Volvo im Wandel – komplett elektrisch und online

In Göteborg justiert man heute die Weichen für die Zukunft. Volvo wird rein elektrisch, steigt in den Direktvertrieb ein. Und nicht nur das. Die Marke stellt ein neues Auto vor. Das passiert nicht allzu häufig, und ist die Gelegenheit einen Blick in Richtung Norden zu werfen. Der Blog aus diesem Grund heute zum ersten Mal komplett im Zeichen von Volvo.

Volvo wird komplett elektrisch und setzt auf den Online Vertrieb
Volvo wird komplett elektrisch und setzt auf den Online Vertrieb

Volvo steigt in den Direktvertrieb ein

In Schweden konstruiert sich Volvo schon seit Monaten sein eigenes Vertriebsnetz. Der größte Händler des Landes bekam den Stuhl vor die Tür gestellt, der Hersteller übernahm zwei größere Händler. Zusammen mit den eigenen Autohäusern wird daraus ein landesweiter Vertrieb unter der Regie des Herstellers.

Heute wird Volvo ein neues E-Auto vorstellen. Im Vorfeld teilte die Marke mit, dass seine Elektroautos ausschließlich online verfügbar sein werden. Für den traditionellen Vertrieb ist diese Entscheidung eine Zäsur. Volvo sieht den Händler zwar als ersten Anlaufpunkt, er soll auch in Zukunft Kundenbindungen intensivieren und Probefahrten anbieten, tatsächlich wird er zum Vermittler in Abhängigkeit des Herstellers, der für Dienstleistungen entlohnt wird.

Aus ihrem Abo Modell schmieden die Schweden ein Komplettpaket mit Service, Garantie, Pannenhilfe, Versicherung und Optionen zum Laden des Elektroautos. Die Flatrate zur Mobilität wird an Bedeutung gewinnen, denn Volvo beschleunigt seinen Kurs weg vom Verbrenner, hin  zum rein elektrischen Fahren.

Volvo komplett elektrisch ab 2030

In der EU hat der Verbrenner keine Chance. Zumindest nicht, wenn wahrscheinlich ab 2025 die Euro 7 Norm dem traditionellen Antrieb bei Neuwagen das Licht ausblasen wird. In der Folge stehen dann Hybrid Modelle vor dem Ableben. Mit ihrem Ende wird bis 2030 gerechnet. Der Kurs, den Brüssel einschlägt, ist alternativlos und keineswegs Technologie-offen. Die heutige Ankündigung von Volvo, bis 2030 voll elektrisch zu werden, ist vor diesem Hintergrund zwar stark für die Schlagzeilen, aber nicht überraschend.

Der Volvo CEO verargumentieren seine Entscheidung daher auch pragmatisch.

Um erfolgreich zu bleiben, brauchen wir profitables Wachstum. Anstatt in ein schrumpfendes Geschäft zu investieren, investieren wir lieber in die Zukunft – elektrisch und online, sagte Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars. Wir konzentrieren uns voll und ganz darauf, eine führende Position im schnell wachsenden Premium-Elektroauto-Segment einzunehmen.

Volvo schlägt einen Weg ein, den in nächster Zukunft fast alle Hersteller nehmen werden. Mobilität wird online verkauft, wer nicht rechtzeitig umstellt bleibt auf der Strecke. Bleibt die Frage, was das für die Arbeitsplätze im Volvo Netzwerk bedeuten wird. Weltweit, und nicht nur in Schweden.

9 thoughts on “Volvo im Wandel – komplett elektrisch und online

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    Überleben werden nur Automarken, die weiterhin auf den Verbrennungsmotor setzen! So wie z.B. Mazda !
    Ich denke, Volvo, GM und Ford schlagen hier den falschen Weg ein und werden dies auch spüren !

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    Eigentlich tun mir bei diesen Perspektiven nur die Volvo Händler leid, die in den letzten Jahren Millionen investiert haben. Ihr Geschäftsmodell wird gerade den Bach herunter gespült.

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    Die Politik ist in vielen Bereichen (derzeit Corona) deutlich überfordert. Als mitdenkender Otto-Normalverbraucher muß man aber nicht alles mitspielen. Warum sollte man sich beispielsweise im ländlichen Bereich ein teures und in der Gesamt-Umweltbilanz ungünstiges E-Auto zulegen? Es muß ja nicht unbedingt ein Fahrzeug von Geely-Volvo sein. Bei diesem Wahnsinn bin ich mittlerweile schon froh über andere Premium-Hersteller, die nur teilweise und zögerlich E-Mobilität mit anbieten – außerdem stehen ja weiterhin auch gut erhaltene SAAB-Automobile für die nächsten Jahre zur Verfügung.

    Volksvertreter die letztendlich mit unzureichenden Begründungen alles nur einschränken möchten, sollten mal überlegen, ob sie dann in unserem sog. Autoland weiterhin die gewünschten Wählerstimmen erhalten werden. Es zeigt sich auch immer mehr, dass trotz reichlich Werbung für E-Autos die Nachfrage eher verhalten bleibt – weiter so!

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    Mich erinnert das an Apple

    Jetzt muss sich Volvo Cars Europe noch ein Steuerparadies aushandeln und Schweden wird sich wundern.

    Als Druckmittel hat Geely den Verbleib von Arbeitsplätzen im Engineering, der Fertigung und bei einzelnen Zulieferern und externen Beratern und Dienstleistern …

    Und überhaupt wird die EU sich wundern, was sie gerade anrichtet und wie weitreichend die Konsequenzen sein werden. Mir scheint, dass die Politik das Auto insgesamt und den Verbrenner im Speziellen ausschließlich aus einer städtischen Perspektive sieht.

    Der Witz dabei ist, dass viel von dem, was man privaten PKW vorwirft, am Stadtrand oder im ländlichen Raum überhaupt keine Rolle spielt. Hier sind weder Straßen zugeparkt, noch könnte man auf sie verzichten. Es werden keine Werte für Luftreinhaltung gerissen. Es gibt keinen flächendeckenden ÖPNV.

    Die Politik begreift nicht ansatzweise, welchen Ausmaßes die Effekte der eingeleiteten Verkehrswende weit über den Verkehr hinaus sein werden und welche gesellschaftlichen Umbrüche mit ihr einhergehen werden …

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    Volvo reiht sich einfach nur ein. Und das etwas früher als die anderen Hersteller. Muss man nicht gut finden, aber man muss sich damit abfinden. Wir haben keine andere Chance. Ich hoffe nur das es für die “alten” Verbrenner und unsere Lieblinge, alternative Kraftstoffe geben wird um das Kulturgut weiter pflegen zu können. Was die Händler betrifft finde ich es schon ziemlich hart. Es ist noch gar nicht soo lange her, da wurden diese gezwungen sich CI entsprechend , Umbaumaßnahmen zu unterwerfen und die Autohäuser aufzupolieren. Ziemlich bitter.

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    Alles gut und recht. Ein Blick auf die Preisliste reicht mir und ich muss sagen; nein danke!

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    Das ist spannend. Dazu kann man die Frage stellen, ob Saab das anders gelöst hätte. Oder hätte man den gleichen Weg eingeschlagen, wie man es jetzt bei Volvo tut?

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    Ich halte Volvo jetzt noch nicht mal für sonderlich visionär oder so. Die fügen sich nur im vorrauseilendem Gehorsam der Realität und tun das, was früher oder später nicht mehr zu vermeiden sein wird. Ein paar tolle Schlagzeilen gibt es gratis noch oben drauf.

    Volvo schwört dem Verbrenner ab, oder so, in dieser Richtung. Und Applaus für die Rettung des Weltklimas.

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    Uiii …. was sagen eigentlich die jetzigen Volvo-Händler zum neuen Konzept (Direktvertrieb/Online/etc.)?
    Eine “Degradierung” zum “Vermittler” (mit teils großen Autohäusern/Werkstätten am Hals) wird die sicher “sehr freuen”. 🙁

    Aber ich fürchte, das ist generell der zukünftige Weg aller Marken.
    Ich vermute, klassische Marken-Autohäuser wie wir sie aktuell kennen, wird es so in absehbarer Zeit generell so nicht mehr geben.

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