Spanische Saab und Porsche Geschichte und Sentimentalitäten

Mittlerweile ist es Ende Februar geworden. Lizi ist zurück in Spanien. Verkäufer Daniel hat Wort gehalten. Der 9-5 Aero rollt auf fast neuen Michelinreifen und hat neues Öl bekommen. Die Übergabe läuft ohne Probleme, ein wenig Geld und ein Auto wechseln den Besitzer. Lizi ist zufrieden, er mag den Saab.

Saab 9-5 Aero und spanische Wintersonne
Saab 9-5 Aero und spanische Wintersonne

Und während ich in Deutschland sitze, fährt er mit der mitternachtsblauen Schönheit durch die spanische Wintersonne. Lizi und der Saab genießen die Atmosphäre, fahren ans Meer, machen Bilder. Die bekomme ich per Mail, sie machen Vorfreude. Natürlich auch Ungeduld. Ich möchte dieses Auto fahren!

Zuvor soll der Saab aber erst zum Lackierer.

Und zu Berma, wo man ein paar Kleinigkeiten erledigen wird. Nochmal ein Blick auf die Technik werfen, die Abdeckung der Schaltkulisse tauschen. Geht schnell, denke ich. Nur der Lackierer muss zuvor noch dran. Das Auto ist eben 20 Jahre alt, sieht eigentlich gut aus. Aber perfekt ist nun mal die böse Schwester von gut,  und wenn der Gedanke in der Welt ist, dann muss man es durchziehen. Zwei Lackierer gibt es zur Auswahl, die Preise sind bei Beiden traumhaft gut.

Besonders dann, wenn man deutsche Preise als Grundlage nimmt. Der eine lackiert vor allem hochpreisige Super-Premiumfahrzeuge, der andere wäre die Empfehlung von Berma.

Lamborghini und Ferrari beim Lackierer. Gute Gesellschaft für den Saab?
Lamborghini und Ferrari beim Lackierer. Gute Gesellschaft für den Saab?

Etwas Saab Geschichte retten.

Lizi und ich besprechen uns kurz, vertrauen auf Juan von Berma. Zugegeben, etwas mulmig ist mir dabei schon. Vertrauen ist so eine Sache. Besonders dann, wenn man einige 100 Kilometer entfernt ist. Und die Aktion mit dem 9-5 Aero erforderte bis jetzt eine ganze Menge Vertrauen. Wegen der Lackierung werde ich in den nächsten Wochen noch so manche schlaflose Nacht haben, bis der Saab dann endlich vor der Haustüre steht.

Aber zuvor sollten wir etwas Saab Geschichte retten. Der 9-5 ist original. Sehr original! Er wurde im Jahr 2000 gekauft und so, wie er übernommen wurde, gefahren. Am Heck befindet sich ein Aufkleber von Ibercarrera. Saab, Scania und Porsche, das ist historisch. Sieht gut aus, zeigt die spanische Herkunft. Und sollte nicht verschwinden. Der Kennzeichenhalter, als weiteres Detail am Rande, trägt ebenfalls das Saab und Porsche Logo und die frühere Firmenanschrift in der Via Augusta.

Meer und Saab, das passt!
Meer und Saab, das passt!

Ibercarrera war der Statthalter der Schweden in Barcelona und vertreibt heute noch Sportwagen von Porsche; Saab ist Vergangenheit. Der Aufkleber am Heck soll trotzdem bleiben und später digitalisiert werden. Ein Reprint für spanische Freunde, aus historischen Sentimentalitäten. Nicht aus kommerziellen Gründen, da würde Zuffenhausen die juristischen Geschütze ausfahren.

Ibercarrera – Saab – Porsche.

Wahrscheinlich ist es dieser Moment, in dem sie mich bei Berma für verrückt halten. Lizi muss die Botschaft überbringen. Der Deutsche mit dem alten Auto will den alten Kleber behalten. In Barcelona werden sie die Köpfe geschüttelt haben. Die Deutschen eben – merkwürdig!

Doch so geschieht es.

Eine Teillackierung wird vereinbart. Das Dach bleibt, wie es ist, wird nur aufpoliert. Andere Teile werden neu lackiert, und Ibercarrera am Heck bleibt erhalten.

In der Zwischenzeit kümmert sich Lizi um Ummeldung und Versicherung. Der Saab 9-5 Aero wird seine spanischen Kennzeichen behalten und so versichert und versteuert nach Deutschland rollen. Glauben wir!

Und dann weht der eisige Atem von Corona über Spanien,  und alles, wirklich alles kommt zum Stillstand.

12 thoughts on “Spanische Saab und Porsche Geschichte und Sentimentalitäten

  • LED-Nachrüstung für Halogen-Scheinwerfer

    Das ‘Problem’ mit der Osram-Lampe ist halt, dass sie für jede Scheinwerfervariante einzeln zugelassen werden muss und es sich dabei dann auch nur um eine nationale Deutsche Zulassung und keine EU-Zulassung handelt.

    So ist davon auszugehen, dass erst mal die Fahrzeuge versorgt werden, die mit hoher Stückzahl in Deutschland präsent sind (wozu, fürchte ich, Saab eher nicht mehr gehört) und deren Besitzer bereit sind, diese Investition auch zu tätigen (da gibt es sicher einige Saab-Besitzer, aber im Mittel über alle sieht es wahrscheinlich schon nicht mehr so toll aus).
    Da kann es etwas dauern, bevor Saab in den Fokus gerät, wenn überhaupt. Etwas anderes wäre es eventuell, wenn man einen Teilehändler mit ins Boot bekommt, der eine entsprechende Stückzahl abnehmen würde, weil er sicher ist, dass er sie auch wieder verkaufen kann.

    Und wenn das Thema hier schon aufkommt, hat eventuell einer der Schweizer Saabfahrer, die hier mitlesen, schon das vergleichbare Philips-Produkt im Einsatz? Soweit mir bekannt ist, ist das in der Schweiz zulässig. Die Erfahrungen damit wären eventuell ein Thema für einen interessanten Gastartikel.

  • @Alter Schwede Genau in diese Richtung geht es, einige Leser haben Osram bereits angeschrieben. Mehr demnächst – hoffe ich.

  • @Kan-Daniel Ja, das echt tolle Lichtsystem. Ein offener Punkt, denn auch Xenon im 9-5 OG kann nicht annähernd das, was moderne Systeme können.

    Aus diesem Grund stand Xenon nur als eine Option auf der Liste. Ich glaube, nicht dass man es wirklich haben muss. Prinzipiell ist es allerdings ein Problem. In meinem Alter (ja, die 50 sind überschritten) sind die Augen für Nachtfahrten nicht mehr so toll wie vor 20 oder 30 Jahren. Ich schätze das intelligente LED Licht meines Firmenwagens sehr, mit allen Features. Wie es ohne dieses Wundersystem wird, ist offen. Für mich wäre der Faktor Licht der einzige wirkliche Grund, doch wieder zum Neuwagen zu greifen.

    P.S.: Es gibt leider noch keine legale Möglichkeit alte Saabs auf LED Licht umzurüsten. Aber ich bin am Thema dran und suche mir gerade “Verbündete”.

  • Eine wirklich spannende und mitreisende Geschichte, man fiebert richtig mit und hofft, dass der Saab inzwischen doch irgendwie feierlich in Deutschland angekommen ist. Was ich gerne Tom noch fragen würde, du hast ja geschrieben, dass der Saab deinen Firmenwagen mit tollem Lichtsystem ersetzen soll. Stand neben Automatik auch Xenon auf der eigentlichen Wunschliste?

  • Die Geschichte bleibt spannend! Leider bleibt auch Corona da. Darauf hätte man verzichten können (auf die Geschichte aber nicht).

  • Die Geschichte hätte ich gerne später als Buch! Tom, wo kann man bestellen?

  • Tolle Geschichte, man kann es kaum erwarten, wie die Story ausgehen mag – wird am Ende Lizi gar den schönen Saab nicht mehr aus den Händen geben, natürlich Tom das bisher geleistete Geld zurückzahlen, inkl. Schhmerzensgeld und im mitternachtsblauen Saab die spanische Küste entlang gen Süden entschschwinden, um Tom aus jedem Ort ein tolles Saab 9-5 Photomotiv zu schicken ??? Man darf gespannt bleiben. 😉 Ich finde es zudem beruhigend, dass es noch andere Saab Enthusiasten gibt, die genau solche Details wie den Aufkleber des Auslieferungshändlers bewahren. Hätte ich genauso gehandhabt !

  • Freue mich auf die Fortsetzung. Auf den Bildern sieht er eigentlich top aus.

  • Oh, diese Geschichten mit Fortsetzung… (furchtbar) spannend.
    Eine zwiespältige Liebe…
    Trotz allem: hoffentlich geht´s bald weiter mit dem “edlen Gentleman”…
    Ich drücke für einen positiven Ausgang der Story beide Daumen.
    Danke für die Teilhabe.

  • Spannung ohne Ende …

    Und Corona ohne Ende. Gut, dass der Gentleman kein Klopapier braucht, sondern Benzin.

    Hier in der Region geht der Wahnsinn tatsächlich schon wieder los und es wird gehamstert. Aber 98 Oktan sind wieder so billig, wie zuletzt im Frühjahr.

    Ich hoffe, nächsten Mittwoch lesen wir, dass und wie der Gentleman es zwischen Frühjahr, Herbst und trotz Corona nach D geschafft hat?

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  • Spannende Geschichte über ein ganz tolles Auto! Bin gespannt auf die Fortsetzung. Corona hat unser Leben ganz schön durchgeschüttelt. Und so wie es zur Zeit aussieht wird das wohl noch eine Weile so bleiben.

    Die Freude an einem Saab 9-5 der ersten Generation kann ich total nachvollziehen. Mein himmelblauer 95er V6 läuft sowas von traumhaft schön. Ich habe jetzt noch das Automatikgetriebe professionell spülen lassen und siehe da, die Automatik schaltet weicher und die Übergänge sind nicht mehr so gut spürbar.

    Ein professionelle Automatikspülung dauert übrigens etwa drei Stunden und kostet in der Schweiz rund 550 – 600 Franken.
    Das Getriebe wird drei mal durchgespült und dann neu befüllt.
    Wenn euch also jemand eine Spülung des Automatikgetriebes für 100 oder 200 Euro anbietet, so denke ich, dass das nicht ganz professionell ist. Aber das ist bloss meine Meinung und Erfahrung.

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