SAAB Lage: Jetzt nur nicht die Nerven verlieren!

Wie wäre das. Morgens aufstehen, das Postfach checken, und feststellen dass Saab verkauft ist. Natürlich an einen Wunschkandidaten. Die Hängepartie der letzten Monaten hätte ein Ende gefunden. Zeit wird es, denn die Nerven liegen blank. War es eine gezielt gestreute Indiskretion oder hat Annika Wennerblom nur Nerven gezeigt? Das Rathaus dementierte aber die Meldung war schon in der Welt und zieht Kreise.

Der Abschluss, das wissen wir steht kurz bevor, ist vielleicht schon erfolgt. Sonst wissen wir nichts. Gebetsmühlenartig wird NEVS als der Käufer genannt. Aber belastbare Aussagen dazu gibt es keine. Nur eine Quelle, Radio PV4 Väst, wiederholt immer wieder diese Meldung. NEVS war bereits kurz davor, aber das war bevor Youngman ein Angebot einreichte.

In Trollhättan ist dennoch heute ein gr0sser und wichtiger Tag. Die Saab AB Tochter Combitech, in früheren Zeiten Saab-Scania-Combitech, weiht ihr Entwicklungszentrum in Trollhättan ein. 200 Ingenieure der Saab Automobile AB haben einen neuen Arbeitsplatz und forschen nun für Luftfahrt und Automobilindustrie. Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung konnte man sehen, dass sich ein Kreis schließt. Flugzeuge, aktuelle und historische, und Automobile der Kultmarke aus Trollhättan flankierten die Veranstaltung.

Die Realität in Trollhättan hat damit Fakten geschaffen die unabdingbar sind. Die wichtigsten Saab Kompetenzen wurde gerettet. Durch staatlichen Einfluss oder mit diskreter Hintergrundarbeit der Familie Wallenberg wurde eine Abwanderung nationalen Wissens ins Ausland weitgehend unterbunden. Auftrag erfüllt, Operation gelungen.

Ein Freund von mir brachte die Sache auf den Punkt. “Ein Investor der an diesem Standort nur Elektroautos bauen will hat nichts verstanden. Er nutzt nicht die Chancen die Trollhättan bietet.” Saab Technologie wäre dennoch nicht verloren. Sie würde anderen Herstellern nutzen, die in Trollhättan forschen und entwickeln lassen.

Ein britischer Produzent, unter indischer Obhut, tut dies bereits. Er baut einen schönen Kombi den ich mit einem Freund heute als Gast des Herstellers auf der AMI hätte besichtigen können. Dazu das neue XKR-S Cabriolet im abgesperrten Bereich. Leider kamen traurige, familäre Dinge dazwischen, aus dem Besuch in Sachsen wurde nichts. Der Freund muss ohne mich hin und ich sage nochmal Danke für die Einladung.

Soweit Bloggers Blick über den Tellerrand. Wie immer gilt. Behalten wir die Nerven und bleiben wir cool!

Text: tom@saabblog.net

4 Gedanken zu „SAAB Lage: Jetzt nur nicht die Nerven verlieren!

  • Alles Gute und Stärke für dich und deine Familie !

  • Schön der Hinweis auf den “britischen Produzenten unter indischer Obhut” – wenn es mit NEVS nix wird (ich habe da so meine Befürchtungen), ist dieser Hersteller vermutlich meine erste Wahl beim nächsten Autokauf. Gut zu wissen, das da dann irgendwie Saab know-how drinsteckt. Werde aber meinen 9-3 AERO Conv. und meinen 9-3 Anni wohl noch fahren, bis sie auseinanderfallen…

  • Wichtig ist, sich nicht zu beeilen. Vielleicht wissen wir bald mit sicherheit. Bis dahin sollten wir ruhig bleiben. Wir schaffen es.

  • Warum nicht beide? Wenn NEVS nur auf Eletro machen will und dafür SAAB-Design, Image und Fahrwerk nutzen will und Youngman/Mahindra “klassischen” Automobilbau mit dem Fokus auf Kunden in den Schwellenländer betreiben wollen, würde doch beides funktionieren.

    Der klassische Automobilbau mit Verbrennungsmotoren wird es sicher in ein paar Jahren sehr schwer haben (steigende Ölpreise). Die alternativen Antriebe werden es sicher die nächsten paar Jahre noch schwer haben (Akzeptanz und Reichweite).

    Oder liebe NEVS: Baut doch ein funktionierendes Elektromobil auf Basis des Saab 900 I (Cabrio). Das wäre toll!

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