Nachrüstung – ein Head-up Display für den Saab 9-5 NG
Ein Steinschlag ist eine fiese und ärgerliche Geschichte – einerseits! Auf der anderen Seite eröffnet sich die Möglichkeit, ein Head-up Display im Saab 9-5 NG nachzurüsten.
Was meinem Saab 9-5 fehlt, ist das HUD. Man muss es nicht wirklich zwingend haben – denkt man. Und bis ein Steinschlag meine Frontscheibe getötet hatte, war es auch kein Thema. Allerdings, wenn schon eine neue Scheibe, warum dann keine, die tauglich ist für ein Head-up Display? In Kiel leistet man kurz Überzeugungsarbeit, die anfängliche Skepsis schwindet, der Weg ist frei!

Head-up Display Nachrüstung für den Saab 9-5 NG
Die Originalteile für die HUD-Nachrüstung sind fast alle lieferbar. Es fehlt zu dem Zeitpunkt des Umbaus nur ein kleines Kabel, und das gibt es aus einer anderen Quelle. Die ganze Aktion hat einigen Aufwand. Das Armaturenbrett muss heraus; mit einer Schablone wird eine Öffnung an die vorgesehene Stelle geschnitten. Der Original-Abdeckrahmen wird eingepasst. Ein Unterschied zwischen Werkseinbau und Nachrüstung ist nicht feststellbar.
Das liest sich einfach, kostet aber eine Menge Zeit. Und setzt Erfahrung voraus.
Spannend ist es, den Saab 9-5 NG nackt zu sehen. Der Unterschied zwischen der ersten und der zweiten 9-5 Generation ist signifikant. Saab hat mehr als nur einen Generationswechsel vollzogen. Wo beim alten 9-5 ziemlich viel Luft ist, gruppieren sich beim Neuen elektronische Elemente um eine beeindruckende Versteifung. Eine Domstrebe im XXL-Format kauert hinter der Verkleidung des Armaturenbretts und macht klar, warum der 9-5 NG ein fahrender Sicherheitskäfig aus Schweden ist.
Wie fährt sich der Saab mit HUD?
Nach dem Einbau des Projektionsgerätes wird der 9-5 komplettiert, das HUD per Software und via Helpdesk freigeschaltet. Ein Tag Arbeit, erledigt vom Kieler Saab Zentrum (Link), geht so in das Projekt.
Ich mag das HUD, alleine schon wegen des Saab Flugzeugs, das es bei jeder Begrüßung in die Scheibe projiziert. Das Ding ist einfach schön gemacht und gut für die automobile Seele.
Was mehr zählt, sind die Werte bei nächtlicher Fahrt. Head-up Display und Nightpanel gehen eine vollendete Symbiose ein. Es scheint, als hätte das Panel seit seiner Einführung 1993 nur auf das 2010er HUD gewartet.
Wird das Nightpanel aktiviert, mutiert das Saab Armaturenbrett zum Cockpit. Es ist fast komplett dunkel – mit dem HUD wird durch die Nacht geflogen. Besser und entspannter kann man nicht reisen; die grüne Beleuchtung ist angenehm für die Augen und viel wohltuender als die Rottöne einiger Mitbewerbern.
Das Head-up Display nachrüsten – oder nicht?
Wo Stärken sind, findet man auch Schwächen. Zwei Dinge fallen auf. Der mattschwarze Abdeckrahmen spiegelt leicht in der Scheibe, wenn man tagsüber unterwegs ist. Das ist nicht aufdringlich, und nach einigen Tagen nimmt man es nicht mehr wahr. Bei Tunneldurchfahrten reflektiert die Projektionseinheit ab und zu die Tunnelbeleuchtung, was mit kleinen Blitzen am Anfang etwas irritierend ist.
Allerdings: Bei anderen Marken gibt es diese oder andere Merkwürdigkeiten auch.
Man könnte sagen, das Head-up Display sei Luxus. Man könnte es ablehnen, weil man auch ohne überall hinkommt. Könnte man! Aber Dinge verändern sich, und es ist schon tragisch genug, dass 2011 die Uhren in Trollhättan stehen blieben.
Nach einigen Monaten unterwegs mit dem HUD ist das Fazit positiv. In der dunklen Jahreszeit liebt man das Head-up Display im Saab. Es entspannt die Augen, es trägt zur relaxten Fahrweise bei und es ist ein Stück aktive Sicherheit. Zusätzlich kommt eine Portion Cockpit-Feeling in den Saab. Das alleine kann schon glücklich machen.
Sorry,
bei mir kamen die Kommentare erst nachdem ich meinen Käse dazu gegeben hatte, ich werde in Kiel fragen.
Hallo Tom,
was kostet denn dieser Spaß?
Beeindruckendes Innenleben, so noch nie gesehen. Da wächst immer mehr der Wunsch in mir den 9-3 gegen einen 9-5 NG zu tauschen. Hat schon was von Konstruktion für die Ewigkeit…
Aber erst wenn es den 9-5 als Cabrio gibt 🙂
HUD ist einfach Super und einmal damit gefahren immer damit fahren.
Ich kann nicht mehr ohne.
Kompliment… DAS nenne ich mal ‘ne Strebe 🙂 Und Dämmung.
Meine erste HUD-Erfahrung habe ich vor ein paar Wochen in einem Auto eines anderen (französischen) Herstellers gemacht, und war angenehm überrascht. Bisher habe ich das auch immer für eine Spielerei gehalten, aber es war wirklich angenehm, die Darstellung kontrastiert und auch im Hellen gut lesbar.
Auch wenn es von der Technik her die einfacherer Variante ist, dann war das Flugzeug-Feeling in dem Fall auch gegeben. Anstatt auf die Windschutzscheibe zu projizieren, wurden die Daten auf eine Art (elektrisch) ausklappbares Reflexvisier gespiegelt. Hatte schon fast etwas von Jäger 😉
Habe in meinem Auto auch so ein HUD, besser als keins und das hat echt was von einem Jagdflugzeug. 🙂
Kann aber auch einen Vorteil haben: So ein Gerät bringt seine Projektionsfläche mit und ist damit “integraler” als ein Windschutzscheiben-Projektor, also auch günstiger in der Nachrüstung. Außerdem ist die Projektion auf eine plane Fläche einfacher als auf die in der Regel noch in verschiedene Richtungen gekrümmte Windschutzscheibe, damit wird auch die Optik einfacher.
Und trotz Top-Gun-Feeling (passt doch irgendwie zu SAAB ;)), der Windschutzscheiben-Projektor ist natürlich schon die elegantere Variante.
Ich habe es auch in meinem 9-5 NG. DA ICH ein US 9-5 fahre zeigt er mir im Hud die richtige Geschwindigkeit an und auf dem Tacho nur einen falschen Wert. Ich genieße das Hud jeden Tag und habe es auch immer an.
Da ich nachts eh nicht so gut sehe, stört mich das die Frontscheibe manche Dinge verdoppelt und ich bin verwirrt. Man sieht Autos teilweise doppelt.. Aber ok! Ich kann mit Leben und finde es in Verbindung mit night panel einfach gelungen und toll
Das Phänomen der “Verdoppelung” habe/hatte ich nicht, konnte den Vorher- Nachher Effekt der verschiedenen Scheibentypen testen. Ich habe den Eindruck dass die HUD Scheiben etwas mehr zur Reflektion neigen als die Non-HUD Scheiben. Allerdings nur minimal und so dass man es nach einigen Tagen nicht mehr wahrnimmt.
What is the cost of installation?
Please ask Markus Lafrentz for pricing details.
He did not respond to e-mails 🙁
I didn’t got any?
Hello, Markus!
This is your email address? Or am I wrong somewhere wrote 🙂 Markus Lafrentz (m.lafrentz@saabkiel.de)
…und wieviel €?
Torgeir rufe Markus an, der kann die aktuellen Preise sagen. Sehen wir uns auf dem Saab Festival?
Wir kommen leider nicht zum SAAB Festival 🙁
Sicher nicht schlecht die originale Lösung, jedoch drängt sich bei Deiner Beschreibung und den Bildern unweigerlich der Kostenfaktor ins Hirn – einen ganzen Tag Arbeit + Teile – dafür war sicher ein ordentliches Bündel notwendig, oder?
Ich weiß, über Geld spricht man nicht…
Nein, man spricht nicht darüber. Zumindest nicht da, wo jeder lesen kann. Preise sind individuell und hängen vor allem von der aktuellen Verfügbarkeit ab. Schon deshalb wage ich es nicht ein Summe zu nennen.