Dongfeng – Brightwell die Bieterliste und Saab Schlussverkauf

Gestern war ein, für die aktuelle Lage, typischer Saab Tag. Telefonate mit Freunden in Schweden und sonstwo auf der Welt zum Thema Saab und dann war ich mit einem guten Freund und seinem Saab 9-3 unterwegs – in Sachen Saab. Das Ergebnis war – ganz offen – frustrierend, so dass ich am gestrigen Abend keine Motivation mehr zum Bloggen hatte. An Tagen wie diesen spürt man in persönlichen Gesprächen das Saab Ende ganz hautnah und das geht mir im wahrsten Sinne unter die Haut.

Aber, wie immer, noch ist es nicht vorbei und noch sind die Werkstore nicht endgültig geschlossen. In China ist mal wieder ein neuer Saab Interessent aufgetaucht. Der Chinesische Investor Numer 3 mit dem Namen “Dongfeng” baut nach meinem Wissen LKWs und betreibt ein Joint Venture mit dem LKW Bauer Volvo. Nach den Lektionen der letzten Monate ist mein Vertrauen in chinesische Investitionsabsichten merklich geschrumpft und ich sehe vorerst Dongfeng als eine Randnotiz.

Währenddessen arbeitet sich der mögliche Käufer aus der Türkei auf das Thema GM zu. Die türkische Regierung steht voll hinter den Kaufabsichten, was politischen Rückenwind verspricht. Die Türkei ist Nato Partner und von den USA in Zeiten wie diesen als strategischer Brückenkopf umworben. Spielt Ankara die politische Karte geschickt, dann bekommt Brightwell Unterstützung vom GM Aktionär in Washington.

In mehreren Interviews sagte man gestern viele nette Worte über Saab. Die Marke scheint man, entgegen erster Vermutungen, erhalten zu wollen. Auch die Produktion in Trollhättan sei vorstellbar, mit geringerem Volumen. Das klingt – unter Vorbehalt – gut.

Jetzt schaut man in Richtung Detroit. Man wartet auf eine Einladung der Amerikaner und hat einen Vorschlag zu dem die Herren am Potomac River nicht “Nein” sagen können. Solche Aussagen kennen wir, GM hat dann doch immer wieder abgelehnt. Aber, neues Spiel, neues Glück. Vielleicht kann man in den USA den Käufern aus der Türkei mehr Sympathien entgegen bringen als Investoren aus China. Wir werden sehen.

In den USA läuft der Saab Schlussverkauf auf vollen Touren. Saab of North Olmsted hat von Weihnachten bis zum gestrigen Tag 55 von 120 Lager-Saabs verkauft. Auf die bereits sehr günstigen Preise gab es nochmal bis zu 45 % und wahrscheinlich hätte ich, wäre ich Saab Fan in den USA, mein Sparschwein geschlachtet und hätte gleich zwei neue Saabs mitgenommen.

Natürlich verbrennt der Saab Händler aus Cleveland damit richtig Geld. In einem Interview meinte Bernie Moreno, Präsident der Collection Auto Group, Saab USA könnte vielleicht einen Teil der Verluste ausgleichen. Klar Bernie, auf diesen Vorschlag hat man dort sicher gewartet.

Nochmal ein letzter Blick nach Schweden. Es gibt mittlerweile eine (fast) klare Bieterliste für Saab. Magna, Brightwell, einige schwedische Interessenten, Mahindra & Mahindra, Youngman und Dongfeng. Ein in den letzten Tagen genannter Chinese scheint ausgestiegen und ein Name fehlt noch auf der Liste.

Seit dem gestrigen Tag gibt es auch einen persönlichen Favoriten. Davon wird berichtet wenn sich die Sache bestätigt.

Text: tom@saabblog.net

14 thoughts on “Dongfeng – Brightwell die Bieterliste und Saab Schlussverkauf

  • bei Dongfeng laufen auch Honda und Citroen PKW vom Band , aber ich glaube nicht dass die
    Saab Schweden wirklich am Leben erhalten wollen , sondern nur das Know how

  • demnach müsste es den Favoriten unseres Admisn geben und den noch immer nicht genannten westlichen Autohersteller den unser Admins uns auch mal nennen wollte

  • Manchmal ist es besser sich bedeckt zu halten. Namen, die zuerst genannt werden, sind schnell verbrannt…

  • Da frage ich mich doch mittlerweile, wie ernst es dieser Interessent meint, wenn er sich ständig bedeckt hält… Alle haben sich mittlerweile zu ihren Absichten mehr oder minder bekannt, nur die Firma Krzlpft hält sich immer noch sehr bedeckt.

  • Hat es mit dem Mitteleuropäischen Interessenten Zutun? 😀

  • Hallo Mark, warst schneller als ich. Danke ! Video on demand… 🙂 Kommt sobald ich etwas Luft habe.

  • Hey CMD,

    zu deinen 9-4X Fragen: Die Navis der 9+4X waren nur mit US Software mit einer voreingestellten Route ausgestattet. Sicherlich noch von der Pressetour durch die Hügel um LA… Das Display mit Geschwindigkeitsanzeige war in Miles per Hour. Inwieweit hier ein Kilometer pro Stunde Einsatz aus dem 9-5 passt entzieht sich meiner Kenntnis (lässt sich aber ggf bei der SCNA mal abklären. Lediglich die Anzeige in der Mitte der Geschwindigkeitsanzeige (im Konfiguration als Farbdisplay in der Instrumententafel hatte als Einheit Kilometer pro Stunde.) Ich hatte davon beim Ausfahren des 9-4X bis zur Begrenzung bei 210km/h auch ein Video gemacht…
    Tom?? vielleicht kannst du es mal hochladen??
    LG Mark

  • selbst ‘Papiertiger’ ist noch übertrieben; zumindest finanziell gesehen. M&M (und auch andere) könnten den ganzen GM Moloch gleich mit erwerben, aber was soll man schon mit so einer Bruchbude und einem unüberschaubaren Pulk von Profilneurotikern anfangen ???
    Würde der amerikanische Steuerzahler über die unglaublichen Summen Bescheid wissen, die in den letzten ca. 25 Jahren in diesen Spekulantentempel geflossen sind, …. Aufstand und Revolte wären die Folge !!

    Aber wer ist schon GM , wir sind SAAB !!!!

  • Hallo Tom, deine Zeilen zum Saab Ausverkauf in den USA haben mich daran erinnert, dass ich im Herbst Kontakt mit Saab Händlern in den USA zum Thema 9-4x hatte. Dies nachdem meine bestätigte Bestellung vom Mai 2010 im Herbst dann von Saab Schweiz gecanceled wurde, und ich als Ersatz einen 9-5 Aero XWD6 erworben hatte.
    Der Kauf eines 9-4x ist in letzten Jahr eingentlich nur daran gescheitert, dass mir niemand sagen konnte, wie sich das Navigationsgerät und der DAB Radfio in Europa verhält und wie es mit der Tachoumstellung auf km/h funktionieren soll.
    Nun bist du ja im Spätherbst längere Zeit auch mit einem 9-4x unterwegs gewesen auf der Deutschland Tournee, wie war es bei diesem Fahrzeug mit dem Navi?
    Gerade bei diesen Preisen in den USA und dem relativ günstigen Ttransportkosten nach Europa, könnte der 9-4x nochmals ein Thema werden.

  • Von einem Giganten kann man bei GM nicht ausgehen – hier trifft eher die Bezeichnung “Papiertiger” zu!

    Es gibt wahrlich echte Giganten unter den weltweiten Konzernen, die nicht wie GM mit Steuergeldern in Milliardenhöhe aufgepäppelt wurden – Mahindra & Mahindra beispielsweise….

    Ich glaube nicht, dass sich ein derartiger Riesenkonzern wie Mahindra in irgendeiner Weise vor einem Laden wie GM fürchtet!

  • Wenn GM, wem auch immer, grünes Licht gibt, so machen sie dies nicht ohne Hintergedanken. Man könnte sicher einen Deal finden, damit GM neben all den andern “erworbenen” Saabtechniken gleich auch noch die neue Phenix-Plattform erg… könnte! So wäre Saab erneut am Boden und hätte dann gar nichts mehr.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgend ein anderer Hersteller, welcher nicht mit GM kooperieren will eine Chance hat, Saab zu erwerben. Man scheut doch einfach die Einsprachen und allfällige zukünftige Gerichtsverfahren. So kann man sich jeden Interessenten vom Leibe halten, denn wer will sich schon in die Klauen dieses unangehnehmen Giganten begeben…!?

  • Kommt schon noch… Geduld 😉

  • So schlecht klingt das doch nicht. Es gibt Interessenten die Saab erhalten wollen. Die Saab-Verwalter bevorzugen den Verkauf des Gesamtunternehmens. Das ist doch schon viel besser als 2009. Damals wurde Saab von GM schon in einzelne Filetstücke zerteilt.
    Nun geht es darum Lösungen mit und OHNE GM zu finden. Es muss doch möglich sein, bei dem jetzigen Saab 9-3 (somit auch der Imageträger Cabriolet) ohne Belieferung von GM-Teilen in absehbarer Zeit zu bauen. Laut meinem Kenntnisstand hat GM keine Lizenzrechte an dem aktuellen 9-3.

  • Erzähl uns über deinen Favoriten gib uns Hoffnung

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