Saab Krise: Leichte Hoffnung aus Stockholm

Gestern war in Schweden das Luciafest, welches den Schweden sehr wichtig ist. Die schwedische Gemeinde Frankfurts hatte einen Empfang im Römer und Vertreter von Saab Dautschland waren natürlich mit dabei. Vielleicht brachte der alte Glaube dem ein oder anderen Verhandlungspartner in Stockholm gestern das Licht der Erleuchtung. Mittlerweile meldet die Presse in Schweden dass sich die Parteien aneinander angenähert haben und dass die Einigung kurz bevorsteht.

Möglich wäre, so schreibt Dagens Industri, ein Ergebnis am Donnerstag oder Freitag. Auch über die Tatsache, dass weit über eine Milliarde Euro in den nächsten Jahren nach Trollhättan fließen soll berichtet man. Im Prinzip deckt sich das, was man berichtet weitgehend mit unserem Wissenstand. Youngman soll über stimmrechtslose Vorzugsaktien beteiligt werden, ich könnte mir auch andere Formen vorstellen.

Ist Youngman ohne Stimmrecht, dann kann GM (normalerweise) keine Einwände erheben. Allerdings gäbe es noch andere Möglichkeiten der Absicherung, die den Deal mit Detroit noch sicherer machen könnten. Die Finanzierung von Saab und der gemeinschaftlichen Entwicklungsfirma erfolgt über eine Bank aus China, Youngman stellt für die Kredite die Sicherheiten.

Ob es die heilige Lucia war, die scheinbar Einsicht gebracht hat, oder ob es die Erkenntnis ist dass der Fisch doch noch von der Angel geht, egal. Wichtig ist, es bewegt sich was in Stockholm.

Ein Hoffnungsstrahl, nicht mehr. Erst wenn die Verträge unterschrieben sind und Geld auf den schwedischen Konten ist, erst dann gibt es Jubel.

Bis dahin, zurücklehnen, Ruhe bewahren oder dem besten Hobby der Welt nachgehen. So wie ich. Ich starte jetzt zum zweiten Teil der „Mission 9000“ 🙂 . Details folgen.

Text: tom@saabblog.net

7 Gedanken zu „Saab Krise: Leichte Hoffnung aus Stockholm

  • wieviele leben hat eine katze…?
    eines ist sicher: saab hat mehr und dieser spruch muss umgeschrieben werden.
    vm wird sicher irgendwann ein buch schreiben, da bin ich sicher und dieses wird sicher ein kassenschlager. auf jeden fall ist er sicher der hartnäckigste verhandleer und muss extremes sitzfleisch haben.

    • Man merkt anscheinend, daß er Teilhaber einer Schiffsbergungsfirma war (noch ist?)… eines der Stahlkabel hat er sich wohl mal als Verhandlungsnerv einsetzen lassen…

      Mal sehen, was jetzt als nächstes passiert.

  • Hallo zusammen,

    Zitat von Tom: „Ist Youngman ohne Stimmrecht, dann kann GM (normalerweise) keine Einwände erheben.“

    Das heißt ja das GM trotzdem noch zustimmen müsste. Wenn man GL Glauben schenken darf, dann war GM nie an Verhandlungen interessiert (siehe http://www.lifewithsaab.com/2011/12/gm-was-not-interested-in-negotiation.html). Warum sollte GM irgendetwas an dieser Einstellung ändern?

    Außerdem schreibt Tom „normalerweise“: Aber der Normalfall heißt Normalfall weil er normalerweise nicht vorkommt. 🙂

    Jetzt schlagt mich nicht wegen meines Pessimismus, aber ich glaube erst an eine Lösung, wenn sämtliche Verträge unterschrieben sind.

    Gruß
    Achim

    • Mal sehen wie sich GM auf die eben erschienene Meldung einstellt. China möchte ab Donnerstag Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus den USA einführen. Für GM Autos sollen demnach Zölle von 8,9% erhoben werden. Es sind eben nicht nur die Autobauer in den USA welche sich gute Handelsbeziehungen mit den Chinesen verscherzen.

  • Warten wir einfach ab. Tom versorgt uns bestens mit allen Neuigkeiten zum Thema. Der Rest sind eh nur Spekulationen. Wie sich GM hierzu positionieren wird wage ich nicht zu prognostizieren. Dennoch, es ist ein Hoffnungsschimmer am Horizont, den ich sehr gern sehe.

  • vielleicht dämmert es den „bossen“ in detroit ja langsam, daß es ungünstig ist, sich mit den „genossen“ in china anzulegen. denn auch in china fällt das geld nicht vom himmel, es muß erwirtschaftet werden. und da staat, verwaltung und wirtschaft – zumindest von außen betrachtet und auf der grundlage der hier verfügbaren informationen – ein „knüngel“ ist, kommt die retourkutsche sicherlich und wird dann um so heftiger ausfallen, je länger sich gm jedweder lösung widersetzt. und ob es vor dem hintergrund eigener wirtschaftlicher interessen wirklich so sinnvoll ist – den verlust von ein paar hundert mio euro chinesicher herkunft billigend in kauf nehmend – saab schlußendlich ein weiteres mal über die klinge springen zu lassen, das erscheint mir zumindest hinterfragenswert.
    denn auch im land des lächelns werden offene rechnungen irgendwann eingefordert und – mehr oder minder freiwillig und auf die eine oder andere art – beglichen. denn für das alttestamentarische „auge um auge“ gibt es im asiatischen kulturkreis sicherlich eine entsprechende regelung. warten wir ab …

    frohes schaffen

    thomas

  • ich bin sicher, dass keiner hier den wortlaut der vereinbarungen mit gm kennt und es daher nur unnötige spekulationen sind.
    vm kennt die vereinbarungen und wird entsprechend agieren – wohl wissend, dass alles andere nicht funktioniert.

Kommentare sind geschlossen.