Pressekonferenz der Saab Administratoren

Die Pressekonferenz der Konkursverwalter brachte nicht wirklich neue Erkenntnisse über den Fortgang des Konkursverfahrens. Einige, kleine Details am Rande sind aber interessant. Wer allerdings erwartet hatte, dass die Indentitäten möglicher Käufer am heutigen Tag gelüftet würden, der wurde sicherlich enttäuscht.

Denn das was die Verwalter zu sagen hatten, war allgemein gehalten. Ja, man sei jetzt offen für Angebote, nein man werde nicht sagen wer der Bieter sei. Und, ja, es sei vor kurzer Zeit noch ein neuer Interessent aufgetaucht, man könne aber auch dazu nichts sagen. Keine Aussage ob der Investor Saab komplett kaufen wolle, oder nur in Teilen. Ein Thema, wie immer, war die Knappheit an liquiden Mitteln. Das Lieblingsthema der Administratoren.

Angebote wurden bislang noch nicht abgegeben, was auch keine Überraschung war. Victor Muller, der Ex Saab CEO, sei übrigens immer noch präsent, auch wenn er keine wichtige Rolle mehr spiele.

Die einzigste Aussage, die wirklich neu und von Interesse war, ist folgende. Die Konkursverwalter haben auf Ihrer Gehaltsliste ca. 100 Saab Mitarbeiter stehen, die für die Fortführung des Werks von besonderem Interesse sind. Es handelt sich sowohl um Führungskräfte oder um Angestellte oder Arbeiter mit besonderen Fähigkeiten. Gut zu wissen, denn so wird zumindestens für kurze Übergangszeit die Möglichkeit eines Neustarts gesichert.

Soweit das Ergebnis der Prerssekonferenz, die wie erwartet ohne Überraschung war. In Schweden spekuliert man über die 4 oder 5 möglichen Käufer. Irgendwie kommt man nicht weiter, denn die Konkursverwalter halten dicht.

Mit Youngman, Mahindra & Mahindra und Brightwell hat man drei öffentlich bekannte Parteien. Die anderen Käufer müssten also aus Schweden sein, meint heute die TTELA. Hmm. Indische oder chinesische Delegationen sind auffällig in Trollhättan. Vielleicht auch noch solche aus der Türkei. Bei Besuchern aus Mitteleuropa wird es schon schwieriger. Die fallen weniger auf in Saab City. Es bleibt spannend…

Text: tom@saabblog.net

20 thoughts on “Pressekonferenz der Saab Administratoren

  • Das mit BMW wäre eine sehr sehr intelligente Strategie, sie würden klar im Premium bleiben, könnten alle Komponenten mehrfach nutzen, auf die Stückzahlen und Auslastung kommen, stärkste Motoren mit Hinterradantrieb auf BMW beschränken, also die Marke BMW nicht verwässern, den Frontantrieb und die Motoren mit Turbo für Saab nutzen, ein anderes Design auf Basis des 99/900 wiederbeleben, so wie sie es mit Mini gemacht haben, nebenbei gleich das Saab-Vertriebsnetz nutzen und so in Ländern präsent werden, wo man mit BMW und Mini nicht ankam, ich denke an Behördenfahrzeuge in Skandinavien. Kannibalisierung zwischen den Marken wäre gleich null, alle respektieren sich, echte Alternativen sind die jeweiligen Marken nicht, schon allein wegen der schlechten Wintereigenschaften von BMW, bei uns alpinen Menschen von jeher ein echter Nachteil, wenn man nicht ständig teuren Allrad fahren möchte…

  • Ich glaube nicht, dass VW wirklich Interesse an Saab als Ganzes hat. Ich denke mal eher, dass VW Interesse am 9³ Cabriolet hat. Ich könnte mir vorstellen, dass das dann bei Karman mit VW-Emblem gebaut würde. In dem Segment hat VW nichts. Der EOS hat sich nicht etablieren können. Nur mal ein Gedankenspiel…

    Grüße

    Lippefischer

  • Wenn VW-Konzern, dann tippe ich auf Porsche! Die Strategie könnte so aussehen: Produktion des Boxster in Trollhättan (bisher bei Valmet in Finnland gebaut) und “top down” auf der selben Plattform eine Saab-Baureihe (sozusagen als “kleiner Bruder”)…

  • Ds letzte was ich gelesen habe ist, dass VW bis 2014 warten wird, aus Steuerlichen gründen. Aber Du glaubst nicht wie viele S:GO Porsche Firmenwagen man im kalten Norden sieht.

  • Da scheint jemand Insider-Wissen zu haben und uns das vorsichtig mitteilen zu wollen…

  • das werden wir ja hoffentlich bald erfahren!

  • Volvo 🙁 Neee, Leute, das passt schon mal gar nicht !

  • Volvo / Geely ? schwedische roots, viele Leute von Saab sind bei Volvo, das Portfolio könnte eventuell passen …

  • …da fehlen noch der/die schwedischen Kandidat(en), die angeblich auch im Rennen sind.

  • Die Aussage mit den 100 Mitarbeitern ist sehr weitsichtig und zeigt, dass man das Human Capital, das sehr wichtig ist für SAAB, erkannt hat.

  • Wenn die Saab dann noch VW ( Skoda ) Motoren bekommen sollten, das wäre wohl das Ende……

  • und außerdem wären die Bayern in Schweden ja aufgefallen mit ihren Lederhosen 😉

  • BMW selbst wurde in Fachkreisen schon vor Monaten als Übernahmekandidat genannt – so toll finde ich die Vorstellung nicht, dass dies evtl. die künftige “Mutter” sein könnte.

    Auch Bei VW hätte ich meine Bedenken – Gängelei wäre vorprogrammiert und SAAB dürfte auf keinen Fall “besser” als Audi werden…

    Bitte, bitte, Mahindra mach das Rennen!!!

  • Ich bitte dich — also wenn München keine Skyline hat !?
    Direkt bis an den weiß-blauen SKY

  • VW hätte ja den Charme, dass SAAB und SCANIA wieder zusammen wären. Aber wie will man SAAB im VW Portfolio platzieren? Sportlich,non-premium und nicht jung; Irgendwo zwischen Audi und Seat. Oder non-premium aber mit teuren preisen, um VW oder Skoda nicht zu stören? Auf keinen Fall über VW, den Wolfsburgern stinkst genug, dass Audi besser sein sollte als Volkswagen.

  • Porsche ist mittlerweile auch nur eine Marke vom VW Konzern.

  • Laut PK der Konkursverwalter möchten der 4 und/oder 5 Bieter aus “Wettbewerbsgründen” nicht öffentlich genannt werden.

    Welche Gründe könnte es geben, lieber im Hintergrund zu bleiben? Das Argument Wettbewerb könnte bedeuten, dass man mit dem offiziellen Einstieg in das Bieterverfahren die Befürchtung verbindet, Mitbewerber auf das eigene Treiben aufmerksam zu machen. Diese Mitbewerber könnten das Bestreben SAAB zu erwerben als Angriff auf ihr eigenes Business begreifen. Eine Reaktion in Richtung: “Bevor der SAAB kauft, kaufen wir es lieber selbst!”.

    Für welche, in den vergangenen Wochen viel diskutierte Namen, würde ein solches Vorgehen sprechen?

    FIAT?
    Sorry, aber die Italiener sind in der Vergangenheit mehr mit spekulativen Nachrichten als mit spektakulären Autos aufgefallen. Welchen Grund sollten sie haben, lieber im Stillen zu wirken. An einen Chrysler 300M mit SAAB 9-5-Badge mag ich gar nicht denken….

    PSA?
    Warum nicht. Alles was über die Kompaktklasse hinaus geht, ist ausserhalb des Heimatmarktes nicht ausreichend wettbewerbsfähig, wenn auch bei vielen Enthusiasten durchaus beliebt. Aber wem würde PSA Angst machen, wenn bekannt würde, dass sie sich für SAAB interessieren? Ich sehe niemanden im Premiumsegment, der Angst vor PSA hätte.

    Renault/Nissan
    Die Situation ist vergleichbar mit PSA. Natürlich würde eine Premiummarke in das Unternehmen passen, aber wem sollte das Angst machen?

    MAGNA
    Erst interessiert man sich öffentlich, um dann abzutauchen? Nachvollziehbar wäre ja ein verdecktes Vorgehen, damit man keinen offenen Konflikt mit GM ausfechten muss. Genau GM ist aber, nach meiner Einschätzung, der Grund warum Magna nicht mehr im Bieterrennen ist. Ich fürchte die Kollateralschäden bei einem SAAB-Erwerb wären für Magna größer als der Nutzen. Und dabei denke ich nicht nur an GM.

    General Motors
    Hoffentlich nur ein (schlechter) Witz. Ausserdem kann GM nicht leise…

    BMW
    BMW hat sich immer bemüht nicht nur mit der Kernmarke zu wachsen. Das klappt mal gut (MINI), und geht auch mal richtig schief (Rover). Aber man ist in München offen, für alles was Erfolg verspricht, und die Kernmarke nicht gefährdet. SAAB unter Kontrolle von BMW, das wäre keine Gefahr für BMW. Deutsche Mitbewerber könnten damit aber ein Problem haben, wenn es plötzlich einen Premiummitbewerber mit Frontantrieb und Turbo-KnowHow mit deutscher Mutter gäbe.

    VW
    Das Portefolio von Volkswagen ist so breit aufgestellt, da würde sich auch noch ein Platz für SAAB finden lassen. Wenn man der größte Automobilhersteller der Welt werden will, kann man sich auch SAAB leisten, und wenn man nur zugreift, um seine Cashcows zu schützen.

    Hier mein Tip:
    Bieter Nummer 4 ist BMW. Die Münchener wollen AUDI von mehr als einer Seite angreifen und mittelfristig ebenfalls einen größeren Vorteil aus einem BMW/SAAB-Baukasten ziehen. Aber bitte leise, damit es nicht dazu kommt, das ein finanziell potenter Mitbewerber den Preis hochtreibt.

    Bieter Nummer 5 ist Volkswagen. Nicht weil man mit SAAB Großes vorhat, sondern weil man ein erfolgreiches SAAB zum Schutz von Audi verhindern will. Auch hier ist man leise, weil man nicht möchte, dass der Schutz vor BMW zu teuer wird.

    Das Problem an meiner Theorie ist nur: Weder München noch Wolfsburg haben eine Skyline die diesen Namen verdient….und meistens kommt es anders als man denkt.

  • Spielst du dabei die berühmte Marke Porsche an? ich denke nicht dass diese nach dem Schlagabtausch im 2010 mit VW solch ein Risiko eingehen werden. Cool wäre es aber schon…

  • Wieso stellen sich eigentlich die Gewerkschaften gegen die Fertigstellung der 100 Autos, die ja schon auf den Bändern stehen? Weiss das jemand? Als Selbstständiger kann man nicht immer nachvollziehen, was sich ein Gewerkschafter dabei denkt. Würde ja immerhin ein bisschen Cash in die Kassen spülen.

  • Wer wohl dieser Investor ist…
    Wurde ja mehrmals die Frage gestellt… und einige Fakten haben wir ja erfahren.
    Ob es wirklich dir Firma ist die ich denke…
    die auf Nummer 2 steht momentan und eine Luxusschlitten in Finland baut…
    hmmm

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