SAAB News: Gute Nachrichten & skurille Nachrichten

Gute Nachrichten für uns Saab Fahrer, das aus zugegeben Saab-kritischer Quelle, kommen aus Schweden. Dagens Industri berichtet über die Saab Parts AB. Noch mehr, zum Teil skurille Nachrichten, über die Kult Marke aus Trollhättan gingen in den letzten Tagen durch die schwedische Presse. NEVS, Youngmann, GM und Spyker sind zurück an Bord. Das Sommerloch ist überstanden, die Medien haben Saab neu entdeckt. Beginnen wir mit dem Svenska Dagbaldet.

Saab ist Teil der schwedischen Seele…

Jonas Fröberg, Leitartikler beim Svenska Dagbladet, sieht ein düsteres Szenario für Rüsselsheim und GM.  Fröberg hat in der Vergangenheit für Saab gekämpft und für Saab geschrieben. Er begleitete die Verkaufsverhandlungen zwischen GM und Spyker und ist gut in der Politik vernetzt. Jetzt vergleicht er die Lage von Opel mit der von Saab und berücksichtigt dabei die Bedeutung für beide Länder.

Opel, so schrreibt er,  hat im letzten Jahr 500,00 € pro Auto verloren. Aktuell und vor dem Hintergrund einbrechender Umsätze, wird es viel mehr sein. Die Rede ist von mindestens 1.000,00 bis 1.500,00 € Verlust pro Auto. Die USA ist GM Aktionär mit 32 % und wird bei diesem Szenario nicht tatenlos zusehen. Denn schon einmal stand ein GM Boss vor dem Kongress und wusste keine Antwort auf die Frage wie er denn die ausufernden Verluste zu begrenzen gedenke. Dieses Szenario will man vor der Öffentlichkeit nicht noch einmal sehen.

Auch in Amerika verliert GM jetzt merklich an Fahrt und im November sind Wahlen. Die Lage von Opel, seit 13 Jahren ohne Gewinn, ist vergleichbar mit der von Saab auch wenn die finanzielle Lage noch nicht so prekär ist. 14 Milliarden US Dollar hat GM seit 1999 bei Opel verloren und jetzt sollte Schluss sein.

Opel hat, das ist keine Frage, die besten Autos seit Jahren. Aber Opel wird verschwinden, weil es einfach keine Lösung des Problems gibt. Eine Steigerung der Produktion? Ausgeschlossen. Auf die Wachtumsmärkte darf Opel nicht, wäre dort Konkurrenz zu anderen GM Marken, in Europa aber schrumpft der Markt. Alternativ die Schliessung von zwei Werken? In Mitteleuropa politisch unmöglich und zu teuer.

Der amerikanische Staat hat bei GM, seit der Rettung, durch den fallenden Aktienkurs bis jetzt 16 Milliarden Dollar an Steuergeldern verloren und die Geduld in Washington ist begrenzt.

Was, so Fröberg, bedeutet der Verlust von Opel für Deutschland? Automarken sind immer mit Emotionen verbunden. Für Schweden war der Verlust von Saab schmerzhaft, denn Saab ist wie Volvo Teil der schwedischen Seele. Der Verlust von 3.500 Arbeitsplätzen bei Saab war für das kleine Land, pro Kopf gerechnet, ein schlimmerer Einschnitt als es die 20.000 Opel Arbeitsplätze für Deutschland wären. Ist Opel Teil der deutschen Seele, so fragt sich Fröberg.

Nein, sagt er, Opel ist nicht Teil der deutschen Seele. Mercedes, BMW und Volkswagen spiegeln die Seele unseres Landes wieder. Opel nicht, Opel ist GM. Opel kann gehen.

Das ist Fröbergs Meinung und sein Blick von Schweden auf Deutschland. Er bringt die Sache auf den Punkt. Verschlechtert sich die Lage von GM weiter, dann wird Opel nicht mehr zu halten sein.

Dagens Industri über die Saab Parts AB

Dagens Industri ist bekanntlich nicht Saab-freundlich. Am Wochende beleuchtete man die Entwicklung in Nyköping und kam zum erfreulichen Schluss dass sich die Ersatzteil Situation bei Saab seit Monaten kontinuierlich verbessert hat. Die Quote der Verfügbarkeit liegt laut Saab Parts CEO Lennart Ståhl bei 98 % und noch existierende Lücken werden geschlossen.

Nicht verschwiegen wird, dass es offene Baustellen gibt. Die Frontscheibe für den Saab 9-5 II ist so ein Thema das uns aktuell beschäftigt. Aber das wird sich in den nächsten Wochen ändern, viele Lieferanten benötigten nach dem Konkursantrag der Automobile AB Zeit um neue Verträge zu schliessen und die Produktion zu starten. Andere Zulieferbetriebe sind ganz verschwunden, Alternativen mussten gesucht werden.

Dagens Industri kommt zu einem positiven Ergebnis und von dieser kritischen Publikation Lob zu erhalten ist eine besondere Freude.

Ein offenes Wort in Sachen Saab Ersatzteile

Der Blog ist nicht nur Harmonie und wenn wir über Ersatzteile schreiben, dann ist ein offenes Wort welches schon lange fällig ist, angebracht. Denn die Welt ist klein und rund und die Saab Welt ist noch viel kleiner und der Saab Kunde ist mündig. Viele Saab Partner brennen für die Marke, man sieht es an der Werbung auf unserem Blog. Aber leider gibt es auch einige schwarze Schafe unter den Händlern.

Auf der Suche nach Ersatzteilen landen Saab Fahrer oft bei mir oder Mark und dann kommen ärgerliche Dinge zum Vorschein. Einige Händler, wir wollen keine Namen nennen und es sind wie gesagt Ausnahmen, scheinen wenig Lust zu haben Ersatzteile in Nyköping zu bestellen. Kunden werden vom Hof  geschickt mit der Aussage „….Saab kann nicht liefern, Konkurs, sie wissen schon..“ Ein absolutes Ärgernis. Dumm nur, wenn wir einen Kontakt vermitteln, der liefern kann.

Der betroffene Händler verliert Glaubwürdigkeit, schädigt sein eigenes Geschäft. Er ist der eigentliche Verlierer. Wie wäre es mit der Wahrheit, lieber Händler?

Folgender Vorschlag: Sagen sie doch dem Kunden dass sie nur einmal im Monat eine Sammelbestellung nach Schweden schicken. Wir Kunden werden es verstehen, denn wir sind in Geduld geübt. Sammeln sie die Bestellungen oder was auch immer, machen sie sich nicht ihr Geschäft kaputt. Denn der Kunde, der jetzt verärgert vom Hof fährt, wird bei der nächsten Inspektion nicht zurück kommen und ihre Kasse füllen.

NEVS hat kein Geld…

Nein es ist keine Überraschung. Die Finanzierung von NEVS steht immer noch nicht und die Erfüllung der Verträge lässt weiter auf sich warten. Radio PV 4 Väst meldete dies gestern und die NEVS Story zieht sich weiter in den September hinein. Was wir über NEVS halten, das ist hinlänglich bekannt. Ob es überhaupt noch zu einem erfolgreichen Abschluss kommt mehr als fraglich.

Youngman zurück auf der Bühne…

Die skurillste Meldung der letzten Tage kommt von Youngman und Spyker. Beide Firmen möchten Victor Mullers Uralt Spyker D8 Projekt und die Saab Phoenix Plattform zur Produktionsreife bringen. Spyker und Lotus Youngman haben jetzt die Absichtserklärung eines Joint Ventures unterzeichnet, dessen Text die Freunde von Saabsunited veröffentlicht haben.

Mit 10 Millionen € möchte Youngman bei Spyker einsteigen um dann 25 Millionen in eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft zur Fertigstellung des D8 zu investieren. Im zweiten Schritt soll ein weiteres Joint Venture auf Basis der Saab Phoenix Plattform Premium Modelle fertigen. So weit, so skurill.

Denn zum einen ist Spyker nicht mehr als eine leere Hülle ohne Entwicklungskompetenz. Zum anderen besitzt Lotus Youngman nur die Pfandrechte an zwei Modulen der Phoenix Plattform. Der Rest, also 10 Module, sind im Besitz der Insolvenzverwalter. Zumindest so lange, bis entsprechende Verkaufsvereinbarungen unterzeichnet und erfüllt wurden. Und der D8, für den Spyker jetzt schon den Preis von 250.000 € pro Wagen nennt, wird vermutlich bis zur Serienreife gute 8 Jahre alt sein.

Eine typische Muller Story. Oder eben ein typischer Montag. Oder nur Marketing. Skurril auf jeden Fall. Mal sehen wie sich unsere Woche entwickelt…

Text: tom@saabblog.net

9 Gedanken zu „SAAB News: Gute Nachrichten & skurille Nachrichten

  • Für mich steht Saab für innovative, sichere und umweltfreundliche Autos, die eine Menge Fahrspass vermitteln. Der Grund für den Kauf meines ersten Saabs, eines 9000 Turbo M89 war an aber erster Stelle die gebotene Sicherheit.

    Angenehm kam dazu, dass ein Saab immer etwas schwer einzuordnen war, Understatement war inklusive. Die wenigsten wussten zu dieser Zeit, dass die Autos Neupreise zwischen 70 und 80T DM hatten und damit auf dem Niveau einer E-Klasse lagen.

    Thema Umweltfreundlichkeit: Ein Grund im Winter 1992/93 in meinen inzwischen dazu gekommenen 96 V4 einen geregelten Kat nachzurüsten (der auch heute noch seinen Dienst verrichtet).

    Ein Elektroauto mit mehr als 200km Reichweite wäre sehr willkommen, zumal der Strom bei mir zu fast 100% aus Wasserkraft produziert ist, es an der Arbeit kostenlose Parkplätze mit Lademöglichkeit gibt und auch die ungefähr 100% Luxussteuer auf normale Autos bei Elektroautos nicht anfällt 🙂

    Ein Elektrosaab wäre also sehr willkommen!

    • Thilo,sorry aber das mit der Luxussteuer für Elektroautos wird kommen! Oder was meinst du, wenn immer mehr solche Autos in Umweltzonen fahren dürfen, keine oder eine geringe KFZ-Steuer bezahlen, die Werkstätten keine Aufträge mehr hätten und somit Mwst. und Mineralölsteuer weniger werden würde….

  • Hmm, Kommentar sollte eigentlich unter den anderen Artikel 😉

    • Naja egal ich habe dir hier geantwortet.

  • Hallo zusammen

    Am 22.10 – 27.10 bin ich in Schweden. In Trollhättan.
    Ich war schon oft im Saab Museum und habe letztes jahr den Phönix vermisst. Ist der Phönix noch auf Weltreise oder steht er irgendwo in Schweden ?. Ich will ihn umbedingt im Museum sehen.
    LG

  • Soll wohl bei castriota im Designstudio stehen! Im Museum wirst du ihn wohl leider nicht sehen können.

    • Hallo Baracuda
      Danke für die Antwort. LG

  • Was Tom über den Vergleich Opel/Saab schreibt ist wohl leider richtig. Opel hat die Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer Fahrzeuge leider nicht konsequent durchgeführt. Über das Design reden wir garnicht. Woran das liegt ist meiner Meinung nach reine Spekulation. Die Vorgehensweise von GM ist aber wirklich ein Spiegelbild der Saabgeschichte. Opel wird meiner Meinung nach in spätestens 3-4 Jahren verschwunden sein. Das Segment welches Opel ausfüllen sollte haben (auch in Deutschland) schon die Chevroletmodelle(ehemals Daewoo)aus Korea übernommen.
    Wie man es richtig machen kann hat uns Ford in den letzten Jahren gezeigt. Aber für Opel scheint es zu spät zu sein. Leider

    • Dem stimme ich vollkommen zu! So leid es mir tut für alle Opelmitarbeiter….(von denen habe ich einige in der Nachbarschaft)

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