Brightwell Holding: Victor Muller ist zurück…
Die vorerst letzten Saab 9-3 Cabriolets werden in Trollhättan gebaut, der Wert gebrauchter Saabs ist stabil, und Muller meldet sich zurück im Kampf um Saab ! Für die einen ist es eine gute Nachricht, für andere nicht. Muller ist umstritten, Muller polarisiert. Zulieferer in Schweden reagieren mit Skepsis, und wir werden sehen,wie sich die Sache entwickelt. Victor Muller ist als Berater des möglichen Investors Brightwell Holding tätig und möchte in Zukunft bei Saab eine aktive Rolle spielen.
Die Brightwell Delegation trifft sich heute mit den Administratoren, um ein Gebot für den Autobauer abzugeben. Damit wären es mindestens vier Angebote, welche für Saab vorliegen. Angeblich, so Dagens Industri, hat Brightwell die volle Unterstützung des türkischen Staates. Das Unternehmen soll außerdem mit Ölmillionen aus dem nahen Osten finanziert werden. Brightwell möchte die Produktion in Trollhättan baldmöglichst und mit möglich vielen Modellen starten, so Ahmed Zamier zu Dagens Industri.
Insider geben Brightwell wenig Chancen. Die laufenden Verhandlungen mit GM gelten als unrealistisch, und der Hintergrund des Unternehmens ist nebulös. Die Nähe zu Victor Muller, die jetzt offensichtlich ist, macht die Sache nicht besser. Und um es offen zu sagen: Ich wünsche mir keine aktive Rolle von Muller bei Saab.
Aber darüber zu diskutieren wird nicht lohnen. GM wird Brightwell keine Zustimmung geben, denn GM möchte nicht nur in China, sondern auch in Europa keinen weiteren Autoproduzenten. Mit der maladen Tochter Opel plant man eine Radikalkur. Das Werk in Bochum könnte geschlossen werden, die Produktion geht nach Südkorea. Das Feuerwerk der Neuheiten ist abgebrannt, Opel schlecht aufgestellt wie immer. GM hat eben auch bei Opel nie verstanden. Unser Mitgefühl an die Mitarbeiter der Marke mit dem Blitz, die schon wieder um die Arbeitsplätze bangen.
Wie RedJ von Saabsunited bereits geschrieben hat, werden in Trollhättan die vorerst letzten Saab 9-3 Cabriolets komplettiert. Den Auftrag führt der Sonderfahrzeugbau von ANA aus, der Taxen, Polizei und Rettungsfahrzeuge baut. Läuft es dumm, werden es 47 Sammlerstücke sein, die da in Schweden fertig gestellt werden. Den Konkursverwaltern bringt es Geld, um das Verfahren fortzuführen. Möglich, dass auch die restlichen Fahrzeuge im Werk auf diese Art komplettiert werden. 2012er Saab Jahrgang, ein ganz seltenes Produkt.
In Trollhättan selbst geht eine Ära zu Ende. ANA, einst größter Saab Händler der Welt und vor langer Zeit im Eigentum des Werks, verlässt das traditionelle Gebäude am “ANA Kreisel” und zieht in andere, weniger repräsentative Räumlichkeiten um. Der Eigentümer des sehr schönen Gebäudes, die GMAC Bank, stellt Mietforderungen, die in der aktuellen Situation für das Unternehmen nicht vertretbar sind. ANA wird in naher Zukunft in Trollhättan ein neues, repräsentatives Gebäude bauen. Der Ort steht noch nicht fest.
Gebrauchte Saabs behalten Ihren Wert, wie man es jetzt in Großbritannien festgestellt hat. Motortrader, die größte Website der Insel für gebrauchte Fahrzeuge, stellte stabile Werte fest, auch wenn im Januar die Saab Preise etwas nachgaben. Die Saab Anhängerschaft ist eben weltweit loyal, und wer einen Saab in passender Ausstattung sucht, wird auch in Deutschland nur mit viel Glück ein Schnäppchen finden. Gefragt sind Vector und Aero Ausstattungen, Linear hingegen ist fast unverkäuflich. Sollte es wirklich nicht mehr zu einer Produktion in Schweden kommen, was wir alle nicht hoffen und glauben, dann sind wir mit wertstabilen Autos unterwegs.
Wer ein neues Saab 9-3 Griffin Cabriolet für das Frühjahr sucht, der kann mit seinem Saab Händler darüber sprechen oder über den Konkursverwalter anfragen. “1 of 47”, eine exklusive Angelegenheit!
Text: tom@saabblog.net
Ich spreche für Victor Muller.
Sicher hat er sich vermutlich in seiner zu schnellen Entscheidung mit den Verträgen von GM über den Tisch ziehen lassen und sicher ist er auch in gewisserweise ein Traumtänzer.
Aber hat er nicht auch gekämpft wie ein Löwe? Leider auf verlorenem Posten mit GM im Nacken, einer Regierung, die keinerlei Interesse an einer Rettung oder Unterstützung gezeigt hat?
Die wichtigen, neuen Produkte waren doch da, es fehlten nur die notwendigen Milliönchen zur richtigen Zeit.
Hat er nicht wirklich alles versucht?
Wo wären wir, wenn nicht der Dilettant Guy Lofalk alles versaut hätte? Hatte lt. Insider-Bericht nicht VM die Vertrags-Konstellation Saab/GM/Youngman/Pang-da im Griff?
Sagt, wenn ich Unrecht habe, ich jedenfalls habe großen Respekt vor diesem Mann!
Ein Schuldiger ist schnell gefunden.
Kann das einfach nur unterstützen!
Das sind wahre Worte,lieber Klaus.Schlecht geschrieben über einen ist schnell.
Oder kennt jemand V.M. persönlich daß man über Ihn negativ berichten könnte.
Er allein hat mit Spiker unsere Marke gerettet,und ist von so manchen Medien
als Dank dafür verteufelt worden.
P.S.Passt jetzt bei deinem 9-5 das Coming Home Licht?
LG – KLaus
Ja, danke, Coming-Home-Licht funktioniert. Ist aber umständlich… warum bleibt das Licht nach Abstellen des Motors nicht einfach noch ´ne Weile an…?
Aber ehrlich, wo wären wir heute, hätte es Viktor Muller erst gar nicht gegeben…?
Wäre SAAB nicht schon seit 2 Jahren Geschichte und beerdigt?
SG
Hallo Klaus.
Bevor du aussteigst,ziehe einfach den Blinkerhebel zum Lenkrad,also an dich und das licht leuchtet die von dir eingestellte Zeit nach.
Würde das Licht nach dem Motorabstellen weiterleuchten macht das nicht viel Sinn,was ist wenn es Taghell ist.
Wäre dann bloß Batterieverschwendung.Gerade bei diesen tiefen Temperaturen-du weißt ja,1 mal starten kostet ca. 10 min.Fahren bis dein verbrauchter Startstrom wieder geladen ist.
Liebe Grüße an dich und alle Saabfahrer — Klaus
Wie immer werfe ich mich für Victor Muller in die Diskussion. Er mag einen Traum geträumt haben – Saab war halt schon immer unprofitabel. Aber ich mag Träumer denn ohne diesen gäbe es Saab nicht mehr.
Aber viel entscheidender: Er kennt die Verträge genau und er könnte mit den Firmenresten vielleicht der Schlüssel zu den Lizenzen sein…
Was die anderen Parteien angeht kann ich nur sagen er hatte von vorneherein Recht als er sagte ein 100% Verkauf an Youngman akzeptiert GM nicht. Hätten die Chinesen seinen Plan angenommen stünden diese besser da als momentan wo Sie auf die unprofessionellen Admininstratoren gesetzt haben 😉
Deine Bemerkung, dass SAAB schon immer unprofitabel war, ist eigentlch eine Erfindung von “Branchenkennern” und GM. Das dies vor 1990 und auch während der GM-Schreckensherrschaft ab 1990 nur selten so gewesen ist, berichten Fachleute, die sich intensiv mit der Materie befasst haben.
Deine weitere Bemerkung, dass VM evtl. der Schlüssel zur Erlangung von Lizenzen sein könnte, teile ich allerdings – aber bitte bedenken, dass bei Erfolg eine Vielzahl von Auflagen damit verbunden sein könnte. Beispiel: Verkauf von SAAB-Automobilen nur in Europa / Türkei. Sämtliche internationalen Händler wären somit SAAB als Marke endgültig los und dürften sich dann aber auch auf die Superautos aus dem GM-Konzern stürzen und versuchen diese anzupreisen…
Ein weltweiter OPEL-Verkauf wurde von GM übrigens auch untersagt.
Joachim,
Du wirst nie einen Opel im Vereinten Königreich sehen, weil dort die Autos Vauxhall heißen. Und in USA hissen Sie früher mal Cadillac oder Saturn und jetzt heißen die Buick. Es macht keinen Sinn zwei identische Autos auf dem Markt zu bringen, etwas mehr Eigenständigkeit (Buick LaCrosse, Cadillac XLR)ist schon nötig.
Aber GM sollte konsequent sein und den LaCrosse hier in Europa als OPEL vertreiben.
Das einzige Problem dabei ist, wo bleiben die Gewinne und wo gehen die Verluste hin. GM als globales Unternehmen wird, genauso wie alle anderen, dort wo hohe Steuern gibt, möglich wenig Gewinn erwirtschaften und andersherum. Deswegen sieht es nicht gut (auf dem Papier) für die Marke OPEL, aber vielleicht gibt es diese Marke demnächst nicht mehr und GM arbeitet dann weltweit nur mit Chevrolet, Buick und Cadillac.
Es ist ein Skandal was diese Verbrecher aus Detroit hier abziehen. Man kann sich nur wundern , dass es Opel nach so langer Zeit unter GM Herrschaft überhaupt noch gibt. Vielleicht waren die Leute die früher bei GM was zu sagen hatten einfach viel, viel Klüger als die jetzigen. Ich bin kein sonderlicher Opelfan , aber ich bin mir sicher , dass die Leute in Rüsselsheim ,sicherlich Erfolgreicher wären und einiges mehr auf die Beine stellen könnten , wenn in Detroit nicht immer hirnrissige Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden würden. Leider wird es den Amis wahrscheinlich auch gelingen auch Opel in den Ruin zu treiben und auch in Deutschland ein gutes Stück Industriegeschichte zu vernichten.
Schade um Opel und die Arbeitsplätze unserer Landsleute , aber ich für meinen Teil nehme lieber das Fahrrad oder Öffies als dass ich mir nochmal an einem Produkt von GM die Finger schmutzig mach
Immerhin sollte man bedenken, daß Opel auch lange Jahre gut mit GM gelebt hat – Opel gehört immerhin schon seit 1929 zu GM, die legendärsten Opel-Modelle (das ‘KAD’-Trio) entstanden also unter der GM-Ägide. Eigentlich hat man es erst ab den 80ern angefangen zu versieben.
Übrigens ist auffällig, daß GM schon eine Markenstruktur wie heute üblich zusammengestellt hatte, mit der beispielsweise VW heute höchst erfolgreich ist (egal, wie man jetzt persönlich zu VW steht, profitabel sind sie allemal). Mit Opel/Vauxhall für den Unter- und Mittelklassemarkt, und SAAB für den Oberklassemarkt, hätte man eigentlich eine Macht im europäischen Automobilmarkt werden können, nur leider wurde dann die falsche Strategie eingeschlagen.
Mittlerweile klammert GM sich an einen Status, den sie eigentlich nicht haben – da könnte man eigentlich schon Mitleid haben.
Hallo PhiBo,
VW ist da das beste Beispiel wie man`s richtig macht.Dort profitiert jede Marke von den anderen und kann sich trotzdem genügend von einander abgrenzen. Und vor allem sind soviel ich weiss alle Marken weltweit zu haben und werden auch weltweit produziert . So zum Beispiel laufen aus Chinesischen Werken für den dortigen Markt Skoda`s neben VW`s auch Audi`s vom Band
Bitte, nicht schon wieder saabvernichtende Aktionen mit diesem Typ.
Müller ist ein Traumtänzer
ich hoffe dass der in Zukunft seine Finger von Saab lassen muss
Spekulationen werden weiterhin Hochkonjunktur haben, da wir von Seiten der Konkursverwalter richtigerweise nicht über jedes einzelne Detail zu den Bietern informiert werden.
Könnte es für Brightwell in Verhandlungen mit GM ein Vorteil sein, VM an Board zu haben?
Vielleicht hat GM ja Gefallen daran VM ein weiteres Mal über den Tisch zu ziehen?