SAAB Blogger im Urlaub – Rückblick auf Saab Ereignisse 1/2

Wir warten auf “Breaking News” zur Akte Saab, aber diese Saab News sollen erst im September kommen. Mittlerweile ist mein Urlaub (ohne Saab-Blog aber mit Saab) Geschichte und der Saab-Entzug ohne Nebenwirkungen überstanden. Nach 14 Tagen ohne Blog kommt eine nicht ganz so kurze Zusammenfassung der Ereignisse in der Saab Welt. Denn es hat sich einiges, allerdings nichts Entscheidendes, getan.

International Saab Spa 2012

International Saab 2012

Beginnen wir mit dem Internationalen Saab Treffen in Belgien. Die Atmosphäre war toll, das Wetter meinte es gut mit uns. Viele Fans aus Deutschland waren vor Ort und Mark und ich konnten endlich etliche Leser persönlich kennenlernen. Die Hamburger Saab Fraktion und das Rhein-Main-Gebiet, Bloggers Home-Base, waren stark vertreten. Aber auch aus weiter entfernten Regionen des Landes kamen die Fans. Dirk, der in Berlin seit langem einen Saab Blog schreibt, war in Spa, ebenso wie Alexandros der aus dem südlichen Bayern anreiste. Wie immer war zu wenig Zeit und ich hätte gerne manches Gespräch etwas länger geführt. Aber wenn auch die Zeit knapp war, es war toll so viele Saab Fans zu treffen! Ein typisches Saab Treffen in Belgien also, in schönem Ambiente, wo Fans aus allen Ländern friedlich miteinander feiern. Wer genauer hinschaute, der entdeckte aber Veränderungen.

Saab Treffen dieser Art sind in der Regel sehr Oldtimer lastig. Die Saab 96 und Saab 900 Fraktion dominiert, aktuelle Modelle findet man nur am Rande. Der größte Teil der 96er Fans befindet sich mittlerweile im fortgeschrittenen Alter, hält aber wacker durch und weite Anfahrten auf eigener Achse sind keine Seltenheit. So war in Spa der größte und schönste Teil der Parkplätze für Saab 96, Saab 900 und Saab Sonett reserviert. Saab 9-3 I und Saab 9-3 II bekamen einen kleinen Seitenparkplatz abseits der Allee und abseits des Publikumsverkehrs. Schon am ersten Tag waren die Parkmöglichkeiten zu wenige, Saab 9-3 und Saab 9-5 – darunter auch etliche Saab 9-5 II drehten erfolglos Runden. Die Veranstalter reagierten schnell und schon am Samstag hatten die aktuellen Saab zusätzliche Parkplätze.

Jede Menge Saab 9-5 der ersten Serie und Saab 9-5 II und viele Saab 9-3 aus allen europäischen Ländern, meistens als Tagesbesucher,  übertrafen die Erwartungen und zwei Trends sind daraus zu erkennen. Die Szene wird jünger, und die Saab Gemeinde rückt enger zusammen. Beides unmittelbare Auswirkungen der Situation unserer Marke, aber auf jeden Fall positiv und gut für die Zukunft. Denn wer eine so starke, junge Fanbasis und aktive hat, der sollte eigentlich keine Sorgen für die Zukunft haben.

Ist noch die Frage: Was fehlte in Spa? Der Saab 9000 war mit einigen Vertretern, darunter sehr schöne Exemplaren, immerhin sichtbar. Der Saab 900 II dagegen war unsichtbar, ganze zwei Exemplare fuhren mir über den Weg. Die Szene ignoriert diesen Typ und vielleicht sind wir zu hart mit unserem Urteil. Denn es scheint dass der 900 II auf die Liste der bedrohten Saab-Arten wandert.

1 Million Kilometer im Saab 9-5

Saab 9-5 der Zuverlässige

Unser Saab 9-5 ist das problemloseste Auto in unserem Fuhrpark, nur vergleichbar mit dem Saab 9-3 1.8t der ebenfalls läuft und läuft und läuft. Wer einen Saab 9-5 der ersten Serie kauft, kann nicht viel falsch machen. In Spa konnte man sehen wie zuverlässig ein 9-5 wirklich ist.

Der 1 Million Kilometer Saab 9-5

Ein Saab 9-5 aus 1998 ist mittlerweile über 1.000.000 Kilometer gelaufen was einer Jahresfahrleistung von mehr als 70.000 Kilometern entspricht. Das Alter und die Laufleistung sieht man dem Auto nicht an und Saab bestätigt erneut seinen Ruf als ausgesprochenes Langzeit Auto. Angst vor hohen Kilometerständen muss man bei einem Saab 9-5, die richtige Pflege vorausgesetzt, nicht haben.

1 Million Kilometer im Saab 9-5 Beweisfoto

Muller vs. GM

Victor Muller und Spyker klagen gegen GM und damit war dem Holländer in der vorletzten Woche der Applaus der Saab Fans sicher. Verständlich, denn was haben wir die letzten Monate gebangt und gehofft um dann letztendlich am Veto aus Detroit zu scheitern. Balsam für geschundene Saab Seelen also.

Aber Muller ist kein Sozialromantiker und auch kein modernern Robin Hood. Der ehemalige Saab CEO hat einen Finanzier gefunden, welcher den Prozess in den USA zahlen wird. Dafür sollen angeblich 10 % der Entschädigungssumme beim Geldgeber bleiben, üblich ist bei Prozessen dieser Art ein weitaus höherer Prozentsatz. Muller klagt auf spektakuläre 3 Milliarden US Dollar und damit war er mal wieder für einige Tage ganz vorne in den Schlagzeilen.

Die Chancen stehen eher schlecht, auch wenn das was Muller sagt der Wahrheit entspricht. Eine Firewall zwischen den Konzernteilen war projektiert und die GM Lizenzen wären von dem Einstieg der Chinesen nicht betroffen gewesen. Aber Recht haben und Recht bekommen ist nicht immer einfach, gerade dann wenn man sich mit einem Gegner wie GM anlegt der immer noch in Teilen ein Staatsunternehmen ist. Das ist auch Muller klar, denn im November 2011 sagte er noch auf einem Meeting”…das Leben ist zu kurz um gegen GM Prozesse zu führen..”.

Aber Muller braucht Geld und ein paar Millionen wären willkommen um Spyker flott zu bekommen. Denn seit Monaten läuft die erfolglose Suche nach Investoren. Einzig der GEM Fonds steht Muller zur Verfügung, wäre aber eine extrem teure Art der Geldbeschaffung. Denn GEM übernimmt günstig Aktien, die mit kurzer Verzögerung teuerer am Markt plaziert werden. Beim aktuellen Spyker Aktienkurs eine sinnlose Geschichte. Zwar sprang die Aktie kurzfristig auf 80 Cent, halbierte aber den Kurs recht schnell und dümpelte an den darauf folgenden Tagen bei 40 Cent vor sich hin.

Muller steht mit dem Rücken zur Wand und nutzt jede Chance die sichtbar ist. Wer hofft, dass Muller mit dem Prozess Saab retten oder neu beleben möchte, der ist im falschen Film. Solche Dinge passieren nur in Hollywood Streifen, nicht aber in Schwedischen Krimis.

Für General Motors kommt die Klage zu ungünstiger Zeit. Opel gerät immer tiefer in den Abwärtsstrudel und kündigt Kurzarbeit und eventuell eine 28 Stunden Woche für etliche 1000 Mitarbeiter an. Zeitgleich zu Spyker stürzen sich Hedge Fonds auf den Konzern und verklagen GM auf hohe Summen aus der Restrukturierung des Jahres 2009. Und Lotus Youngman, ehemaliger Saab Investor, überlegt ob man ebenfalls auf Schadensersatz klagen will. Schwere Zeiten, aber unser Mitgefühl hält sich in Grenzen.

Direkte Auswirkungen wird die Klage, vorerst zumindest, nur für Spyker haben. Der C8 Aileron dreht seine Testrunden mit einem mehr als 600 PS starken V8. Damit möchte Spyker Aufnahme in die Liga der Supersportwagen finden. Denn der Audi V8 unter der Spyker Haube ist mit “nur” etwas mehr als 400 PS nicht gerade für die höchste Liga geeignet. Die Chancen für einen stärkeren Motor aber stehen schlecht. Den die Maschine im Testwagen stammt aus dem Regal von GM. Diese Liaison dürfte ein schnelles Ende finden.

Saab 9-7x Rückruf

GM ruft in den USA 249.260 SUV der Jahrgänge 2006 und 2007 in die Werkstätten.  Betroffen sind neben dem Saab 9-7x auch Chevrolet Trailblazer, GMC Envoy und andere Typen. In die Fahrertür kann Feuchtigkeit eindringen was neben Korrosion auch zu einem Kurzschluss der elektronischen Bauteile und damit zu Brandgefahr führen kann. Deutsche 9-7x Fahrer sollten eine vorsorgliche Kontrolle vornehmen lassen, denn ob es bei uns einen Rückruf geben wird ist ungewiss.

Noch mehr gab es in den vergangenen 14 Tagen über Markenrechte, Namensrechte und Elektroautos zu berichten. Das alles kommt heute Nachmittag im zweiten Teil.

Text: tom@saabblog.net

Bilder: saabblog.net

 

6 Gedanken zu „SAAB Blogger im Urlaub – Rückblick auf Saab Ereignisse 1/2

  • Donnerwetter, Respekt vor dem 1-Mio.-km-SAAB. Das müsste einer sein wie der, den ich fahre… da bin ich aber beruhigt. Sieht auch wirklich noch top aus… Wie sieht es eigentlich aus, was ist an dem noch Original, was erneuert? Immernoch erster Motor? Überholungen? Ersatz von Karosserieteilen?

    Auf 70.000 km im Jahr komme ich nicht, daher dürfte ich mit meinem für die nächsten ca. 36 Jahre planen 🙂

  • Hallo Tom,

    schön (für uns), dass Sie wieder aus den Urlaub da sind. Ich hoffe Sie und Ihre Familie hatten eine schöne Zeit und konnten sich gut – auch ohne SaabBlog – erholen. Ganz ohne Saab ja hoffentlich nicht…

    Das mit dem 1-Mio-km-Saab ist wirklich eine gute Werbung. Wenn unser 9-3 SC auch nur die Hälfte ohne Probleme schafft, dann fahren wir den noch gut über 20Jahre! Wunderbare Gedanken!!!

    In den alten Troll-Magazinen gab es ja auch mal einen SAAB 900 mit vielen hunderttausenden km! Leider habe ich die Hefte nicht mehr =(! … Hat noch einer die alten Hefte???

    Viele Grüße aus Oldenburg

    André

  • Die Einleitung Deines heutigen Beitrags (sinngemäß: Breaking News sollen im September kommen) bringt die Luft irgendwie zum “Knistern”!

    Ich gehe davon aus, dass Du weitere sog. Ersthand-Informationen erhalten hast – Einzelheiten dürften somit weiterhin unter dem Mantel der Verschwiegenheit bleiben.

    Da im weiteren Text des heutigen Beitrags aber auch das Wort Zukunft in Verbindung mit unserer Marke auftaucht, bleibt alles sehr spannend!

  • Tom is back! Die gute Nachricht an einem viel zu heißen Montag 🙂

    • Richtig und jetzt sollen die lieben Schweden den Finger aus ihrem Allerwertesten nehmen und uns endlich vernünftige News geben, auch wenn es NEVS ist aber bittet bitte mit einem Businessplan…

  • Ohje in Belgien fand das SAAB Treffen statt…Kein gutes Land für Fahrer schneller PKW, so meine Erfahrung an Pfingsten 1997, als ich zusammen mit einem Bekannten damals mit meinem Volvo 850 von der Autobahn geholt wurde. War halt 20 Km/h zu schnell unterwegs…Strafe: 500 DM innerhalb 90 Std. zahlen oder PKW gehört dem belgischen Staat…(damals noch gut 15000 DM wert) Just musste damals die EC Karte am Bankautomaten nicht funktionieren und so musste ich notgedrungen übernachten, da erst am nächsten Tag meine Bank in D aufhatte und per Anweisung an eine deutsche Bank in Aachen am Grenzübergang das Geld schickte. Dort holte ich es mit nem Taxi ab und übergab es der Autobahnpolizei, die mir Fahrzeugpapiere und Schlüssel zurückgab. Am Ende waren es incl. Übernachtung, Frühstück, Mittagessen, Taxi, Abendessen und die Geldstrafe knapp 900 DM….
    Soviel zu Belgien….
    Das zuwenig Saab 900 II dabei waren, kann ich mir halt nur so erklären, dass viele diesen Opel Verschnitt in der Vergangenheit nicht gekauft und wenn denn doch, nicht lange behalten haben. Man sehe sich nur mal die diversen PKW-Portale für Gebrauchte an. Der 900 II liegt wie “Sauerbier” zu niedrigen Preisen (im Vergleich zu seinem Opelpedant und seinem Vorgänger dem 900 I) dort drin.
    Ehrlich gesagt: Ich würde mir auch keinen kaufen, denn sein Design war und ist bescheiden und das war kein “richtiger” SAAB! Weder im Motor, noch in der Karosserie, was die Langlebigkeit, Sicherheit ect. anging…

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