Saab Team Wagenheimer auf der Winterrallye in Leoben/ Steiermark

Wie reist stilvoll man zu einer Winterrallye für historische Fahrzeuge an? Man kann es mit einem Gespann tun. Der Saab auf dem Hänger, eine moderne Zugmaschine erledigt die Arbeit. Oder im Erik Carlsson Stil. Die Hin- und Rückfahrt auf eigener Achse, Ersatzteile im Kofferraum. Für uns kam nur der Erik Carlsson Stil infrage. In die Steiermark mit dem Saab 96 V4 auf eigener Achse.

Saab 96 Team Wagenheimer in Aktion
Saab 96 Team Wagenheimer in Aktion

Die Reifenwahl – Spike-Reifen, oder nicht?

Am Donnerstag war die Einschreibung und die technische Abnahme. Natürlich ist die Kettenmitnahme Pflicht, es ist ja eine Rallye unter winterlichen Bedingungen. Die Montage von Spike-Reifen wurde vom Veranstalter sehr empfohlen. Meiner Schätzung nach waren 2/3 der Oldies damit bestückt.

Das hieß für die deutschen Teams den Reifensatz im Kofferraum, auf der Rückbank zu transportieren. Oder ganz darauf verzichten. So wie wir, die im grenzenlosen Vertrauen auf die Winterfahrleistung unseres Saab 96 V4 mit weichen Vredestein Winterreifen anreisten. Eine Entscheidung, die im Nachhinein nicht optimal war. Die Teilnehmer der Winterrallye kamen aus Österreich, Schweiz, Deutschland, Slowenien. Insgesamt waren es 59 Teams, wovon nur 41 in die Wertung kamen.

Schlau - Volkswagen Käfer mit Spikes
Schlau – Volkswagen Käfer mit Spikes

Der Rest wurde entweder durch Unfall, nur Blechschaden, technische Pannen oder Disqualifikation ausgesiebt. Zum Beispiel wegen zu schnellen Fahrens. Dreimal 20 km/h und mehr schneller gefahren, als die gesetzlich erlaubte Geschwindigkeit, und das Team war ausgeschieden.

Der Start war am Freitag, 18.02., für uns um 11:54h. Die Teilnehmer starten immer im Minutenabstand. Gestartet wurde in 3 Klassen, je nach Leistungsgewicht. Mit unserem Saab 96 V4, mit 920 kg Gewicht und 65 PS Leistung, waren wir in der langsamen Klasse. Für uns galt es also geringere Durchschnittszeiten zu erreichen. Eine Liste mit Sollzeiten bekam jedes Team ausgehändigt.

Ein weiterer Saab auf der Winterrallye
Ein weiterer Saab auf der Winterrallye

An 2 Tagen wurden insgesamt 700 km gefahren – falls man sich nicht verfahren hatte und Zusatzkilometer sammelte. Die Strecke bot kaum Straßen, die zum Schnellfahren einluden. Es gab, viele, viele Passstraßen und unzählige Haarnadelkurven. Der Straßenbelag bestand oft aus Schotter, sonst auch Eisplatten, gerne, ausgerechnet, vor scharfen Kurven und auch viel weicher Schnee.

Das Starterfeld war mit großen Marken besetzt
Das Starterfeld war mit großen Marken besetzt

Rallye Gefühl pur – wie in den alten Zeiten

Für die letzte Prüfung galt Ketten-Pflicht, auch für Allradfahrzeuge. Die Straßen der Winterrallye waren generell sehr eng! Im Vergleich zur Rallye Histo-Monte war die Kilometerleistung zwar geringer, aber die Straßen und Sträßchen deutlich untergeordneter und wirklich schmal, nur mit Ausweichmöglichkeiten. Die Route musste nach Karten gefunden werden. Das schaut leicht aus, ist es aber gar nicht, gerade, wenn man flott unterwegs ist.

Und das ganze für 10 Stunden am Tag, also auch im Dunklen.

Die Rallye führte über spannende Nebenstrecken
Die Rallye führte über spannende Nebenstrecken

In Summe war die Winterrallye Steiermark eine sehr anspruchsvolle Veranstaltung, sowohl für die Teams als auch die Autos.
Als erstmalige Teilnehmer hier waren wir, Joachim Ueberschär und ich, mit dem 34. Gesamtplatz zufrieden.

Unser Saab 96 V4 war wirklich ein perfektes Winterauto mit hohem Sympathiefaktor. Mehr Motorleistung wäre hilfreich gewesen. Andererseits, der Saab 96 aus Österreich kam auf den 2. Platz der Gesamtwertung. Der Wagen war null modifiziert, er fuhr lediglich auf  Spikes und wir normale Winterreifen.

Da müssen wir für die Zukunft noch viel üben.

3 thoughts on “Saab Team Wagenheimer auf der Winterrallye in Leoben/ Steiermark

  • Gratulation zu dieser Leistung!

    Schade, dass ich nicht Zuhause war.
    Wäre gerne dabei gewesen.
    Aber wenn ihr wieder mal in der Nähe seid, könnt ihr gerne auf einen Kaffee vorbeikommen.

  • Danke RoWa für diesen sympathischen Winterbericht. Mein Hochachtung vor der tollen Leistung, heil (!) im Ziel angekommen zu sein. Wenn der Spaßfaktor stimmig war, bitte sehr, alles richtig gemacht. 🙂
    Weiterhin viel Freude mit dem Rallye-SAAB!

  • Vielen Dank RoWa, für die geteilte Erfahrung.

    Und Glückwunsch zu dem Erfolg. Ist offenbar gar nicht so einfach, nicht gegen Regeln zu verstoßen, technisch nicht zu versagen und sich letztlich überhaupt zu platzieren …

    Auto und Team haben meinen Respekt. Cool auch, dass da keine Trailer Queen unterwegs war. Der 96 und Ihr habt das alles auf eigener Achse und mit Bordmitteln gerissen. Wenn 2 Drittel der Teilnehmer auf Spikes unterwegs waren, trifft das auf 2 Drittel der Teilnehmer vermutlich nicht zu?

    Nach Adam Riese liegt Ihr in der Gesamtwertung auch vor solchen Teilnehmern. Respekt …

    Hauptsache ist aber ohnehin, sicher und mit Spaß an der Sache anzukommen. Glückwunsch auch dazu.

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