SAAB Interview. Gespräch mit Inka Spira.

Vor ihrem Büro steht ein roter Saab 96. Nicht zufällig, könnte man meinen. Denn der rundliche Schwede wurde von ihrer Mutter Theresia Kunert gefahren und war gleichzeitig der erste Saab,  den Inka Spira bewegen durfte. Sie ist mit Saab aufgewachsen, das Autohaus wurde von ihren Eltern gegründet  und sie führt den Traditionsbetrieb erfolgreich in der zweiten Generation.

SAAB Gespraech in Bonn: Inka Spira, Kunert Automobile AG
SAAB Gespraech in Bonn: Inka Spira, Kunert Automobile AG

Die Bonner Saab Vertretung zählt zu den ältesten Saab Partnern in Deutschland, und auch in den schwierigen Saab-Jahren wurden die Fahnen niemals eingeholt. Auf großzügige Art und Weise unterstützt die Bonner Saab Vertretung unser Saab-Charity Projekt. Eine Gelegenheit für ein Saab Gespräch in Bonn, zu dem sich Inka Spira Zeit genommen hat.

Tom: Ihr Autohaus atmet förmlich Saab. Junge Saab Gebrauchte und Klassiker im Ausstellungsraum, Bilder an den Wänden. Der Servicebereich voller Autos aus Trollhättan. Dennoch sind die Zeiten schwierig. Woher nehmen Sie die Motivation, täglich für die Marke und Ihre Kunden zu kämpfen?

Inka Spira: Ich bin mit Saab groß geworden und betreibe das Geschäft in der 2. Generation. Wir hier in Bonn haben schon einige Krisen durchlebt. Durch den Wegzug der Regierung nach Berlin haben wir ca. 30 Prozent unserer Kunden verloren, Journalisten, Diplomaten, Verbandsmitarbeiter. Danach die Finanzkrise und nun die Saab Krise. Alles nicht leicht, aber inzwischen sind wir krisenerprobt. Unser Herz hängt an Saab. Fast alle Mitarbeiter fahren Privat einen Saab. Ich glaube man kann sagen, wir leben die Marke. Zudem haben wir extrem treue und nette Kunden, und schon dafür lohnt es sich täglich weiter zu kämpfen und durchzuhalten.

Tom: In der Werkstatt steht ein klassischer Saab 900 aus Kundenhand, der restauriert wird. Saab Fahrer hängen eben an Ihren Klassikern und können sich schlecht trennen. Was bietet das Saab Zentrum Bonn für die Eigentümer älterer Saabs?

Inka Spira: Wir sind seit 1977 Saab Partner. Einige Mitarbeiter sind von Anfang an mit dabei. Da baut sich eine enorme Erfahrung, Wissen und Kompetenz auf. Für uns sind gerade die älteren Fahrzeuge von Bedeutung, denn wir wollen sie erhalten und ihnen auch etwas “zurück geben”. Dafür bieten wir zeitwertgerechte Reparaturen an, und suchen nach günstigen Alternativen wie zum Beispiel den Einbau von gebrauchten Teilen.

Für Fahrzeuge die älter als 10 Jahre sind, unsere Classic Modelle, bieten wir 10 Prozent Nachlass auf die komplette Werkstattrechnung bei Wartungs- und Reparaturarbeiten (ausgenommen sind Karosserie, Fahrzeugchecks, Festpreisangebote, Reifen und Fahrzeugpflege) an. Der Nachlass erhöht sich jährlich um 1 Prozent bis max. 20 Prozent bei Fahrzeugen von 20 Jahren, was für Saab ja kein Alter ist. Voraussetzung ist eine jährliche Wartung bei uns.

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Tom: Der Online Shop für Saab Ersatzteile wurde von der Saab Community gut angenommen. In Deutschland ist er einer der ganz wenigen Bezugsquellen für Originalteile, mittlerweile ist er zweisprachig und damit international. Was steht weiter an Entwicklung auf dem Plan?

Inka Spira: Der online Shop ist das “Baby” unseres Lageristen Gert Waldorf. Er hat ihn komplett alleine entwickelt, und währenddessen immer mehr neue Ideen umgesetzt. Die Produktpalette wird kontinuierlich erweitert. Es lohnt sich also regelmäßig dort reinzuschauen. Ab Mai wollen wir den Schwerpunkt “Gebrauchtteile”  weiter auf- und ausbauen.

Tom: Neben Saab und Volvo runden jetzt gebrauchte Fahrzeuge der Marke Mini das Angebot nach unten ab. In Trollhättan stehen, mit dem neuen Eigentümern, die Zeichen auf Neustart. Vor einigen Wochen wurden die deutschen Saab Partner befragt, ob sie beim Saab Comeback mit an Bord sein wollen. Ist die Kunert Automobile AG bereit für Saab 2.0?

Inka Spira: Wir warten mit großer Vorfreude und voller Hoffnung auf Saab 2.0 – wir sind dabei!

Tom: Ihr Lieblings-Saab, Frau Spira?

Inka Spira: Mein Lieblings Saab? Schwer zu sagen. Ich habe noch einen schönen, alten Saab 900 Baujahr 1991 mit fast 300.000 km, erstem Motor und erstem Getriebe, an dem ich sehr hänge. Meine Söhne sind ganz scharf darauf diesen einmal zu übernehmen, wenn dann der Führerschein in der Tasche ist. Der Wagen sei Kult, ist die Begründung. Offensichtlich ist auch in die nächsten Generation das Saab Gen übergesprungen 🙂 .

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: tom@saabblog.net

 

3 Gedanken zu „SAAB Interview. Gespräch mit Inka Spira.

  • 11. April 2013 um 4:08 PM
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    Nice interview, but I think Inka would look much better if she ditched the skirt/dress with the GM cars. It isn’t popular with SAAB fans. 🙂

  • 12. April 2013 um 8:08 AM
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    Tja was soll man da sagen… zwei äußerst schicke Modelle auf einem Bild 🙂

    Man würde sich wünschen, mehr SAAB-Händler würden dieses Engagement an den Tag legen. Meiner hat sich schon 2009 verabschiedet und die Angestellten ins benachbarte Opel-Autohaus ausquartiert. Mittlerweile stehen im Verkaufraum Daewoos unter SAAB-Logos rum – eine Schande.

  • 19. April 2013 um 11:30 PM
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    Ein anderes Auto zu fahren als einen Saab, wäre nur Behelf! Ich fahre mittlerweile meinen achten Saab ( z. Zt.9-3, mein erster war ein 96). Beim Autohaus Kunert werde ich kompetent, fair und zu meiner vollsten Zufriedenheit bedient. Die Mitarbeiter sind freundlich, zuvorkommend und man fühlt sich als Kunde gut aufgehoben. Frau Spira wünsche ich eine glückliche
    Hand bei der Führung des Autohauses und auch künftig eine gute Zeit – mit SAAB.

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