SAAB News: Wirtschaftsnachrichten aus Schweden

Leserin Julie möchte dringend Wirtschaftsnachrichten. Bitte Julie, heute für Dich, die Wirtschaftssparte. 😉 Beginnen wir mit Victor Muller. Dieses Thema wird uns direkt zu Saab und den Investoren führen. Muller macht seine Hausaufgaben. Seine Anteile an Spyker hat er auf 24.1 Prozent reduziert, nachdem er vorher 70.1 Prozent gehalten hatte. Käufer der Spyker Aktien sind Tenaci NV und Laviolette NV, beide auf Cuarcao zu Hause.

Die Gesellschaften sollen nicht zu Muller gehören. Tenaci war in der Vergangenheit als Finanzierungslösung für die Saab Automobile AB eingesprungen, die Nähe zu Muller schien offensichtlich.  Warum reduziert Muller seine Anteile ? Als Mehrheitsaktionär könnte er aufgefordert werden die Anteile der verbleibenden Aktionäre zu übernehmen. Das möchte er vermeiden. Denn aktuell ist Spyker eine Hülle ohne Wert. Nicht ganz. Spyker ist mehr ein Hoffnungswert und vielleicht könnte man sich neue Einnahmen erschließen.

„Victor Muller auf dem Weg zurück nach Trollhättan“ war am gestrigen Abend die Schlagzeile im Svenska Dagbladet. Wäre der Artikel nich von meinem Lieblingsjournalisten Jonas Fröberg, dann hätte ich die Ignore Taste gedrückt. Aber Fröberg ist Insider und sein automobiles Herz schlägt für die Kultmarke. Ignorieren geht nicht.

Die Story ist folgende. Die Produktionsrechte für den Saab 9-5 II sollen, so hat man herausgefunden, bei Spyker liegen. Stimmt GM zu, dann könnte bis ins Jahr 2017 auf „Saab Gelände“, auch das ein Vertragsbestandteil, in Trollhättan vom neuen Eigentümer der große Saab gebaut werden.

Spyker würde dann wie GM von Saab Lizenzgelder erhalten. Muller hat bereits eine Kanzlei in Schweden mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Warum schreibt Fröberg das ? Vordergründig ist der Artikel sinnlos. Weil GM nicht zustimmen wird. Was aber wenn der neue Eigentümer den 9-5, befreit von GM Lizenzen, in Trollhättan bauen will ? Interessante Frage und nicht ganz unrealistisch.

Muller selbst bezeichnet heute die Meldung als „kompletten Unsinn“. Wir werden sehen.

Ein neuer Bieter für Saab ist in der letzten Minute aufgetaucht. Das berichtet Dagens Industri und vermutet dahinter den Hersteller Qoros aus der Volksrepublik. Eine Geschichte die Sinn macht. Denn bei Qoros sind so viele Saab Leute untergeschlüpft dass aus dem Hersteller Saab 2.0 werden könnte. Zur Premium Strategie sucht man eine europäische Basis und Skandinavien wäre passend. Qoros ist nicht der einzigste Last-Minute Bieter.

Ein Konsortium aus Deutschland hat ebenfalls in allerletzter Minute Kontakt mit Hans Berqvist aufgenommen. Das steht nicht in der Zeitung, ist aber eine direkte Information aus sicherer Quelle. Lars Holmqvist vom Zuliefererverband CLEPA bestätigt gegenüber Dagens Industri dass es seit 2 Wochen vier Interessenten sind. Welche Möglichkeiten für die Last-Minute Akteure bleiben, ist fraglich. Vermutlich kommen sie zu spät oder es bilden sich Allianzen.

Denn aus Schweden hören wir aus mehreren Quellen folgendes: Das Rennen um Saab soll entschieden sein und die Administratoren haben sich festgelegt. Die Verträge werden ausformuliert und in den nächsten Tagen, man spricht von Ende Mai – Anfang Juni soll alles erledigt sein.

Die Schwierigkeiten liegen, wie wir wissen, im Detail. Verzögerungen können plötzlich auftauchen. Zwar sind die Quellen gut und waren immer zuverlässig, aber das Geschäft ist erst dann sicher wenn die Tinte auf den Verträgen trocken ist. Es bleibt den Administratoren überlassen zu welchem Zeitpunkt sie an die Öffentlichkeit gehen. Bis dahin müssen wir cool bleiben und abwarten.

Text: tom@saabblog.net

17 Gedanken zu „SAAB News: Wirtschaftsnachrichten aus Schweden

  • Moin.

    Egal wie es zustande kommt und wie schräg das sein mag – ich würd mich über den Kombi freuen (und schnellstmöglich bestellen). 😉
    Es ist doch wirklich viel zu schade, dass so ein schönes Auto nie die Straßen erreicht (hat).

    Der 9-5 SC ist (meiner Meinung nach) eines der ansprechendsten und vom „Innengefühl“ her angenehmsten Autos „aktuell“.
    (ähnliches gilt übrigens auch für den 9-4x)

    • Betreffend des 9-5 Kombi schließe ich mich 100%ig an. Würde ich sofort bestellen…

  • Man soll nie die Hoffnung aufgeben doch noch einen neuen SAAB kaufen zu können 🙂 Sonnige Grüsse!

  • Auch wenn diese schier endlos wirkende Zeit der Ungewissheit wirklich unangenehm ist, so empfinde ich es doch als sehr positiv:
    In der Vergangenheit waren wir es unter VM gewohnt, dass schnell in der Öffentlichkeit publiziert wurde, was dann schließlich doch nicht funktionierte. Auch erfolgten Vertragsabschlüsse überraschend schnell mit, wie sich heute rausstellt, ungeahnten Folgen…..

    Offenbar hat man daraus nun gelernt, dass alle Entscheidungen wohl überlegt sein sollten und teilweise langjährige Folgen aus solchen Verträgen heranwachsen!

    Daher: Gut so! Lasst Euch lieber etwas mehr Zeit, damit dann auch wirklich eine vernünftige, tragfähige Lösung dabei herauskommt!
    Denn wenn es dieses Mal wieder nicht klappen sollte und SAAB nach 2 Jahren wieder kränkelnd in den Schlagzeilen erscheint, dürfte eine weitere Chance um Welten kleiner ausfallen!

    Auch für die (künftigen) Mitarbeiter von SAAB ist es wichtig, einer soliden Zukunft entgegensehen zu können!

  • Die SZ hatte sich in der vergangenen Woche (Montagsausgabe ?) ausgiebig mit Qoros befasst. Mit keiner Silbe wurde in dem mehrspaltigen und mit Fotos angereicherten Artikel Überlegungen zu einer Produktion in Europa – eher das Gegenteil oder gar Saab erwähnt.

    • Die Schweden sind vermutlich näher dran als die SZ?

  • „es bilden sich Allianzen“ – Vor einigen Tagen konnte man auf dem Blog lesen, dass M&M auch Partner haben könnte. Der europäische Interessent wurde vor Monaten schon als Teil eines Konsortiums beschrieben.

    Könnte es nicht doch noch Überraschungen geben?

  • Die Story wäre zu gut um wahr zu sein und VM hat doch dementiert. Trotzdem erlebt man bei SAAB immer wieder Überraschungen. Möglich ist da alles.

  • schön wärs schon , aber da gebe ich saab900 vollkommen recht. Wenn VM sagt das es kompletter Unsinn ist muß man eigentlich Glauben das da nichts dran ist.VM ist ja eigentlich nicht dafür bekannt , dass er solche Möglichkeiten nicht nutzen würde und dies dann auch Pressewirksam nicht kund tun würde. Allerdings , so war zu lesen , lässt er die Sache wohl von seinem Anwalt untersuchen. Vielleicht ist er nun doch etwas vorsichtiger geworden und macht den Mund nun doch erst auf wenn alles Hieb und Stichfest ist

  • Mittlerweile bin ich so geduldig geworden vom permanenten Tee trinken. Ich bin froh wenn es irgendwie weiter geht und warte einfach ab.

  • Hallo Tom,

    vielen Dank für die für Saab-Verhältnisse ausführlichen Infos.

    Etwas unklar ist mir die Bermerkung, dass der neue Eigentümer evtl. den Saab 9-5 II ohne GM-Lizenzen in Trollhättan bauen möchte. Geht dies denn überhaupt, wenn dennoch irgendwelche GM-Zustimmungen erforderlich wären (gem. Vertrag zwischen Spyker und GM)? Aber dies ist wohl Grund für das Hinzuziehen des Anwalts im Auftrag von Spyker / VM – oder habe ich dies nicht richtig verstanden?

    Herzlichst
    Julie

    • Julie,

      ich könnte mir vorstellen, dass aufgrund dieser Sachlage die Fa. Spyker auch nur Auftragsfertiger des 9-5 II (+ Combi natürlich) wird – somit diese Modellreihe praktisch den neuen Eigentümern von SAAB-Automobile sozusagen liefert.

      Ganz so unfehlbar scheinen die Buchhalter und Anwälte von GM wohl doch nicht zu sein – sollte dies so genial ausgehen, wäre ich sofort mit einem neuen 9-5 II Combi dabei!

    • Na ja, liebe Julie, einfache Antworten gibt es (wie immer) nicht. Muller will, wenn diese Geschichte stimmen sollte, Spyker Interessen per Anwalt schützen. Interessant wäre zu wissen warum dieser Artikel gerade jetzt geschrieben wurde. Der Autor ist seriös und es steht eine Absicht dahinter die sich mir aktuell nicht so ganz erschliessen mag. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Vielleich sind wir in einigen Tagen schlauer.

  • Wie immer Schwedenkrimi ohne Ende. Warum bekommt eigentlich Julie einen eigenen Artikel? 🙂

    • Der „Wirtschaftskommentar“ von Tom als Anwort auf Julies Anfrage (besten Dank dafür)war seit langem wieder einmal ein Beitrag von Interesse. Von dieser Sorte wünschte ich mir mehr, auch wenn ich dafür auf G’schichterln über Ledergriffe oder Museumsbesuche verzichten müsste.

      • Einspruch! Lieber Flor. Wirtschaftskommentar ja, aber bitte nicht nur. Es soll schon ausgewogen sein und Tom ist auf den Weg dort hin. In der Vergangenheit war zu viel Wirtschaft und zu wenig SAAB und jetzt schreibst du so was. Ich finde gerade wohltuend dass im Gegensatz zu einem anderen Blog, der ja nur Wirtschaft bringt, hier auch über Autos gesprochen wird.

  • hallo!
    ich behaupte mal,das schicksal von 94 + 95 II(limousine + kombi)
    ist längst entschieden!!!!
    beide modelle werden eine wiedergeburt als opel erleiden!!!
    opel steht das wasser bis zu den nasenlöchern,wenn die den mund aufmachen läufst rein.gm könnte mit wenig aufwand einen suv
    (zb. als opel frontera)und endlich eine grosse limousine/kombi
    als opel diplomat rausbringen.der insignia floppt auf der ganzen linie.stufenheck geht so,aber das fliessheck sieht von hinten aus wie ein kackendes baby(geht garnicht!!),den kombi haben sie auch völlig versemmelt.da würde der 95 II gut passen.beim insignia hat opel vergessen das sie immer brave autos für brave leute gebaut haben(bauernautos).lifestyle kaufen die leute wo anders(schöne kombis heissen avant oder touring).jetzt haben sie die möglichkeit das angestaubte programm günstig zu ergänzen. fur amerika als
    buick oder als (kleiner) caddillac könnte es klappen.dann ergeben auch die probefahrten mit dem 94 mit gg-kennzeichen sinn.
    ferner hat der herr stracke vollmundig geäussert rüsselsheim auszulasten.man will aber bochum nichts wegnehmen.passt doch irgendwie alles.
    gruss greger

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