Saab Krise: Die aktuelle Entwicklung in Schweden

In Stockholm laufen die Verhandlungen mit Youngman weiter, gestern berichteten Freunde von einer kritischen Phase. Details dazu gibt es nicht, Ergebnisse auch nicht. Victor Muller setzt seine Angriffe auf Lofalk weiterhin fort und will den Administrator zur Ablösung freigeben. Ein entsprechendes Statement soll an das Gericht nach Vänersborg gehen.

Lofalk als Administrator ablösen ist das eine, die Fortführung der Rekonstruktion das andere Ding. Dazu braucht man liquide Mittel auf dem Konto und die fehlen leider immer noch. Die Gehälter haben, so Muller, Priorität. Aber in Sicht sind die Zahlungen für Lohn und Gehalt nicht. Das führt zur Notlage für die Saab Mitarbeiter jetzt mitten in der Weihnachtszeit. Notkredite werden über die Gewerkschaften organisiert. Eine traurige Sache.

In Schweden kommt immer mehr die Diskussion, wie es nach einem Saab Konkurs weitergehen wird. Die Meinung ist fast klar, nur eben nicht im Detail. Der Konkurs wird nicht das Ende sein, es wird einen neuer Anfang für Trollhättan geben. Dass es mehrere Parteien mit Interesse gibt ist klar. Nicht alle wollen den Fahrzeugbau weiterführen.

In Schweden gibt es ein Konsortium welches die Saab Fabrik als Zulieferer Betrieb im Bereich Fahrzeugtechnik und als Denkfabrik weiterführen will. Ein Leben nach dem Konkurs, wir werden sehen.

Dass Muller die Wende packt, glauben immer weniger in Schweden. Meinen Freunden in Stockholm geht es ähnlich, seit dem Anfang der Krise ist der Optimismus ständig gesunken. Jetzt haben wir einen Tiefstand errreicht.

Die SWAN Aktie hätte eigentlich auf Mullers Pläne reagieren müssen. Denn nach dem was publik wurde bleibt Swedish Automobile zu 100 % Eigentümer von Saab und der Autobauer bekommt viel Geld aus China. Der Aktie ist es egal, sie bewegt sich kaum. Entwicklungen an der Börse nehmen die Zukunft vorraus, wie wir wissen.

Zeit für Muller, positive Meldungen zu produzieren. Wir warten.

Text: tom@saabblog.net

6 Gedanken zu „Saab Krise: Die aktuelle Entwicklung in Schweden

  • Ein Konsortium. das als Teilelieferant antreten möchte, wäre sicher auch eine Möglichkeit – für die weltweiten SAAB-Enthusiasten und andere Gruppen allerdings wohl eher nicht so interessant.

    Wollen denn die Chinesen nun auf lange Sicht das Ruder übernehmen oder nicht? Nach den heutigen Infos erscheint diese Möglichkeit nicht mehr ganz so im Vordergrund zu stehen – in Bezug auf diese gestern favorisierte Lösung (zunächst bliebe Swedish Automobile ja der Eigentümer) müßten aus Schweden dringend weitere Stellungnahmen folgen. Außerdem würde uns hier in Schleswig-Holstein sehr interessieren, welche anderen Parteien noch Intersse zeigen. Es müßte jetzt schleunigst zu einer tragfähigen Lösung kommen – die ganze Angelegenheit zeitlich noch weiter zu dehnen, wird nur noch sehr begrenzt funktionieren.

  • Viel Zeit hat CEO Victor Muller nicht mehr.

  • Aus meiner Sicht wird immer mehr klar, dass ein Konkurs unausweichlich wird, weil man es so will:-( Natürlich werden sich die „übrigen, interessierten Parteien“ hüten, vor dem Konkurs zu intervenieren – danach ist es wesentlich billiger.
    Und genau macht mich persönlich wütend. Auf dem Buckel von tausenden von Mitarbeitenden werden solche Finanzspiele ausgetragen. Deshalb kann ich mich dann nicht vorbehaltlos freuen, wenn am Schluss die SAAB durch einen der „rettenden“ deutschen Konkurrenten als Schnäppchen übernommen wird.
    Für mich ist es einfach unverständlich, dass die schwedische Regierung nicht schon lange Geld investiert hat, um die Produktion am Laufen zu halten und um Umsatz und um Umsatz zu generieren. Käufer hätte es ja wie Sand am Meer, oder?
    Es Grüessli aus der schönen Schweiz

    • Ja zumindest in der Schweiz wo Saab noch ziemlich gut aufgestellt ist. Aber auch im 2011 hat Saab in der Schweiz nur knapp 300 Autos verkauft, früher waren es immer so um die 2000. In Deutschland sieht es leider anders aus. Nun, warten wir ab aber langsam geht mir das Theater in Schweden doch ziemlich auf die Nerven. Es scheint mir nachwievor nicht klar warum die Sache nicht schneller geht?

  • ….Ich teile zum Teil deine Ansicht. Aber wenn vieles bereits verpfändet und verkauft worden ist, kann man „es“ nicht mehr kaufen. Es ist nicht Aufgabe von Staaten, Fabriken zu erwerben. So lernt es uns (im Westen) die Matktwirschaft jedensfalls. In China ist das bekanntlich anders. Tom hat es geschrieben: Wir können nur zuwarten, was in Südschweden passiert…..

  • Nun muß wirklich die Lösung her – könnten wir künftig keine neuen SAAB-Automobile mehr erwerben, dürfte es uns wie unzähligen anderen SAAB-Besitzern schwer fallen, das Produkt eines anderen Konzerns als passend zu empfinden.

    Ein deutsches Fabrikat würden wir nicht wählen (Geschichte, Eigentümerstrukturen oder einfach nur das Fahrer-Image wären hier für uns äußerst hinderlich) – amerikanische Fabrikate „geht überhaupt nicht“!

    Die Auswahlmöglichkeit schrumpft somit auf sehr wenige adäquate Hersteller – hätte Jaguar noch ein Modell mit Frontantrieb im Programm wäre die Sache klar…

    Aber vielleicht kommt die eine oder andere Idee von VM (was ist nun mit den Chinesen?) ja doch noch zum Tragen – sehen wir mal.

    Außerdem würde unser 9-5 – wie gestern berichtet – zur Not noch lange Zeit mitspielen!

    Aus Hamburg wünschen wir uns und allen Interessierten weitere Infos und natürlich ein schönes Wochenende

    Joachim

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