Saab Lage: Der schwarze Freitag (droht)…

Update: 19:12

Seit Monaten schreibe ich diesen Blog und an jedem Freitag denke ich mir „es kann nur noch besser werden“. Wurde es nicht, wie wir alle wissen. Letzten Freitag war ich mir dann sicher – es wird besser werden, denn alle Indikatoren standen auf „Go“. Wie man sich täuschen kann.

Ja wirklich, es ist erstaunlich wie man sich täuschen kann, auch wenn man denkt schon vieles gesehen zu haben. Der kommende Freitag droht der schwärzeste aller Freitage zu werden. Drei Gewerkschaftsverbände sind es, die das Schicksal von Saab jetzt entscheiden. Die IF Metal, welche die Mitarbeiter der Produktion vertritt, tagt in Trollhättan und überlegt ob sie morgen den Insolvenzantrag stellen wird.

Nicht mehr überlegen wird die kleine Gewerkschaft der schwedischen Ingenieure. Deren Mitglieder sind für den Insolvenzantrag und man möchte gemeinschaftlich mit der Union Gewerkschaft diesen am Freitag stellen. Jetzt hängt alles an den Büroangestellten, welche die Union Gewerkschaft vertritt. Endscheidet man dafür, dann ist der Konkursantrag morgen sicher. Die Union Gewerkschaft wird, so sieht es aus, Saab eine weitere Frist einräumen. Zwei, maximal drei Tage, spätestens am Dienstag wolle man zum Gericht ziehen, so Martin Wästfelt von der Union heute abend.

Auf die IF Metal wird man nicht warten, so die Gewerkschaft der schwedischen Ingenieure. Sollte Victor Muller wirklich einen Plan „D“ haben, sollte er den jetzt bringen. Wenn nicht, sehen wir vielleicht in den nächsten Stunden das endgültige „Aus“ für den Automobilbau in Trollhättan.

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Zu groß ist die Bedeutung von Saab für die Region, als dass ich mir den Untergang vorstellen will. Viele andere Szenarien sind möglich. Aber das ist eine andere Geschichte und für heute ist es einfach genug.

Ich schalte den Mac jetzt aus, nur bei wirklich ganz wichtigen Dingen kommt heute noch was.

Wir sollten vielleicht jetzt alle unsere Kisten auschalten, ein Bier mit guten Freunden trinken, Saab Fahren :-), oder uns um die Familien kümmern.

Denn morgen ist auch noch ein Tag.

P.S.: Eines habe ich dennoch vergessen. Es könnte sein, dass die ganzen Gläubiger mehr oder minder leer ausgehen. Denn Saab hat zwei Gläubiger, welche an erster Stelle stehen. Wie bekannt, ist da die Reichsschuldenverwaltung, sprich der schwedische Staat, welcher für das EIB Darlehen bürgt. An zweiter Stelle steht – welch Überraschung – Alt-Eigentümer und hier Dauerleser GM. Gesichert über Grundschulden ist die GM Finazierungstochter so gut dabei, dass für die Lieferanten, wenn überhaupt nur Krümmel vom Kuchen bleiben werden. Ein Schelm, der einen Plan dahinter sieht.

Text: tom@saabblog.net

20 thoughts on “Saab Lage: Der schwarze Freitag (droht)…

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    danke philmos – mit deinen ausführungen triffst du es auf den kopf!
    wir haben hier in unmittelbarer nachbarschaft einige unternehmen, die von us-amerikanischen konzeren aufgekauft wurden.
    diese haben jahrelang das geld aus den firmen gezogen und anlässlich der letzten krise als erste kurzarbeit angemeldet, damit der dumme deutsche steuerzahler dafür bezahlen kann.
    es ist weltweit das gleiche: gewinne werden kapitalsiert und verluste werden sozialisiert.
    die kleinen müssen ganz anders agieren: reserven aufbauen für schlechtere zeiten, sonst gibt es kein überleben.
    das system ist mehr als marode und menschen zählen schon lange nichts mehr, nur „shareholder value“.
    viele dinge, die man früher strafrechtlich geahndet hätte, wurden legalisiert und heute sind solche „manager“ eben keine verbrecher mehr, sondern sie werden als „clever“ tituliert.
    und genau hier unterscheidet sich ein vm, auch wenn er natürlich auch vom fortbestehen von saab persönlich partizipiert: er identifiziert sich und kämpft – welcher us-amerikanische manager in deutschland oder sonstwo, würde das ihm gleichtun?

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    Vielen Dank für die tolle Schilderung der Region und Situation, Marcus. Genauso hatte ich mir das auch vorgestellt nach meinen Internetrecherchen, ohne jemals da gewesen zu sein. Aber es sitzen alle in einem Boot.

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Politik in dem Fall von Saab derart stillhält, das wäre in D sicher anders, wo viele Politiker die Chancen nutzen würden, um sich als Arbeitsplatzretter Wählerstimmen zu sichern.

    Was die letzten Jahre bei Saab angehen und die Medienberichte, es sei nie Gewinn erwirtschaftet worden. Glaubt auf keinen Fall, was da veröffentlicht wird. Sicher ist es ein Hochlohnland, sicher wurde auch viel investiert, sonst hätte es keine Innovationen und keine so moderne Fertigung gegeben. Aber ich kenne Konzerne, es gibt auch Hinweise, daß Saab systematisch ausgecasht wurde. Das geht ganz einfach über interne Verrechnungspreise, es werden solange Rechnungen gelegt und auch gezahlt, bis ein Minus entsteht. Und einer solchen Firma dann vorzuweisen, keine Gewinne auszuweisen, ist schlichtweg gemein.

    Die Mütter saugen sozusagen die Töchter aus, um ihnen dann vorzuwerfen ausgesaugt worden zu sein, um eine Analogie zu bemühen.

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    ich kenne den westen schwedens sehr gut – nach 25 jahren jährlichen urlaubs an der westküste kann man sich schon ein wenig ein bild machen.
    natürlich boomt der tourismus in bohuslän von marstrand bis zur norwegischen grenze, aber eben nur 2-3 monate im hochsommer, sonst ist da tote hose.
    die gegenden hinter der küste, wozu auch trollhättan und vänersborg gehört, können sicher nicht vom tourismus leben, sondern brauchen eine menschenintensive industrie, um zu überleben.
    die gegend hat schon einge krisen hinter sich und ich kann mich gut erinnern was passierte, als volvo sein montagewerk in uddevalla geschlossen hat – es ist bis huete nicht mehr zur einstigen blüte zurückgekehrt.
    ein wegfall von saab wird nicht nur für trollhättan und vändersborg katatstrophale auswirkungen haben, sondern für ganz schweden.
    trollhättan hat die wirklich interessanten schleusen des göta-kanals, aber ansonsten – ich bitte um entschuldigung – ist die stadt nicht wirklich sehenswert.
    also muss industrie her, um die bevölkerung zu ernähren.
    fast alle kennen wir diese gegenden nur während der „hellen“ monate – die menschen dort leben aber in der gegend das ganze jahr und müssen ihr geld verdienen.

    daher kann ich diese richter nicht einmal anstzweise verstehen. es geht hier nicht um vm, die chinesen oder die grosse fangemeinde und ich würde auch ein anderes auto finden, wenn es denn sein müsste, aber: hier geht es um das ureigenste interesse der schwedischen bevölkerung und diesem hat das gericht in vänersborg einen bärendienst erwiesen!

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    So sehe ich das auch. Es wird für ein oder zwei Monatsgehälter der Arbeitsplatz vernichtet im schlimmsten Fall. Was ist wohl dauerhaft besser? Ich glaube, jeder, der noch bei Verstand ist, schnallt den Gürtel enger und überbrückt diese Zeit, als daß er arbeitslos wird und dann dauerhaft am Tropf des Staates hängt. Stichwort: Ältere Arbeitnehmer, strukturschwache Region in Schweden etc. In der Autoindustrie gibt es keine Alternativarbeitsplätze, das ist Illusion.

    Als Unternehmensberater wird mir schlecht, wenn ich an das ganze wertvolle Know How der Mitarbeiter denke, was dann brachliegen würde. Saab versteht es nämlich im Gegensatz zur Konkurrenz, langfristig haltbare Autos zu bauen, wahrscheinlich zu haltbar, sonst wären mehr gekauft worden.

    Das ist echte Nachhaltigkeit und rechtfertigt auch höhere Preise. Wenn ich das mit den Wegwerfautos von Fiat oder PSA oder auch aus deutscher Produktion vergleiche. Ich habe alle schon gefahren. Nur der Saab scheppert bei fast 200.000 Km nicht. Der Citroen bestand schon bei 100.000 Km nur noch aus Einzelteilen, wo alles abfiel, und das bei einem Preis von über 20.000 Euro, Mittelklasse.

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      Nun ja, man möge bitte SAAB nicht verklären und in den Bereich des unfehlbaren, einwand- und mängelfreien Produkts heben. So ist es nun wieder auch nicht. Und wenn man nicht zur Gruppe der Schrauber gehört sondern bei jedweder Störung den Service aufsuchen muss, freut sich bestimmt nicht über die überhöhten Preise. Insbesondere dann nicht, wenn völlig überteuerte Ersatzteile erforderlich sind. Ich weiß, wovon ich schreibe. Die beiden schwedischen Automobilfirmen bauen (bauten) unzweifelhaft vorzügliche Fahrzeuge, die aber, und da sind sie ihren Mitbewerbern ebenbürtig, auch nicht frei von Störungen sind.

      Und übermäßiger Rostbefall ist sicher kein Zeichen von echter Nachhaltigkeit.

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        Ja, da hast du auch recht. Es gab viele echte Flops wie den 9-5 3.0 V6 TiD von Isuzu oder die Versummpfung der ureigenen Saab-Motoren, der sicher zu der Misere großteils beigetragen hat. Das mit dem Rost bei 9-3 I und 9-5 I geht mir auch auf die Nerven, das kannte ich von Alfa und Citroen nicht so in dem Ausmaß. Dann das ständige Versagen und Einrosten der Scheinwerferwischer-Motoren und die Pixelfehler im Display.

        Aber wenn ich mit BMW, Mercedes und Audi vergleiche, kommt Saab ganz gut weg dabei. Die Start-Stop-Miseren von BMW werden erst noch kommen, wenn die Autos so richtig in die Jahre kommen. Einen Vorgeschmack hatte ich auch schon mit einem 318d, bei dem bei 40.000 Km die Kupplung platt war…

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        Die Ersatzteilpreise waren im Vergleich zu anderen Automarken niemals überhöht – ich weiß auch wovon ich schreibe!

        Unsere SAAB-Fahrzeuge waren in der Vergangenheit beim Weiterverkauf teilweise ziemlich betagt (15 Jahre und mehr) – allerdings gänzlich ohne Rostbefall.

        Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Sie mit Ihrer Teilnahme hier im Blog bezwecken – wollen Sie Werbung für Mercedes & Co. machen? Das Problem insbesondere bei Mercedes ist leider, dass die Fahrzeuge nachweislich ab ca. 3 Jahre vom Rost befallen sind. Bitte mal die Autolackierer kontaktieren, die mit Garantie-Nachbesserungen an Mercedes-Fahrzeugen beauftragt sind – dort finden Sie auch reichlich halb zerlegte sog. junge Fahrzeuge (teilweise unter 3 Jahren), die wieder hergerichtet werden!

        Schöne Grüße aus Hamburg
        Joachim

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          Was meine drei Saabs anbetrifft, so jammere, sofern ich überhaupt jammere auf hohem Niveau. Zwei davon werden im harten Alltag bei Wind und Wetter in den Alpen bewegt Stichwort: Salz im Winter, und stehen auch nicht in der Garage. Da kenne ich ganz andere Autos aus meiner Erfahrung. Mein 9-5 aus 2003 hat noch überhaupt keinen Rost, der 9-3 aus 2002 leicht, der 9-3 aus 1999 auch ganz leicht an den kritischen Stellen. In diesem Alter sind andere Automarken schon jahrelang Konservendosen. Über die mechanische Haltbarkeit kann ich nichts Negatives sagen. Da kenne ich wirklich andere Autos, bei denen ständig was war.

          Mit deutschem Premium hatte ich und viele meiner Freunde und Bekannten nur Ärger.

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    so sehr mir jeder einzelne mitarbeiter leid tut, der sein gehalt nicht pünktlich erhält, so wenig verständnis habe ich dafür, dass gewerkschaften innerhalb von zwei wochen des neuen monats allen ernstes konkursantrag über den arbeitgeber ihrer mitglieder stellen wollen und evtl. aus gesetzlichen gründen heraus sogar müssen.
    inwieweit dies ihren mitarbeitern von nutzen ist, erschliesst sich mir nicht.
    hier fehlt jede verhältnism#ssigkeit!

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    Ihr mögt meine Sicht als sehr zynisch betrachten, aber dieses Vorgehen eröffnet – zumindest theoretisch – auch neue Chancen: So könnte ein grosser Autokonzern mit Mehrmarkenerfahrung (z.B. VW oder BMW) aus der Konkursmasse die Marke und weitere „Rosinen“ kaufen ohne sich mit dem kläglich gescheiterten heutigen Management oder den Chinesen, die zwar Vertriebskompetenzen – aber viel zu wenig Geld & Technologie haben (man denke an die Milliarden, die Tata in Jaguar und Land Rover gesteckt hat) herumschlagen zu müssen.

    Es gibt nur noch ein Chance – bei einem der ganz Grossen unterschlüpfen – alle anderen Wege sind mitterweile völlig illusorisch. Die Kosten für die Neuaufbau des Lieferanten- und Vertriebsnetzes, die beide massiven Schaden genommen haben, sind so hoch, dass die Gelder aus China nie und nimmer für einen nachhaltigen Neustart inkl. Teilerneuerung und Ausweitung der Produktepalette reichen.

    Daher erachte ich die Entscheidung der Richter als hart aber inhaltlich korrekt.

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      Ich habe es so verstanden, dass grundsätzlich nicht sicher gesagt werden konnte, ob die Investition der Chinesen überhaupt klappt (die Entscheidung der staatlichen Stellen in China ist bekanntlich noch nicht gefallen) – und dies hatte die Richter gestört. Es ging nicht um das zunächst vorgesehene Volumen der Investition aus China – wir wissen doch alle nicht, ob die Taschen der Chinesen mittlerweile vielleicht doch recht tief sind (sollte mich nicht verwundern) und somit weiterhin die Finanzierung ohne Probleme verlaufen würde.

      Bitte die Chinesen nicht so negativ sehen – toll wäre es, wenn die Entscheidung der staatlichen Stellen dort bereits in den nächsten Wochen käme (ein „Zerlegen“ von SAAB in Trollhättan wäre so schnell nicht zu bewerkstelligen). Die erwähnte Zerlegung wäre ohnehin keine intelligente Option. Weder in Bezug auf das Personal noch in Bezug auf das Werk selbst – es gehört zu den modernsten Produktionsstätten in Europa!

      D. R.

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    Habe gerade die Pressekonferenz von Muller auf Saabsunited gesehen. Auf mich macht er den Eindruck, der noch viele Trümpfe im Ärmel hat und sich nicht so schnell aufgibt. Ich sah Unverständnis über dieses Gericht und seine Beschlüsse, das war sicher so nicht geplant.

    Ich glaube, ich kaufe mir aus Frust noch einen vierten Saab. Davon kann man nie genug haben…

    Derzeit habe ich zwei 9-3 Generation I Coupé Benziner 2.0 und Limousine 2.2 TiD und einen 9-5 Limousine Generation I 2.2 TiD.

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    Mir fehlen echt die Worte, deshalb mach ich jetzt auch den Computer aus und trinke eine Tasse Tee.

    Gute Nacht! 🙁

    Marco

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    ich glaube schon das VM einen Plan D hat und die gewerkschaften etc. davon auch einiges wussten.
    Nur nicht eingeplannt war die Gerichtsentscheidung zur Rekonstruktion. Bei einem „JA “ hätte
    man bestimmt in irgend einer Weise die Zeit überbrückt bis von der chinesischen Staatsbehörde
    das OK zur Beteiligung gekommen wäre. jetzt sind wir Alle erst mal erstarrt und sollten das Wocheneende relaxen und uns nicht mit der SAAB Krise beschäftigen.
    Deshalb wünsche ich Allen ein schönes Wochenende

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    Bitte nicht so schwarz sehen! Jeder, der einen Funken Wirtschaftsverstand besitzt, sieht, daß in Saab immer noch ein großes Potential steckt und daß die Firma gerade in einer Übergangsphase im ungünstigsten Augenblick erwischt wurde, eine Häufung unglücklicher Umstände. Das kennt jeder Unternehmensberater wie ich und weiß leider auch, daß es kritische und verwundbare Phasen bei jeder Sanierung gibt. Und in genau einer solchen, wurde Saab nun erwischt, leider.

    Aber ich denke, daß die Hoffnung zuletzt stirbt, daß schon ganz andere Firmen überlebt haben (BMW, VW, Porsche, Seat, Audi etc.), die in den vergleichbaren Situationen deutlich weniger Substanz vorzuweisen hatten und daß dem Management von Saab schon noch einiges einfallen wird!

    Ich würde auch nicht zuviel auf die Medien und die selbsternannten Autoexperten wie Dudenhöfer etc. geben. Deren Einschätzungen und Logik (Stückzahlen, Nischen etc.) zufolge dürfte es auch keine Marke Porsche mehr geben, aber interessanterweise gibt es Porsche ja immer noch.

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      Gerade weil ich etwas mehr als einen Funken Wirtschaftssachverstand habe, helfen Hoffnungen oder gar verschleierte Ankündigungen von VM nicht wirklich. SAAB war und ist seit Jahrzehnten mehr oder weniger künstlich am Leben erhalten worden. Das sind Fakten und daran ändern auch Wunschvorstellungen herzlich wenig; die inzwischen aufgelaufenen Verbindlichkeiten sind einfach ruinös und könnten selbst mit Mitteln aus einem ominösen Plan B, C oder D nicht bedient werden. Und Kronen für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Produktion fehlen ebenso wie eine notwendige Nachhaltigkeit beim Absatz.

      SAAB baut(e) aus meiner Sicht schöne und ausgefallene Automobile. Leider gab (gibt) es zu wenig Interessierte, die ein erfolgreiches Überleben ermöglichen oder ermöglicht haben.

      Vergleiche mit BMW oder anderen deutschen Herstellern sind untauglich, da Sanierungen oder Übernahmen in einer Zeit des beinahe ungebremsten Wachstums durch solide Investoren vorgenommen oder begleitet wurden. Das zumindets sollte bereits bei einem Funken Wirtschaftsverstand bekannt sein.

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        Im letzten Absatz taucht die Beschreibung „solide Investoren“ auf – bitte mal in die Archive gucken (unter BMW) und dabei lernen, dass es sich bei Familie Quandt um alles andere handelt als um beispielhafte Investoren. Das Vermögen wurde nachweislich zu einem großen Teil durch den Einsatz von Zwangsarbeitern für das Nazi-Regime „erwirtschaftet“.

        Darüber wurde auch mehrfach auf allen möglichen Fernsehkanälen mit ausfühlichen Dokumentationen berichtet – aber so etwas ist ja langweilig. Da werden lieber belanglose Filmchen über die tollen deutschen Autos geguckt!

        Julie

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          Absolut richtig. Das meinte ich auch. Bei BMW war es eine absolute Wackelpartie, das Überleben war hauchdünn, und es gab keine echten Assets, ein paar Luxusautos aber sonst nichts. BMW sollte an Mercedes gehen, weil sie sonst keiner wollte. Wer sich die jüdischen Besitztümer und Gelder unter den Nagel gerissen hat, will ich als selbst Geschädigter hier nicht ausbreiten. Für mich steht fest, ich kaufe keine deutschen Autos. Wenn es Saab nicht mehr geben sollte, kaufe ich Hyundai, wenn schon Aldi/Hofer, dann aber richtig.

          VW hat mit dem Schwächeln des Käfers und dem 1500, der nicht so richtig ankam und veraltet war, Anfang der 70er vor dem Golf massive Probleme gehabt. Das Land Niedersachsen und auch der Golf rettete VW.

          Porsche war Anfang der 90er klinisch tot, es wurden nur noch 30.000 Autos produziert, das meiste war VW-Technik. Interessante Parallelen. Wenn nicht Wiedeking das wieder aufgebaut hätte, hätten sie auch Porsche geschlossen. Das war alles in einer Zeit, als Piech Vorstandschef war.

          Audi wurde über ein einzige Modell und das Engagement von F&E gerettet, der Prokuristenmercedes Audi 100. Es war das Engagement von einigen wenigen,die an die Marke glaubten.

          Ich habe x weitere solche Beispiele, aber das führt zu weit…

          Wer der Meinung ist, es geht nur mit Größe, der irrt einfach. Ich habe als Berater x Start-Ups und Sanierungen miterlebt. Es gibt durchaus viele unerklärliche Wunder.

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          Ich habe von soliden Investoren gesprochen und nicht von beispielhaften. Solide war der Investor Quandt bei BMW im Sinne einer soliden und nachhaltigen Finanzierungsstrategie; im Falle von SAAB tischt VM regelmäßig neue Geschichten mit kurzen Halbwertzeiten auf, das ist weder solide noch nachhaltig. Und selbst anscheinende finanzielle Engagements chinesischer Partner haben sich bisher als wenig bis gar nicht solide herausgestellt.

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    ….danke Dir… 🙁
    ich fahr ne Runde mit Saabine und dann ein Bierchen in der Garage…

    gute Nacht

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