Neuerscheinung. Saab 99 Turbo 1:18 von DNA.

Im Leben gibt es eine Handvoll Autos, die man nie vergisst. Oder besser gesagt, die man gefahren haben sollte. Auf diese Liste gehört der Saab 99 Turbo. Er ist,  um ehrlich zu sein, keine Schönheit im klassischen Sinne. Im Prinzip ist er ein kleines Pummelchen. Es fehlt ihm die lang gestreckte Motorhaube, die seinen Nachfolger auszeichnet. Ungeachtet aller Äußerlichkeiten ändert sich die Wahrnehmung, wenn man den Zündschlüssel in der Mittelkonsole umgedreht hat und der Motor läuft.

Er begeistert, er liefert brachialen Schub.
Der 99 Turbo. Er begeistert, er liefert brachialen Schub.

Ein Schwede mit ausgeprägtem Turboloch

Die ersten Meter geht es dann sehr gemächlich voran. 99 Turbo-Neulinge müssen auf jeden Fall die Ladedruckanzeige im Auge behalten, die links vom Fahrer auf dem Armaturenbrett thront. Man könnte sie für ein Zubehör aus einem Tunershop halten, was nicht zutrifft. Pragmatisch wie die Schweden immer waren, sparten sie die teure Überarbeitung der Instrumententafel und setzen die zusätzliche Anzeige einfach oben auf das Armaturenbrett.

Mit steigender Drehzahl überwindet der 99 das ausgeprägte Turboloch, die Anzeige links vom Fahrer erwacht zum Leben, und das schwedische Pummelchen wird zum Sportwagen. Das geschieht ohne Vorwarnung und viel brachialer,  als es die Daten von 145 PS und 235 Nm vermuten lassen. Die Turbo-Affäre ist etwas für alle Sinne, denn neben der Beschleunigung produziert der 99 auch noch die passende Klangkulisse. Man wird unweigerlich süchtig! Der Spieltrieb gewinnt die Oberhand, man will immer wieder beschleunigen, das Turboloch und den spontan einsetzenden Antrieb erleben.

1978, als Saab den Turbo auf den Markt brachte, war das Verhalten der aufgeladenen Maschine völlig normal. Saab Fahrer hatten damals riesigen Spaß und konnten mit dem unscheinbaren 99 andere Turbo Sportwagen wie den 911 und Fahrer großer, teurer Limousinen ärgern. Nicht immer blieb es bei den serienmäßigen Leistungsdaten. Erhöhter Ladedruck war nur ein Weg zu mehr PS und Freude.

Der Saab 99 Turbo ist ein Stück automobiler Historie

Der 99 Turbo war Auftakt zu einer Saga, von welcher man in Trollhättan bis zum Ende zehrte. Saab und Turbo waren seit 1978 eng miteinander verbunden. Heute wird für einen gut erhaltenen Saab 99 Turbo ein stattlicher Preis aufgerufen. Der Saab gilt als ein wichtiges Stück automobiler Historie akzeptiert und bei den Sammlern angekommen.

DNA Collectibles setzt nun dem 99 Turbo ein Denkmal in Form einer Miniatur im Maßstab 1:18. Die ersten Fotos vom Prototypen wurden freigegeben, die Auflage ist limitiert,  und die Auslieferung beginnt im August 2020. Vorbesteller können 10 % sparen. Die Bilder sind vielversprechend. Der Innenraum ist liebevoll ausgeführt,  und das Betrachten der Bilder löst ein Saab-Kopfkino aus. Die Farben entsprechen dem kultig schrägen Farbempfinden der 70er Jahre,  und auch am Außendesign kann man sich kaum sattsehen. Das Kardinalrot und die wunderbaren Inka Felgen sind stimmig, ein schöner Beitrag für alle Sammler von Miniaturen.

Natürlich entspricht der Prototyp noch nicht der Serie,  und bei DNA Collectibles wäre man enttäuscht,  in diesem Beitrag keine Anmerkung zur Verbesserung vorfinden zu können. Und tatsächlich findet sich eine Anregung. Die silbernen Umrahmungen der Fenster sollten deutlich filigraner werden, da trägt der Erbauer der Prototypen zu massiv auf. Weitere Einwendungen zu dem gelungenen Beispiel schwedischer Automobilgeschichte gibt es nicht.

2 Gedanken zu „Neuerscheinung. Saab 99 Turbo 1:18 von DNA.

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