Neue Citroën Designsprache – der Berlingo wird aufgefrischt
Nachdem der Citroën ë-C3 das erste komplett neu entwickelte Modell ist, welches die zukünftige Designsprache der Marke trägt, folgt nun der Berlingo. Den Anfang macht der Kastenwagen, den es erneut rein elektrisch und sowohl mit Benziner als auch mit Diesel Motorisierung geben wird.
Auffälliges Merkmal der Überarbeitung ist das rundliche Markenlogo und die komplett neu gestaltete Front. Diese steht jetzt steiler. Der Hersteller hält sie für markanter und das neu gestaltete Logo mit dem Doppelwinkel wird in der Citroën Szene für einigen Gesprächsstoff sorgen. Ist die Operation gelungen – oder nicht?
Sicher ist, der optische Auftritt des Berlingo ist dadurch ein komplett anderer geworden und der Kastenwagen gibt einen Vorgeschmack auf die Änderungen der Familienversion.

Die Franzosen haben auch den Innenraum überarbeitet. Es gibt ein neues Lenkrad und ein verbessertes Infotainment. Ein erstes Foto zeigt ein kantiger geratenes Design des Armaturenbretts, die Hersteller Website hält weitere Einblicke bereit (Link). Das neu gestaltete Armaturenbrett bringt schon in der Grundversion eine Smartphone Station zur Anbindung mit. Das ist erfreulich, es vereinfacht das Leben im Berlingo und erhöht die Sicherheit.
Für jene, die in der Aufpreisliste ein Kreuz setzen dürfen oder eine höherwertiger Version wählen, hält Citroën ein neues Infotainment mit hochauflösendem 10 Zoll Display und kabelloser CarPlay und Android Auto Anbindung bereit.
20 % mehr Reichweite im ë-Berlingo
Optional ist auch eine induktive Ladung des Smartphones, das mit zwei USB Buchsen im Techno Paket serienmäßig ist. Der ë-Berlingo behält seinen 100 KW (136 PS) starken Elektromotor, bekommt aber eine neue 50 kWh Batterie. Die Reichweite soll so, das verspricht der Hersteller, soll durch Effizienzverbesserungen um 20 % auf 330 Kilometer nach WLTP steigen.

Das Laden der Batterie erfolgt jetzt optional auch über einen dreiphasigen 11 KW Anschluss, an der Schnellladesäule soll innerhalb von 30 Minuten von 20 auf 80 % SoC geladen werden können.
Bedauerlich ist aber, dass die Wärmepumpe nach wie vor nur auf Wunsch zu haben ist. Sie steigert die Reichweite und sorgt im Winter für warme Innenräume. Unverändert im Lieferprogramm sind der Benziner mit 110 PS und zwei Dieselmotoren mit 100 oder 130 PS.

Advanced Comfort Sitze im Berlingo Kastenwagen
Während es ebenso ohne Änderungen zwei Radstände zu bestellen gibt, hat Citroën bei den Assistenzsystemen nachgelegt. Es gibt eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, die mit dem Spurassistent und einer Stop-and-Go Lösung kombiniert wird. Mehr Feinschliff bekam auch die Einparkhilfe, die jetzt über zwölf Kameras verfügt.
Was ist Citroën spezifisch am Berlingo Kastenwagen? Es sind die unglaublichen Advanced Komfort Sitze, die besonders auf langen Strecken bequem sind und die auch Handwerker oder Kurierfahrer im Kastenwagen erfreuen könnten.
Mit Bildmaterial von Citroën Communications
… ich hatte meine Bedenken bezüglich des Logos ja schon geäußert. Es wirkt auf mich beliebiger (nicht nur das Logo auch das Auto) ….in Summe chinesischer, austauschbarer, schade!
Ist der nicht viel zu sachlich geraten, um chinesisch zu wirken?
Mit chinesischen Autos assoziiere ich noch heute ein Übermaß von was auch immer. Die sind so besessen davon, Europäer, Japaner und Amerikaner übertreffen zu wollen, dass Sachlichkeit bei den meisten Industriebossen noch gar nicht als Tugend für Auto- oder Produktdesign begriffen wurde.
Insofern wirkt dieser Berlingo auf mich auch sehr europäisch. Der muss kein Bling-Bling, braucht keine Übertreibung. Vielleicht macht ihn das etwas beliebig, das mag so sein. Es ist aber eher eine typisch europäische Beliebigkeit und auch eine gewisse Tugend, denke ich …
Ging beim Kastenwagen der 2CV oder der 2CV selbst ja auch nicht darum, Designikonen zu schaffen und Mitbewerber an Strass zu überbieten. Das ist eher der chinesische Weg. Was mich betrifft, ist Citroën mit diesem Berlingo auf dem Pfad einer (europäischen) Rückbesinnung, den ich begrüße. Es sind mit der Ausgliederung der Marke DS auch neue Fakten und Voraussetzungen gegeben. Heute muss sich nicht mehr jeder Citroën in Technik und Design an einer DS messen. Nein, sie dürfen wieder anders. Und wenn beliebig heißt, beliebt zu sein, dann zahlt sich diese Marschroute auch wirtschaftlich aus.
Nach WW II hat auch niemand eine Ente gekauft, um ein Kultobjekt zu erstehen – ganz im Gegenteil. Man hat sie in dem Wissen gekauft, dass niemand, der ein anderes Auto sein eigenes nennt, sie neiden würde. Hat trotzdem oder gerade deshalb funktioniert. Vielleicht brauchen wir alle wieder mehr sachliche Autos? Und solche zu bauen, ist typisch europäisch, hat bei uns eine lange Tradition, dort aber nicht. Da lege ich mich fest.
Beliebig? Vielleicht. Chinesisch? Ganz sicher nicht.
…chinesisch bezieht sich auch auf die Austauschbarkeit. Tausche das Logo gegen das von FIAT und niemand merkt das. Man darf auch nicht den Belingo mit einem China PKW vergleichen sondern mit einem China Kastenwagen. Letztere verzichten noch mehr auf Ausstattung wie der Citroen.
Stimmt auch wieder. Aber wirklich immer chinesischer werden optisch gerade VW und BMW. Habe neulich ein großes, weißes SUV mit goldener (!) Doppelniere gesehen. Unfassbar, unfassbar häßlich!
Tatsächlich ein Neuwagen ab Werk, so und nicht anders vom offiziellen Händler zum Verkauf ausgestellt.
Chinesisch bedeutet für mich auch, sich am chinesischen Geschmack zu orientieren. Da kann ein Auto gar nicht markant genug sein. Hier richtet sich dieser Bayer wahrscheinlich nur noch an den Geschmack von Klan-Kriminellen.
Auffälligkeit um jeden Preis ist, aus der Sicht eines Designers, die leichteste aller möglichen Übungen. Sie ist die niedrigste aller Disziplinen, gilt nicht als Tugend und gewinnt auch nie je einen Award …
Ich habe eine Art “natürlichen” Respekt vor unpretentiösem Produktdesign. Wenn die Form der Funktion, zudem auch noch der Vorgabe geringer Fertigungskosten folgt, dann haben die Designer ihren Job gut gemacht – und manchmal so ganz nebenbei eine Ikone geschaffen, zu der es das erwähnte SUV niemals bringen wird. Trotz goldenem Grill und 700 PS, es wird sich auf ewig hinter einer 2CV oder einem R4 anstellen müssen. Schon auch witzig …
Alles wird kantiger, nur das Markenloge wird runder. Wo ist da die Logik? Ich fürchte um den Wiedererkennungswert der Marke.
Bin gespannt auf die Diskussionen um das neue Logo …
Dass sie heftig ausfallen könnten, hatte sich hier schon angedeutet. Ein kleiner Tipp. Vorab einer Meinungsäußerung sollte man sich nicht nur das Logo selbst, sondern unbedingt die Fronten der Citroëns bis zu dieser jüngsten angucken.
Das ist aufschlussreich, denn Citroën hatte phasenweise und wiederholt gar kein Emblem – trotz seiner langen Geschichte und als einer der großen Hersteller. Das ist erstaunlich und hat Seltenheitswert.
In Auszügen: Der Doppelwinkel an den großen Kühlern früher Citroëns hat ein Emblem überflüssig gemacht. Dann kam die DS und sprach für sich selbst. Ganz sicher ein Citroën – und was für einer!
Aber einen großen Kühler mit Doppelwinkel oder ersatzweise ein Emblem auf der Haube sucht man vergeblich.
Und zuletzt hat Citroën die Frontmaske eines jeden Modells der aufwendigen Integration eines Doppelwinkels in das Design untergeordnet. Ein enormer Aufwand und Irrweg, der erhöhte Fertigungskosten und enorme Einschränkungen im Design der Fahrzeuge mit sich bringt, die so auf Dauer nicht durchzuhalten sind.
Ob ein Emblem für Citroën, so oder anders aussehen könnte, vielleicht sollte oder gar müsste, kann man natürlich diskutierten. Dass Citroën eines hat, halte ich aber für einen überfälligen Fortschritt.
Die Marke ist in Konstruktion und Design dadurch wieder völlig offen – ohne je in die Verlegenheit zu kommen, wie das eine oder andere, vielleicht auch kostenoptimierte Modell an der Fahrzeugfront als Citroën auszuweisen wäre. Alleine das finde ich schon gut.
Hier wurde berichtet, die Manager von Citroën würden (nach eigenem Bekunden) alte Werte der Marke reaktivieren wollen. Vielleicht braucht es dafür ja dieses Logo zu dieser Zeit? Auch daran misst sich, ob es ein gutes ist …