzen haben in der aktuellen Situation am Automarkt die bessere Entscheidung getroffen. Mein Freundlicher verkauft auch ein fernöstliches Fabrikat und er hat mir im Vertrauen erzählt was er pro Kfz erlöst. Dann lieber klein und ohne Glaspalast und SAAB Yountimer! 🙂

    • 25. Oktober 2012 um 6:22 PM
      Permalink

      Betrachtet man sich so das Netzwerk an SAAB-Werkstätten (Also, eigene SAAB-Partner, nicht in Opel eingegliederte), so müsste es eigentlich schon noch in manchen Regionen ein rentables Geschäft sein, SAAB in seine Angebotspalette aufzunehmen.

      Nur von SAAB alleine kann eine Werkstatt allerdings wohl nicht leben. Mir ist da ein anderer Händler bekannt, ebenfalls äußerst engagiert und ausgesprochen erfinderisch, der hat kürzlich eine andere Marke in sein Angebot mitaufgenommen. Das ist natürlich kein Vorwurf. Aber man sollte berücksichtigen, daß die SAAB-Gemeinde – wenn auch loyal und engagiert – eine kleine ist.

  • 25. Oktober 2012 um 8:59 PM
    Permalink

    Da muss ich an Hirsch in der Schweiz ein riesen Kompliment aussprechen!Sie waren voll für Saab da und sind es jetzt noch voll!Ich konnte immer auf sie zählen! Ich war schon mit meinem 9-5 SC Aero dort und der 9-3X habe ich von Hirsch. Ich konnte immer auf die Garage zählen!
    Es ist sehr schön zu lesen, dass Saab Parts alles gibt und natürlich Tom gibt alles für unsere Marke!!!!!

Kommentare sind geschlossen.