Saab Lage Schweden: Update zur Situation

Momentan lebt Saab in verschiedenen Welten. Hier laufen die Vorbereitungen zur IAA auf Hochtouren und wir haben über die europäischen Klubs ein kleines, feines Netzwerk aktiviert, so dass Saab Fans in ganz Europa in den nächsten Tage mitbekommen, was hier für die Marke läuft. Vielleicht auch die Presse, die schlechte Saab Nachrichten aufsaugt wie ein trockener Schwamm das Wasser.

Vielen Dank nochmal an Andreas, dem Präsidenten des 1. Deutschen Saab Clubs, ohne die enge Zusammenarbeit mit ihm und seinem guten Ruf in der Szene wäre nur die Hälfte dessen möglich gewesen, was wir in kurzer Zeit aktiviert haben.

In Schweden brennt mittlerweile die Luft und die Spekulationen zum möglichen Saab Ende steigern sich täglich. Das geht mittlerweile den ausländischen – sprich nicht schwedischen – Medien zu weit. Es scheint, so ist zu lesen, dass es für einige in Schweden nicht schnell genug gehen kann und sie das Ende des Autobauers gar nicht erwarten können.

Leider sind diese Nachrichten auch nach Deutschland gekommen und ohne Überprüfung von dem ein oder anderen Schreiberling übernommen worden. Schlechte Recherche, und “falsche” schlechte Nachrichten, welche die Leserzahlen nach oben treiben. Mann oh Mann.

Konsequenz – mein Postfach quillt zu diesem Thema über, weil jeder, der in einem drittklassigen Blättchen etwas gelesen hat, der Meinung ist, das sei die Wahrheit. Sorry Leute, ich respektiere jede Meinung und jeden Fakt, wenn er fundiert ist. Saab hat den Spekulationen zur Rekonstruktion am Freitag ausdrücklich widersprochen, die Erklärung hierzu vom Saab Eigentümer, Swedish Automobile:

Zeewolde, The Netherlands, 26 August 2011 – Swedish Automobile N.V. (Swan) is aware of certain reports in Swedish media related to a possible filing by Saab Automobile AB (Saab Automobile) for a voluntary reorganization under Swedish law.

Swan confirms its earlier announcements that it is in discussions with several parties to secure the short and medium term funding of Saab Automobile to restart and sustain production. In order to secure the continuity of Saab Automobile, Swan and Saab Automobile are evaluating all available options. Swan will update the market in case of new developments.

Ein anderes Thema, das einige von uns am Wochenende beschäftigt hat ist die Sorge, unsere Marke könnte in China landen, als billiger Ausverkauf. Die gute Nachricht hierzu kam heute, ausnahmsweise, von Dagens Industri. Die Zeitung spekuliert seit Tagen ganz heftig über das Ende von Saab, hat aber heute festgestellt, dass die Markenrechte geschützt sind.

Nur mit Zustimmung der Saab AB, das sind die, welche Flugzeuge, Raketen und Satelliten bauen und in einem Anfall von Humor tragbare Raketensysteme nach schwedischen Königen benennen, und von Scania – der LKW Bauer – können Markenrechte transferiert werden. Saab AB hat aber schon festgestellt, dass die Marke an Trollhättan und die Saab Automobile AB gebunden ist. Übrigens gehört Scania mehr oder minder zu dem Wolfsburger Konzern.

Und wie hat Ferdinand Piech noch vor einiger Zeit bei einem Vortrag in Chemnitz gesagt. “Saab würde gut in den Konzern passen”. Na denn.

Text: tom@saabblog.net

8 thoughts on “Saab Lage Schweden: Update zur Situation

  • Narbend liebe Saabisten,

    ich muss jetzt auch mal an dieser Stelle meinen Senf loswerden: Ich kann langsam nicht mehr!!! Jeden Tag lese ich die Blogs, die Presse, die Homepages usw. auf der Suche nach DER erlösenden Nachricht. Sie kommt und kommt nicht. Es zehrt an meinen Nerven (wie an denen anderer natürlich auch), wie eine dahinsiechende, kurz vor dem Aus stehende Beziehung. Nur dass ich natürlich hier auf ein Happy End hoffe. Aber ganz ehrlich: Inzwischen ist doch einiges an Porzellan zerschlagen, dass es am Ende immer schwerer wird, alleine wieder auf die Beine zu kommen. Natürlich gibt es die Verträge mit den Chinesen, natürlich gibt es ein hervorragendes Werk in Schweden mit guten Produkten. Aber ich verliere langsam den Glauben. Was ist mit dem Imageschaden? Was sind denn 15 T Fahrzeuge, die bestellt wurden? Das ist doch ehrlich gesagt nix, wenn ich mir anschaue, wieviel man bräuchte, damit Saab einigermaßen wirtschaftlich läuft. Ok, in China ist ein Markt, der diese Zahlen sogar liefern könnte in den nächsten Jahren. Aber es muss jetzt langsam mal was passieren, sonst sehe ich ganz schwarz.
    Ich selbst sehe mich als optimistischen Realist. Ich kann dem (hier auch schon mal öfter kritisch beschriebenen) durchgehenden Optimismus von den Saabsunited-Freunden was abgewinnen, mag die Art der Berichterstattung dieses Blogs auch. Fange nun aber wirklich auch langsam an zu zweifeln.
    Die Option mit einem großen deutschen/europäischen OEM halte ich auch für gut. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass “der Chinese” in Europa alles wegkaufen will, was einigermaßen vernünftige vierrädige Fahrzeuge produzieren kann. Aber warum hat man dann noch nicht zugeschlagen? Jetzt gehts schlecht, wo die Chinesen schon vertraglich vorgeprescht sind. Aber wenn der Laden in die Insolvenz läuft, die Chinesen abspringen, dann könnte man zuschlagen. Zu deutlich günstigeren Konditionen.
    Bei einer Sache bin ich mir aber ganz sicher: Dass diese Marke in irgendeiner Form weiterbesteht!
    Vielleicht sollte ich gleich morgen mal bei Ferdinand hier in Salzburg vorbeischauen und mit ihm reden. Er kennt mich zwar nicht, aber ich würde jemanden kennen, der ihn gut kennt…;-)

    Hoffen wir das Beste, hoffen wir eine weitere Woche auf eine erlösende Nachricht.
    Beste Saab-Grüße aus Salzburg
    Kobimex

    • Hallo Kobimex!

      Vielleicht sollte man bei Herrn Ferdinand Piech nicht gleich “mit der Tür ins Haus fallen”. Wie wäre es denn, wenn unser Blog höchst offiziell ein nettes Schreiben an Herrn Piech rausschickt? Aus Trollhättan scheint in Richtung größere europäische Autokonzerne ja wenig unternommen worden zu sein – die Gründe sind mir allerdings schleierhaft. Dies weiß wahrscheinlich nur Victor Muller.

      Die erwähnten ca. 15.000 bestellten SAAB-Automobile sind allerdings zu einer Zeit auf diese Zahl angewachsen, in der das Image bereits sehr ungünstig war. Ich finde dies recht beachtlich und die Anzahl wäre bei geordneten Firmenverhältnissen sehr schnell wieder deutlich höher. Immerhin würde der Verkauf von 15.000 Fahrzeugen bereits über € 500.000.000,00 in die SAAB-Kasse spülen!!!

      Schöne Grüße aus Hamburg
      Joachim

  • Hallo Zusammen

    Also das muss ich jetzt auch mal Unterstützen.
    Als überzeugter SAAB 900 (Bj 86) fahrer bin ich von VW eigentlich nicht so sehr viel am Hut aber wenn SAAB mit Hilfe von VW weiterleben könnte und eben nicht in China endet dann würde ich sagen Herr Piech es wäre Klasse wenn sie uns SAAB erhalten könnten.

    Viele Grüsse aus Österreich

    Michael

  • Ferdinand Piech hat schon oftmals ein “Näschen” für etwas gehabt – höchstwahrscheinlich würde SAAB-Automobile tatsächlich besser zu einem niedersächsischen Konzern passen als zu einem chinesischen.

    Die Wolfsburger könnten dann vom Design und auch von der Technik her etwas individuelleres mit anbieten – bei diesem Konzern könnte man auch von einem für SAAB besseren Marketing ausgehen. Höchstwahrscheinlich auch nach meiner Ansicht wesentlich besser geeignet als GM und auch besser als ein chinesischer Großkonzern.

    Ferdinand Piech, wir würden uns freuen….

    Herzliche Grüße aus Hamburg
    Joachim

    • Lieber Joachim,

      das wäre wohl das Schlimste, was geschehen könnte!
      Vom ‘Spirit of Saab’ bliebe nichts mehr übrig.
      Dann laßt doch endlich “In Würde” Saab sterben bevor wir auch nur einer von vielen Namen des W.-Konzerns werden.

      Grüße aus der Nähe des W.-Konzerns

      • irgendwie merke ich, dass ich mich Johann anschließen muss. Ein SAAB wäre dann doch früher oder später ein Audi mit anderem Blechkleid, für die potenziellen Audi-Käufer, die ein bisschen mehr Understatement haben wollen, aber nicht gleich einen langweiligen Passat.
        Aber SAAB ist (auch noch heute) weit mehr.
        Ich hoffe noch immer auf eine bessere Lösung, die SAAB als SAAB leben lässt.

    • Natürlich ist es o.k. Saabsunited hat ja die indentischen Ziele wie wir alle, oder ? 😉

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