Neue Arbeitsplätze, aber viele Fragezeichen

Was interessiert uns an der Entwicklung in Schweden? In erster Linie ist es das Schicksal der alten Saab Fabrik. Dass hier vielleicht eine Tradition doch Zukunft haben könnte, auch wenn die Fahrzeuge nicht mehr den bekannten Schriftzug tragen, steht an erster Stelle.

Alte Saab Fabrik in Trollhattan
Alte Saab Fabrik in Trollhattan. Foto Credit: NEVS

Nach dem Einstieg von Evergrande scheinen sich die Dinge im Norden zu entspannen. Erstmals seit langer Zeit annonciert NEVS neue Stellen. Die Arbeitsplätze werden in Forschung und Entwicklung angeboten, aber auch Werkzeugmacher werden gesucht. Für das Werk selbst ist nichts zu finden, und es wäre wohl verfrüht,  darauf zu hoffen.

Denn erstens sind größere Investitionen in die frühere Saab Fabrik nötig, und zweitens ist bisher kein Produkt in Sicht, das man erfolgreich in Schweden und Europa vermarkten könnte. Mit dem 9-3 EV auf Saab Basis an den Start zu gehen,  kann man sich sparen. Denn diese Pläne wurden bereits in der chinesischen Presse kritisiert. Plattform und Karosseriekonzept haben es hinter sich – 17 Jahre nach ihrem Start und jenseits aller Saab Sentimentalitäten. Die spannende Frage ist sowieso,  was Hauptaktionär Evergrande mit NEVS plant. Denn die letzten Ereignisse in China stellen Fragen nach der langfristigen Strategie.

Fragezeichen – wohin steuert Evergrande?

Am 25. Januar gründete Xu Jiayin ein neues Unternehmen mit dem Namen “Evergrande New Energy Vehicle Co. Ltd.” Das Stammkapital von 2 Milliarden US $ ist üppig, und der Firmenzweck deckt mit den 4 Unterfirmen die komplette Wertschöpfungskette für Elektroautos über Forschung und Entwicklung bis hin zum Vertrieb ab. Am 20. Februar änderte man den Namen in “Evergrande National New Energy Vehicle Group Co.Ltd.” und es ist bemerkenswert, dass sämtliche Aktivitäten nach dem Einstieg bei NEVS stattfanden.

Ob NEVS eine Hauptrolle in der Entwicklung der entstehenden Gruppe spielen wird,  ist nicht klar und verbleibt im Reich der Spekulation. Denn am 28. Februar verkündete Evergrande, in Zengzhou eine Fabrikation für Batterien und Elektroautos etablieren zu wollen. Von Schweden, Trollhättan und den Plänen für die “Marke” NEVS und Europa keine Spur. Und auch kein Wort über die Fabrik in Tianjin und die Produktionslizenz für das NEVS EV.

Elektroautos haben eine recht kurze Entwicklungsdauer. Ausreichend liquide Mittel und kompetente Entwickler vorausgesetzt kann ein fertiges, modernes Produkt in 12 bis 18 Monaten von den Bändern rollen. Chinesische Startups für Elektromobilität machen es vor, Evergrande könnte nachziehen. Die jetzt anlaufende Kooperation mit Koenigsegg, die Neugründung in China. Einen echte Strategie kann man noch nicht herauslesen. Das Schicksal der alten Saab Fabrik bleibt weiter ungewiss, auch wenn sich die Wolken über der Stallbacka langsam verziehen.

8 Gedanken zu „Neue Arbeitsplätze, aber viele Fragezeichen

  • 6. März 2019 um 10:39 AM
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    Bonjour. En résumé la situation de NEVS s’éclairci, avec un peu de chance nous aurons peut-être des NEVS en Europe, mais je suis perdu dans les participations et le reprises dans NEVS.

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  • 6. März 2019 um 10:51 AM
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    Ist NEVS nicht das eiwige Drama? Oder gehört das Unternehmen zu den Tot gesagten die länger leben? Mir geht es wie dem Autor. Ich sehe nur Fragezeichen.

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  • 6. März 2019 um 11:11 AM
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    Die Fabrik sieht noch immer beeindruckend aus (zumindest aus der Ferne). So viel Potential …

    … und schon so lange keine und selbst zuvor über etliche Jahre so wenig Produktion. Wäre schon schön, wenn sich das irgendwie und irgendwann mal wieder ändern würde. Auch wenn das mit SAAB wenig zu tun hätte …

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  • 6. März 2019 um 11:20 AM
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    Das sich NEVS mit nichts so lange über Wasser halten ist schon Sensationell…

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  • 6. März 2019 um 11:59 AM
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    Warten wir den Frühlingsanfang ab…, scheinbar verändert sich ja in ca. 3 Wo.-Schritten “etwas” in der Firmenstrategie… 😉
    Ob aus der Idee NEVS je etwas wird, wage ich zu bezweifeln. Z. Zt. sehe ich den Weg von NEVS in geschickter Übernahme und Abwicklung…, was ich natürlich nicht vom Werk in Troll-City erhoffe! Dort hoffe ich für Leben und Jobs für die Region. Wer weiß, was der “Spirit of SAAB” noch alles hervorzaubert…, quer denken konnten die Ing. dort schon immer, Mangel war ein immer begleitendes Thema. Solche Situationen lassen Kreativität wachsen! In diesem Sinne: Viel Erfolg in Trollhättan! 🙂

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  • 6. März 2019 um 4:05 PM
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    Bleibt abzuwarten wie die Fahrzeuge beschaffen sind. Mit viel Glück kommt der SAAB-Spirit doch zurück – ein Emblem mit dem Schriftzug SAAB ist hier nicht ausschlaggebend.

    Mein Wunsch wäre eine schöne Hybrid-Fließheckbaureihe (E-Antrieb in Verbindung mit Benzin/Bio-Kraftstoff) – ausschließliche E-Mobilität (Steckdose) steht bei den meisten Autofahrern ohnehin auch nicht auf der Wunschliste.

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  • 7. März 2019 um 9:35 PM
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    Sadly all I see is a Chinese Company, using better expertise ti design and make tooling, etc for use in China….

    Not much for the worker in Sweden, sadly!!

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    • 8. März 2019 um 9:20 AM
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      And what happened to the trolls? Have they been chained and shipped already?
      Hope they stayed and are now looking forward to work on Koenigseggs …

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