Saab Nachrichten aus Schweden

Heute gibt es viel zum Thema Saab zu sagen. Da ich einen Beruf habe, der Zeit und Engagement fordert, versuche ich die Lage kompakt zusammen zu fassen und fange mit den positiven Nachrichten für die Marke an. Wie wir wissen wurde Kent Hägglung als dritter Administrator für unsere Marke bestellt, sein Fachgebiet ist das Markenrecht.

Hägglung versucht nun den Weg für einen kompletten Verkauf von Saab an einen Investor zu ebnen. Kein leichter Weg, denn dazu braucht er sowohl die Zustimmung der Saab AB als auch von Scania. Die Sondierung läuft, und Hans-Ake Danielsson, Pressechef von Scania sagte dazu einen schönen Satz, der mir gut gefällt. ” Man ville inte att den fina symbolen skulle hamna i orätta händer… “, womit er sagen will, dass er verhindern möchte dass unsere Designikone in die falschen Hände fällt.

Nicht so gut sieht es für das Saab Museum aus. Die Summe der Einzelgebote soll höher sein als das Komplettangebot der Kommune Trollhättan. Eine Entwicklung die vorhersehbar war, die aber dennoch sehr bedauerlich ist. Im Laufe der Woche kommt Klarheit und dann werden wir sehen wohin die Sammlung geht. Deutsche Freunde mit Saab Hintergrund haben auf einen Teil der Kollektion geboten. Allerdings nicht aus privaten Gründen, sondern als Hilfestellung für die Marke und um das Erbe für die Gemeinschaft zu sichern.

Auch aus China kommen Saab Meldungen, die allerdings auch etwas spekulatives haben. BAIC, der Eigentümer der alten Saab 9-5 und 9-3 Plattform möchte die Saab e-power Technologie erwerben. Das berichtet heute Dagens Industri. Der e-power Saab soll nach den Informationen von Saab Insidern serienreif sein und wäre vermutlich im Modelljahr 2012 von den Bändern gerollt. Ob die Meldung stimmt, ist fraglich. BAIC selbst hat seit einem Jahr Prototypen mit Elektroantrieb auf Saab Basis im Versuch laufen. Die BAIC Typen selbst sollen kurz vor der Serienreife stehen.

Weitere Gerüchte, auch unbestätigt, kommen unabhängig voneinander aus verschiedenen Quellen und betreffen den Bereich der Saab Parts AB. Die soll in den nächsten Wochen an einen Investor verkauft werden. Ein Szenario, das ich mir nicht vorstellen kann, denn die Ersatzteiltochter sollte im Komplettpaket verkauft werden. Bestätigungen von Saab gibt es dazu nicht, und da solche Gerüchte schnell in der Presse verbreitet werden kommt jetzt erst mal ein klares Dementi.

Traurige Nachrichten gibt es für Saab in den USA. Saab Nordamerika soll liquidiert werden, was kein Happy End für Tim Colbeck und seine Mannschaft ist. Seit dem 13. Januar sind die meisten Mitarbeiter gekündigt, der restliche Mitarbeiter Stamm wickelt die Geschäfte ab. Im Hintergrund laufen Aktivitäten um die Versorgung der amerikanischen Saab Fahrer mit Ersatzteilen auch in Zukunft zu sichern. Tim Colbeck hat sich gegen den Untergang gestemmt und viel für Saab getan. Unseren Respekt hat er sicher.

Die Nachrichtenlage ist gemischt. Die Aktivitäten für einen Komplettverkauf laufen und die Saab AB und Scania sind offen für Vorschläge. Ohne deren Zustimmung geht nichts. Wir immer, wir warten ab, hoffen auf gute Nachrichten. Darin sind wir seit Monaten geübt.

Text: tom@saabblog.net

7 Gedanken zu „Saab Nachrichten aus Schweden

  • Das ist für mich eher positiv, dass SAAB AB und Scania über Marke und Logo wachen. Wenn es einen Deal gibt, dann darf man wohl annehmen, dass die Reputation der Marke SAAB mit dem vom Investor vorgelegten Konzept gesichert ist, denn wenn das Produkt SAAB Automobile einen schlechten Ruf bekommt, könnte das auch auf Scania und SAAB AB abfärben.

  • Vielleicht liege ich auch völlig falsch , aber ich werde das Gefühl nicht los das hinter dem namenlosen Westeuropäer VW steckt. Von Herrn Piech gab es ja schon Äußerungen dahingehend dass Saab gut in den VW Konzern passen würde. Und wenn man eine Weile nachdenkt hat er auch recht . Bei VW ist von Bugatti bis Skoda wirklich für jeden etwas dabei. Von der Positionierung her wäre allerdings Audi so das Gegenstück zu Saab im VW Konzern. Nun könnte man ja noch auf die Idee kommen die Palette noch etwas zu erweitern , und dem Mainstream Audi einen etwas induvidialistischeren und extravagantern Saab zur Seite zu stellen. Daher könnte man die Aussage von Scania man wolle schauen , das Saab in gute Hände kommt auch so deuten , dass die bessten Hände wohl die eigenen wären. Vielleicht ist dies auch mit ein Grund , warum man sich hier bedeckt halten will , da man selber ein klein wenig auf diesem Wege an einer Entscheidung über die Zukunft von Saab beteiligt ist.Aber wie Anfangs gesagt ich kann mich da auch völlig irren. Wenn ich mich da völlig irre ,vielleicht kann mir ja Tom einen Tip geben , ob ich mich hier wirklich total auf dem Holzweg befinde. ( wenn es für dich machbar ist und du keine Schwierigkeiten bekommst Tom )

    • Da muss ich Peter recht geben – sehe das ziemlich ähnlich!
      Als denkbare Variante: Porsche kann in THN den Boxster vom Band laufen lassen und der zukünftige Saab wird auf die selbe Plattform gestellt.
      Das wäre doch mal was, oder!?

  • Verstehe ich das richtig, SCANIA besitzt die Markenrechte an SAAB und hat somit die letzte Entscheidung wer zukünftig das SAAB-Label verwenden darf?

    SCANIA gehört zu über 70% dem Volkswagen-Konzern, der Rest gehört MAN. German Labeling?
    Ist das nun beruhigend oder höchst beunruhigend?

    • Selbst die Anteilseigner vom VW-Konzern müßten ihre Entscheidungen ein wenig erläutern – bei einem Konzern wie Mahindra & Mahindra (mit extrem tiefen Taschen und auch sonst in meinen Augen sehr gut geeignet) dürfte eine Ablehnung ohne stichhaltige Argumente kaum möglich sein.

      Das wäre dann ja schon ein ähnliches Verhalten wie bei GM (eine derartige Konkurrenzangst dürfte bei VW allerdings nicht vorhanden sein).

    • Nein, die Markenrechte liegen beim Konzern Saab AB.
      Der Greif im Logo ist das Zeichen von Scania.

  • Sehr interessant wäre nun, zu erfahren, welcher Investor in den Augen von Scania das berühmte richtige Händchen hätte……

    Wie sieht Scania beispielsweise die türkischen Investoren?

    Sollten diese bei Scania ggf. schlechte Karten haben, bräuchte man sich eigentlich auch bei GM nicht weiter um Hilfestellung (Beispiel: Lizenzvergabe) bemühen.

    Meiner Meinung nach sollten Scania und die SAAB AB von vornherein klar ansagen, wer genehm ist und wer nicht – unnötige Bearbeitung durch das Verwalter-Trio mit Zeit- und Geldvergeudung könnte so schon mal im Keim erstickt werden!

    Grüße aus Hamburg
    Joachim

Kommentare sind geschlossen.