SAAB News: Was in der Zwischenzeit passierte

Was ist in den blogfreien und letzten 14 Tagen rund um Saab passiert, was bewegt die Alteigentümer  Spyker und GM, und was tut sich in der schwedischen Autoindustrie? Und es gibt eine etwas traurige Saab Geschichte rund um die PheoniX Studie. Mit dem nächsten Artikel schauen wir wieder auf das Geschehen in Trollhättan. Jetzt erst mal unser Rückblick. Den Anfang macht die Saab PhoeniX Studie von Jason Castriota.

Saab Phoenix Concept - Fotoshooting in Trollhättan
Saab Phoenix Concept – Fotoshooting in Trollhättan

Das Schicksal der PhoeniX Studie

Die PhoeniX Studie ist irgendwie aus unserem Fokus entschwunden. Wo sie aktuell steht, ist nicht gesichert, und in welchem Zustand die Studie sein mag, ist ebenfalls unsicher. Ex-Saab Blogger Swade hat den Fans zu Weihnachten eine finale Saab-Geschichte versprochen, und er hat geliefert. Der letzte Auftritt des PhoeniX war zur SCNA Messe und bei einigen US Saab Händlern.

Zurück in die Heimat nach Schweden kam der PhoeniX mit gebrochenen Flügeln. Sichtbar lädiert und ein Sinnbild für den Zustand der Marke. Die Story und die Bilder gibt es bei Swadeology.

Muller und Guy Lofalk

Die Geschichte der Rivalität zwischen Muller und Lofalk geht weiter und wird zur unendlichen Geschichte. Es geht um die Bezüge von Lofalk als Saab Administrator, die nach Mullers Meinung zu hoch sind. Das lokale Gericht in Vänersborg weigert sich, die Rechtmässigkeit zu prüfen, und deshalb zieht der Ex-Saab CEO jetzt vor das höchste Gericht Schwedens. Die Geschichte geht weiter, und Muller wird uns auch 2013 beschäftigen.

Muller und Youngman

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung kurz vor Weihnachten wurde Youngman CEO Pang Qingnian in den Spyker Vorstand gewählt. Dort lenkt er jetzt gemeinsam mit Victor Muller den kleinen Hersteller, der auf Basis der Saab Phoenix Plattform neue Luxusfahrzeuge bauen will. Als erster Schritt wurde jetzt ein Aktienschnitt bschlossen, denn der Kurs der Spyker Aktie lag zeitweise bei weniger als 5 Cent. Im Jahr 2006 lag der Kurs der Aktie noch bei 22,40 €. Kapitalvernichtung im Luxusformat !

GM räumt auf

Die Amerikaner räumen in Europa auf. Am 24.12 (!) verkündete man den Verkauf des Getriebewerks in Straßburg. Ein belgischer Investor übernimmt das traditionsreiche Werk mit ca. 1000 Beschäftigten. Die Zukunft soll durch einen langfristigen Liefervertrag mit ZF gesichert sein, und GM verspricht bis 2014/15 Kunde bleiben zu wollen. In den guten, vergangenen Zeiten hatte das GM Getriebewerk Firmen wie BMW auf seiner Kundenliste. Die Zeiten sind vorbei, der technologische Rückstand ist zu groß.

Unbemerkt von der Öffentlichkeit lösen die Amerikaner immer mehr Bestandteile aus dem Opel-Verbund. Für die Ablösung eines 2.5 Milliarden Euro Kredit, der Ende 2014 fällig gewesen wäre, erhalten die Amerikaner ein Motorenwerk in Ungarn, die Getriebefertigung in Österreich, ein Entwicklungszentrum in Italien, ein Werk in Polen und weitere Aktivitäten in Großbritannien und Russland. Nur die deutschen Werke und die in Saragossa (Spanien) und Ellesmere Port (Großbritannien) gehörten noch Opel. Die verkauften Fabriken dienten GM als Pfand für den Kredit.

Wer dahinter einen langfristigen Plan vermutet, der könnte richtig liegen. Denn mit Thomas Sedran steht ein ausgewiesener Abwickler oder Sanierer, je nach Interpretation, an der Opel-Spitze. Alix Partners, der vorherige Arbeitgeber Sedrans, war recht effektiv darin, Saab abzuwickeln, bevor Spyker mit Victor Muller das Unternehmen übernahm.

Verkauft GM Opel?

Nochmal GM. Gestern meldete die französische Tageszeitung „Le Monde“, dass die französische Regierung PSA dazu drängt, Opel zu kaufen. Damit soll eine Allianz gegen VW entstehen. “Volkswagen hat beschlossen, PSA aus dem Weg zu räumen”, zitiert “Le Monde” Hollandes Umfeld. Mit einer Allianz könne dies verhindert werden. Unklar ist, woher die Gelder kommen sollen, um Opel aus GM Besitz zu übernehmen.

Die Autobranche in Schweden

Der chinesische Eigentümer hat ein klares Signal gesetzt. In Volvo will man in den nächsten 5 Jahren 11 Milliarden US Dollar investieren, was langfristig eine gute Perspektive bietet. Allte, ausgemusterte Volvo Modelle sollen zukünftig in China als Zweitverwertung unter einem neuen Markennamen gebaut werden.

Kurzfristig sind die Perspektiven nicht so gut. Zwar haben die Göteborger im Dezember in den Vereinigten Staaten einen fulminanten Endspurt hingelegt und mit einem Plus von 15.1 % den Absatz 2012 um 1.3 % gesteigert. Aber in Europa sieht es, wie allgemein, düster aus. Für das Volvo Werk in Torslanda rechnet die schwedische Presse mit Entlassungen und auch der Autohersteller sieht 2013 schrumpfende Produktionszahlen. In China geht man die Probleme offensiv an. Das Volvo Händlernetz wird massiv ausgeweitet und in 6 Monaten sollen die ersten Ergebnisse sichtbar sein. Dann sollen vom größten Automarkt der Welt gute Nachrichten nach Schweden gemeldet werden.

Für Trollhättan und Saab ist sich die Presse einig. Es wird ein ruhiges Jahr und man wird wenig von Saab hören. Jeder rechnet mit laufenden Entwicklungen auf der Phoenix Plattform und keiner spricht mehr über die Produktion des „alten“ Saab 9-3. Seit gestern wissen wir dass die Presse falsch gewettet hat. Saab wird dieses Jahr interessante Nachrichten liefern und es bleibt spannend.

Text: tom@saabblog.net

Bild: Saab Automobile AB

 

6 Gedanken zu „SAAB News: Was in der Zwischenzeit passierte

  • Mich würde interessieren wo die PhoeniX Studie heute steht. Hat jemand einen Hinweis?

    • Im Saab Museum, aber in den aktuellen Zustand kann man das Auto leider nicht ausstellen.

  • Kann nur sagen das der Atie Spyker Heut zu Tag um € 2,58 liegt so es bewegt sich etwas da beim Spyker-Youngman

    • Ja aber die Aktien hat man 100:1 getauscht. 2,58 € für eine neue Aktie sind 2,5 Cent für eine alte Aktie, ergo die Spyker Aktien sind Da wo sie letztes Jahr schon Waren.

    • Nach dem Kapitalschnitt allerdings. Ich bleibe da mal skeptisch 🙁

  • Alles sehr spannend rund um die Autofabriken. Betreffend Zusammenarbeit zwischen PSA-Citröen und ADAM-Opel AG stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Vertragen sich Deutsche und Französische Arbeitskulturen?? Und zwei Kranke ergeben leider keinen Gesunden Betrieb. – Tja, warten wir ab, was alles in diesem Jahr wieder passiert.

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