Nachhaltige Mobilität für eine bessere Zukunft

Erinnern sich einige Leser noch an die Urzeit der IT? Vor rund 30 Jahren, als die Innovation aus immer leistungsfähigerer Hardware bestand? Als man sich alle paar Jahre einen dieser großen, grauen Kästen kaufte, weil Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte neue Galaxien erschlossen?

Nachhaltige Mobilität aus Trollhättan. Printversion TTELA.
Nachhaltige Mobilität aus Trollhättan. Printversion TTELA.

Die Zeit der großen, grauen Dinokästen ist vorbei. Und Hardware verändert sich nach wie vor. Aber heute ist sie mehr eine nützliche Dreingabe; es ist die Software, die Innovationen antreibt und die ständig neue Lösungen erschließt. Was in grauer Vorzeit in der IT ein Thema war, das ist heute die Herausforderung für die Autoindustrie. Hardware als Kaufentscheidung tritt zukünftig mehr und mehr in den Hintergrund. Intelligente und nachhaltige Mobilitätslösungen gewinnen an Bedeutung.

Bei NEVS ist Michèl Annink als Senior Director Mobility Services & Customer Journeys für die Zukunft zuständig. Er zeigt,  wohin die Reise geht, hält Vorträge in Lindholmens Science Park, dem schwedischen Silicon Valley in Göteborg. Oder spricht mit der Presse, wie der lokalen TTELA, über die Zukunft der Mobilität.

Nachhaltige Mobilität, eine grünere Zukunft

Ich finde es spannend,  dabei zu sein. Denn eigentlich sind wir als Blog auf Hardware fixiert. Klar, wir schreiben über Autos einer Marke, die nicht mehr existiert – die dazu noch ziemlich analog war. Aber die Zukunft schreitet voran, und NEVS und die Verpflichtung zur nachhaltigen Mobilität sind eine gute Ergänzung zu unseren Inhalten. Wenn Michèl Annink über nachhaltige Lösungen spricht, über Fahrzeuge als Objekte auf Zeit, dann ist das sinnvoll. 96% seiner Lebensdauer steht ein Auto ungenutzt irgendwo herum, im freundlichen Fall im heimischen Carport. Aber meistens irgendwo im innerstädtischen Bereich, wo Parkraum knapp und die Bodenpreise hoch sind. Eine Verschwendung an Ressourcen und ein Luxus, den man sich in den Metropolregionen eigentlich nicht leisten kann und darf.

Vortrag Lindholmen Science Park.
Vortrag Lindholmen Science Park.

NEVS als Lösungsanbieter will von Anfang an auf Carsharing setzen. Nutzung auf Zeit, wo und wann man will. Mit dem passenden Fahrzeug, das ein Stadtauto oder ein Van sein könnte. Der Kunde kann entscheiden,  ob er selbst zum Steuer greift oder ob er sich fahren lässt. Per Cloud sind die persönlichen Vorlieben wie Sitzeinstellung und die gewünschte Temperatur des Innenraums, die bevorzugten Interpreten und der Terminplaner abrufbar.

Elektroauto als Mobilitätslösung

In China arbeitet NEVS mit Panda New Energy zusammen. 150.000 Elektroautos und 100.000 Minibusse und kommerzielle Fahrzeug sind bestellt. Panda New Energy wird die Elektroautos an seine Kunden vermieten. Mit oder ohne Chauffeur. Für eine Stunde, einen Tag, oder einen längeren Zeitraum. In den städtischen Ballungsräumen leben heute rund 60% der chinesischen Bevölkerung. Die Metropolen sind stark emissionsbelastet. Nachhaltige Mobilitätslösungen, eine Entlastung des innerstädtischen Raums, sind die Herausforderungen der Gegenwart.

Wenn 2017 oder 18 die erste Hardware von NEVS auf den Strassen rollen wird, dann wird sie vernetzt sein. Kunden können auf intelligente, nachhaltige, NEVS spezifische Mobilitätslösungen zugreifen. Zuerst in China, mit etwas Verzögerung dann in Schweden. Später in anderen Teilen Europas und dem Rest der Welt.

23 Gedanken zu „Nachhaltige Mobilität für eine bessere Zukunft

  • NEVS-Autos nur im Carsharing erhältlich? Da bin ich endgültig raus.
    Dazu bin ich zu altmodisch veranlagt und möchte selbst und alleinig besitzen.
    Das mag altmodisch klingen, aber es ist eben so. Punkt.

    • Das ist es, wie sich die Hersteller die Zukunft vorstellen. Nicht nur bei NEVS, auch die etablierten Anbieter gehen diesen Weg. VW will Mobilitätsdienstleistungen zur 13. Marke im Konzern ausbauen. Das Auto als Eigentum wird irgendwann Geschichte sein. Ob sich diese Ideen durchsetzen entscheiden die Kunden.

      • Ja auch Volvo/ Geely `s neue Marke geht wohl in diese Richtung . Saab wird sie aber nicht heißen , Schade. Nachzulesen bei Nordicweels.

      • “Das Auto als Eigentum” ist doch bereits heutzutage in den wohl allermeisten Fällen Geschichte. Ich bin mir _absolut_ sicher, wenn alle nur das fahren würden, was sie sich leisten könnten (und folglich auch Eigentümer wären), sähe der Fuhrpark in Deutschland (und auch die deutsche Autoindustrie) _diametral_ anders aus… 😉

  • Alle Daten in die Cloud, das soll die Lösung sein? Wer schützt die Daten vor Missbrauch? Und wer arbeitet mit meinen Daten? Die Ideen mögen gut sein, die Zweifel sind erheblich. Lieber weiter analog durch die Gegend fahren 🙂

    • Selbst wenn ich zukünftig bei Bedarf ein Auto vorfinde, dass mit den Daten aus der Cloud alle meine Vorlieben kennt, sich dementsprechend perfekt meinen Vorlieben anpasst etc. so wird es mit Sicherheit schon an den grundlegenden Dingen scheitern: weder wird es mir den perfekten Sitz eines Saab 9000 bieten noch darauf achten, dass die Frontscheibe nicht verzerrt wie beim Saab 900 und schon gar nicht werde ich die vielen Kleinigkeiten vorfinden, die ich im Auto stets dabei habe und die sicher eine mittelgroßen Rollkoffer füllen würden. Ganz zu schweigen vom präferierten Kindersitz für den Nachwuchs, der dann ja auch immer wieder aus- und eingebaut werden müsste. Ich denke da fahre ich solange es irgendwie noch geht weiterhin analog, auch wenn es mir bewusst ist, das das reiner Luxus ist. Die Daten in der Cloud sind eben nicht alles – die Hardware muss gerade bei Gebrauchsgegenständen auch stimmen.

  • La voiture électrique a une autonomie trop faible, elle ne restera que des voitures de ville. Des problèmes importants demeurent, en France l’électricité est produite par le nucléaire dont on ne sait pas détruire les déchets, en Allemagne c’est le charbon. Les batteries usagées ne seront pas encore correctement recyclées. Le problème de l’autonomie est majeur, pourquoi ne trouve t on pas de poids lourds avec 40 t et 1000 km d’autonomie en électrique: car on ne sait pas faire, il y a dans la technique des limites qu’on ne peut pas dépasser, c’est malheureusement le cas de cette mode pour l’électrique.

  • Wenn ich in meiner Steuererklärung den Posten “KFZ-Kosten” anschaue, staune ich immer wieder, was da so an Unterhaltungs-Kosten über das vergangene Jahr an € in und an den Saab geflossen sind… da kann ich mir auch ein Abo bei einem Moblitätsdienstleister vorstellen, der meine Mobilität in der Woche/ im Urlaub/ im Jahr sicherstellt.
    Mal nutze ich einen Kombi, auch ein Cabrio wäre mal nett und mit der Sport-Gruppe kann ich den Van gut gebrauchen. Für mich wären es herrliche Zeiten! Diese Mobilität natürlich GRÜN= Umweltfreundlich!
    P.S.: die Sitze müssen bei mir nicht voreingestellt werden… 😉 (dann geht´s vielleicht auch ohne Cloud…)

    • Sitze???

      Die Zeiten, als Autos noch mit Sitzen produziert wurden, sind doch spätestens seit Ende 1998 vorbei. 😉
      Demnächst wird man wohl – vorausgesetzt, dass man sich für ein Produkt aus Wolfsburg entscheidet – komplett auf sie verzichten müssen [1]. 😉

      BTW: Deine Mobilitätslösung wird _garantiert_ nicht billiger. Und wie “Umweltfreundlich” mit dem Wachstumswahn eines dahinter stehenden Großkonzerns zusammenpassen soll, musst du mir erst einmal erklären…

      [1] http://www.viva-lancia.com/lancia_fora/read.php?137,1344583,1344583#msg-1344583

  • Ganz sicher wird es zukünftig in Richtung Carsharing und Vernetzung gehen müssen. Finde ich richtig. Ich frage mich allerdings, ob ich einem mehr oder weniger chinesischen Unternehmen meine Daten anvertrauen möchte. Eine Cloud, auf die ein totalitäres Regime Zugriff hat … hm …

    • Sie sind so gros das das wir kein alternativ haben.

  • Das carsharing Angebot wächst in Berlin permanent. Spart richtig Kosten und vor allem die Alltagskutsche. Erspartes Geld kann man schlau in einen 9k und einen trockenen Stellplatz investieren. Hat man was für die Sonnentage und alles bleibt SAAB!

  • Carsharing ist längst nicht mehr neu und – das zeigt die Erfahrung – nur in Ballungszentren sinnvoll.

    Die existierenden Anbieter schränken sogar in den Citys den zulässigen Abstellbereich auf einen innerstädtischen ein. Aber ausgerechnet dort, im zunehmend radfahrer- und fußgängerfreundlich gestalteten Zentrum einer Stadt, mit kostenpflichtigen Parkplätzen, verstopften Straßen und einem hervorragend ausgebauten ÖPNV, macht der motorisierte Individualverkehr am wenigsten Sinn oder Spaß …

    Kein Wunder also, dass Carsharing – eine Lösung für ab und zu – dort ein Wachstumsmodell ist.

    Offenbar gilt aber, je weiter sich ein Carsharing-Unternehmen vom Stadtzentrum entfernt, desto mehr Autos muss es pro potentiellem Kunden bereithalten, zumal fast alle ihre Autos mehr oder weniger gleichzeitig benötigen oder gleichzeitig stehen lassen.

    Man bräuchte eine vollkommen andere Gesellschaft, um sinnvoll teilen und geteilte Autos auch auslasten zu können.

    Eine 24/7-Gleitzeitgesellschaft, in der ein Teil der Kinder morgens um 2 zur Schule gebracht wird und mancher erst ins Büro fährt, wenn andere schon ihre Einkäufe erledigt haben und Abendessen, würde in der Tat eine Menge Ressourcen sparen – nicht nur im Verkehr.

    Schulgebäude und Büros wären rund um die Uhr ausgelastet und Familien könnten kleinere Häuser mit weniger Schlafzimmern und Bädern bauen, weil man Betten und Duschen besser auslastet.

    Aber mal im Ernst, wir sind getaktet und das ist auch gut so und genau deshalb, wegen der Gleichzeitigkeit, hat jede Form von Sharing grenzen.

  • Fast alle Autohersteller forschen im Bereich Carsharing, Vernetzung, Elektromobilität u.s.w.
    Ich sehe bei NEVS keinen Unterschied zu den anderen Herstellern…

  • Doch es gibt einen Unterschied bei NEVS. Die setzen alles auf eine Karte, nämlich die dass sich diese neue Mobilität durchsetzt. Liest man hier die Kommentare durch so ist aber wohl erkennbar, dass sich nicht alle auf diese Zukunft freuen und auch gerne nach dem alten Modell weiterfahren wollen. Konzerne wie eben beispielsweise VW machen daraus eine Sparte und bieten künftig beide Wege an. Setzt sich die neue Mobilitätsvision nicht durch, wird wohl auch bei NEVS bald wieder das Licht aus gehen.

    • Die Leser liegen damit voll im Trend. Youngtimer und Klassiker werden immer mehr, der Markt wächst. Ein paar Saabs bringen da Farbe in den Alltag.

  • Dax att producera bilar istället för att prata så mycket.
    Konkurrenterna kommer med 500 km (GM), 400km (Renault) och 640 km? Fisker med sina EVs inom kort.
    Sen har vi tesla med sina bilar, så om Nevs vill vara med på ett hörn får dom nog lägga i en ny växel.

  • Ganz schön international heute. Der schwedische Kommentator meint wohl, dass NEVS endlich Autos bauen sollte und nicht so viel erzählen soll. Ist korrekt, denn auf das Produkt kommt es letztendlich an. Das muss begeistern, sonst wird das alles rein gar nichts. Ich hoffe dass irgendwann wirklich was richtig geniales aus Trollhättan kommt, ob jetzt NEVS drauf steht oder nicht. Aber Zeit wird es langsam.

    • Einverstanden.

  • Fuhr alles gibt ein market. Selbst fahre ich nicht in einen fremde auto nur ein Taxi als Beifahrer Die lehn Autos sind überlastet und unsicher.Kaufe niemals eine lease auto..Michael Annick Fahrt selbst eine 95 NG Sport Combi Die wagen wir alle habe wollte. Und sprecht uber Mobilität eine alte 93. Mit ein Wizard Plattform Code?

  • Kleine Schätzung der “Batteriekapazität” eines SAAB 9000 (anhand der vorliegenden Daten zum Long Run): ca. 150 kWh an Energie.

    Zugrundegelegt wurden: 130 kW Leistung, 227 km/h Höchstgeschwindigkeit, 27.1 Liter/100km Verbrauch, 70 Liter Tankinhalt.

    Welches der unter [1] aufgelisteten Autos bietet auch nur annähernd soviel?
    Außerdem bleibt beim 9k die Kapazität selbst nach knapp 30 Jahren vollständig erhalten (es sei denn, der Tank rostet durch 😉 ) und ich könnte ihn innerhalb von 3-5 Minuten zu 100% wieder”aufladen”.

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Elektroautos_in_Serienproduktion

    BTW: Es _kann_ natürlich gewisse Unterschiede innerhalb der Energieeffizienz zwischen einem konventionell betriebenen Auto und einem Elektroauto geben, auf die ich hier nicht eingegangen bin, die das ganze dann etwas relativieren…

  • Hier schrillen bei mir die Alarmglocken, als ich den Hardware/Software-Vergleich lese.

    Das hab ich nämlich vor 20 Jahren schonmal gehört. “Oh, die Hardware wird so billig und unwichtig, dass sie eine Zugabe zur Software wird”. Und jetzt, 20 Jahre später, wie ist die Situation?

    Hardware kostet weiter richtig Geld, Software wird einem hinterhergeschmissen. Und wenn das neue iPhone rauskommt, echauffieren sich die Leute über die veränderten Hinweisfenster, jetzt in grau/weiß mit elegant gerundeten Ecken, oder diskutieren alle über Kameras (Hardware), Klinkensteckeranschlüsse (Hardware) oder die Gerätefarbe (Hardware)?

    Als Autohersteller verdient man mit Autoverkäufen Geld, nicht mit der Bereitstellung einer Dienstleistung. Es ist das Gewinnprinzip von Autoherstellern, nicht bewegte Fahrzeuge verkauft zu haben. Darauf basieren große Teile auch der deutschen Wirtschaft.

    Individualverkehr. individual.

    Die anderen Hersteller machen doch alle nur mit, weil sie Muffen haben, einen Trend zu verpassen. Junge Großstädter haben immer weniger Autos und sehen die auch nicht mehr als Statussymbol. Aber mit noch so vielen Mietwagen kann man nicht gegen ein U-Bahnnetz ankommen, und oft nicht mal gegen ein Fahrrad.

    NEVS scheint erkannt zu haben, dass die Akku-Preise pro Energieeinheit einfach nicht sinken. Sie brauchen also ein Überlebenskonzept, denn das Geld für Akku-Forschung haben sie nicht. Das hätte nur Apple.

  • Nicht meine Zukunft.Ich

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