Uusikaupunki, Rüsselsheim, Malmö – Saab-Neujahrsrätsel (Lösung)
Unser Saab Neujahrsrätsel bot drei mögliche Produktionsstandorte für den Saab 9000 CS an. Tatsächlich war es so, dass mit der Einführung der zweiten Modellgeneration des großen Saab das Werk in Trollhättan nicht automatisch gesetzt war. Denn es gab konkrete Pläne für einen anderen Standort, die recht überraschend sind.
Hat es etwas mit GM zu tun, fragten wir die Leser? Vor 35 Jahren stiegen die Amerikaner bei den Schweden ein; aus der Saab Automobildivision wurde die Saab Automobile AB, und die Situation vor Ort galt als äußerst prekär. Wie dramatisch sie wirklich war, haben wir anhand von Dokumenten recherchiert – die Schilderung startet in den nächsten Tagen.
Doch jetzt nähern wir uns der Auflösung, die wir im Saab-Neujahrsrätsel gesucht haben.

Uusikaupunki, Rüsselsheim, Malmö – Saab-Neujahrsrätsel (Lösung)
Nicht wenige Leser vermuteten Rüsselsheim als geplanten Standort für den 9000 CS. Ich gebe zu, GM füllt die Schurkenrolle in der Saab-Saga für die Öffentlichkeit perfekt aus, aber die Vermutung ist falsch. Die Amerikaner sind gänzlich unschuldig, Opel ist es ebenfalls, Rüsselsheim und das Werk in Hessen haben nichts mit dem 9000 CS am Hut.
Es bleiben uns als Lösung noch Malmö und Uusikaupunki.
Die Entscheidung für Malmö als Standort war zu 100 % politisch getrieben. Durch das Sterben der schwedischen Werften war die Erwerbslosigkeit enorm, und wie auch an anderen Orten in Europa verfielen Politiker auf die Idee, die Autoindustrie könnte es richten.
Das Werk in Malmö, eine Saab Utopie
Aus Werftarbeitern wurden Autowerker, die in einer gehobenen Atmosphäre mit schönem Umfeld ohne Stress gelegentlich ein paar Fahrzeuge montieren sollten. Die Malmö Utopie ist eine jener bemerkenswerten Träumereien, wie sie in regelmäßigen Abständen in westlichen Gesellschaften kursieren und regelmäßig scheitern.
1989 eröffnet (Film), war in Malmö 1991 bereits wieder Schluss, und am Ort der einstigen Vorzeige-Fabrik steht heute ein Kongresszentrum.

Gab es eine Initiative, bestehend aus Managern und Politikern, das Malmö Werk mit dem Saab 9000 CS zu retten? Die große Mehrheit der Teilnehmer war dieser Meinung. Aber auch das gehört in das Reich der Utopie.
Es bleibt als einzige Lösung nur noch Uusikaupunki übrig.
Uusikaupunki als Heimat des Saab 9000 CS
Zur überraschenden Wirklichkeit gehört die Erkenntnis, dass Saab den 9000 CS tatsächlich in Finnland produzieren wollte. Nur für Skandinavien, erst einmal, und auf 6.000 Fahrzeuge pro Jahr limitiert. Als Quelle dient ein Interview mit Saab-Designer Björn Envall 1991, das Walter Christian führte und welches Saab im Euro Magazin Nummer 3/1991 abdruckte.

Die Frage nach dem Warum führt in die Untiefen der Historie, in die katastrophale Produktivität im Stammwerk und zu den extrem hohen Krankenständen. Die Verantwortlichen trauten ihrer Fabrik keinen umfassenden Start in großer Stückzahl und mit allen Motorvarianten für den Weltmarkt zu. Doch die Maßnahmen, die mit dem Eintritt von GM getroffen wurden, zeigten bald Wirkung und wendeten das Blatt.
Diese Lösung haben tatsächlich nur 2 Teilnehmer gewählt, obwohl ich mit dem Satz (Link) “Wäre das nicht eine merkwürdige, aber typische Saab-Entscheidung gewesen?” eine Brücke baute. Wir haben uns entschieden, in diesem Fall nicht zu losen, wer von beiden gewonnen hat. Sowohl Ken-Daniel als auch Eric erhalten ein Skandix Willkommenspaket (Link), welches ihnen in den nächsten Tagen zugestellt wird.
Herzlichen Glückwunsch an die beiden vom Team des SaabBlog Magazins!
Ich sage schon mal vorab danke. Rüsselsheim bringe ich nur mit 9-5NG in Verbindung.
Weil Uusikaupunki extern ist, habe ich vermutet, dass es Überlegungen gab, dorthin auszulagern.
Saab Geschichte ist doch jedesmal eine kleine Überraschung. Es ist toll, was Ihr alles ausgraben tut.
Wow, nur 2, die richtig tippten…
Glückwunsch an die “perfekten Tipper”!!!
(und es spricht mal wieder für den Blog, sich großzügig zu zeigen… 🙂 !)