Evergrande Hengchi gründet zwei neue Unternehmen

Vielleicht hatten einige Beobachter auf eine schnellere Entwicklung bei Evergrande gewettet. Aber die Angelegenheiten rund um die neue Automarke Hengchi entwickeln sich weiter zögerlich. Das erste Produkt ist verspätet, die Corona Krise fordert auch hier ihren Preis. Nach der vollständigen Übernahme von NEVS und den früheren Saab Immobilien gründet Evergrande zwei weitere Unternehmen.

Benteler Plattform für Evergrande Hengchi
Benteler Plattform für Evergrande Hengchi

Am 10. Juli gründete Evergrande in Guangdong die Evergrande Hengchi New Energy Automobile Technology Co. Ltd. Als Gegenstand der Unternehmung wurde Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung von Autoteilen und kompletten Automobilen eingetragen. Alleiniger Eigentümer ist die Evergrande New Energy Automobile Investment Holdings Group. Das Stammkapital beträgt eine halbe Milliarde Yuan, was umgerechnet 62,5 Millionen € entspricht.

2 Tage zuvor hatte Evergrande ein weiteres Unternehmen gegründet, mit Sitz in Guangxi. Es trägt den Namen Evergrande New Energy Automobile und verfolgt einen vergleichbaren Geschäftszweck wie die neue Gesellschaft in Guangdong.

Evergrande hat in China mehrere Werke zur Herstellung von Elektroautos und Komponenten in Bau. Im 1. Halbjahr 2020 wollte der Immobilienentwickler das erste eigene Fahrzeug präsentieren, die Pläne sind verzögert. Hengchi als finaler Markenname scheint aber mit der Neugründung in Guangdong gesetzt. Insgesamt plant Evergrande mit 14 oder 15 neuen Elektroautos auf den Markt zu kommen. Einige von ihnen könnten in Trollhättan gebaut werden.

Ein schwieriges Umfeld für neue Elektroauto Marken

Durch die Corona Krise sind Start-ups für Elektroautos weltweit in schweren Gewässern unterwegs. Prominentes Beispiel für aufgeschobene Pläne ist die Marke Byton. Das viel beachtete Unternehmen galt als chancenreich und der Sprung nach Europa als wahrscheinlich. Mit Carsten Breitfeld stand ein ehemaliger BMW Manager an der Spitze, dem man viel zutraute. Breitfeld verließ im Herbst 2019 Byton und wechselte zu Faraday Future. Ein weiteres hoffnungsvolles Start-up, das mit Geld aus China finanziert wurde und mittlerweile wieder wird. Das Zwischenzeitlich aber nahe am Abgrund stand, weil Evergrande sich als Investor zurückzog.

Byton stellt zum 1. Juli den Betrieb vorerst ein. Das Unternehmen wurde in eine Art selbst verordneten Winterschlaf versetzt bis das Marktumfeld freundlicher sein wird. Ob es jemals wieder aufwacht, ist nicht sicher. Ebenso wie die Frage wann das wirtschaftliche Umfeld für ambitionierte Elektroauto Pläne besser sein wird.

Bild: Benteler (1/1)

5 Gedanken zu „Evergrande Hengchi gründet zwei neue Unternehmen

  • Können die Autos nach all den Ankündigungen und der international generierten Aufmerksamkeit überhaupt so gut werden, dass sie nicht enttäuschen?

    Gefährliches Spiel, das Evergrande da treibt. Aber die Spieler und ihre Privatvermögen sind vermutlich auf der sicheren Seite …

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    • Ich denke schon. Die führenden Entwicklungspartner arbeiten Evergrande zu, das Produkt könnte wirklich gut werden. Die andere Seite: Man bekommt immer das, für das man bezahlt. Wer “Premium” in Auftrag gibt, und dahin möchte man, der wird es vermutlich auch erhalten.

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  • Steht denn schon fest, ob es reine Elektrofahrzeuge wie beispielsweise Tesla werden oder auch Hybrid- und gar Wasserstoffantriebe zum Einsatz kommen?

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    • Die Musik spielt in China. Was wann wirklich kommt, entscheidet sich nicht in Trollhättan. Wir sind nur Berichterstatter mit limitierten Einblick. Aktuell gilt Batterie-elektrisch als gesetzt. Die Möglichkeit sich breiter aufzustellen wäre gegeben, das Wissen ist im Hause Koenigsegg mit sehr interessanter Technik vorhanden. Aber es gibt zur Zeit Indizien für eine solche Entwicklung.

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  • China hat anscheinend seine restriktiven Zulassungsbedingungen für Verbrenner gelockert, damit der Automarkt sich möglichst schnell wieder erholt. Da vermutlich auch in China Verbrenner günstiger zu bekommen sind als vergleichbare Elektroautos, verkaufen sie sich momentan besser als die Elektroautos, obwohl deren Förderung verlängert wurde (https://efahrer.chip.de/news/vorbild-fuer-europa-chinas-automarkt-erholt-sich-doch-elektroautos-schwaecheln_102274).

    Möglicherweise will Evergrande unter allen Umständen den Eindruck vermeiden, dass sich seine Produkte schlecht verkaufen, wenn sie auf den Markt kommen und versucht mit dem Verkaufsstart zu warten, bis die Marktbedingungen für Elektroautos wieder besser sind.
    Das könnte vielleicht noch 6 bis 12 Monate dauern, falls die Pandemie sich störrisch zeigt, möglicherweise auch noch länger.

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