SAAB Wochenende: Die Frühlings-Optimismus-Edition

Der Winter ist fast vorbei, der Saisonstart klopft an die Tür.  Und manchmal sagen persönliche Gespräche mehr als 1000 Pressemitteilungen. Aber der Reihe nach… Unser Saab 9000 Anniversary hat seine Winterbleibe verlassen und ist zurück in freier Wildbahn. Für den nächsten Winter muss er nicht zurück in eine alte und feuchte Garage, unsere Saab Halle ist fast fertig, und der 9000 bekommt ein neues Zuhause. Natürlich werden die Schiebetore in Faluröd gestrichen, denn auch ein Saab möchte artgerecht gehalten werden. Bilder folgen, wenn das Bauwerk fertig ist !

Obwohl ich, entgegen allen Gerüchten, sehr wohl ein Leben diesseits der Marke aus Trollhättan habe, stand das Wochenende ganz im Zeichen von Saab. Mit meinem guten Freund Achim ( nochmals vielen Dank ! ) hatte ich einen Arbeitseinsatz für die Marke mit dem Greif, und am Samstagnachmittag ein leckeres Essen in saabiger Runde ( Danke ans Catering *ggg* ).

Da auch Mitarbeiter von Saab zu Gast waren, kreisten die Gespräche natürlich fast nur um Autos aus Schweden und um die Marke.  Die vergangenen Monate waren Krise, aber Krise ist auch Chance. Man lernt in diesen Situationen Menschen besser einzuschätzen, viele Gespräche sind offener und direkter. Aber eine Krise muss zum Ende kommen, und manchmal erkennt man den Wechsel an kleinen Zeichen. Denn am Samstag war vieles anders. Die Situation ändert sich.

Statt über die üblichen Gespräche zum Strukturerhalt und zur Ersatzteilsicherung ging es plötzlich um neue Themen. Es wurde über die Zukunft gesprochen. Über Aktion, statt nur Krisenreaktion. Saab fängt an zu agieren, noch in den momentan möglichen Rahmen, aber schon im Hinblick auf ein positives Ergebnis in Schweden. Plötzlich wehte Optimismus durch die Räume.

Die Situation ist dabei sich zu verbessern,  und endlich erscheint die Zukunft in einem milderen Licht. Es wird auch Zeit, denn die Krise war lange und zäh. Nicht nur in Deutschland, auch bei schwedischen Freunden war am Wochenende ein Umschwung zu spüren. Die Verhandlungen laufen in unserem Sinne, und zumindest Youngman gibt richtig Gas. Noch ein paar Wochen Geduld, dann werden wir sehen !

Bis es soweit ist, beobachten wir immer wieder, was Victor Muller so tut. Für den Ex-Saab-CEO läuft es nicht so gut. In den Niederlanden hat er mit Aktionären und Ex-Geschäftspartnern zu kämpfen, die ihm vorwerfen Saab an die Wand gefahren zu haben. Pieter Heerema, Ex-Spyker Vorstand, Ex-Geschäftsfreund und vermutlich auch Ex-Freund, der auf mehrere Millionen US Dollar wartet, sieht Victor Muller als das eigentliche Problem für Saab an. An die Rückzahlung seiner Millionen glaubt er nicht mehr, obwohl Muller ihm immer versprochen habe,  ein “Kaninchen aus dem Hut zu ziehen“.  Haben wir das nicht schon gehört ?

Auch North Street Capital, Mullers Geheimwaffe und möglicher Spyker Käufer,  hat sich als Hülle ohne Inhalt entpuppt. Keine Überraschung, Kenner der Materie wussten das bereits vor Monaten. Das Offensichtliche gab Muller am Freitag in einem Interview bekannt, gleichzeitig sucht er neue Investoren zur Expansion. Möglicherweise plant er wieder Zukäufe.

Fans jedenfalls hat er noch, zumindest in Holland. Sein Saab 9-5, der in Uppsala zum Verkauf stand,  ist nicht mehr zu haben. Verkauft. Der Käufer kommt aus den Niederlanden.

Text: tom@saabblog.net

2 Gedanken zu „SAAB Wochenende: Die Frühlings-Optimismus-Edition

  • 4. März 2012 um 7:14 PM
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    Tom hat alles gesagt, was von Wichtigkeit ist – eigentlich bleibt den SAAB-Enthusiasten weltweit nur, noch etwas Geduld aufzubringen.

    Die lang ersehnte Entscheidung, ob nun ein indischer Großkonzern oder doch das Familienunternehmen aus China (evtl. jeweils mit einem weiteren Partner an Bord) den Zuschlag bekommt, liegt schon irgendwie in der Luft! Die momentan große Frage ist eben nur, wer letztendlich aufgrund besserer Pläne den Zuschlag auch wirklich erhält – ausreichende finanzielle Mittel dürften anders als bei den von Victor Muller aufgebotenen Investoren nunmehr üppig und auch nachweislich vorhanden sein.

    Was die Chinesen beispielsweise vorteilhaft aus dem übrigen Kreis der Interessenten hervorhebt, ist die Tatsache, dass hier bereits mit fast allen SAAB-Zulieferbetrieben in Bezug auf ein künftige Zusammenarbeit kommuniziert wurde – die Zielstrebigkeit von Rachel und ihrem Vater ist schlichtweg beeindruckend!

    Vielel Grüße aus Schleswig-Holstein

  • 4. März 2012 um 7:56 PM
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    Ein gutes Zeichen! Wirtschaft hatte SAAB jetzt wirklich genug und es ist Zeit dass es voran geht. Ich denke dass Tom mal wieder sehr gut eine aktuelle Stimmungsaufnahme getroffen hat.

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