Saab Streiflichter am Wochenende

Es geht voran ! Langsam, aber stetig. Vielleicht ein bischen zu langsam für unseren Geschmack, aber wie immer müssen wir geduldig sein. Letzte Woche publizierte eine große schwedische Wirtschaftszeitung die Möglichkeit eines sehr schnellen Saab Verkaufs. Die Möglichkeit wurde mittlerweile kassiert, so schnell wird der Verkauf nicht stattfinden.

Die Konkursverwalter in Schweden machen ihre Arbeit und werden nun, das ist mittlerweile öffentlich, ein Managementteam zusammenstellen. Saab Führungskräften wird damit ein neuer Arbeitsvertrag angeboten: sie sollen dem Verwalter zuarbeiten und die Unternehmensstrukturen fit für einen möglichen Verkauf halten. Bis zum 20. Januar soll das Team der Führungskräfte bereit stehen.

Ebenso einkassiert wie der schnelle Verkauf wurde die Idee, nochmal die Bänder anzuwerfen und noch einmal 100 neue Saabs zu produzieren. Die Idee ist gut, denn 100 neue Autos, die jetzt schon mehr oder minder fertig auf den Bändern stehen, würden dem Konkursverwalter einiges an Liquidität bringen. Leider sind die Gewerkschaften (noch) nicht so ganz kompatibel mit den Plänen, vorerst ist die Idee an ihrem Einspruch gescheitert.

Die Gewerkschaften warten bereits seit Tagen auf mehr Informationen der Konkursverwalter. Öffentlich hat man bemängelt, nicht so wie gewünscht eingebunden zu sein. Das wird sich in den nächsten Tagen mit Sicherheit ändern.

Einer der bislang immer positiv in Sachen Saab war, sieht die mittlerweile die Markenzukunft rabenschwarz. Lars Holmqvist, Chef der europäischen Autozulieferer, sieht keine Zukunft für Saab. Die Technologien und die Fabrik können weiterleben, aber mit 99 % Prozent Sicherheit wird es nicht mehr unter dem  Saab Markennamen starten, sagte er gestern zu Reuters.

Zugegeben, die Situation ist verzwickt. Die Marke gehört zwar nicht zur Fabrik, auf der anderen Seite wäre aber die Nutzung der Marke an den Standort Trollhättan gebunden. Wenn man denn die Erlaubnis zur Nutzung der Rechte bekommt.

Die Techniklizenzen gehören zu GM, ebenso Lizenzen der Produktionssysteme. Der Käufer müsste also mehrere Dinge unter einen Hut bringen. Nicht einfach !

Aber welchen Sinn macht ein Kauf ohne Nutzung der Marke Saab ? Erst das Logo mit dem Greif, die schwedische Herkunft und die Geschichte machen den Standort so richtig interessant. Wenn er sich da mal nicht irrt, der Herr Holmqvist.

Text: tom@saabblog.net

4 Gedanken zu „Saab Streiflichter am Wochenende

  • Meiner Meinung nach macht ein Kauf ohne Nutzung der Marke Saab absolut keinen Sinn! Das Logo mit dem Greif gibt den Fahrzeug doch die Exklusivität, welche wir so schätzen. Herr Holmqvist irrt sich hoffentlich.

  • warum wurden denn 100 autos nicht schon im märz 2011 fertig produziert und ausgeliefert,
    wennn die schon mehr oder minder fertig auf den bändern stehen?
    das ist ja fast schon makaber, das während einer insolvenz autos plötzlich produziert werden können, auf die kunden schon seit fast einem jahr warten!

    wie lange dauert es denn nun wirklich, bis die produkton wieder angefahren werden kann?
    ich erinnere mich an ausagen von victor muller,
    das er immer, wenn er das vorhatte, von mehreren wochen sprach,
    bis wieder autos produziert werden können.

    • Saab hat vor einigen Wochen schon einmal einige Autos gebaut, die nicht ganz den Bestellspezifikationen entsprachen. Jetzt sollen halbfertige Autos fertiggestellt werden, mit Teilen die im Werk verfügbar sind.

  • da müssen sie aber ein paar wirklich dumme finden, die diesen zusammengebastelten schrott kaufen werden

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