Saab Zukunft: Alle Wege führen nach Detroit (schon wieder…)

Sehen wir es positiv. Vor einigen Tagen begann die tägliche Headline auf dem Blog mit “Saab Konkurs….”
Bis ein freundlicher Leser in seiner Mail meinte, ich solle das doch lassen. Mittlerweile haben wir uns zur “Saab Zukunft….” hochgearbeitet, müssen aber schon wieder die bittere amerikanische Pille schlucken.

An Detroit kommen wir nicht vorbei. Oder besser gesagt, die möglichen Käufer. Die suchen den Kontakt mit der Konzernzentrale von GM. Kontakte habe es bereits gegeben, Verhandlungen bisher nicht, so bestätigte gestern der GM Pressesprecher James Cain. Und gleich stellte er klar: GM wird nicht mit jedem Interessenten verhandeln.

Ich sehe die Sache mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der neue Saab 9-4x und der Saab 9-5 Sportkombi sind fantastische Autos. Es sind die neuen Modelle, die Saab dringend brauchen würde. Eigentlich sind sie zu gut, um sie sterben zu lassen. Also freut es mich, dass die beiden neuen Saabs noch nicht tot sind. Das ist die eine Seite.

Die andere, das sind die leidigen GM Lizenzen. Wieder einmal ist GM die Institution, die über das Saab Schicksal entscheiden wird. Das gefällt mir nicht und gibt mir ein unbehagliches Gefühl. Egal wer Saab kauft, er muss sich mit GM arrangieren. Der Saab 9-3, von Youngman angedacht als Lückenfüller bis zur Produktion eigener Produkte, ist zum kleinen Teil von GM kontaminiert. Die Saab PhoeniX Plattform ebenso.

Schlimmer noch. Die Produktion in Trollhättan ist zum Teil abhängig von GM und läuft mit amerikanischer Lizenzsoftware. Also wird das Wohlwollen der GM Bosse dringend gebraucht. Das wird interessant. Dass man keine Chinesen mag, hat man mehrfach und sehr undiplomatisch verkündet. Aber mag man Türken, Inder oder Mitteleuropäer ? Wie tolerant ist man in Detroit ? Das könnte spannend und aufschlussreich werden.

GM selektiert, die Konkursverwalter machen das auch. Ich bin mir nicht sicher, ob man die schwedischen Presseberichte ernst nehmen sollte, oder ob ich besser die “Ingnore” Taste drücke.

So wie man in Detroit nicht mit jedem reden möchte, so will man es auch in Trollhättan bzw. Stockholm nicht. Angeblich hat das Konkursverwalter-Duo den indischen Investor Mahindra & Mahindra aussortiert. Zugegeben, Mahinrda hatte einen schlechten Start. Mit dem ehemaligen Antonov Anwalt Carlström ( meine schwedischen Freunde waren entsetzt ) hatte man eine denkbar schlechte Wahl getroffen. Aber genügt das, um einen ernsthaften Interessenten auszusortieren ?

Warten wir ab ! Vor gut drei Wochen waren wir fast am Ende der Reise angekommen. Der Konkursantrag war gestellt und unsere automobile Liebe war fast tot. Heute schreiben wir schon wieder über eine mögliche Zukunft.

Das ist eine, so finde ich, ganz gute Entwicklung. Die Konkursverwalter jedenfalls haben den richtigen Weg eingeschlagen, vielleicht muss die eine oder andere Entscheidung noch ein wenig berichtigt werden. Aber die Richtung stimmt !

Sie lassen keinen Zweifel daran, dass Saab als Komplettpaket verkauft werden soll. Also Saab Automobile, Saab Tools, Saab Powertrain und Saab Parts. Natürlich auch unser geliebtes Firmenmuseum. Das ist die Botschaft, die sie an die Presse gegeben haben. An ihrem Erfolg werden sie sich messen lassen müssen.

Text: tom@saabblog.net

17 thoughts on “Saab Zukunft: Alle Wege führen nach Detroit (schon wieder…)

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    Darum geht es nicht. Verlinkungen zu akzeptieren oder nicht ist im Entscheidungsspielraum des Admin Teams. Abhängig von den verlinkten Inhalten. Wenn Du mehr Infos willst, dann gerne per Mail.

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      Ohne auf dem Thema oder dem zu vernachlässigendem Link herumzureiten, möchte ich jetzt nicht unwissend bleiben.
      E-Mail Adresse ist ja bekannt .

      Mit Gruß GALLIX

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    Ein interessanter Artikel !

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      Link gelöscht ?

      Gibt´s da rechtliche Einwände, oder “nur” kollegiale ?

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        Mehr sachliche…

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          Einfach löschen – ist auch keine sachliche Auseinandersetzung.
          Sind Informationen, Meinungen und Ansichten anderer, durchaus auch ehrenwerter SAAB – Freunde, hier nicht diskutierbar?

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    Was ist denn mit Magna? Die müßten doch eigentlich mit GM enge Kontakte (noch aus der Opelgeschichte) haben. Magna hat für die Opelgeschichte Millionen investiert, dann müßten sie doch eigentlich ebenso genug Geld fürs Saabmarketing haben, also einen erneuten Markenaufbau. F&E- und Produktionswissen haben sie sowieso. Meiner Meinung nach der erfolgversprechendste Bieter.

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    Hallo und guten Abend. Ich schließe mich meinen Vorrednern vollumfänglich an. Wenn ich daran denke, dass GM vor nicht zu langer Zeit am Abgrund stand und ohne Hilfe selbst in die Geschichtsbücher mit dem Hinweis „ GM ist Pleite und begraben“ eingegangen wäre, stimmt mich eben deren Verhalten zornig.

    Mit Milliardenunterstützung (GM) gerettet, sitzen selbige Geretteten nun am großen Hebel und entscheiden über Fortbestand oder endgültigen Untergang unser geliebten Marke. Mich erfüllt diese Tatsache mit einer gehörigen Portion Trotz und …. Keinesfalls werde ich bei Bedarf ein Fahrzeug von GM als Alternative ordern. Das ist sicher!!

    Welche Nationalität als Käufer nun von den großen Gönnern bevorzugt wird, können wir sicher nicht erahnen. Ich hoffe nur, dass die Herren überhaupt für eine Zustimmung bereit sind und die bisher loyale Belegschaft nicht weiter diese unerträgliche Situation erleiden muss.

    Ich möchte jedenfalls eigentlich kein anderes Fahrzeug fahren und würde gern einen neuen Saab bestellen wollen!!!!!

    Allen Saab-lern dennoch ein schönes Wochenende

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    Mannomann, wann wird der Todesstern in Detroit endlich in die Luft gesprengt? Meine ich natürlich nur bildlich gesprochen…

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    Aber mag man Türken, Inder oder Mitteleuropäer ? Wen mag man überhaupt???????

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      Es kommt diesen Bangbüchsen (heißt soviel wie Angsthasen) wohl in erster Linie darauf an, dass der Käufer – ähnlich wie Spyker – nicht zu groß sein sollte (sonst droht ja irgerndwie Konkurrenz) und vor allen Dingen dürften keinerlei Ambitionen hinsichtlich des China-Marktes vorhanden sein.

      Die Nationalität ist hier eher von untergeordneter Bedeutung – ganz Voteilhaft wären Marsmännchen (da konnte man sich mit GM-Produkten bisher noch schlechter als anderswo anfreunden – infolgedessen ordert man dort auch kaum GM-Fahrzeuge)!

      Schöne Grüße aus SH
      Julie

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    Für die Schweden und SAAB eigentlich bedauerlich, dass GM vom amerikanischen Staat mit Milliardenunterstützung gerettet wurde – wäre dies unterblieben, bräuchte man sich nicht mit den GM-Leuten befassen. Aber wenigstens die amerikanische Administration hat im Gegensatz zur schwedischen Regierung soziale Verantwortung bewiesen)!

    Das Verhalten der schwedischen Administration SAAB gegenüber ist mindestens ebenso unverantwortlich wie das unschöne Auftreten von GM – käme hier nur ein wenig Unterstützung, würden sich die Möglichkeiten gleich deutlich verbessern – der ganze Ablauf in Schweden ist völlig unlogisch und irgendwie krank!

    Weiterhin unlogisch ist, den Konzern Mahindra von vornherein abzulehnen (wenn es überhaupt stimmt) – Hintergrundinformationen dringend erwünscht! Diesen Konzern abzulehnen, nur weil der Kontaktmann in Schweden keinen guten Ruf hat, kann eigentlich nicht sein – wäre es doch der Grund, müßte dem Verwaltergespann leider eine glatte 6 gegeben werden.

    Weitere Ungereimtheiten treten im Zusammenhang mit den anderen Interessenten hoffentlich nicht mehr auf…..

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    Eins muss man den GM Leuten lassen , Sie haben den Verkauf von Saab an VM sehr geschickt
    eingefädelt , immerhin haben Sie die Hand auf Saab , ohne die Firma zu besitzen.

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      Man könnte auch sagen, sie haben ihre Lektionen von Bernie Ecclestone gelernt – der verkauft auch immer wieder die Formel 1, ohne den Besitz abzugeben.

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    Ich würde es begrüssen, wenn der General Motors Konzern sein ehemaliges “Baby” wieder zurückkaufen würde und zusammen mit der grösseren Schwester in Deutschland gemeinsam im Markt auftreten würde. Aber das ist ein ganz grosses Wunschdenken…….

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      …damit Saab weiterhin in den Knuten dieses unsympatischen Ungeheuers ist?! Es muss doch mit allen Mitteln versucht werden, sich von GM zu lösen, um wieder eigene Ideen zu verwirklichen. Wenn GM weiterhin mitmischt, dann werden sie in Kürze auch Vollbesitzer der Phenix-Plattform sein!

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        Schon Henry Ford ( der Alte ) sagte einmal : das wichtigste Utensil in seinem Büro, war die Winchester-Büchse.
        So etwas gibt es nicht mehr, aber die Methoden der wirklich Großen sind heutzutage bestimmt nicht weniger dramatisch. Liebe und nette Fädenzieher der Großindustrie haben Seltenheitswert, unabhängig von Marken und Ländern.

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