SAAB Presse. Schwedischer denn je.

Was tut man, wenn es mal wieder etwas länger dauert? Damit es dem potentiellen (Saab-)Kunden nicht fad wird und er zum Mitbewerber abwandert, streut man in regelmäßigen Abständen kleine, positive Meldungen. Damit hält man das Unternehmen im Gespräch und bewahrt das Interesse. Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Wie passend, dass es externe Kräfte gibt, die sich des Themas annehmen, nachdem in Trollhättan niemand Zeit dafür findet.

NEVS-Saab
NEVS-Saab

Presse Teil 1. Schwedischer denn je!

Startet Saab Investor NEVS die Produktion, dann profitieren in erster Linie die schwedischen Lieferanten davon. So Fredrik Sidahl, CEO der schwedischen Autozulieferer zur örtlichen Zeitung in Trollhättan. Wie sein Vorgänger macht er sich damit für seine Klienten und für Saab stark und bringt positive Presse. In GM Zeiten hatte der Anteil schwedischer Lieferanten bei 10 bis 15 % gelegen. Das wird sich jetzt ändern. NEVS baut das Netzwerk neu auf, damit steigt der Anteil schwedischer Lieferanten, die zumeist mittelständische Unternehmen sind.

Neben konkurrenzfähigen Preisen zählt auch die räumliche Nähe, so NEVS Pressesprecher Mikael Östlund. Lokal kaufen, wer hätte das von einem Unternehmen mit chinesischen Eignern erwartet. Allerdings ist das zukünftige Netzwerk immer noch nicht vollständig, wie man einräumte.

Presse Teil 2. Die Vergangenheit.

Immer noch werden in Schweden unerfreuliche Geschichten aus der Victor Muller Zeit aufgearbeitet. Da ist die Geschichte mit dem Entgelt, das Muller als Beraterhonorar deklarierte und sich steuergünstig auf die Niederländischen Antillen überweisen lies. Zu Unrecht, befand in dieser Woche ein schwedisches Gericht. Ein CEO ist eben kein externer Berater, was Muller nach wie vor nicht einsehen will. Er soll nun Steuern in Höhe von etwa 23.000 € nachzahlen. Mag er aber nicht und geht deshalb in Berufung.

Auch noch nicht ausgestanden ist die Steueraffäre gegen den ehemaligen Saab CEO Jan Ake Jonsson, Justitiarin Kristina Geers und den ehemaligen Finanzvorstand Karl Lindstrom. Ankläger Olof Sahlgren ermittelt trotz Kritik aus den eigenen Reihen weiter und wird auch Muller zur Anhörung vorladen.

Presse Teil 3. Die Zukunft.

Am 18. September lief der erste NEVS-Saab in Trollhättan vom Band. Ein unglücklich gewählter Zeitpunkt, wie ich fand. Denn zur gleichen Zeit lief in Frankfurt die IAA.

Gut eineinhalb Wochen später hat NEVS 15 Erprobungsfahrzeuge produziert. Die deutsche Presse berichtet, wenig charmant, über den medial verpatzten Start. Und ein gewisser Professor gibt natürlich als Autofachman seinen (unvermeidlichen) Kommentar dazu. Zuerst im Handelsblatt, dann als mediale Zweitverwertung, in Die Welt und RP online. Im Prinzip der identische Text mit minimalen Abwandlungen. Leute, ernsthaft, das nervt.

Ausserhalb der Saab Welt tut sich einiges, was nicht direkt mit Saab zu tun hat. Aber indirekt schon. Mehr im nächste Artikel.

Text: Tom@saabblog.net

Bild: National Electric Vehicle Sweden AB

13 thoughts on “SAAB Presse. Schwedischer denn je.

  • blank

    Liebe Saab-Gemeinde,

    der hier oft zitierte Professor handelt rational. Denken wir bitte stets an das alte, jedoch wahre Sprichwort „Wes Brot ich ess´, des Lied ich sing´“. Es liegt auf der Hand, dass fast alle Gutachten, die er schreibt oder schreiben lässt, von der deutschen Fahrzeugindustrie bestellt und bezahlt werden, sein Lehrstuhl – dies ist allerdings eine widerlegbare Vermutung – zum großen Teil auch. In Kenntnis dessen darf man seine Aussagen nicht überbewerten, ihnen vertrauen schon gar nicht.

  • blank

    Dieser Dudenhöffer hat – wie manch anderer Professor auch – schlichtweg eine Macke.
    Schlimm nur,daß so Einer von Steuergeldern seine dumme Laberei bezahlt bekommt.
    Aber nun zu den schönen Dingen:
    Das Auto sieht wunderbar aus.
    Vor allen Dingen gefällt mir der untere Abschluß der Frontpartie.
    Hoffentlich dauert es nicht mehr so lange bis zum Serienstart.
    Schönes Wochenende und herzliche Grüße an die SAAB Gemeinde.
    Peter Witzel.

    • blank

      Sehe ich genauso. Der Herr Prof. redet so wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
      Meist kommt da nichts gutes raus. Heute sagt er hü und morgen hot.
      Hat man mal wieder bei der IAA gesehen als es um die Sachen mit Entertainment im Fahrzeug ging um jüngere Käuferschichten anzulocken.
      Erst kam es für ihn zu spät, dann ist es zu gefährlich.
      Wer braucht den Kram. Ich will Auto fahren.

      Was solls. Ich finde den 93 immernoch schön und erfreue mich jeden Tag daran.
      Würde mir bei anderen Modellen anderer Hersteller nicht so gehen..
      Ich brauche nen Wagen der Emotionen weckt. Und das macht der 93 definitiv.

      Robert

    • blank

      Die „Optik“ des Wagens entspricht dem Griffin-Modell (my2012), der richtig neue müsste nochmal etwas anders aussehen wegen Änderungen bzgl. des Fußgänger-Schutzes etc.

  • blank

    Hier noch eine Anmerkung bezüglich der nach wie vor sehr hübschen Frontpartie des SAAB 9-3: Ich halte es für völlig ausreichend, wenn bei der künftigen Serienproduktion der Schriftzug SAAB lediglich im neuen Emblem auftaucht – dieses neue Emblem sieht übrigens am Fahrzeug entgegen vieler Befürchtungen doch sehr gut aus!

    Ein weitere SAAB-Schriftzug im Kühlergrill jedoch, ist eigentlich überflüssig.

    • blank

      Das würde ich unterstützen – wenn jetzt das Enblem auf der Haube sich deutlich von dem SAAB-Schriftzug im Kühler unterscheiden würde, dürfte es bleiben. So wäre ich aber eher für eine glatte Haube, und den Schriftzug nur im Kühler.

      Aber viel mehr würde mich interessieren… was steckt unter der Haube? 🙂 Ein alter GM-Motor, der noch irgendwo unentdeckt rumgelegen hat? Was deutsches? Ein VM-Motor? Ein alter Zweitakter, auf eBay für eins-fuffzich mit Porto ersteigert?

      • blank

        Ne ne Jungs! Der Schriftzug gehört in den Grill und der Greif(!) wieder ins Logo (z.b. Einfarbig, sollte doch gehen?). Der „neue“ Grill sieht exzellent aus und wertet die Front extrem auf, habe den an meinen auch dran bauen lassen, wirkt gleicht 10 Jahre jünger der Wagen… Kann jeder bestätigen, der das auch hat machen lassen und jahrelang vorher jeden Tagen den „alten“ Grill gesehen hat!

  • blank

    Der Herr Professor D. fährt einen Ford, mehr muss man zum automobilen Sachverstand dieses Herrn nicht wissen.

    • blank

      Der Herr Professor fährt einen Ford… ja gibt’s sowas?!? Oder ist er nur aus Marketinggründen gegen ein Beraterhonorar von mindestens 20.000 € öffentlichkeitswirksam in einen eingestiegen?

      Mein Interesse an Ford endete mit der Einführung des Escort in den 80ern… und so manche Ikone aus der Zeit davor ist im wahrsten Sinne des Wortes vom Markt gerostet.

  • blank

    Diese beiden im Handelsblatt zu Wort gekommenen Professoren haben nun leider definitiv keinen Einblick in die Vorhaben von NEVS!

    Dennoch wird davon gelabert, dass selbst auf dem China-Markt das E.-Auto keine große Zukunft hätte (auch dort vermutlich 0 Einblicke in die Vorhaben der Chinesen) – ja hat man denn nicht mal mitbekommen, dass künftig bei SAAB auch wieder herkömmliche Motoren zum Einsatz kommen sollen!?

    Professoren legen wie meistens eine große Wichtigkeit an den Tag – gut recherchiert sieht aber völlig anders aus! Die versuchte Meinungsmache im Handelsblatt setzt sich also unvermindert fort und ist vergleichbar mit den „objektiven“ Artikeln in AMS und anderen für die deutsche (Auto)-Industrie tätigen Presse-Organen.

  • blank

    Moin, mal ganz ehrlich – die Front (Bild oben) vom 9-3er sieht doch moderner aus als von jedem aktuellen Audi oder Mercedes, Ja… wir sind da sicher nicht ganz objektiv, aber altes Design ist definitiv was Anderes.
    Schöne Grüße vom Saab’ler

    • blank

      „die Front (Bild oben) vom 9-3er sieht doch moderner aus als von jedem aktuellen Audi oder Mercedes“ – Sehe ich auch so!

  • blank

    Ich habe den Artikel vom Herrn Professor gestern zufällig gelesen, einfach nur anstrengend der Mann!
    War nicht, laut seiner Meinung, Opel bis vor kurzem noch fast tot?
    Jetzt wird dort plötzlich alles richtig gemacht.

    Egal, Danke für deinen Artikel.

    Viele Grüße
    Constantin

Kommentare sind geschlossen.