347 Millionen US $ für den Produktionsstart von Hengchi 5

Evergrande hält weiter an dem Produktionsstart von Hengchi 5 fest. Dazu wird Evergrande Auto über die Börse mit frischem Kapital in Höhe von 347 Millionen US $ versorgt. Dafür gibt das Unternehmen 900 Millionen neue Aktien aus. Außerdem hat sich der Konzern von einer weiteren europäischen Tochter getrennt. Im Ergebnis gab es einen kleinen Beitrag für die Firmenkasse und einen Geschäftsabschluss, der ganz und gar nicht gesund sein kann.

Evergrande (NEVS) Werk Tianjin. Foto Credit: Reuters
Evergrande (NEVS) Werk Tianjin. Foto Credit: Reuters

347 Millionen US $ für den Produktionsstart

Der Produktionsstart von Hengchi 5 ist auf den Januar terminiert. Die Vorserie soll im NEVS Werk Tianjin laut chinesischer Quellen bereits produziert werden. Aber der Kapitalbedarf bleibt enorm, ein paar 100 Millionen US $ sind dafür nicht zu viel. Um die (vermutlich) leeren Kassen von Evergrande Auto aufzufüllen, besorgt sich das Unternehmen schon wieder frisches Geld über die Börse.

Evergrande Auto (HK 0708) platziert dafür  900 Millionen neuer Aktien mit einem Abschlag von 15 % auf den Schlusskurs vom Freitag. Der Markt nahm die Entwicklung und die Hoffnung auf einen baldigen Produktionsbeginn gut auf. Die Aktie notierte zeitweise mit einem Plus von mehr als 11 %.

Aber nach wie vor ist es um den Konzern selbst schlecht bestellt. Evergrande, einst ein Fortune 500 Unternehmen, wird den Platz im Hang Seng Enterprise Index (.HSCE) demnächst verlieren. Gründer Hui Ka Yan hat sich von privaten Werten in Milliardenhöhe getrennt und den Erlös, wie öffentlich angemahnt, in die Schuldentilgung gesteckt. Als Resultat notiert Hui Ka Yan nur noch auf Rang 70 der reichsten Chinesen.

Unternehmensverkäufe mit hohen Verlusten

Zusätzlich unternimmt man alles, um Kosten zu reduzieren und trennte sich von weiteren europäischen Investments. Dass diese Geschäfte alles andere als gesund sind, versteht sich von selbst. Zuletzt verkaufte Evergrande die e-Traction Europe B.V. an die Saietta Group. Etwas mehr als 2 Millionen € kamen auf das Konto, mehr als 70 Millionen hatte die Akquise 2019 gekostet.

Evergrande akzeptiert hohe Verluste, als letztes europäisches Investment verbleibt NEVS bei den Chinesen. Offen ist, ob es dauerhaft so bleiben wird. Immer wieder wird betont, wie wichtig das Unternehmen zur Verwirklichung der E-Auto Pläne sei. Das weitere Schicksal könnte davon abhängen, ob Hengchi 5 im Januar wirklich in Richtung Serienproduktion durchstarten wird.

3 thoughts on “347 Millionen US $ für den Produktionsstart von Hengchi 5

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    Scheint voran zu gehen. Ich vermute mal, man wird NEVS als Test und Entwicklungszentrum (vielleicht auch für Design) behalten wollen. Autos wird man in Schweden keine mehr bauen, dazu ist das Land zu teuer und China unschlagbar preiswert.

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    Naja die Leistungen von e-Traktion kann man ggf. zukaufen, wenn sie gebraucht werden. Aber es steht eine Zeile mehr auf der Liste der Vekäufe die der KPCh vorgelegt werden muß.
    Trollhättan wird ggf. als Brückenkopf in der EU benötigt. …selbst wenn der Hengchi 5 nur auf dem ehemalige Testgelände von SAAB seine Crashtests für Europa absolviert (und dabei gut aussieht) würde das etwas Glanz von der Kernkompenz von SAAB auf den Hengchi werfen.

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      Das würde ich so sehr gerne auch glauben.

      Ich fürchte, mit alten Tugenden von Saab hat das aber wenig zu tun. Die Tugenden sind schon in Europa oder den USA nicht honoriert worden. In China sind sie quasi unbekannt …

      Zudem sind sie weltweit verjährt. Nein, da muss es ein anderes Interesse Evergrandes an NEVS geben. Vielleicht ist es so banal, dass man ohne NEVS keine ausreichenden Produktionskapazitäten (staatliche Lizenzen) hätte?

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