Saab Konkurs: Türkische Interessenten auf dem Weg

In Trollhättan wird die Gruppe der türkischen Saab Interessenten erwartet. Ein Treffen mit Konkursverwalterin Ann-Marie Pouteaux und dem bis zum Konkurs amtierenden Saab CEO Victor Muller ist geplant. Das schreibt heute Dagens Industri.

Fakten zu dem geplannten Treffen und der Besichtigung der Saab Hinterlassenschaft gibt es keine. Weder wird bislang genannt wer hinter der Firmengruppe steht, noch ist klar was die Spekulanten aus der Türkei kaufen wollen. Es könnte sein, dass man nur an der Saab PhoeniX Plattform interessiert ist und die Produktion in die Türkei verlagern möchte, wie die Presse mehrfach spekuliert hat. Die Anlagen in Trollhättan abzubauen und ein paar Kilometer weiter südlich, wo die Lohnkosten erfreulich niedrig sind, neu zu installieren, dürfte kein Problem sein. Vielleicht greift auch einer der letzten Vorschläge von Victor Muller, der meinte Youngman und die Bieter aus der Türkei sollten sich die PhoeniX Plattform teilen.

In mehreren Artikeln wurde gestern in der Presse über die PhoeniX Plattform berichtet, welche neuen, unbekannten Autoherstellern den Start erleichtern könnte. Die Meldung, Youngman hätte mittlerweile die Plattform erworben, ist allerdings falsch.

Richtig ist dagegen das Statement aus chinesischen Kreisen, dass die Person Victor Muller ein Hindernis für den Kauf des Autoherstellers gewesen sei.

Durch Verhandlungen, die parallel mit verschiedenen Saab Interessenten aus China geführt wurden und duch sprunghafte Entscheidungsfindungen hat sich der ehemalige Saab Chef keine Freunde in den oberen Etagen der NDRC gemacht. Das bestätigen auch gut informierte Kreise aus Schweden.

Allerdings ist diese Erkenntnis nicht wirklich neu und nur eine Fußnote im Drama um Saab. Und es ist Vergangenheit. Über Victor Muller und seine momentane Rolle gab es gestern in internationalen Foren und Blogs wilde Spekulationen. Da Muller juristisch gesehen kein Akteur mehr ist, ist seine Motivation wirklich unklar. Allerdings habe auch ich mehr Fragen als Antworten zu seinen aktuellen Aktivitäten und keine Erklärung.

Wichtiger ist, was jetzt kommt. Nur zur Erinnerung: Youngman ist nach wie vor der einzige Bieter, welcher ein klares Bekenntnis zum Standort Trollhättan und zur Entwicklung und Fertigung in Schweden geliefert hat. Solange bleibt das Unternehmen von Rachel Pang mein Favorit.

Ich starte jetzt mit meinem Saab und Familie in Richtung Süden um Freunde zu besuchen. News aus Schweden folgen, wenn es neue Ereignisse gibt.

Text: tom@saabblog.net

21 thoughts on “Saab Konkurs: Türkische Interessenten auf dem Weg

  • Hallo Carlsons.
    Ich habe einen 9-5 Vector Tid,2011.Brauchst du hilfe?
    Liebe Grüße aus der Steiermark.

  • Lieber Peter

    Ich teile deine Ansicht 100-Prozentig! Es ist bei den Autokonzernen sehr viel Kapital im Spiel und wenn dann auch noch Politiker und Staaten ihre Finger reinstecken und sich als Unternehmer aufspielen wollen, wird das ganze völlig unberechenbar. Ich kenne die wirtschaftlichen und sozialen Umfelde in Schweden nicht. Aber die Lohnnebenkosten sind garantiert (wie in den meisten Europaländer) sehr hoch und das verteuert alle hergestellten Produkte und der Endkunde zahlt gerade heute nicht jeden Preis. VM hat es vor längerer Zeit schon prophezeit, dass wir harten Zeiten entgegensehen werden.- Ich bin auf der Unterhaltungselektronik tätig und erlebe das seit 10 Jahren brutal.

  • ich, finde jedoch “obige” E-Mail-Adresse nicht

  • hallo
    wer besitzt auch einen neuen saab 95?
    der möchte sich bitte bei mir unter obiger email adresse einmal melden
    danke

  • Es braucht keine Autobild oder andere Automarken dazu um Saab herunter oder fertig zu machen. Es reichen ein amerikanischer Ex Besitzer und ein hollädischer Träumer und zu eigensinnige Administratoren aus um eine schwedische Traditionsmarke in Asche zu legen. Machen wir uns doch nichts vor . In der Automobilbranche und auch der zugehörigen Presse gibt es keine Gutmenschen , sondern jedem gehts nur darum für sich den größten Vorteil ( auch wenn so ein amerikanischer Konzern da etwas kurzsichtig ist )aus der Sache zu ziehen.Saab wird nur überleben wenn jemand der Geld hat einen großen Vorteil für sich sieht, was bei dem in der letzten Zeit von verschiedenen Seiten sehr viel zerbrochenen Ansehen und Vertrauen in die Marke Saab schwierig sein dürfte

  • danke!
    sonst hätte ich glauben müssen, dass zum saab-fahren eine gewisse einfalt und ignoranz gehört.

  • Ja stimmt, seltsamerweise habe ich bei Mietwagen der erstgenannten Marke folgendes festgestellt: Super Dieselmotor, super Bechleunigung, gute Sitze, gute Reifen, schönes Lenkrad, usw, aber ! nix passte zueinander. Das war wie zufällig übereinander gewürfelte Bestandteile. Als ich nach einer Weile wieder im Saab saß, dachte ich würde träumen……Hoffentlich verhandeln sich die Leute in Sweden nicht irgendwie zu Tode und gehen dann fröhlich nach Hause ? Gibt es denn keine aktuellen Statements oder Entwicklungen. Unterschreibt endlich Die Rede ist von globaler Weltmarke die jeder Will und die keine aufgeben will. Das ist wie Hund und Knochen, fressen tut er nicht, lässt aber andere auch nicht ran……

  • Genauso geht es mir eben auch, mit den Mietwagen der ewigen Testgewinner und die Enttäuschung folgte bei mir stets sofort bei Fahrtbeginn. Mercedes, BMW, Audi, VW, Ford, Skoda, alles dabei. Ich hatte immer die ewigen Testverlierer gekauft und mit diesen immer einen Riesenspaß gehabt, z.B. Lancia Dedra, Alfa 75, Citroen XM und Xantia, Saab 9-3 und 9-5, fahre die letzteren immer noch, gleich viermal 😉

    Ab und zu stieg ich dann wieder in aktuelles deutsches Premium und wunderte mich wieder. Ein aktueller 3er BMW aus 2011 fährt sich wie ein weichgespülter Alfa 75 aus 1991, der BMW macht einfach keinen Spaß und muß erst noch in die Sportwagenschule gehen… Von Ergonomie haben die hochgelobten Deutschen sowieso keine Ahnung, von Spaß oder Freude beim Fahren erst recht nicht. Hoffnungslose Übermotorisierung bedeutet nicht zwangsläufig Spaß, laute Motorgeräusche sind auch nicht unbedingt Sound, auch wenn einige Entwickler das so sehen…

  • Ich würde mir nie ein Auto auf Basis solcher Tests kaufen, sondern mir selbst ein Urteil bilden, denn das Auto muss zu mir passen und nicht zum Testfahrer. Ich fahre beruflich regelmäßig Mietwagen mit tollen Testergebnissen, die ich überhaupt nicht teilen kann.

  • Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing….

    Wer sich heute noch ernsthaft wundert, warum deutsche Fabrikate (bzw. deutsch kontrollierte Fabrikate) in der deutschen Autopresse ausnahmslos beste Bewertungen erhalten, sollte sich einfach mal die Mühe machen, und die Anzeigenstrecken dieser Fabrikate zusammenzählen. Da bleibt vom Magazin nicht mehr viel übrig. BMW hat beispielsweise zugegeben, dass sogar mindestens 70% aller Inhalte des “redaktionellen” Teils aus ihrer Marketingabteilung kommt. Es geht nicht um Wahrhaftigkeit, sondern um Auflage und gepuderte Anzeigenkunden.

    SAAB könnte eine gut vernetzte Marketingabteilung aus München gut gebrauchen…

  • Ich finde es in dieser aktuellen Situation einfach nur noch geschmacklos, welches Saab Bashing die Medien betreiben, siehe auch aktuelle Autobild, wo ein 9-5 gegen weitere nicht deutsche Limousinen auf dem letzten Platz landet, es gewinnt ein Skoda Superb (sic!), dann ein Peugeot, Volvo, Renault/Samsung und Jaguar. Bei der Imagewertung liegt Saab mit Peugeot gleichauf hinter Volvo, Jaguar und Skoda, nur Renault ist noch schlechter. Was soll das?

    Meiner Meinung nach gibt es nur eine Erklärung, die Journalisten sind bezahlt. Ich hätte am liebsten diesen Zeitung zerissen, werde auch das nicht mehr kaufen. VW-Werbung kann man sich auch gratis bei den VW-Händlern abholen.

    Aber warum dieses Bashing? Sind die anderen Automarken wirklich so schlecht, daß sie dieses notwendig haben, eine Marke wie Saab mit aktuellen Problemen so fertigmachen zu lassen? Das hat weder Stil noch Anstand, aber so etwas sucht man heutzutage ja oft vergebens…

  • Die Interessenten kommen nun mal aus den unterschiedlichsten Ländern – über deren politisches Geschick oder auch Ungeschick zu diskutieren gehört nun mal irgendwie dazu. Wir sitzen hier schließlich nicht in einem abgeschirmten Raum – auch wenn GM in Amerika dies gern so hätte.

    Mich persönlich würde noch interessieren, warum nun auch bei den türkischen Interessenten nur von Plattformen etc. die Rede sein soll – die haben doch selbst überhaupt keine namhafte Automobilproduktion in die derartiges integriert werden könnte. Eigentlich kann es sich somit nach meiner Ansicht nur um den Komplettkauf mit anschließender Produktion handeln.

    Joachim

  • Ich denke, dieses Jahr wird es keine Neuigkeiten mehr geben. Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr und hoffentlich gute Nachrichten für Trollhättan im Jnuar. Ganz besondere Wünsche gelten den Arbeitern von SAAB, wir müssen uns schlimmstenfalls ein neues Auto suchen, die SAAB Mitarbeiter stehen vor ganz anderen Problemen.

    Guten Rutsch ins neue Jahr!

  • Ich denke, die Ratlosigkeit in der wir uns alle momentan befinden, treibt seltsame Blüten.
    Chinesen, Amerikaner, Ata Türk persönlich, Feng Shui oder wer weiss ich noch alles, treibt sich hier herum ( thematisch )
    Wenn der ganze Zirkus vorbei ist, kümmern wir uns wieder um unsere Schätze – neben unseren Mädels meine ich damit die automobilen Besonderheiten, die wir unser Eigentum nennen können.

    Also – ein gutes, gesundes und sehr frohes neues Jahr an euch alle

  • “Gruss von zufriedenem 9-5 Fahrer!” Gruß von ebenso zufriedenen 9-5 II Fahrer

  • Man kann diese Kommentare der letzten Tage einfach nicht mehr lesen, ich hatte mir bisher einen Saabfahrer immer anders vorgestellt.
    Ich melde mich wieder, wenn es wieder um Saab, um unsere Autos geht und nicht um politisches Geplänkel von Guantanamo usw.
    Tom,ich denke gern an unser, damals von Freude geprägtes Gespräch in Leipzig zurück.

  • Falls der Käufer Magna oder aus der Türkei käme, würde dann 9-5 wieder freigegeben zur Produktion? Oder ist dieses Thema beendet. GM würde ja von Lizenzen profitieren und sooooo bahnbrechend ist ja nichts daran. Wer kann helfen? Gruss von zufriedenem 9-5 Fahrer!

  • wo lehne ich die chinesen ab?
    ich bin nur der meinung, dass z.b. die kanadier für mich die bessere option wären.
    nur weil die chinesen bis jetzt die für uns bekanntesten interessenten sind, sind sie nicht automatisch die heilsbringer und gutmenschen.
    ich bin zwar auch der meinung, dass die usa die menschenrechte mit füssen treten, wenn es ihnen in den kram passt, aber diese in einen topf mit den chinsesen zu werfen, finde ich schon weit hergeholt.

  • ich will hier keine politische Diskussion beginnen , aber nur bei China auf die Menschenrechts-
    schine zu gehen ist zu einfach ,um diese als Bieter abzulehnen.gibt es diese doch auch zb in der USA bzw durch die USA (guantanamo , Fa. Blackwater und deren Nachfolgeunternehmen , CIA ) ok , da werden keine Amerikaner getötet ,nur Erdbewohner…. und auch die USA hat die todesstrafe nicht abgeschaft

  • Hallo Tom.

    mal eine (vielleicht blöde) Frage vorweg: Damit man die Phoenix-Anlage verlagern könnte, müßte diese ja bereits aufgebaut sein -ist das in Trollhättan in letzter Zeit überhaupt schon erfolgt?

    Ansonsten habe ich weiterhin eine positive Einstellung zu den höchstwahrscheinlich kapitalstarken türkischen Interessenten. Es könnte ja durchaus von denen angedacht sein, die künftige Produktion von Fahrzeugen “zweigleisig” zu starten (Trollhättan sowie ein türkischer Standort) – man muß dabei bedenken, dass aufgrund von zunächst weniger Modellreihen, wesentlich weniger Personal (Lohnkosten) benötigt wird.

    Bei völliger Stilllegung des Standorts Trollhättan, wäre das Image künftiger hergestellter Fahrzeuge mit Sicherheit nicht so gut – dies sollten sämtliche Interessenten bei Verhandlungen bedenken.

    Joachim

  • die aufgabe von vm war es sicher nicht, das ndrc zu seinen freunden zu machen – die aufgabe des ceo war es, saab zu retten, was leider nicht gelungen ist.
    die chinesen sind nicht die armen lämmer, als die sie hier dargestellt werden, das sind knallharte geschäftsleute, die gepokert haben bis zum schluss und daher war es mehr als richtig, dass vm versucht hat, immer auch alternativen aufzubauen.
    dies ihm heute vorzuwerfen, ist grotesk.
    es ist nicht nur das richtig, was gelingt, das wäre als argumentation mehr als ein armutszeugnis.
    ist es eigentlich den lesern hier noch präsent, dass china eine diktatur ist, in der andersdenkende verschwinden usw?
    könnte es nicht sein, dass vm immer noch ein vitales interesse an der rettung von saab hat?

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