Saab Fahrer grüßen einander – aber warum tun sie das?

Es ist eine Tatsache! Saab Fahrer grüßen einander. Immer noch und regional bedingt vielleicht mehr denn je. Aber warum tun sie das? Eine gültige Antwort können selbst die Gusseisernen unter den Fans nicht geben. Das war schon immer so, bekommt man auf Nachfrage zu hören.

Vielleicht ist das so. Es könnte aber auch einen ganz anderen Grund dafür geben. Eine Werbekampagne von Saab Deutschland aus den 70er-Jahren nimmt dieses Thema auf. Steckt eine Marketingstrategie dahinter, die so erfolgreich war, dass sich das Grüßen bis heute erhalten hat? Oder war zuerst der Gruß und dann die Werbung?

Eine Frage nach dem bekannten Henne-Ei Prinzip.

Saab 99 - sicherer geht es nicht
Saab 99 – sicherer geht es nicht

Saab Fahrer grüßen einander – aber warum tun sie das?

Im Herbst 1974 startete Saab Deutschland eine neue Werbekampagne für den 99. Oder etwa eine Werbung für das Grüßen der Saab Fahrer untereinander? Es ist schwierig. Weniger kompliziert ist die Erklärung, welche der schwedische Hersteller gleich mitliefert. Sie klingt plausibel.

Denn Saab Fahrende, so mutmaßt er, hätten Vieles gemeinsam.

Da sei der berufliche Erfolg, um sich einen Saab 99 leisten zu können. Was sicher korrekt ist, denn der 99 ist sehr viel teurer als die Produkte der Marktbegleiter. Dann gibt es den Autoverstand, den man benötigt, um die Qualitäten eines Automobils (Saab) beurteilen zu können. Und natürlich holen die Werbetexter die Individualität aus der Marketingmaschine, denn ohne den Hang dazu würde man nicht den fortschrittlich innovativen 99 zu schätzen wissen.

Saab Fahrer grüßen - aber warum?
Saab Fahrer grüßen – aber warum?

Das ist harter Marketingtobak, der untereinander verbinden soll. Tat er das wirklich? Schweißte der gesellschaftliche Erfolg und die Freude darüber – Hand in Hand mit dem automobilen Sachverstand – zusammen?

Marketing, Diaspora Effekt, was steckt dahinter

Oder war es bei Saab in Wahrheit der Diaspora Effekt? Eine kleine, verschworene Minderheit findet sich, weil sie überzeugt davon ist, dass ihr Produkt zum einen besonders, zum anderen in etlichen Details besser als das ist, was der Rest der Welt fährt? Vielleicht findet sie auch, dass es besser aussieht, ein ziemlich besonderes Design hat und der Autoschlüssel natürlich nur in der Mittelkonsole zu sitzen hat.

Saab 99 Werbung im Jahr 1974
Saab 99 Werbung im Jahr 1974

Es ist schwer zu beurteilen, was den deutschen Saab Fahrer des Jahres 1974 umtrieb, um seinen Markenkollegen zu grüßen. Ich selbst bin in diesem Fall zu jung dazu, um das zuverlässig beurteilen zu können. Vermutlich war es die pure Freude, einen Gleichgesinnten zu treffen, in den unendlichen Weiten, welche von Opel, Ford und Volkswagen dominiert wurden.

So zumindest geht es den meisten unter uns heute noch.

Vielleicht, auch das ist möglich, hatte die Kampagne einen Vorläufer. Das Grüßen selbst könnte eventuell einen tieferen Grund haben. Eventuell ist es vom US-Markt nach Europa gekommen, in Nordamerika soll es in Saab Kreisen früh üblich gewesen sein. Wir wissen es nicht, es ist Saab Archäologie,  und immer wenn ein neues Artefakt in Bezug auf die schwedische Kultmarke auf meinem Schreibtisch landet, freue ich mich darüber.

Wir holen die Saab Kampagne zurück in die Gegenwart

Auto-Kultur kann spannend sein, wir haben noch Berge von Schätzen, die zu heben sind. Vielleicht befindet sich eine weitere Kampagne von Saab darunter, die mehr über das Phänomen des gegenseitigen Grüßens berichtet.

Wir haben die Kampagne aus dem Herbst 1974 digitalisiert (Link) und sie zurück in die Gegenwart geholt. So wie das Grüßen immer noch aktuell ist, solange es Fahrzeuge von Saab auf den Straßen geben wird, hat auch die Kampagne ihre Gültigkeit. Der Druck kann – als Reminiszenz an alte Tage und die Gegenwart – ab Dienstag im Aero X Club Shop (Link) bestellt werden.

16 thoughts on “Saab Fahrer grüßen einander – aber warum tun sie das?

  • Während den 70+80er Jahre war der Saab-Gruss europaweit eindeutig ausgeprägter, wenn nicht jeder, aber fast jeder grüsste. Vermutlich auch wegen der damalige Werbung auf den verschiedenen Märkte, sowie auch diese Gestenübermittlung von den damaligen Saab-Händlern. Mit Einführung des 9k nahm diese Usanz langsam ab, vorallem bei Neukunden, die das noch nicht kannten bzw. ahnungslos waren. Jedenfalls sieht/merkt man schnell, ob es sich um einen leidenschaftlicher Saab-Fahrer handelt, denn der Saab-Gruss haben noch einige automatisch in sich. Interessant dabei ist auch festzustellen, wie generationsweise die Kinder der Saab-Fahrer diese Leidenschaft grüsslich übernommen haben.
    Tatsache ist auch, dass diese Gruss-Gewohnheit tendenziell abgenommen hat; vielleicht sind wir zu viel und die Gedanken sind anderswo, wobei dies verkehrs- und konzentrationsbedingt absolut verständlich ist.

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  • Ich grüße immer und freue mich über jede Reaktion. Ich schätze, der Rückgrußanteil liegt bei 70 Prozent. Mitunter hat mich der Andere früher gesehen als ich und grüßt zuerst. Dann ist die Freude um so größer.

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    • Are you kidding me and I’m so happy to hear. My problem is that I don’t have any to greet I DON’T see any here in my home town of St.Petersburg FL and on my last trip to Saint Augustine FL 0000 did I see. If I have to see another Saab I have to go to the Saab store in Tampa, Mike and his guys are always busy fixing Saab’s. Hello to you ALL and greetings from Florida.

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  • Ich grüße jeden (!) SAAB-Nutzer, auch wenn ich mittlerweile keinen mehr steuere…
    Als ich noch den TTiD nutzte, wurde ich (gefühlt) immer zurück gegrüßt.
    Machte schon Freude :-)!

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  • Ich versuche, jeden/jede Sannfahrer/in zu grüßen, der mir auf der Straße begegnet, schon weil uns die Liebe zu schwedischer Automobilkultur verbindet. Und meist wird auch freundlich, manchmal sogar euphorisch zurück gegrüßt.
    Auch die Alfisti waren einst begeisterte ‘Grüßer’, das durfte ich als Fahrer eines Alfa 33 in den Neunzigern erleben.Ob dies heute noch so ist – ich weiß es nicht.

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  • Ich mache das eigentlich ganz gerne; allerdings gibt es in Österreich aufgrund der geringen Saab-Dichte selten die Gelegenheit dazu – und ich fahre auch ziemlich wenig. Die netteste Begegnung während der Fahrt erlebte ich vor ein paar Jahren bei einer Fahrt über das Hochrindl-Alpl in Kärnten. Da kam mir und meiner Saabine ein 9.3 NG II Cabrio mit geöffnetem Verdeck vollbesetzt mit einer vierköpfigen Familie entgegen und alle vier winkten mir ausgelassen und mit lachenden Gesichtern zu. Das war richtig schön 🙂

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  • Ich grüße auch gerne, wenn ich einen Saab im Straßenverkehr sehe (bzw. ihn nicht übersehe).
    … eine dieser netten Schrulligkeiten bei Saab.

    Oft wird der Gruß auch erwidert, leider aber nicht immer. 🙁
    Und ab und an kriegt man natürlich auch “herrlich” fragende Blicke. 😉
    (bilde mir bei Nichterwiderung des Grußes dann immer ein, dass es wahrscheinlich nur an meinem komischen Saab liegt, der evtl nicht immer sofort als solcher direkt erkannt wird … mit mir kann das ja z.B. nix zu tun haben) 🙂

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    • …also im 9-5NG denke ich auch oft das man nicht gleich als SAAB erkannt wird, im 9-7x werde ich wohl auch hin und wieder von der Alteisenfraktion ignoriert.

      Aber wie Tom schon schreibt, ich freue mich wenn ich eine anderen SAAB sehe und Grüße gern! Noch schöner ist wenn man sich trifft und es eine bewussten Formstionsflug gibt. Wenn sich dann noch zwei 9-5NG treffen ist es noch schöner!!

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      • Jaja, diese Alteisenfraktion … 😉

        Ich war mal mit meinem 9-5 SC 2.3t arc bei einem “Experten” (wirklich; war hier in meiner erweiterten Gegend “berühmt”) eine Zeit lang in seiner Werkstatt (hat er dann irgendwann aufgegeben und ist glaub ich auch “ausgewandert”).

        Und der hat über die neuen Saabs (9-5 NG und besonders auch den 9-4x) vor Veröffentlichung schon so geschimpft (sinngemäß): Das seien keine Saabs mehr, sowas käme ihm nie auf den Hof, die würde er fortjagen, etc. etc. ……

        Kann ich nicht ganz nachvollziehen: ich freu mich über jeden Saab (auch über die, die ich pers. evtl. nicht so toll finde wie zB teils die Sonette o.a.)!

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  • Auch ich grüße jeden Saab der mir entgegen kommt, merke aber nicht immer einen Gruß zurück. Dieser Tage parkte ich mit meiner 9.3 Limousine extra genau neben einem 9.3 Cabrio und grüßte freundlich. Eine gequälte Reaktion erfolgte. Solche Fahrer haben einfach keinen Saab verdient.
    Übrigens war das früher auch so üblich, wenn ich mit meinem Zastava 1100 einen anderen begegnete.

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  • En España suele ser habitual el saludarse entre conductores de Saab Pre GM.
    Posiblemente por las pocas unidades que quedan rodando y los que aún conservan una de esas unidades suele ser gente que valora estos automóviles

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  • hmmmmm Die letzten 10 Male hat da niemand zurückgegrüsst…. Daher lasse ich es, und mich hat auch noch nie ein anderer Saab zuerst gegrüsst…. Also ich habe da eine gänzlich andere Wahrnehmung…?

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  • Grüßen kenne ich quasi international vom Motorrad. Die Ursprünge des Bikergrußes gehen auf den Rennsport der 1970er-Jahre zurück. Der britische Motorradrennfahrer Barry Sheene verwendete schon damals das V-Zeichen, wenn er Gegner überholte sowie als Gruß ans Publikum auf seinen Siegesrunden.

    Bei Saab ist es dann doch etwas differenzierter. In Portugal/ Spanien wird viel gegrüßt. In DE/FRA/BE/NL habe ich das dann nur sehr spärlich erlebt.

    Warum? Bestimmt sind das keine Saabistas sondern nur KFZ Nutzer die auch einen anderen Wagen fahren würden sobald der läuft

    Oder ich muss nur besser aufpassen?

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    • Zumindest von NL hätte ich auch eher stärkeres Grüßen erwartet, aber dort gibt es wahrscheinlich wiederrum verhältnissmässig mehr Saabs, sodass sich da wohl auch viele, wie du sie genannt hast, KFZ Nutzer befinden, denen es eben egal ist was sie fahren. Habe es ja schon öfter geschrieben, in den Visegradstaaten ist die Grußkultur wesentlich ausgeprägter.
      Ich grüße jeden Saabfahrer und freue mich auch immer, wenn zurück gegrüßt wird.

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      • Gerade in Südeuropa scheint es doch recht viele Saabistas zu geben. Oder auch Menschen die mit Saab mehr als nur ein Fahrzeug verbinden. Wurde mal auf meinen 9-3 OG auf einem Parkplatz angesprochen und es ergab sich ein nettes Gespräch auch wenn mein Gegenüber gar keinen Saab hatte.

        Aber ja, auch ich sollte mehr darauf achten, IMMER zu grüßen und wenn dann was zurückkommt sich darüber freuen.

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      • Ich vermute auch regionale Unterschiede. Bei uns im Ort grüßt jedenfalls ein junges Pärchen mit seinem Aero euphorisch, das macht schon Freude.

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