Brightwell Angebot in den nächsten Tagen – Saab EIB Kredit

Zamier Ahmed hat sich heute erneut an die Presse gewandt. Was er zu sagen hatte, klingt interessant ! Die Brightwell Holding wird ein Angebot in den nächsten Tagen, vielleicht im Laufe der nächsten Woche, abgeben. Damit liegt er im Zeitplan des Insolvenzverwalter-Trios, welches die Angebote der Investoren in den nächsten 14 Tagen erwartet.

Das Interessante an dem Interview, welches Zamier Ahmed Dagens Industri gab, sind folgende Aussagen:

“Wir sind in Gesprächen mit GM und wir reden mit einer “seniora personer i toppen pa GM”  “sagte er. Damit meint er jemanden ganz an der Spitze, der etwas zu sagen hat. Denn Zamier Ahmed ist zuversichtlich, die Freigabe der GM Lizenzen zu erhalten, um dann im Laufe weniger Wochen mit der Produktion zu beginnen. Da ich Zamier Ahmed als seriös einschätze, ist diese Aussage sehr interessant. Aber…es kommt noch besser !

Ich möchte nicht über einen Plan B reden, das weckt negative Erinnerungen. Aber Zamier Ahmed hat einen “denn auch ohne GM könne man Autos bauen”. Die Brightwell Holding verfügt nach seinen Worten über eine eigenentwickelte Plattform. Er sagt, um Missverständnisse und Übersetzungsfehler auszuschließen “egenutvecklad plattform“. Also eigenentwickelt,  im Eigentum von Brightwell, nicht die Saab PhöeniX Plattform.

Das macht die Sache interessant und spekulativ. Dass Brightwell an einem Hersteller von Elektrofahrzeugen beteiligt ist, wissen wir. Dass Brightwell mit den türkischen Fiat Werken zu tun hat, ist auch bekannt. Das Gerücht, dass Teile der Anlagen in Trollhättan demontiert werden sollen, so wie es italienische Medien berichteten, und damit neue Produktionslinien in der Türkei einstehen sollen, ist unbestätigt. Dass Tochterfirmen von Brightwell für andere Autohersteller in der Vergangenheit tätig waren, ist hingegen bekannt.

Die Frage zum Freitag: Ist eventuell Fiat mit im Brightwell Boot ? Es ist eine Frage, nicht mehr, nicht weniger. Unser namenloser Investor, über den ich immer mal wieder schreibe und dessen Delegation mehrmals in Trollhättan war, ist auf jeden Fall nicht aus Italien.

Gespenstige Ruhe hingegen herrscht bei Youngman. Von unseren Freunden aus dem Reich der Mitte ist nichts zu hören.  Warum ? Rudert man zurück oder wartet man, bis andere Bieter aus der Deckung kommen ?

Ja, und die schwedischen Steuerzahler haben jetzt doch Geld auf den Tisch legen müssen. Aber nur vorläufig. Die schwedische Reichschuldenverwaltung hat den Saab EIB Kredit über 2.2 Milliarden Kronen abgelöst. Als Sicherheit hat der schwedische Staat die Saab Parts AB und die Saab Tools AB. Deren Wert dürfte erheblich höher sein.

Die Ablösung des Kredits ist ein richtiger Schritt. Denn jetzt ist die Luxemburger Bank endlich weg, die Schweden können schneller über den Saab Verkauf entscheiden. Denn auch die Reichsschuldenverwaltung bevorzugt einen Komplettverkauf von Saab und entscheidet im Zweifelsfall für Schweden und für schwedische Arbeitsplätze, so hoffe ich.

Ach ja, Zamier Ahmed steigt am Wochenende wieder in den Flieger. Destination: Detroit, Michigan. 🙂

Was sich sonst hinter den Kulissen tut, im nächsten Artikel…

22 thoughts on “Brightwell Angebot in den nächsten Tagen – Saab EIB Kredit

  • Das wäre absolut sinnvoll aus VW-Sicht, Ihnen gehört eh schon Scania, das Logo mit dem Greif ist eh schon in deren Besitz sozusagen. Sie brauchen auch neue Werke…

  • Ja, aber dann haben wir ja mehr Interessenten als vier? Magna, Youngman, Mahindra, Brigtwell und der unbekannte vierte? Oder ist Magna schon draußen, daß es nur vier sind?

    PSA hat massive Probleme, siehe FTD Berichte, PSA hat einfach kein Oberklasse-Angebot und keine Marktpräsenz in den USA und in Asien. Es wird über eine Allianz PSA und Fiat spekuliert, was ist wenn die da Saab einfach mitnehmen als galubwürdiges Oberklasse-Auto?

    Mal im Ernst, die GM-Motoren sind aus der Allianz mit Fiat, also fahren in Wahrheit Fiatmotoren in den Saabs durch die Gegend, zumindestens die Diesel… In den 80ern gab es auch die berühmte Kooperation mit Croma, Thema, 164 und 9000…

  • Das wichtigste ist das überleben von SAAB, das ist Fakt. Mir persönlich ist da eine Lösung ohne GM lieber, denn das Verhalten was die Detroiter zu Tage legen ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Schließlich hängen an SAAB auch noch ein paar Tausend Einzelschicksale, von denen spricht keiner von Euch (zumindest die wenigsten). Und diejenigen, die das Land und die Leute in Schweden kennen wissen, das “die Familie” in diesem schönen Land im Norden einen höheren Stellenwert hat als hier in Deutschland.
    GM – fassen wir mal zusammen:
    Vor ein paar Tagen war denen noch alles egal, über Lizenzen wird nicht verhandelt – mit keinem! Vor ein paar Wochen schrieb man, das GM Verträge abschließt und sich dann nicht daran hält! VM, er mag gute und schlechte Seiten gehabt haben, ist letztlich auch an Detroit gescheitert.
    VW – das wäre sicher auch eine interessante Partie. In diesem Punkt stimme ich Klaus 9-5 II zu, die bauen zwar viele und auch schöne Autos, aber ein Produkt für Individualisten haben die nicht. Ich denke das wäre eine gute Ergänzung und die Synergieeffekte wären auch da. BMW – naja, die wollen auch wachsen und hatten ja schon den Vertrag mit VM. Vielleicht wollen sich die Bajuwaren ein paar Marktanteile im Norden erkaufen? Jedenfalls ist die bayerische Marke im Norden beliebt und die Schweden waren ja eine Zeit lang auch hier in Bayern. So gesehen auch eine schöne “Geschichte”!

  • Hallo!
    Ich glaube, ich habe das schon vor ein paar Wochen hier geschrieben…
    Ist es nicht denkbar, dass der große Unbekannte der luxemburger Investor und Eigentümer des Renault-Lotus-F1 Teams, Gérard Lopez ist???
    Er hält sich gerne im Hintergrund und war auch schon vor 2 Jahren, damals zusammen mit Bernie Ecclestone sehr an SAAB interessiert….
    Wieso sollte er es jetzt nicht mehr sein????

    Beste Grüße aus Luxemburg 😉
    Wolli

  • Ich denke technisch gesehen war GM sicher nicht die schlechteste Partie, auf die sich Saab damals eingelassen hat. Fakt ist aber, dass Saab dadurch einen Imageschaden (wie groß auch immer) erlitten hat und viele Kunden enttäuscht hat. Ich denke, Ziel muss sein das Unternehmen selbständig und eigenverantwortlich auszurichten. Mit höchster Konzentration auf die Qualität und Ansprüche die die Käufer erwarten/ehem. Käufer erwartet hätten. Man muss die Leistung jetzt steigern, und nicht weiter abfallen lassen. Denn an irgend einem Punkt muss man sich dann fragen, was ist an Saab überhaupt noch Saab? Oder, was ist an Saab überhaupt noch schwedisch?

  • Hallo Klaus 9-5 II

    Was hällst du von Red Bull-Didi Mateschitz als Mitbieter?

  • An Mitbieter der Autobranche,denke ich an PSA oder eventl. auch an VW.
    Vielleicht ist der Unbekannte aber auch aus einer ganz anderen Branchenrichtung.

    LG – Klaus

  • @ Philmos
    Ja, ich gehe vom Volkswagen-Konzern aus. Diese Geheimnistuerei passt zu den Wolfsburger Strategen und Machenschaften.
    Um den Weg ganz an die Weltspitze zu schaffen, fehlt noch eine weltweit agierende Firma mit funktionierendem Vertriebsnetz wie die von SAAB.
    Ausserdem hat VW für jeden ein Auto, aber auch für die Individualisten?
    Noch nicht….

  • Magna ist schon publik, kann also nicht der unbekannte Bieter sein. FIAT auch nicht, die kooperieren vielleicht mit Brightwell. Vielleicht denken wir alle in eine falsche Richtung ?

  • Ich denke, daß der vierte Bieter Magna ist. Gegenteilige Meinungen?

  • Bin zu 100 Prozent deiner Meinung.Denn GM hat Saab schon einmal an den Galgen gebracht.
    Wer weiss was die mögliche Zukunft mit GM Beteiligung noch alles negatives bringen
    könnte.

    Wünschen wir uns das beste für Saab und hoffen auf einen Abschluß ohne GM mit seinen Todbringenden Einfluss.

    LG — Klaus

  • Der letzte Halbsatz Deines Kommentars (Wir sollten jede Lösung begrüßen, die eine Zukunft für SAAB bereit hält) geht klar – was danach kommt, allerdings nicht!

    GM hat sich als ungeeigneter Partner erwiesen und man sollte diesen Konzern wirklich außen vor lassen. Die können noch genügend dummes Zeug mit Opel anstellen.

    Ich denke, die meisten Saab-Eigner sehen dies so und erneute partnerschaftliche Versuche sind in Sachen GM nur vergeudete Zeit!

    D. R.

  • Haben wir hier ein Luxusproblem?

    Vor Wochen haben wir alle Trauer getragen, die Überlebenschancen für SAAB als ganzes waren, realistisch betrachtet, gleich Null.

    Heute haben wir mindestens 2 ernsthafte Bieter (Youngman und Brightwell), die SAAB in seiner Gesamtheit als Automobilhersteller mit Sitz und Produktion in Trollhättan erhalten wollen. Von Mahindra & Mahindra und dem großen vierten Unbekannten ganz zu schweigen.

    Diese Aussichten sind, wenn man mal 4 Wochen zurückdenkt, nicht zu erwarten gewesen. Wir sollten jede Lösung begrüßen, die eine Zukunft für SAAB bereit hält – ob nun mit GM oder ohne GM ist da wirklich zweitrangig.

  • Die Nachteile dafür sind klar, GM wäre wieder dabei. Auf der anderen Seite aber nur über die beiden neuen Modelle, ab den nächsten Generationen mit dem Saab 9-3 auf neuer Plattform aber wieder GM-frei.
    Ich denke, dass bei einem Zuschlag für Brightwell auch zeitnah an Nachfolgern gearbeitet wird, also nur um die Zeit mit einer breiten Modellpalette zu überbrücken.
    Die Autos sind ja nun wirklich nicht schlecht, wie ja auch schon oft (und auch im Artikel zuvor) gesagt wurde.

  • Die Chinesen feierten “Spring festival” oder auch unter ” Chinese New Year ” und das wird
    konsequenter gefeiert als Weihnachten bei uns, vielleicht hörte man deswegen sowenig aus
    China?+

  • Es wird spannend! Youngman kommt lt. Ttela am Montag inkl. Unternehmensgründer nach Schweden und wird ein Gebot in “notwendiger” Höhe abgeben.

  • Ich persönlich kann diesen News nichts wirklich Positives abgewinnen. GM hätte wieder den Fuß in der Tür und enormen wirtschaftlichen Einfluss auf Saab. Damit wäre Detroit’s Rechnung aufgegangen und man könnte wieder beginnen, erlittene Verluste durch den Konkurs auszugleichen. Und eigenentwickelte Plattform??? Soll das ein Scherz sein? Dann brauchen wir ja eigentlich keine schwedischen Ingenieure mehr, können sie ruhig nach Göteborg. Sorry, aber da kann ich mich mit den chinesischen Absichten eher anfreunden.
    Aber ich hab ja immer noch die Hoffnung, dass unser “namenloser” Investor noch mit einem Paukenschlag aus der Versenkung springt 😉

  • wenn ich ehrlich bin habe ich mich in den letzten Monaten

    geschämt dafür dass mein Land so eine “Halsabschneider”-Bank beheimatet

  • Das stimmt, die EIB ist eine Institution der Europäischen Union. Und in der Saab Gemeinde sind Luxemburger immer gerne gesehen. Denn für die EIB kann Luxemburg wirklich nichts. 😉

  • Hallo Tom
    Eine kleine Anmerkung: EIB ist keine luxemburger Bank, sie hat nur ihren Sitz hier…
    Nicht dass die ganze Saabgemeinde auch noch uns Luxemburger zum Teufel wünscht… 🙂

  • Richtig, ich denke auch das sollte sich Brightwell nicht mehr antun. Lieber unabhängig und ohne GM !

  • Ich gehe davon aus, dass bei Lizenzvergabe an Brightwell ein “Rattenschwanz” von Auflagen durch GM angehängt wird – Beispiel: Verkauf der Fahrzeuge nur im europäischen Raum (ähnlich wie bei Opel).

    Da taucht dann natürlich die Frage auf, ob es auf längere Sicht nicht vorteilhafter wäre, gleich ganz von GM wegzukommen – vielleicht sollte Brightwell gleich mit Plan B starten……

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