Das Ende einer Dienstreise

Mittwochabend. Berufsverkehr und nur noch 2 Kilometer bis nach Hause. Der Wagen vor mir bremst ab, der  Verkehr kommt zum Stillstand. Das war es dann für mich! Der Motor des Saab stirbt ab, mit letztem Schwung rette ich mich auf einen Parkplatz. Aus, vorbei! Das Ende einer Dienstreise. Wie konnte es so weit kommen?

Gestrandet, das Ende
Gestrandet, das Ende.

Vier Tage zuvor. Unterwegs für den Blog.

Es ist Sonntag, ich habe mir für den Blog einige Tage freigenommen. Unterwegs nach Norden,  um Ideen und Themen für die nächsten Monate zu sammeln. Ich mag diese Tage, wo der Terminkalender nicht so eng strukturiert ist wie gewöhnlich. Jeder Kilometer im Saab ist ein Genuss,  und mein präferiertes Reise-Auto ist der 9-3 I Aero. Zuverlässig bis zur letzten Schraube, bequem, schnell, kompakt. Das Wetter ist noch schön an diesem Tag, aber über Norddeutschland wartet ein mächtiges Tiefdruckgebiet auf mich.

Der Saab schnurrt in Richtung Nord, bis kurz hinter Hannover ist die Welt noch in Ordnung. Dann flackert das Cockpit, ABS, Bremse, TCS leuchten für einen Moment auf. Gespenstisch. Beunruhigend. Aber immer nur für den Bruchteil einer Sekunde. In Richtung Hamburg reiht sich Stau an Stau, das  Flackern kommt in immer kürzeren Intervallen. Nach einem Zwischenstopp bei Freunden verliert der 9-3 Aero im Hamburger Baustellenschlamassel völlig die Fassung. Das Cockpit leuchtet wie ein Weihnachtsbaum, ich steuere den nächsten Rastplatz an und suche telefonisch Rat in Kiel. Markus Lafrentz tippt auf das ABS Steuergerät oder die Drosselklappe, meint aber,  ich könne vorsichtig weiterfahren. Und tatsächlich, in behutsamer Schleichfahrt erreiche ich Kiel.

Fehlerspeicher leer, alles gut?

Am Morgen darauf scheinen die Probleme vergessen. Das Wetter ist norddeutsch feucht, aber der Saab läuft, als wäre gar nichts gewesen. Das Auslesen in der Kieler Werkstatt bringt einen leeren Fehlerspeicher,  und die Diagnose Drosselklappe oder Steuergerät bleibt im Raum stehen.

Was tun? Den Saab in Kiel zurücklassen und mit einem Leihwagen weiterfahren – das kommt für mich nicht in Frage.  Saab Termine ohne Saab? Keine Option. Ich wähle das Risiko, starte am nächsten Tag nach Hamburg. Und wieder spielt der 9-3 sein Spiel mit mir. Mit einer trügerischen Zuverlässigkeit fährt er von Kiel nach Hamburg und durch die Stadt. Erst nach meinem Termin zeigt er seine Probleme. Das Cockpit leuchtet, das bekannte Spiel. Trotzdem fahre ich auf die Autobahn in Richtung Hannover. Die Trolle im Wagen spielen ihre Selbstheilungskräfte aus, die Anzeigen schalten auf normal und alles funktioniert wie gehabt. Trotzdem, ich will jetzt nichts mehr riskieren. Mithilfe der KI von Google und etwas menschlichem Instinkt umfahre ich den Stau kurz vor Hannover, erreiche mein Ziel ohne weitere Vorfälle. Und bin auf den letzten Tag der Reise gespannt.

Am nächsten Morgen. Probleme? Welche Probleme? Der Saab scheint sie vergessen zu haben. Ein Auto mit Charakter und zäh. Mein Termin ist 90 Kilometer entfernt, ich fahre verhalten vorsichtig. Auffälligkeiten zeigt der nicht mehr ganz so junge Schwede keine.  Auch später, als es zur letzten 300 Kilometer Etappe der Dienstreise auf die Autobahn geht, bleibt er unauffällig. Ich habe ein gewisses Grundvertrauen, gehe die Sache aber bewusst vorsichtig an. Langsam fahren, die innere Stimme ermahnt,  nicht mehr anhalten! Auch wenn der Hunger plagt, denn wenn er läuft, dann läuft er.

Ein wenig Autobahn Philosophie

Wenn man einige Tage bewusst defensiv auf bundesdeutschen Autobahnen unterwegs ist, ist Zeit genug,  die Mitmenschen bei ihrer Fortbewegung zu beobachten. Die erfreuliche Nachricht: sie passt zu der aufkommenden Diskussion um ein generelles Tempolimit: Gefühlt weit mehr als 80 % der Verkehrsteilnehmer  sind in einem Rahmen zwischen 120 und 140 Km/h unterwegs. Die Einführung eines generellen Verbots wird der Umwelt wenig bringen, sich aber sehr gut im gelebten Aktionismus machen.

Auffällig waren früher die Vertreter der Betonindustrie in ihren Audi A4 und A6, deren Zahl aber merklich abgenommen hat. Ersetzt werden sie durch die Fahrer jener SUV in Voll-Fett Stufe, die bevorzugt aus Ingolstadt oder Wolfsburg kommen. In den Kasseler Bergen scheuchen sie gnadenlos jeden Kleinwagen, der sich zaghaft auf die äußerste linke Spur traut,  zurück hinter den Mercedes Sprinter, den sie eigentlich überholen wollten. Die 2.5 Tonnen Blech-gewordener Irrtum im China-Design sind von ihren Fahrern augenscheinlich nur im Sportwagenmodus zu bewegen, um die konsequente Verachtung jeder Ressourcenschonung zum Ausdruck zu bringen.

Wer Saab fährt, der ist einsam unterwegs. Die graue Masse gesichtsloser SUV wird von Jahr zu Jahr mehr. Passend zum kommenden Ende des Individual-Verkehrszeitalters scheinen sie die Uniformität neuer Zeiten vorwegnehmen zu wollen. Warum fährt man so etwas? Weil der Nachbar es auch tut? Ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer? Oder einfach das Glück in der Masse? Skoda Markenbotschafterin Mimi Fiedler, die ein Kodiaq SUV fährt, meint dazu: Einfach weil ich gerne parke wo ich will. Randsteine sind für mich eine Option, aber nicht wirklich eine Abgrenzung. Danke an Frau Fielder für Ihre Hilfestellung. Wir lernen: Weil mächtige Randsteine unsere Möglichkeiten einschränken, benötigt man zu deren Überwindung ein SUV. Punkt. Gut, dass ich das nicht vorher wusste. Nachzulesen in der Bunte Heft 40/2019.

Traurig, aber es gibt Lichtblicke! Für einige Minuten teilt ein Lancia Thesis mit Paderborner Zulassung meinen Weg. Guter Geschmack jenseits der Masse. Wir sind einsam. Aber nicht alleine.

Das Ende einer Dienstreise

Der Saab hält durch. Erstaunlich! In den letzten Tagen sah ich am Fahrbahnrand immer wieder gestrandete Fahrzeuge. Viel jünger als mein Saab, vornehmlich von Audi und mit rund 4 bis 5 Jahren nicht gerade alt. Aber das alte, kranke Auto hält durch,  und als ich endlich die A3 verlasse, merke ich, dass es ihm nicht gut geht. Es sind gerade noch 2 Kilometer bis nach Hause, als wir uns auf einen Parkplatz retten und ausrollen.

Gestrandet, was tun? Meine Frau rettet mich, ich lade mein Gepäck um, will den Saab aber dort,  wo er parkt,  nicht stehen lassen. Zu gefährlich, denn es ist ein Platz,  wo Autos gerne Teile verlieren. Der ADAC Abschleppdienst wäre um die Ecke, aber ich bin weder Mitglied in dem Verein noch habe ich Lust, mein Auto irgendwem anzuvertrauen. Ich rufe in Frankfurt an, Gerard Ratzmann schickt mir einen Abschlepper.

Dragan Beljan kommt (Tel: 0176 – 61401721). Eine wirklich gute Entscheidung, denn er weiß, wo ein Saab sein Zündschloss hat und kennt die Geschichte mit Zündschlüssel und Rückwärtsgang. Er fährt viel für Saab Frankfurt, und vornehmlich sind es Restaurationen,  die er zum Lackierer bringt,  oder Unfallschäden. Mein 9-3 Aero ist sein erster Saab, der mit einem Defekt strandet. Ist ja kein Audi, meint er.

In der Frankfurter Werkstatt dann die Diagnose, die zu vermuten war: Es ist die Drosselklappe. Gerard Ratzmann würde eine Gebrauchte einbauen. Ich wäre sofort wieder mobil, aber ich habe Zeit. Er bestellt ein Neuteil, denn die Saab Dienstreise ist jetzt erst einmal am Ende.

Das Resümee: In vier Tagen viel erlebt, viele spannende Themen und Anregungen für den Blog gesammelt, die uns über den Winter bringen werden. Mein tapferer, kleiner Saab hat mit fast 20 Jahren auf der Dienstreise bewiesen, dass man sich auf ihn verlassen kann. Ja, und Saab Service Frankfurt hat mal wieder gezeigt, dass Mobilität nicht vom Alter eines Fahrzeugs abhängig ist.

28 Gedanken zu „Das Ende einer Dienstreise

  • Ja die DKL. Kenne ich vom 9-5 her, da war sie auch schon fällig. So ist das eben mit alten Autos. Trotzdem: gut geschrieben, Danke!

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  • Schöner Bericht. Das DK Problem kommt einfach mit dem Alter, die Isolierungen der Verdrahtung lösen sich in Krümmel auf. Eine von dreien DK wurde schon überholt , der Rest folgt. Dann ist wohl die nächsten 20 Jahre wieder Ruhe mit DK Fehler. Schön, dass der Fehler so leicht zu finden und fixen war.

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    • Das liest sich gut. Weitere 20 Jahre Ruhe sind eine gute Perspektive!

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  • Gutes SAAB Entertainment mit Drama am Montag!

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  • Ja das macht mir auch zunehmen zu schaffen das oft etwas mal nicht geht,….aber ich will weiter SAAB fahren,.. auch dienstlich!

    Tom, schreib doch mal was zu dem 9-2x der neben deinem 9-31 steht, der guggt so als will er sagen: ich hauche dir mit meiner Hutze etwas Turboluft ein damit du s bis nach Hause schaffst!
    Wie viele gibt es davon eigentlich in D?

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    • Der Lauf der Dinge den wir nicht aufhalten können. Leider.

      Der 9-2x Aero kommt, der Bericht geht die nächsten Tage in Produktion. Ein sehr spaßiges Auto übrigens!

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  • Ein sehr spannender Bericht mit einem guten Ende für den treuen silbernen Freund, toll!

    Außerdem habe ich einige für mich neue Formulierungen kennengelernt, die ich sofort begeistert in meinen aktiven Sprachschatz übernehmen werde, wie „SUV in Voll-Fett Stufe“ und „2.5 Tonnen Blech-gewordener Irrtum im China-Design“ – herrlich! 😉 Wobei diese Geschosse hier auch zu ganz großen Teilen aus Göteborg und Dingolfing kommen.

    Ein unglaublicher Satz auch von dieser „Markenbotschafterin“! Welche Rücksichtslosigkeit, Arroganz und Ignoranz gegenüber anderen, schwächeren Verkehrsteilnehmern, die der Bordstein ja schützen soll (Fußgänger und uU auch Radfahrer). Ich kann der Dame gern mal Nachhilfe im Einparken in enge Parklücken in Großstadtwohngebieten geben!

    Eine Frage: Was ist denn das für ein komischer großer „Luftauslass“ quer auf der Motorhaube des schwarzen 9-3 II in Kiel? Oder nur eine Spiegelung? (Ist leider auf dem Tablet schlecht zu erkennen.)

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  • Aaaahhh! Jetzt hab ich’s – das ist der mir bis dato gänzlich unbekannte 9-2!! Sachen gibt’s – ein Saab, von dem ich bis dato noch nie was gehört hatte! Bin gespannt auf den Bericht!

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  • Der Absatz SUV-in Voll-Fett-Stufe ist einfach köstlich ! Ich werde das (natürlich unter Verfasserangabe) zitieren…
    Trifft genau den Punkt – super formuliert !

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  • Vielleicht wäre Saab Frankfurt für mich auch eine Alternative gewesen bei meiner Panne mit meinem 902 Turbo Cabrio nach meiner „Dienstreise“ von Holland (INTSAAB2019) zurück in die Schweiz, als ich wegen einem defektem Zündschloss nach meiner Pause am Rastplatz Fernthal West an der A3 liegen blieb.
    Der Gedanke ging mir durch den Kopf. Aber an einem Sonntagnachmittag wohl nicht sehr aussichtsreich.
    Leider hat der gütige Mann des Abschleppunternehmens das für den ADAC unterwegs war, meinen Frontspoiler beim auf- und abladen so stark demoliert, dass er getauscht werden muss.
    Auf den Entscheid meiner Versicherung, ob der Schaden übernommen wird, warte ich jetzt seit fast 5 Wochen!
    Das Zündschloss ist mittlerweile repariert und funktioniert wieder. (Kosten ca. 350 Euro, Kosten neue Stossstangenhaut mit Spoiler – Viggen/Aero Design – über 2000.- Euro!)

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  • Einfach mal verdammt schön, dieses Auto. Für mich ist ein 9-3 I der jüngste 900, auch wenn er anders heißt …

    Bin voller Vorfreude auf die Ergebnisse dieser Biogreise und Themensammlung. Was da am Fuße des Blogs als Twitter-Teaser auftauchte (u.a. „9-2X OMG“) macht mächtig Appetit auf kommende Beiträge.

    Das Statement von Mimi Fiedler ist ja wirklich selten klischeehaft (um nicht zu sagen dämlich). Die selbstbestimmte Dame von heute überwindet also gerne Bordsteine und übt sich voller Stolz und bekennend in Rücksichtslosigkeit. AHA!

    Da passen Toms Beobachtungen zur SUV-bevölkerten Überholspur gut ins Bild. Der Witz ist, dass die mittlerweile genau dafür optimiert sind. Von der Bodenfreiheit einstiger Geländewagen ist bei vielen SUVs nix mehr übrig. Da wird Mimi Fiedler wohl früher oder später mal an einem (Bord-) Stein hängen bleiben.

    Was ein Tempolimit in D betrifft, hat mein reines Gewissen am Fahrspaß einen Knacks weg, seit ich ohne E85 (mit genialen 105 Oktan) auskommen muss.
    Die Mimi Fiedlers und ihre Göttergatten nerven mich. Wenn sie mich in einem SUV sitzend mit 250 Km/h oder mehr von der linken Spur schubsen, bin ich schier fassungslos, wie ignorant man gegenüber Verbrauch und CO2-Ausstoß, gegenüber Mensch, Umwelt und der Verkehrssicherheit sein kann.

    Es stimmt schon, einem allgemeinen Tempolimit haftet im globalen Maßstab der fahle Beigeschmack von Symbolpolitik und einer wenig effizienten Maßnahme an. Es wäre aber eine. Es wäre sogar eine kostenneutrale Sofortmaßnahme. Und es gibt umwelt- oder verkehrspolitisch (leider) kein einziges Gegenargument.

    Es gibt ersatzweise etliche Beschwichtigungen aus wirtschafts- und fiskalpolitischem Eigeninteresse. Etwa wenn es aus dem Verkehrsministerium heißt, wie wenig Km des dt. Straßennetzes ohne Tempolimit wären. Ich bin in der (Kommunikations-) Branche und weiß, warum da wer was sagt.

    Hand aufs Herz, wer fährt das gesamte Straßennetz seines Heimatortes ab (inkl. aller Spielstraßen, Sackgassen, Tempo-30-Zonen und Einbahnstraßen), bevor es auf die Autobahn geht? Die simple Wahrheit ist, dass in D viel mehr Kilometer auf der BAB gefahrenen werden, als man zugeben möchte.

    Das Einsparpotential der BAB an CO2 und Verkehrsopfern wird regelmäßig relativiert und kleingerechnet, damit es weiterhin gute Gründe für fette Kisten und hohe Verbräuche an Mineralöl, sonstigen Ressourcen und künftig auch seltener Erden gibt.

    Nochmals Hand aufs Herz, nach der Faustformel, dass eine 10% höhere Geschwindigkeit 30% mehr Leistung erfordert, kann jeder überschlagen, was man als Abonnent der linken Spur zusätzlich verpulvert. Zumindest mein Saab hält sich da ganz penibel an physikalische Gesetze …

    Er lässt sich mit 7 Litern Komma X oder auch dem Dreifachen auf einer unlimitierten BAB bewegen – je nachdem, wie unsere Damen und Herren aus den Ministerien für Umwelt, Wirtschaft oder Finanzen es nun gerne hätten. Wäre schon schön, wenn die so langsam mal wüssten, wie viel fossiles und raffiniertes Rohöl sie auf der linken Spur verbrannt sehen wollen. Oder ganz einfach wieder alternative Kraftstoffe zulassen würden …

    250 Km/h + X im fossil betrieben SUV sind für mich jedenfalls ein absolutes No-Go und ich finde es befremdlich, dass genau dies unsere Gegenwart ist. Mimi vs. Greta, Vorteil Angelika. Man muss ja nicht immer alles verstehen …

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  • ….na mal ehrlich Herbert, die meisten SUV schaffen keine 250km/h und die wenigsten fahren es auch. Und vieles was heute unter dem Modenamen SUV verkauft wird sind kleine Vans mit Allrad. Und bei einem Fortbestand von SAAB hätten wir uns vermutlich auch einem hohen Anteil von 9-4x anfreunden müssen. Aber ich bin ja leider voreingenommen da ich dem 9-7x mein Leben verdanke. Ich stelle bei mir auch fest das ich im 9-7x entspannter unterwegs bin als im 9-5NG.

    Auf den Artikel vom 9-2x bin ich gespannt!

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  • Da hatte ich ein Déjà-vu bzgl. meines 9-5NG (Transatlantiker) der einen Großteil dieses Sommers einen Standplatz in der hiesigen Werkstatt hatte. Gleiches Spiel wie oben, immer gefolgt von aufgeregtem Gebimmel und schlagartigem Leistungsverlust. Zwei Werkstätten sagtem nach Auslesen des Fehlerspeichers Diagnose: „Drosselklappe“, einmal hatte der Vorbesitzer sie schon getauscht, sie wurde erneut getauscht (wieder Neuteil) und für ein paar Tage war Ruhe. Bis dann der „Spaß“ von vorne losging! :-))
    Zuletzt blieb lt. Kay Greenfield nur die Wahl Steuergerät oder Kabelbaum tauschen. Der Kabelbaum-natürlich für die US-Version- wurde zuerst getauscht. Seither ist wieder Ruhe. Wie lange? Ich hoffe für 20 Jahre, dann bin ich 86 Jahre und dann ist es auch egal.

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  • Bei einer solchen Erfahrung kann man das subjektiv natürlich sehr gut nachvollziehen – aber als Lebensretter betätigen sich doch alle unsere Saabs permanent, und nicht nur die Handvoll 9-7x. Im Wochenrhythmus kommen entsprechende Meldungen auf Saab Planet, dass wieder ein Saab seinem Besitzer das Leben gerettet hat, und dass bei einem solchen Unfall eigentlich niemand, einschließlich der Polizei, glauben konnte, dass der Fahrer lebend rausgekommen ist. Meist sind in diesen Fällen die Insassen sogar nahezu unverletzt. Was man im übertragenen Sinne vom Saab dann leider nicht mehr behaupten kann. Aber er hat dann auf beste Weise seine Arbeit geleistet.

    Sicherheit war immer der Markenkern von Saab. Ich erinnere mich gern noch an ein Video, das hier vor längerer Zeit auch mal auf dem Blog verlinkt war, in dem zwei herrlich bekloppte Engländer einen Saab und einen BMW gleichen Baujahrs kopfüber aus ca. 10 Metern Höhe von einem Kran fallen ließen. Im BMW hätte niemand überlebt, das Dach war platt. Beim Saab war die Fahrgastzelle unbeschädigt. Tolle Sache! Jedenfalls braucht man für die Sicherheit sicher keine SUV – die meistens für andere Verkehrsteilnehmer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen.

    Nix für ungut, ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass es ohne die Insolvenz von Saab nicht allzu viele Saab-SUV gegeben hätte. Die Saab-Fans hatten schon immer einen deutlich anderen Geschmack und andere Vorlieben als der Mainstream!

    Auf den Bericht über den kleinen 9-2X bin auch sehr gespannt! Toll, was die Kieler immer alles so organisieren!

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  • @Bergsaab,

    es stimmt, SUV ist ein Modewort und dieses Sammelbecken reicht mittlerweile vom Kleinwagen bis zum Monstrum. Man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren …
    Aber die 250 sind tatsächlich gar nicht mehr so selten und sogar die 250 + sind längst ein alter Hut. Porsche hat bei der Einführung des Cayenne explizit damit geworben. „Damals“ stand es klimatisch bereits 5 vor 12. Da scheint mir ein stirnrunzelnder Kommentar nicht allzu überzogen …

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  • Naja asoziales Gehsteigparken gibt es jetzt nicht nur von SUV Fahrer, sondern auch von Limousinen, Kombis und Sportwagen. Es geht mit einem SUV halt einfacher, wenn es noch ein Model mit Bodenfreiheit ist und man nicht gerade 20 Zöller montiert hat. Bei den Abneigungen gegenüber SUVs hier frage ich mich, was würden die Saab Fans wohl sagen, wenn es heute noch Saab gäben würde, und es SUV Varianten von 9-1, 9-3 und 9-5 geben würde. Es würden sich sicher einige Käufer finden, die jetzt ein Saab SUV fahren würden, während wahrscheinlich die Anhänger der klassichen Saabs sagen würde, das ist kein Saab mehr, so wie es auch die alten 911 Fahrer über Cayenne und Macan sagen. Der 9-4X hätte sicher einiges an Potenzial gehabt und selbst viele 9-3Kombi Besitzer hätten wohl gerne einen 9-3X.
    Gott sei Dank geht der 9-3 Aero wieder, immer noch ein sehr schönes Auto.
    Auf die Geschichte vom 9-2X bin ich gespannt.

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  • Möglicherweise fahre ich ja die ‚falschen‘ Strecken, oder zu ungünstigen Zeiten, aber nach meiner Erfahrung sind die Autobahnen so voll, dass niemand so schnell fahren kann, wie er will. Häufig ist nicht mal Richtgeschwindigkeit über mehrere Minuten durchgängig möglich.

    Mir fallen die größeren SUV eigentlich besonders in Baustellen auf, wo sie nach dem Selbstverständnis der Fahrer gerne die linke 2m-Spur bevölkern, sich dann aber nicht trauen, an LKWs vorbeizufahren. Was ich durchaus nachvollziehen kann, was nervt ist aber die Tatsache, dass auch nach minutenlangem versetzt hinter einem LKW herfahren dort anscheinend nicht die Erkenntnis reift, die linke Spur für die freizugeben, die sich das Überholen zutrauen.

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  • Den Artikel finde ich toll, bis auf das SUV Bashing, dass kann ich nicht nachvollziehen. Soll jeder fahren was er für wichtig und richtig hält. Ich selbst habe keinen SUV, nie gehabt und werde mir auch nie einen zulegen. Aber das was da gerade passiert bezüglich SUV ist völlig überflüssig. Durch SUV wird die Erde nicht wärmer und gefährlicher sind sie auch nicht.

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  • Aber es ist ja wohl noch was anderes, wenn man sich extra dafür ein Auto kauft, um asozial auf dem Gehweg parken zu können bzw. mit Schmackes ohne Rücksicht auf Verluste draufdonnern zu können. Und der Gipfel an Einfältigkeit und Rücksichtslosigkeit ist, dies als DEN Grund für das Fahren eines SUV in der Großstadt anzugeben.

    Antwort
  • Der obige Kommentar bezog sich sich auf Ken-Daniel. Irgendwie funktioniert die Antwortfunktion zZ nicht richtig, die Antworten erscheinen wohl immer noch nicht an der richtigen Stelle.

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  • @ Alter Schwede

    … aber hässlich sind sie! 😉

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  • @Ebasli

    Es sind keine Schönheiten, dass stimmt! 🙂

    Antwort
  • Guten Morgen,
    sehr schönes Erlebnis. Ich nutze meinen 9-5 Aero mitlerweile auch wieder als Dienstwagen. Sehr zuverlässig 😉
    Strecken am Stück 600km quer durch die Republik sind kein Thema…..Es macht einfach nur Spaß, in den Gesichter der „Allerweltfahrzeuglenker“ zu lesen 😉

    Ich habe mit meinem Aero nur gute Erfahrungen mit den Engeln in Gelb gemacht.
    Möchte diesen Service nicht mehr missen…..

    Allzeit gute Fahrt
    Cheers

    Antwort
  • Danke Tom für diesen traurigen und am Ende positiv ausgehenden Artikel. Erfreulich, das die Drosselklappen ersetzt werden konnten! So bleibt dieser bildschöne SAAB 9-3 erhalten! 🙂
    Den „Nervenkram“ unterwegs kenne ich zur Genüge… Bei mir endete es leider nicht so erfreulich. 🙁

    Antwort
    • So ganz positiv ist die Entwicklung noch nicht. Die Drosselklappe ist neu, der Patient hat trotzdem noch Beschwerden. Fortsetzung folgt!

      Antwort
  • @ Ebasli, 07.10.19, 1:49 pm

    Neben den drei Allrad-Versionen mit mehr oder weniger Saab-Inhalt (9-2 X, 9-4 X, 9-7 X) gibt es noch zwei weitere, weitgehend unbekannte „Saab“:

    – Saab-Lancia 600, 1980 als Nachfolger für den Saab 96 gedacht, reines Badge-Engineering, da es sich bis auf die Embleme um einen Lancia Delta handelte. Wurde wegen Erfolglosigkeit sehr schnell aus dem skandinavischen Verkaufsprogramm genommen.

    – Badge-Engineering mal anders herum: Cadillac BLS, weitgehend basierend auf dem Saab 9-3 II, ebenso erfolglos wie der 600, verschwand ebenso schnell aus dem Programm.

    In der US-Autozeitschrift „Car and Driver“ wurde damals bei der Vorstellung des „Saabaru“ 9-2 X dieser „als bester „Saab“, der je gebaut wurde“ bezeichnet.

    Antwort
  • @ Uli Beitel

    Vielen Dank, das sind ja interessante Infos! Ich bin ja bekanntlich nicht so der große 😉 SuV-Fan, deshalb konnte und kann ich dem 9-4X und 9-7X nix abgewinnen. Die habe ich für mich persönlich damals eher als „der Zweck heiligt die Mittel“ also „Anbiederung an den Mainstream als Beitrag für das Überleben von Saab“ verbucht. Aber ist ja alles Geschmackssache und hat bekanntlich auch nix geholfen. 🙁 Den SportCombi als 9-3X, der ja kein SUV ist, empfand ich hingegen immer als witzige Alternative für Saab-Fans im Gebirge.

    Sehr gespannt bin ich nun auf den mir gänzlich neuen, kleinen 9-2X. Wieviel davon ist Saab, wieviel Subaru? Im Innenraum sieht er ja nicht saabig aus. Aber spannende Sache – mal sehen, was Tom dazu schreibt. …. Vielleicht gucke ich nir den aber auch nochmal live in Kiel an. 🙂

    Allen Saab-Freunden ein schönes Wochenende!

    Antwort
  • SUV-Bashing

    Das größte Problem der Diskussion scheint mir die jährlich wachsende Unschärfe dieses Marketing-Labels zu sein. Längst kann man sich alles Mögliche und Unmögliche unter einem SUV vorstellen ….

    Ersonnen wurden Begriff und Gattung (frei übersetzt, den sportlichen Aktivitäten des Fahrers dienlich) ursprünglich, um neue Zielgruppen zu erschließen. Das waren Menschen, die auch ohne ein expeditionstaugliches Fahrzeug in der Lage sein wollten, ihr Surfbrett, ein Kajak, ein Mountainbike oder was auch immer nah an einen möglichst naturbelassenen und gering frequentierten Einsatzort zu verbringen. Oder auch nur solche Kunden, die sich dieses Image eines aktiven Lebensstils gerne käuflich erwerben wollten …

    Kreiert wurden also Fahrzeuge für die Straße, die auch mal anders konnten. Kombis, die 13 bis 22 mm mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb hatten (etwa ein 9-3X) …

    Inzwischen ist es längst umgekehrt und selbst traditionelle Geländewagen (wie ein Land Rover Discovery) werden mit 2-Radantrieb angeboten oder jüngere Hersteller von SUVs (etwa MB, Audi und BMW) brüsten sich sogar mit Coupés und deren Tieferlegung. Andere brüsten sich mit Rekorden auf dem Nürburgring (Alfa), welche ausdrücklich durch weniger Bodenfreiheit und unter dem Verzicht auf einen Allradantrieb erzielt wurden …

    Wer will da noch was aus welchem Grund bashen oder dissen?
    Das Prinzip, form follows function, ist jedenfalls aufgehoben.

    Antwort

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