SAAB News: Jagd auf Ingenieure in Schweden und Hirsch Performance Zubehör

BAIC oder SAAB – elektrisch unterwegs in Peking. Bild: China Car Times

Einmal pro Woche ist Zeit für etwas Wirtschaftstalk. Ab August will man bei NEVS konkrete Stellen ausschreiben und ab September sind Einstellungen geplant. So zumindest das, was NEVS der Presse in Schweden erzählt. Die Situation könnte schwierig werden. Zum Einen ist man in Trollhättan nicht begeistert über das Konsortium mit den unscharfen Konturen. Zum Anderen löst die Initiative von NEVS keines der Probleme vor Ort.

Denn von den ehemaligen Saab Arbeitern sind immer noch viele ohne Beschäftigung, ungefähr 1.000 suchen noch eine Anstellung. Und viele, die einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben, pendeln zwischen Trollhättan und Torslanda, wo ehemalige Fachkräfte aus Trollhättan geschätzt sind. Aber viel lieber hätten sie einen sicheren Job in Trollhättan.

Die Ingenieure, um die es geht, sind kaum noch zu haben. Die meisten arbeiten jetzt für Vicura, Combitech, Lean Nova oder für einen Startup, der im Innovatum zu Hause ist. Motivation zum Wechsel gibt es kaum. Die Arbeitslosenquote für Ingenieure liegt in Schweden bei aktuellen 1.8 %. NEVS Vertreter haben Kontakt mit der Vereinigung schwedischer Ingenieure aufgenommen. Diese begrüßt die Initiative und findet die Entwicklung von E-Mobilität eine gute Sache. Helfen und den Mangel beseitigen kann aber auch die Vereinigung nicht.

Würde NEVS einen anderen Namen tragen, Saab zum Beispiel, und stände ein bekannter Konzern dahinter – die Wechselbereitschaft wäre höher. Aber so überwiegt die Vorsicht, und unsere Freunde in Schweden bewerten den Investor immer noch mit einer großen Portion Skepsis. NEVS selbst entwickelt, ganz langsam, seine Aktivitäten. Was normal ist, denn wir sind mitten in der Sommerpause. Mit den Gewerkschaften hatte man in der letzten Woche Kontakt, mit Lieferanten fühlt man vor. Aber sehr langsam und, wie schwedische Freunde sagen, irgendwie sehr unentschlossen wirkend.

In der Volksrepublik hat die China Car Times einen elektrischen Saab – oder BAIC – auf den Strassen der Hauptstadt erwischt. Zum Jahresende sollen die E-Mobile in Serie gehen.

Zurück zum wahren Leben und zu unserem automobilen Alltag. Von Hirsch Performance gibt es viele Dinge, die unseren Saab schöner machen. Leistungssteigerungen zum Beispiel, die uns das Saab Turbo-Gefühl intensiver erleben lassen. Besonders angenehm ist das Leder-Interieur für den Saab 9-3 oder den Saab 9-5 II. Mit der hochwertigen Ergänzung, zum Beispiel durch Türgriffe oder Handbremshebel aus Leder, verschwinden die Schwachstellen unserer Schweden.

Die Verfügbarkeit der Teile nimmt ab und, und auf der Homepage sind erste Artikel schon nicht mehr verfügbar. Hirsch Lenkräder gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr, eine Nachproduktion wird vermutlich nicht stattfinden. Jetzt werden Armaturenbretter aus Nappaleder und Carbonleder knapp. Auch hier ist eine Nachproduktion unwahrscheinlich, da mit Einstellung der Fertigung in Schweden keine Rohlinge mehr produziert werden.

Hirsch Armaturenbrett Nappaleder für Saab 9-3

Wer seinen Saab veredeln möchte, der sollte die Chance nutzen. Denn ein Ende der Produktverfügbarkeit ist absehbar. Ab zum Händler und bestellen ! Oder eine Alternative nutzen. Wer seinen Urlaub in Schweden verbringt, der kann in Trollhättan ANA besuchen und dabei Geld sparen. Einige wenige Hirsch-Teile, direkt aus der Produktionslinie im Werk, sind noch zu haben. Darunter noch einige Carbon-Armaturenbretter…die Leder-Türgriffe sollen schon vergriffen sein.

Armaturenbretter und Türgriffe waren ursprünglich für das Independence Cabriolet vorgesehen und tragen deshalb auch nicht den “Hirsch” auf dem Leder. Dafür kosten sie aber viel weniger und sind für Fans mit Hintergrundwissen irgendwie ein tragisches Stück Saab Geschichte.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: Cina Car Times, Hirsch Performance

7 Gedanken zu „SAAB News: Jagd auf Ingenieure in Schweden und Hirsch Performance Zubehör

  • Einen Hirsch Kandidaten hätten wir schon, aber wir haben immer auf Sonderpreise gehofft ;-). Wird wohl nichts mehr werden und wir werden wohl die letzte Chance nutzen. Unser SAAB ist es wert.

  • Wo bleibt die schwedische Presse?

    So wie NEVS die Problematik angeht, kann es einfach nicht klappen.

    Die Presse-Leute werden doch nicht alle im Urlaub sein – die merkwürdige Arbeitsweise von Bergqvist & Co. sollte immer wieder hinterfragt werden, da mit diesem Investor eine klare Linie in Sachen SAAB leider immer noch nicht erkennbar ist.

    Wo bleiben eigentlich Statements von Investoren, die durch die Entscheidung der Administratoren aus dem Bieterrennen ausgeschieden sind – oder tut sich da im Hintergrund noch etwas?

    Zumindest von Youngman-Lotus hätte ich hier noch Kampfgeist erwartet. Zumal bei diesem Investor beispielsweise sämtliche Arbeiter wieder bei Lohn und Brot gewesen wären – Schweden erscheint derzeit in einem äußerst merkwürdigen Licht. Dies dürfte sich erst ändern, wenn doch noch ein zusätzlicher Investor von wirklichem Format die Bühne betritt – denn NEVS hat irgendwie kein Format!

    Viele Grüße aus der Hansestadt Hamburg

    • Ich habe im Urlaub mit einigen Schweden in Skagen gesprochen. Die verstehen die Entscheidungen ihrer Regierung schon seit längerem nicht mehr. Es scheint sie aber auch irgendwie nicht weiter zu interessieren. Sie sagten alle, wie toll und innovativ SAAB wäre, fahren aber deutsche Autos und segeln deutsche Boote. Außerdem kaufen Sie viel, sehr viel Alkohol in Dänemark und dann wird es wieder verständlich, warum sie so vieles nicht mehr interessiert!?

  • Der E-Saab / BAIC auf Chinas Straßen hat kein Kennzeichen.
    Seit wann gibt es Erprobungsfahrtenohne Kennzeichen?
    Scheint wohl gestellt die Aufnahme und nicht zufällig.

    Joachim

    • Hallo Joachim…

      Da muss ich dich leider enttäuschen. Zum einen geschieht in China in der Tat nichts zufällig und zum anderen ist es völlig normal, dass in China Autos ohne Kennzeichen herum fahren. Ich habe selber ca. 1 Jahr in China (Peking und Guangzhou) gelebt und täglich mehrmals z. B. Linienbusse, Taxen und selbst Polizeiautos ohne Nummernschilder gesehen.

      Einer der Gründe dafür:
      In China dürfen in großen Städten an bestimmten Tagen nur Autos mit bestimmten Nummernschildern fahren (bspw. am Dienstag nur Nummernschilder, die eine 5 enthalten usw.). Die Regierung will damit etwas gegen das enorme Verkehrsaufkommen und gegen die HOHE Luftverschmutzung unternehmen. Da viele Chinesen aber sehr “schlau” sind, machen diese einfach gar kein Nummernschild an das Auto und somit dürfen sie jeden Tag fahren. Wie gesagt, auch Linienbusse, Polizei usw.
      Es scheint jedenfalls gut zu funktionieren, da der Anteil Autos ohne Nummernschilder sehr hoch ist.

      Grüße aus der Lausitz. Marco

      • Hallo Marco,

        Ich fasse es nicht, da fällt mir nichts mehr ein.

        Joachim

  • Hirsch Zubehör ist sein Geld wert und ich habe den Kauf noch nie bereut.
    @ Joachim: Nichts geschieht in China aus Zufall 😉

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