Saab 9-3 EV Cabriolet

Wenn wir schon elektrisch in die Zukunft fahren sollen, dann bitte doch stilvoll und luftig mit einem Cabriolet !  Während in Trollhättan das Saab EV und der Sportkombi für den Herbst angekündigt sind, warten wir immer noch auf gute Nachrichten für die Oben-ohne-Fraktion.

Saab 9-3 EV Cabriolet
Saab 9-3 EV Cabriolet

Doch die lassen auf sich warten, dabei könnte alles recht einfach sein. Denn es gab bereits 2010 ein Saab 9-3 EV Cabriolet, das in Trollhättan unterwegs war. Im Zuge des Saab e-Power Projekts arbeitete der damalige Partner aus Uppsala, ElectroEngine R & D AB nicht nur an der aus 70 Fahrzeugen bestehenden 9-3 EV Sportkombi Testflotte. Zur gleichen Zeit entstand ein 9-3 EV Cabriolet, auch als Demonstration dessen, was möglich sein könnte.

Während es die Kombis aus Trollhättan nur auf eine Reichweite von 200 Kilometer und eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Km/h bringen sollten, legte das Cabriolet noch etwas zu.

Die maximale Reichweite sollte 300 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit 180 Stundenkilometer betragen. Werte, die für Alltagstauglichkeit stehen und die auch heute noch führend wären. Auf der Almendalensveckan 2010 wurde das Saab Cabriolet der Öffentlichkeit vorgestellt, stand da aber bereits im Schatten eines anderen schwedischen Cabriolets.

ElectroEngine AB hatte nochmals nachgelegt, mit dem Volvo C70 ein weiteres Elektrocabriolet auf die Räder gestellt. Allradantrieb, 200 Stundenkilometer Spitze, 400 Kilometer Reichweite. Beeindruckende Werte, die heute Tesla bietet. In Serie gegangen sind weder Volvo noch Saab. Göteborg scheint vier Jahre nach der Vorstellung weiter von einem elektrischen Cabriolet entfernt als Trollhättan.

Warum die Schweden keinen Mut zur Marktnische haben, ist nicht zu verstehen. Elektrische Limousinen und Kombis sind ganz nett, ein offener Viersitzer wäre aber ein Highlight. Für Saab ein starkes Signal für das Comeback der Marke.

Okay, ich habe schon oft über die Chancen eines Saab 9-3 EV Cabriolets geschrieben, mittlerweile wird es für mich und die Leser fade. Bevor es endgültig zur Zumutung wird, bringen wir das Thema zumindest für heute zum gnädigen Ende:

Was aus dem Cabriolet geworden ist, wissen wir nicht. Es ist im Gegensatz zu Fahrzeugen der 9-3 Sportkombi-Testflotte nicht mehr für den Strassenverkehr registriert. Wahrscheinlich steht es sich in irgendeiner Halle die Reifen eckig. Wäre da noch die Frage, warum kein Cabriolet in Reichweite ist, wenn doch vor 4 Jahren schon ein beeindruckender Prototyp mit schwedischer Technologie möglich war.

ElectroEngine AB arbeitet immer noch eng mit dem Innovatum in Trollhättan zusammen, aber NEVS steht nicht auf der Liste. Das Unternehmen aus Uppsala hat eigene Elektromotoren, ein eigenes Batterielayout und ein cleveres Batteriemanagement im Angebot. Eine Kooperation wäre aus meiner Sicht naheliegend, findet aber nach unseren Informationen nicht statt.

NEVS hat sich einen anderen Technologiepartner ausgesucht, der zu den ersten Industrie-Adressen gehört. Der aber nicht aus Schweden kommt. Die naheliegendste Erklärung, warum es (mal wieder) etwas länger dauert.

Text: tom@saabblog.net

Bild & Video: ElectroEngine R&D AB

 

11 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Greif08
Greif08
12 Jahre zuvor

Also, wenn ein EV Cabrio kommt ist das ok! Aber ich habe auch nichts gegen einen Verbrenner ;-))! Hauptsache es gibt ein Cabrio!!

Saab900S16V
Saab900S16V
12 Jahre zuvor

Es gibt andere Lösungen für das Batterieproblem. Nur die werden nicht wahrgenommen. Warum? Nun die Konzerne wollen erst mit herkömmlichen Fahrzeugen verdient haben. Der jeweilige Staat verdient hier noch über KFZ-Steuer, Spritsteuer mit und wagt es nicht strengere Abgasnormen zu bringen. Ich sehe das doch bei den Motorrollern. Die 2Takter sollen ab 2016 nicht mehr verkauft werden. Denn weder Händler, noch der Staat mit den Steuern verdient an Elektromobilen. Sei es Auto oder Roller oder gar Fahrrad….

Kochje
Kochje
12 Jahre zuvor

Ein Cabrio ist die einzige 9-3 die ich mich wuensche. So hoffe Sie kommt bald.

thylmuc
12 Jahre zuvor

Vermutlich ist einfach etwas wenig Platz im Cabrio, um einige Hundert kg Batterien unterzubringen. Die Reichweitenangaben sind wahrscheinlich Wunschvorstellungen gewesen, und nicht unbedingt das, was die gezeigten Prototypen erreichen konnten. Der eine Tesla-Fahrer in meinem Umfeld fährt nach eigenen Angaben jetzt auch gemütlich.

Auch ich glaube, dass serielle Hybride mit Zusatzmotor auf absehbare Zeit die besser Lösung sind, aber dazu sagt NEVS ja nichts.

Peter
Peter
12 Jahre zuvor

Im Tesla mit 120 Km/h über die Autobahn , das ist doch was wo man sicherlich nicht mehr von Fahrspass reden kann. Und genau da liegt das Problem , da das reine Elektroauto zur Zeit seine Berechtigung nur für Kurzstrecke und Stadt hat . Dafür gibt es dann billigere Lösungen als einen 70.000,00 € teuren Tesla . Von NEVS werden ja noch keine Preise genannt , aber man vergleicht sich ja mit Tesla.

Saabrio
Saabrio
12 Jahre zuvor

Wenn ich da an meine über 30 Cabriojahre zurück denke, davon fast 2o Jahre in diversen Saab´s (z.Zt. 9.3 MY2008), frage ich mich schon ob ein rein elektrischer Antrieb hier das Richtige ist. Eine Cabrio Tour ist halt nicht mal kurz der Weg zur Arbeit und zurück.
Da kommen schon mal schnell 400 km zusammen. Wenn es dann auch noch ein Sommerurlaub in den Bergen wird oder ähnliches wird, sind 200 – 300 km Reichweite nicht viel. Die Höchstgeschwindigkeit spielt da keine so große Rolle, 150 kmh reichen für mich vollkommen aus.
Wir üben uns also weiter in Geduld. Ein Facelift gegenüber MY2008 sollte schon drin sein.

Hans
Hans
12 Jahre zuvor

Zitat: “Man sollte wohl warten bis mögliche Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge und Batteriekapazität sich irgendwie im Einklang befinden.”

Oder man verzichtet auf “rein elektrisch” und baut einen Diesel-Generator ein. Irgendwas um die 100km elektrisch und danach, wenn man mal weiter weg will, kommt der Generator ins Spiel. Denn eines ist unbestreitbar: An die Energiedichte von Benzin / Diesel kommt so schnell kein anderes System ran. Und warum x-hundert Kilo Akku für läppische 300km Reichweite rumschleppen? Meist braucht man die 300 km gar nicht und wenn man dann doch mal weiter weg will ist es doch zu wenig / dauert zu lange bis wieder aufgeladen.
Opel Ampera und Chevrolet Volt sind für mich diesbezüglich die besten Vorbilder.

Joachim Burgers
Joachim Burgers
12 Jahre zuvor

Ich habe jetzt einige Male einen Tesla S auf der Autobahn angetroffen. Mir ist dabei aufgefallen, dass alle Fahrzeuge nur mit moderaten Geschwindigkeiten unterwegs waren < 120 km/h.
Man sollte wohl warten bis mögliche Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge und Batteriekapazität sich irgendwie im Einklang befinden.
Denn was helfen hervorragende Beschleunigungswerte und max. Geschwindigkeiten, wenn man sie in der Praxis nur eingeschränkt nutzen kann bzw. das Risiko hat die nächste Ladestation nicht zu erreichen.
Vielleicht sind solche Fahrzeuge besser auch für den Kurzstreckenbetrieb oder Stadtbetrieb gedacht. Dann sind max Geschwindigkeiten nicht mehr relevant.
D.h Stau in Shanghai oder L.A 🙂

Klaus9-5II
Klaus9-5II
12 Jahre zuvor

Was könnte noch herrlicher sein und vermutlich noch mehr Vergnügen bereiten als im Cabrio V6 offen dem leisen, sonoren Sound des Motors zuzuhören und den Wind und die Sonne zu genießen?
Wahrscheinlich ist die Steigerung NUR den Wind und das Rauschen der Geschwindigkeit wahrzunehmen…
Cabrio rein elektrisch? – Unbedingt, das ist stressless vollendet!
NEVS >>> bitte denkt unbedingt noch einmal darüber nach