Saab Notizen aus Trollhättan

Update: 18:11

Die Zeit eilt und der Countdown zur Abgabe der Angebote läuft. Heute ist der Tag an dem die Brightwell Holding sich mit den Konkursverwaltern treffen will um ein Gebot abzugeben. Victor Muller, Berater bei Brightwell, schätzt die türkische Holding als den Bieter mit der besten Chance um Saab komplett zu übernehmen.

Außerdem sieht er, dass Brightwell die Chance hat die Saab Typen 9-3, 9-5 und 9-4x mit Erlaubnis der Amerikaner zu bauen. So Muller heute in einer SMS gegenüber der Nachrichtenagentur TT. Victor Muller ist zurück und er mischt kräftig mit. Schauen wir mal wie sich die Brightwell Sache entwickelt.

Auch eine chinesische Delegation von BAIC ist auf schwedischem Boden eingetroffen um für Saab zu bieten. Vermutlich möchte man nur einige Teile  erwerben, unklar ist welche. Wie berichtet möchte BAIC die Saab e-Power Technologie erwerben um mit Partner Panasonic in Saab City Elektroautos zu bauen.

Ja, in Trollhättan herrscht reger Saab Tourismus. Denken wir zurück, an den 19. Dezember, dem Tag des Konkursantrags. Nach der öffentlichen Meinung war Saab zu diesem Zeitpunkt mausetot und keine müde Krone mehr wert. Keiner hat mit einem solchen Interesse für eine Komplettübernahme oder für Teile des Autokonzerns gerechnet.

Fast alle haben sich dabei geirrt. Saab ist nicht tot, die Saab Technologie und der Name der schwedischen Kultmarke sind weltweit von großem Interesse. Es sind fast täglich neue Investoren die an Teilen der Fabrikation oder an Saab Technologie interessiert sind. Gestern soll angeblich ein Konzern aufgetaucht sein, der Windkraftanlagen in China baut, so berichtet die lokale Zeitung.

Die Administratoren haben einen Zeitplan und für die Bieter läuft die Zeit ab. Bis zum Wochenende sollten alle die Angebote plaziert haben, dann beginnt die Prüfung und vielleicht das große Warten. Eile ist geboten, denn gerade die Nachfrage nach den hochqualifizierten Saab Ingenieuren ist hoch. Von 3.100 ehemaligen Saab Mitarbeitern haben bereits 200 eine neue Anstellung in Aussicht oder gefunden. Ingenieure können zwischen 4-5 Angeboten wählen, so wird berichtet.

Wie immer sind es die besten Köpfe, welche dann beim Neustart fehlen könnten. Um so schneller der Prozess zum erfolgreichen Abschluss kommt, um so besser für Saab.  Wir können an der Situation nichts ändern, wir können nur abwarten. Seit fast einem Jahr üben wir uns in Geduld. Kommt es jetzt noch auf ein paar Wochen an ?

Text: tom@saabblog.net

13 Gedanken zu „Saab Notizen aus Trollhättan

  • Hoffentlich hat Viktor Muller Recht! Ihm glaube ich echtes Interesse an der Automarke SAAB! Go, Viktor, go!

  • Muller hat wenigstens Unterhaltungswert. Das wars dann aber schon. Gut für SAAB ist er nicht. 🙁

  • Tut mir leid Leute, aber VM ist für SAAB ein Alptraum. Wenn ich mir nur überlege dass dann der ganze Zirkus von vorne losgeht, nein danke! VM ist nicht diskutabel und ich gehe nuch weiter und sage die Marke ist dann endgültig tot. Welchen Stand hat SAAB mit VM bei den Lieferanten ?

  • SAAB-Automobile gäbe es vermutlich nicht mehr, wenn VM nicht in letzter Minute das Ruder herumgerissen hätte – dies ist nun mal Fakt!

    Die eigentlichen Blockierer waren bisher in Detroit anzutreffen – ob dies so bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen.

    Einige andere Blog-Teilnehmer und auch ich hatten bereits darauf hingewiesen, dass beim Einlenken der Amerikaner (was nicht zu deren Nachteil wäre) aber gewisse Auflagen wahrscheinlich wären – mit Sicherheit dürften SAAB-Automobile durch einen Brightwell-Eigentümer nicht in China angeboten werden. Dort ist seit Monaten der Hauptabsatzmarkt für GM-Produkte. Ob man den Markt in den USA behaupten könnte, ist eine interessante Frage – aber sicherlich positiv für GM und SAAB verhandelbar.

    D. R.

  • VM hat hart gearbeitet und für Saab viel gemacht. Ich bin dankbar für was er getan hat und möchte ihn auch in der Zukunft bei Saab sehen.

  • Victor Muller ist ein Visionär, ein Macher, der hinter SAAB steht. Ich bin davon überzeugt, dass er auch irgendwo SAAB-Fan ist. Das fehlende Geld hat er versucht mit Ideen zu kompensieren und zu keinem Zeitpunkt die Flinte ins Korn geworfen.
    Ich finde es als kein Problem, wenn mit Hilfe von VM noch einmal für 2 oder 3 Jahre die aktuellen Modelle mit GM Technik vom Band laufen.
    Die Mitarbeiter in der Stallbacka werden es danken, wenn es bald weitergehen würde.
    Mit VM und den türkischen Investoren könnte es gelingen.

    • Der Knaller wäre, wenn GM sogar wieder länger Gefallen an einer Zusammenarbeit finden würde – natürlich nur als Zulieferer (beispielsweise: Motoren und/oder Automatikgetriebe). Eingespielt war man ja doch irgendwie und GM hätte dadurch auch Einnahmen, die sonst wegfielen. Kaum ein Autokäufer, der von SAAB zu einer anderen Marke wechselt (oder u. U. wechseln müßte) würde ein GM-Auto kaufen.

  • Herr Muller soll sich bitte dem Holländischen Tulpengeschäft zuwenden.

  • Noch einmal knapp zwei Jahre mit dem Märchenerzähler halte ich nicht aus.
    Vielleicht versucht er es mal bei ANA als Praktikant.

  • Das stimmt!

  • Hie,
    ich kann gar nicht begreifen daß hier einige Victor Muller zu einem Mythos werden lassen. Victor Muller ist kein Visionär. Er ist eim Hazardeur. Vielleicht sitzt er ja gerade bei seinem Kumpel Valdimir Antonov im Knast und bastelt an neuen Finanzierungsmöglichkeiten. Der soll sich “trollen”, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Grüß aus Koblenz.
    Peter

  • leute cool bleiben! fakt ist, ohne vm würden wir heute nicht mehr über käufer reden. um nach außen die marke zu vertreten zu repräsentieren ist er ggf. geeignet. daneben bedaf es eines sehr gute buchhalters und entwicklungsingenieurs. beide mit dem selben einfluss wie vm!

  • Hallo,

    ich mag Saab, ich fahre Saab und verfolge den Blog mit sehr großem Interesse.

    M. E. steht und fällt alles mit der Frage, ob denn ein Investor mit einem tragfähigen Businessplan und ausreichender Kapitalausstattung Interesse am Ganzen hat. Hierzu konnte ich noch nichts wirklich Erhellendes registrieren. Wenn Irgendjemand diese Marke kauft, so muss er klare Vorstellungen haben und möglichst alle potentiellen Skaleneffekte nutzen, die der enge Kfz-Markt noch hergibt. Konkret meine ich damit, dass es auch Modelle unterhalb des 9-3 geben muss, die den “Saab-Spirit” transportieren, denn jüngere Leute kennen diese Marke wirklich fast gar nicht.

    Der Versuch von VM Saab wieder aufleben zu lassen, war aus meiner Sicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Teure Sportwagen bauen ist eine Sache; Märkte im Bereich der sportlichen Mittelklasse zurückzugewinnen eine völlig andere.

    GM fährt mittlerweile eine Konzernstrategie, bei der man ohne weiteres auf die Marken Opel und Vauxhall verzichten kann. Mittlerweile deckt die Marke Chevrolet auch alle Modelle von Opel ab. GM hat sich von Saab (schon lange) und von Opel/Vauxhall mittlerweile auch verabschiedet.

    Wer immer auch in Saab investieren wird/will, der muss wissen,
    dass die Marke Saab über auskömmliche Absatzzahlen wieder schwarze Zahlen bringen muss. Alles andere wäre am Ende nur eine
    Verlängerung des Todeskampfs, dem wir alle über diesen Blog und über andere Medien verfolgen.

    Man könnte es hinbekommen, aber man muss dann auch richtig klotzen.

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