Saab Festival Teil 4: Dunkle Wolken über Trollhättan.

Der Regen hat das Festival-Gelände an diesem Sonntag fest im Griff. Die gute Laune hält sich in Grenzen, sollte der letzte Festival-Tag seinen Abschluss doch in dem bekannten Teilemarkt finden. So trübt das Wetter die Stimmung und wir starten bei strömendem Regen in Richtung Festival-Gelände…

Saab Festival 2019 in Trollhättan
Saab Festival 2019 in Trollhättan

Regen, Regen, Regen

… das zu dem Zeitpunkt schon recht gut gefüllt ist – trotz des Wetters. Die Händler und alle anderen Verkäufer müssen an diesem Tag aber ihr Improvisationstalent beweisen und die teils wertvolle und noch original verpackte Ware vor dem Regen schützen.

Der Teilemarkt erstreckt sich dabei über den großen Parkplatz vor dem Museum. Händler aus ganz Europa sind für dieses Event angereist und geben sich die Klinke in die Hand. Für alle die länger in der Szene unterwegs sind, sind es die üblichen Verdächtigen, die an diesem Sonntagmorgen Ihre Plastikplanen über ihre Zubehörteile ausbreiten. Dabei regnet es fast ununterbrochen weiter, nur selten gönnen die Wolken der Trollstadt eine kleine Pause. Wir tauschen unser Technik-Equipment gegen Regenjacke, und Schirm und verstauen die Kameras im 900, wo Sie trocken liegen – zum Opfer der Lesenden, die so auf umfassende Bilder vom Teilemarkt verzichten müssen.

So schleichen wir mit nassem Schuhwerk über den Teilemarkt. Wirklich erfolgreich sind wir aber nicht, obwohl die Auswahl groß ist. Wer lang ersehnte Teile sucht wird spätestens hier fündig. Für uns gibt es lediglich ein Originalsatz Zierleisten für den 9000, ein Lenkrad und die Schutzkappen für die AHK des Svenska Saabclubben landen auch im 900.

Ungemütliche Rückfahrt

Nach wenigen Stunden haben Justus und ich genug. Die schlechte Stimmung schlägt in Tatendrang um. Unsere Abreise war für den Montag geplant, aber wir buchen noch im Museum die Fährfahrt zurück nach Dänemark. Viel früher als gedacht brechen wir auf und lassen das regnerische Trollhättan hinter uns. Kurz hinter Göteborg reißt die Wolkendecke dann auf, die Sonne scheint und es wird unerwartet warm. Am Anleger treffen wir noch einen Teilnehmer des Festivals, den Kofferraum voller Teile. Er erzählt uns, dass er das Festival genutzt hat um sein 9-5 Projekt für zuhause voran zu bringen.

Unsere Rückfahrt führt uns bei Nacht durch Dänemark zurück nach Deutschland. Kurz hinter Kolding macht sich dann der 900 bemerkbar. Bei Tempo 110 gibt er ein ungemütliches ruckeln von sich, was im Laufe der Fahrt immer mehr zunehmen wird. Wir erreichen Hamburg mit Tempo 80, der 900 zeigt mittlerweile deutlich was er vom Thema Beschleunigung hält – und dennoch muss er knapp 500 Kilometer bis nach Darmstadt auf die Zähne beißen. Am Ende stellt sich heraus, dass der Topf der Antriebswelle irgendwann in der dänischen Dunkelheit seinen Dienst quittiert hat. Aber der 900 ist zäh und läuft auch die restlichen Kilometer Richtung Hessen, gönnt sich danach aber eine mehrwöchige Auszeit. Denn das verschlissene Teil gibt es schon lange nicht mehr neu, die Suche nach einem guten Gebrauchten gestaltet sich als schwierig.

Das Festival – ein Fazit

Und obwohl das Festival für uns nass und ruckelnd endet, das Wetter nie richtig mitspielen wollte endet ein bemerkenswertes Festival. Wieder wurden einzigartige Autos ausgezeichnet, Vorträge wie die von Simon Padian ließen den Mythos der Wiederbelebung der kleinen Marke wieder gehörig aufleben. Mit den Rekorden der Teilnehmerzahl von Besuchern und ausgestellten Autos könnte der Trend hinter der Marke und den klassischen Saabs in Zukunft am Ende eher nach oben statt nach unten zeigen. Und wer weiß, vielleicht werden die aufgestellten Rekorde schon in zwei Jahren wieder der Vergangenheit angehören. Es wäre der kleinen Marke vom Göta Alv definitiv zu wünschen.

Das war Sie, die kleine Artikel-Reihe zum Saab Festival 2019. Für alle Leser, die noch nicht genug bekommen können, empfiehlt sich ein Blick auf den Instagram Account des Blogs sowie der kleinen Video-Reihe Teil 1, 2, 3 von Justus.

7 Gedanken zu „Saab Festival Teil 4: Dunkle Wolken über Trollhättan.

  • Schöner Bericht aus der SAAB Stadt und tolle Bilder. Danke!

  • Cool geschrieben, danke für den Einblick und Bericht über das Festival

  • Danke Jan_HH,

    die 4 Teile waren mir ein Vergnügen in Wort & Bild. Ich sende also Blumen, aber leider ohne (Antriebs-) Topf und wünsche viel Glück damit.

    Apropos Bild, Respekt für die SAABs in motion. So ein Schuss (scharfes Auto mit rotierenden Rädern vor verwischtem Hintergrund) ist nicht ohne – es sei denn, auch dafür gäbe es mittlerweile eine App, die ich mal wieder nicht kennen würde.

  • Orio, Antriebstopf & Co

    Wie wenn überhaupt erfasst Orio eigentlich den Bedarf an ausgelisteten Ersatzteilen? Wie will man ohne systematische Erfassung in Erfahrung bringen, ob sich die Produktion einer Charge von Teil X oder Teil Y lohnen würde, wenn man es nicht mehr bestellen kann und die SAAB-Fahrer und Service-Partner nach einem anonymen Blick auf die Verfügbarkeit eigene und notgedrungen kreative Wege gehen?

    Cool wäre ein Erfassungssystem im Rahmen der Orio-App und/oder über Orio-Webseiten. Ähnlich dem Crowdfunding könnten dort Teile gelistet sein, die in Produktion gehen würden, sobald eine bestimmte Zahl verbindlicher Bestellungen vorliegt.
    Wenn die Zahl in einem definierten Zeitraum zu einem definierten Preis nicht erreicht wird, könnte Orio die Chancen für Teil X oder Teil Y neu bewerten und die Besteller entsprechend und automatisiert informieren – soll heißen, dass sie diese Aktion etwa für Teil X mangels Nachfrage beenden und die Bestellungen annullieren …
    Oder aber für Teil Y in Produktion gehen oder die Aktion verlängern oder erneuern und die Besteller fragen, ob sie ihre Bestellung aufrecht halten wollen. Möglicherweise wurde das Ziel nur knapp verfehlt, würde sich im Zuge einer Verlängerung voraussichtlich erreichen lassen oder mit einer kleineren Preisanpassung könnte man augenblicklich in Produktion gehen?

    Wer weiß, welches Teil zum gegenseitigen Nutzen Orios und der Saabfahrer nachproduziert werden könnte, wenn es keine systematische Erfassung des Bedarfs gibt und Chancen nicht gezielt ausgelotet werden? Nur so ein Gedanke …

  • Vielen Dank für die Blumen, ich reiche Sie im Bezug auf die Fotos gerne an Justus weiter. Die Bilder sind von Ihm und nein, dafür gibt es noch keine App!

  • Vielleicht könnte der Blog die Zusammenarbeit mit Orio intensivieren und den Bedarf bei den Lesern einsammeln? Wäre das nicht eine gute Idee?

  • @ Anna Bonn,

    leider nein (keine gute Idee). Der globale Bedarf müsste schon von Orio selbst zentral erfasst werden. Anders kämen niemals die erforderlichen Bestellungen zusammen.

    Auch hat Orio alle Informationen über die globale Flotte und alle Fäden in einer Hand. Nur Orio selbst kann sinnvoll mit seinen Zulieferern klären, ob und ggf. welches Teil für welches SAAB-Modell man für eine potentielle Nachproduktion mal zu welchen Konditionen ins Schaufenster stellen könnte …

    Eine Nachproduktion, weil ein oder zwei Blog-Leser hier mal den Finger gehoben haben, wird sich nicht rechnen und kann für Orio kein Kriterium sein. Gleichwohl hätten einige Teile vielleicht eine Chance, wenn man diese bei Orio systematisch ausloten würde …

Kommentare sind geschlossen.