Rückblick auf die 2. Saab-Ausfahrt-Rhön am 12. September 2020

Das Treffen begann am Freitag bereits mit einem „Donnerwetter“ in Form von Ullis röhrendem 900er Cabrio: während seiner rund 300 km weiten Anfahrt aus Bad Oeynhausen gab es einen „glatten Durchbruch“ des Auspuffrohres vor dem Endschalldämpfer.

Da war zum Freitagnachmittag guter Rat bzw. schnelle Hilfe teuer.

Wir strecken unsere Fühler in Richtung der hiesigen Youngtimer-Szene aus und landeten nach zweimaligem Weiterleiten bei einem kleinen Autoschrauber in Fridritt, der sich bereit erklärte, sich des Themas anzunehmen. Also, mit Formel-1-Sound noch 15 km zur Werkstatt gefahren (Passanten streckten mitunter den Daumen in die Höhe) und dort den 900er in die Hände von Stefan gegeben, der zum ersten Mal einen Saab auf der Hebebühne hatte (ansonsten eher BMW-affin) – aber Auspuff ist Auspuff!

Das passende Rohrstück und die passende Stelle wurden gefunden, es wurde gesägt und  geschweißt, schließlich war dieses Teil des Auspuffs so gut instandgesetzt, dass Ulli die nächsten 20 Jahre Ruhe – im wahrsten Sinne des Wortes – haben wird.

So konnten wir dann doch noch den Abend ungetrübt in freundschaftlichem Beisammensein verbringen.

Die Ausfahrt unterlag natürlich auch den Corona-Regeln, welche damals in Bayern lauteten: Es sind nur Gruppen von maximal zehn Personen im öffentlichen Raum erlaubt. Auf dieser Basis stimmte ich ein Hygiene-Konzept mit dem Gesundheitsamt ab und begrenzte die Teilnehmerzahl von vorneherein auf 20 Personen (2 Gruppen).

Diese Anzahl hätten wir auch erreicht, wenn nicht kurz vorher noch zwei Absagen gekommen wären, beide krankheitsbedingt. Daher möchte ich an dieser Stelle noch einmal alles Gute wünschen für Christina aus Dautphetal sowie den Mann von Susanne aus Wächtersbach, die leider nicht kommen konnten.

Ich hatte auch Teilnehmer der vorjährigen Ausfahrt angefragt und einige Überraschungen erlebt: Ein damals glühender Saab-Fan hatte mittlerweile seinen 9-3 Turbo X verkauft, die Cabrios von zwei anderen Teilnehmern wurden zwei Wochen vor der Ausfahrt im Internet zum Kauf angeboten, womit sie auch als Teilnehmer ausschieden.

Tja, nichts ist so beständig wie die Veränderung.

Schließlich kamen dann am Samstag 9 Fahrzeuge mit 14 Teilnehmern zum vereinbarten Treffpunkt in Ostheim v.d.Rhön. Hier gab es dann gleich schöne Gruppenfotos.

Gruppenfoto Rhön Ausfahrt
Gruppenfoto Rhön Ausfahrt

Da 5 der 9 Fahrzeuge Cabrios waren, konnte diese bei bestem Wetter schön offen das erste Ziel ansteuerten: Unser Mittagessen an, welches wir in der Gaststätte auf der Lichtenburg schön auf der Terrasse einnahmen.

Lichtenburg
Lichtenburg

Die eigentliche Fahrt folgte anschließend und führte uns auf der bayerischen Seite entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze nach Thüringen hinein, hier dann die Auffahrt  zum Parkplatz des 813 m hohen „Ellenbogen“ mit seinem markanten Aussichtsturm „Noahs Segel“.

Wieder am Parkplatz angekommen, gab es eine kleine Preisverleihung.

Eigentlich wollte ich „klassisch“ die weiteste Anfahrt und das älteste Fahrzeug prämieren, aber dann hätte ich Ulli mit Preisen überschütten müssen, da er die weiteste Anfahrt, das älteste Fahrzeug, den besten Sound (zumindest bis Freitagnachmittag) und das Fahrzeug mit den wenigsten Gängen (3-Gang-Automatikgetriebe) hatte. Also disponierte ich kurzerhand um, da es quasi noch einen „Ehrenpreis“ zu vergeben gab.

Preisträger Ulli
Preisträger Ulli

Ulli erhielt für die weiteste Anfahrt eine Flasche Pax-Bräu und einen Rhön-Kalender.

Preisträger Konrad
Preisträger Konrad

Konrad erhielt für das zweitälteste Fahrzeug (900er BJ 1992) eine Flasche Pax-Bräu.

Ehrenpreis für Tim
Ehrenpreis für Tim

Tim erhielt noch einen Ehrenpreis, da er quasi eine echte Überraschung bei den Teilnehmern war (bei der Anmeldung weiß ich ja nicht, wer da kommt): Tim ist 19 Jahre alt und hat sich nach bestandenem Führerschein gleich als erstes Auto einen Saab gekauft: einen 9-3 (BJ 1998) mit stolzen 310.000 km und schön 185 PS – dabei in Top-Zustand.

Das hat viel Anerkennung verdient und Tim erhielt eine Riesen-Tafel Marabou-Schokolade sowie einen kleinen Obolus für Benzingeld, immerhin ist er aus der Nähe von Heilbronn angereist.

Danach ging die Fahrt weiter, mit herrlicher Aussicht auf die gesamte hessische Rhön, hinein nach Hessen und dann über die Hochrhön Straße (ein „muss“ bei einer Fahrt durch die Rhön) wieder nach Bayern, wo wir an der Thüringer Hütte die Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen ausklingen ließen.

Ausklang in der Thüringer Hütte
Ausklang in der Thüringer Hütte

Abschließend möchte ich mich noch bei Gunther aus Krombach bedanken, der die ganze Tour mit seiner guten Kamera fotografisch festhielt.

Ich freue mich schon auf ein Treffen im nächsten Jahr, die Route ist bereits grob in Planung!

Text und Bilder: Thomas Zecher

8 thoughts on “Rückblick auf die 2. Saab-Ausfahrt-Rhön am 12. September 2020

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    Auch von mir nochmal ein Dankeschön an die Organisation/Thomas für die schöne (und meine erste) Ausfahrt, genauso möchte ich mich aber auch für die vielen positiven Kommentare zu mir/meinem Alter/meiner Begeisterung für Saab bedanken^^ Ich freu mich, wenn mich mal keiner komisch dafür anguckt, statt nem alten Golf oder 3er BMW (als Autobegeisterter Jugendlicher ja auch üblich) einen Saab zu fahren. Bei gleichaltrigen merkt man immer wieder, dass sie nichts mit dem Auto anfangen könne wenn ich davon erzähle, bis ich sage, dass er 185PS hat, bei den meisten Älteren die was mit Saab anfangen können ernte ich verwunderte Blicke und die Frage „wie kommst du auf den Trichter?“ (Durch einen Nachbarn meines besten Freundes in der 4. Klasse, der auf seinem Hof zwei Saab stehen hat bis heute und mir damals als ich gefragt hatte, was dass denn für Autos isnd, mir in vielen Details alle interessanten Besonderheiten aufzählen und mir auch von der damals (2010 oder 2011) zweifelhaften Zukunft der Marke erzählt hat… naja, geschichte für sich) Und hier bekomme ich für den Kauf eines Autos, dass drei Jahre älter als ich selbst ist und beim Kauf 307tkm hatte positive Resonanz, eine willkommene Abwechslung. Der Wagen hat mir die letzten 14tkm wahnsinnig viel Spaß gemacht, ausser Verschleiß (poröse Gummischläuche zähle ich da auch dazu) war nichts und das Auto gefällt mir immer noch. Ich weiß, dass 14tkm im Saab Universum nichts sind, aber es ist ein Zwischenbericht. Und während einige mich für blöde halten, ein Auto mit der Laufleistung zu kaufen, finde ich es eher lustig, die Leute raten zu lassen, die mich auf den Wagen ansprechen (würde mir im weißen Golf4 oder (rost)braunem Golf3 nie passieren) und die Überraschten Gesichter zu sehen.
    Und ja, man kann den Wagen auch als Azubi im sozialen Bereich unterhalten, der frisst einen tatsächlich nicht auf, egal was viele meinen. Die Reperaturliste des geleasten Dacias meines Halbbruders ist länger.

    So, nachdem ich hier einen halben Roman verfasst habe mit vielleicht lustigen oder interessanten, aber hauptsächlich unnötigen Anekdoten zum Saab Fahren als Anfänger.. Wünshce ich allen die es bis hier geschafft haben schöne Grüße und freue mich schon auf die nächste Ausfahrt, hoffentlich in einer besseren Situation, ohne Corona, und auf weitere interessante Artikel des Blogs über eine eigentlich „tote“ Marke.

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    Im letztendlichen Layout sind die Bildunterschriften der Preisträger vertauscht: Das erste „Portrait“ zeigt Konrad, das zweite Ulli.
    Eigentlich wollte ich auch noch ein Foto von meinem Hund beifügen, aber dann wäre die Assoziation mit Tim und Struppi perfekt gewesen

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    Sehr coole Geschichte und voll stark einen jungen Saabkollegen so zu unterstützen. Schön auch, dass man an einem Freitag Uli so helfen konnte, eine Panne ist immer ärgerlich, noch ärgerlicher wenn das auf oder zum Saabtreffen passiert, aber wir Saabisten haben auch für so eine Situation immer eine Idee

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    War tipp-top organisiert und wir freuen uns schon auf Rhön 2021.

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    Vielen Dank nochmal für die tolle Organisation. Schee war’s.

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    @ Ebasil,

    sie auch? Mir fiel es schwer, keinen Struppi in meinem Kommentar einzubauen 😉
    Aber wir haben uns beherrscht …

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    Benzingeld & Schokolade

    Großartig. Tim hat sich das richtige Auto gekauft und an einer Ausfahrt mit den richtigen Leuten teilgenommen. Kann mir diese schöne Story mit einer anderen Marke so nicht vorstellen. Danke für die Teilhabe.

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    Danke für diesen tollen Bericht mit den schönen Fotos bei herrlichem Wetter! Das klingt nach einer tollen Ausfahrt in einer netten Gemeinschaft. Sehr betrüblich, dass gleich mehrere angebl. Saab-Enthusiasten innerhalb eines Jahres sich für immer von diesen großartigen Autos verabschiedet haben. Umso mehr freut mich Tims Entscheidung für Saab – Vernunft, Geschmack, Begeisterung und Herz sind eben völlig altersunabhängig! Großartig, dass das auch ausgezeichnet wurde, doppelter Daumen hoch!!

    Die Landschaftsfotos und auch insbesondere die vom Kuchen sind großartig – da möchte man gleich reinbeißen! 😉 Vielleicht zusätzlich noch ein paar Fotos mehr von den automobilen Schönheiten hätte ich mir gewünscht.

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