SAAB Verkauf: Zwischen den Zeilen lesen

Die Presse überschlägt sich mit Kommentaren zum Verkauf der Saab Automobile AB. Einige sehen glänzende Aussichten, vor allem im asiatischen Raum, andere Kommentatoren sehen das Leiden weitergehen. Wenigen fällt auf, dass der Kauf vorgezogen und überhastet erscheint. Denn noch immer sind Baustellen offen.

Da ist die Frage des Kaufpreises, der ungeklärt ist. Auch wurde bisher nur ein Teilbetrag gezahlt, der Rest wartet bis zu einem bestimmten Termin. Da sind die Fragen der Markenrechte die noch in Verhandlungen ist. Und da sind die Administratoren, die sich sehr einsilbig zeigen. Anne-Marie Pouteaux zeigte sich gestern im Interview sehr ausweichend und zugeknöpft, bleib in vielen Dingen bewusst wage. Hans Bergqvist geht erst gar nicht an die Presse.

Der Verkauf, so unser Eindruck sollte schnell und vor der Sommerpause abgewickelt werden. Zum 30. Juni laufen wichtige Verträge aus und auch die Sache mit dem Rückkauf der Werksimmobilien durch den neuen Eigentümer war eines der Themen. Immer öfter taucht nun ein Name auf, den wir alle kennen. Mahindra & Mahindra.

Gestern gab es einen Bericht bei Dagens Industri, dann einen Artikel bei Saabsunited. Die Indizen verdichten sich, dass die Teilhabe der Inder kurz bevor steht. Was nur logisch wäre. Denn was will NEVS mit dem Saab Komplex in der Stallbacka? Die zu erwartenden niedrigen Stückzahlen für Elektroautos werden das Werk in überschaubarer Zeit nicht annähernd auslasten können. Da sind die Rechte am Saab 9-3, die das Konsortium erworben hat, die aber nur Sinn machen wenn man die Turbo-Benzin, Diesel und BioPower Palette baut.

Quellen sagen, dass die Vergabe der Markennutzung von Scania und der Saab AB an die neuen Eigentümer vom Einstieg des indischen Konzerns abhängig sind. Da kann was dran sein und die Finanzkraft und Größe von Mahindra würden aus dem Verkauf ein rundes, sinnvolles Paket machen.

Wie auch immer. Noch sind es nur Indizien, die allerdings von mehreren Quellen bestätigt sind, und leider brauchen wir schon wieder das “G…….” Wort.  Bevor wir über Verschwörungstheorien schreiben und die Rechtstaatlichkeit mancher Vorgängen in Schweden in Frage stellen sollten wir abwarten bis wir das ganze Paket kennen. Denn auf unserem Tisch liegt bestenfalls ein Päckchen – kein Paket.

Text: tom@saabblog.net

11 Gedanken zu „SAAB Verkauf: Zwischen den Zeilen lesen

  • Hier von Indizien zu schreiben, ist wohl doch etwas übertrieben – nur weil SU und DI etwas veröffentlichen (Wunschdenken ?), stehen die Inder ja noch nicht vor der Tür.

    Andererseits würde es für Mahindra aber großen Sinn machen, mit einzusteigen (oder nach wie vor auch auch für einen anderen Autokonzern).

    Der Kauf des gesamten Werkes ist dann allerdings ein kleiner Hinweis, dass hier gößeres von NEVS geplant wird. Aber warum kommt Mahindra nicht endlich mal aus der Deckung? Die würden doch von der gesamten SAAB-Gemeinschaft mit offenen Armen begrüßt werden – also los Mahindra, ich möchte ein neues Cabrio mit herkömmlicher SAAB-Technik kaufen können – in Wunschfarbe mit farblich passendem Verdeck (und das Verdeck darf auch gerne wieder elektrische Helferlein haben – Motor aber bitte Turbo)!

  • seit dem grossen erdbeben in japan und die nachfolgende schwierige versorgung mit sprit(stundenlange wartezeit fuer zwanzig liter benzin an den tankstellen) bin ich ganz auf hybrid eingestellt.lieber zwei energien unter der motorhaube.damals wuenschte ich mir einen hybrid Honda zu haben.die hybrids verkaufen sich sehr gut hier.die sind ja auch ziemlich flott. aber je laenger Saab mit der produktion wartet,desto schwieriger wird es sein autos zu verkaufen.BMW TOYOTA HONDA sind ja schon lange auf dem markt vertreten. mir gefaellt persoennlich der Honda CRZ, aber trauemen tue ich noch immer von einen Convertible Aero.

  • Das man für die benzin7Diesel Fahrzeuge Hilfe benötigt ist nachvollziehbar , auch würde das
    Werk mit der Produktion von E – Auto nie ausgelastet sein also müsste man über viele Jahre
    auch noch Benzin / Diesel Fahrzeuge produziert werden. Aber ist man nicht wieder von GM Lizensen
    abhängig wenn man die jetzigen Fahrzeuge 9 3 und 9 5 produziert…….und welche Motoren ?+

  • Mahindra & Mahindra mit an Bord wäre 🙂 und blutdrucksenkend !

    Nochmals vielen Dank an Blogger Tom für die immer aktuelle Berichterstattung !!!

    SG
    Klaus

  • Nach der Achterbahnfahrt ist vor der Achterbahnfahrt… Wenn da etwas dran ist, dann wären die Beteiligten gut beraten aus meiner Sicht, dies möglichst bald zu kommunizieren. Das jetzt ausgelöste Echo führt verstärkt zu Verdruss und Abwendung.

  • Prinzip Hoffnung 😉

  • Wir wissen,dass der Verkauf überstürzt war! Aber sind wir jetzt wirklich weiter? Ich glaube es gibt mehr Fragezeichen als vorher!

  • Hallo Tom,
    wenn man das jetzige Ergebnis (inkl. Saab Parts) sieht, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Lässt man das gesamte Wirken der schwedischen Regieung und Administratoren seit 2009 Revue passieren (Moud Olofsson, EIB, Antonov, Lofalk und die jetzigen Insolvenzverwalter) dann komme ich zu dem Schluss, dass diese Geschichte ohne Aufschrei nur in Schweden so ablaufen konnte.

  • Wenn wir schon zwischen den Zeilen lesen: Es war die Sprache davon, dass Mitarbeiter von Toyota das Saab Werk mit NEVS besucht hatten und sehr überrascht über das Werk waren. Ich habe es als positive Überraschung interpretiert. Sehen wir einen Yaris Hybrid vom Band laufen?
    Aber zurück zu M&M. Das wäre ein Partner, der etwas möchte (Langfristziele) und sicherlich bereit ist zu investieren und dann davon auch zu profitieren. Momentan ist NEVS mit seiner angekündigten Strategie eher Geplänkel. In 5-7 Jahren sieht das aber sicherlich anders aus.

    • Also wenn ich Toyota technik von z.B. Einem Yaris will, dann kaufe ich einen Toyota und nicht einen Saab.
      Wenn M&M als Teilhaber einsteigt und wieder die Produktion anlaufen lässt,
      Dann wäre das sicher Vorteilhaft.

  • Hommmm Hommm ich übe mich weiterhin in Geduld… hoffe mal dass es was nützt 😉

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