Saab News: Schwedentheater…schon wieder

Waren wir die letzten Tage zu verwöhnt mit unseren Schweden ? Gut, da ist das Problem mit Detroit. Die Jungs aus den USA wollen mir keinen Saab 9-4x gönnen, was ich irgendwie persönlich nehme. Sonst schien alles in geordneten Bahnen zu laufen. Aktuell gibt es schon wieder Murks und schwedisches Volkstheater in Trollhättan.

Angefangen hat es mit Antonov, über den weiter spekuliert wird. Die baltischen Millionen sollen über Umwege in einem gewissen schwedischen Autohersteller versickert sein. Beweise hat man, je nach Sichtweise, oder auch nicht. Fest steht nur, dass Antonovs Gelder nicht aus den eigenen Taschen kamen, sondern aus den Taschen baltischer Sparer. Stimmen die Vermutungen, war das Spekulation auf hohem Niveau. Mal schauen, wann Dagens Industri daraus eine Story macht.

Weiter geht es mit Eric Geers, Saab Pressechef, der gestern verkündete dass die Löhne und Gehälter „höchstwahrscheinlich“ nicht pünktlich kommen werden. Geers ist unschuldig, ist er doch nur der Bote der schlechten Nachricht. Hört man dies, fragt man sich ob die Verantwortlichen in Peking und Trollhättan nicht um die Brisanz pünktlicher Lohnzahlungen wissen. Saab steht unter Administration und solche Verzögerungen sind riskant. Zumal solche Termine nicht völlig spontan und unvermutet auftauchen.

Fast zwanghaft meldete sich dann auch die Gewerkschaft IF Metal, welche schon wieder einmal den Konkursantrag vorbereitet. Bis Montag will man warten, aber dann… Das geht natürlich durch die Presse und macht die Sache auch nicht besser. Vor einigen Minuten poppten die ersten Google Meldungen auf. Spätestens heute Abend haben wir es im Fernsehen auf N24.

Das alles ist nicht gut und ganz ehrlich, ich mag dieses Schwedentheater nicht mehr hören. Es ist an der Zeit die Sache in „trockene Tücher“ zu bringen.

Gibt es was Positives zu berichten ? Die schwedische Regierung arbeitet, wir wir wissen, im Hintergrund für Saab. Mittlerweile bezeichnet man unseren Autobauer als „wichtig für die schwedische Autoindustrie“. So heute auf Radio P1. Vor ein paar Monaten klang das noch nicht so, damals wurde Saab als unwichtig für die Volkswirtschaft abgetan.

10.000 Jobs in der Autobranche sind jetzt, wo die Wirtschaft in Schweden schwächelt, ein Argument. Und ein wenig mehr Rückenwind aus Stockholm hätte Saab schon vor Monaten gut gebrauchen können.

So ein Schwedentheater geht auch vorbei, irgendwann fällt der Vorhang. Wir sitzen ungewollt in den ersten Reihe und könnten auf diesen Teil der Inszenierung gerne verzichten. Bleiben wir tapfer und stark, bewhren wir uns unseren Optimismus. Entspannen wir uns und schauen was der Spielplan in Zukunft bringt.

Text: tom@saabblog.net

6 Gedanken zu „Saab News: Schwedentheater…schon wieder

  • Das ist wirklich Schwedentheater? Was ist eigentlich mit den Behördenfahrzeugen in Schweden? Wurden da noch neue Saabs angeschafft bzw. die alten durch neue ersetzt? Oder vermeidet man da auch schon Saab? Die Behördenalfas haben Alfa in Italien jahrzehntelang über Wasser gehalten. Ich hoffe, Schweden denkt auch so.

    • Die letzten Bestellungen von der Polizei wurden im Sommer storniert und statt dessen VW Passat gekauft. Würde SAAB Autos bauen, würde man bestellen denn man will nicht von einem Lieferanten (Volvo) abhängig sein.

      Ich hoffe mal, dass dieses Theater bald zum Finale kommt und die Schlote rauchen.

      • VW Passat, oh Mann! Das ist wirklich extrem ärgerlich auch für Saab, was da an Potential verloren geht, ist ein Jammer. Und die Konkurrenz verdient sich währenddessen eine goldene Nase…

  • Hi Tom, ich mag es auch nicht mehr hören. Für meine Freundin bin ich jetzt auf der Suche nach einem 9-3, konnte sie endlich überzeugen. Wir halten zur Marke 🙂 , auch wenn es nur 🙁 Gebrauchte sind !

  • Die GM-Leute führen als Hauptgrund für die Lizenz-Verweigerung an, dass ihnen bei Lizenzfreigabe Nachteile auf dem China-Markt entstehen könnten.

    Sollten Sie bei dieser selbstsüchtigen Verhaltensweise verharren, könnte doch vielleicht folgender Schachzug weiterhelfen: Man beschränkt sich auf Seiten der neuen Eigner zunächst mit Produktion und Vertrieb der Modelle 9-4X und 9-5 auf Regionen außerhalb Chinas. Erst die späteren Generationen dieser Modelle (hoffentlich gänzlich ohne GM) würden dann auch in China ganz normal laufen.

    Bei beschleunigter Entwicklung der Fahrzeuge alles kein riesiges Problem – sollten die Amerikaner auch bei dieser Vorgehensweise blockieren, würde ihre gesamte bisherige Argumentation hinsichtlich der aktuellen Baureihen in sich zusammenbrechen und man bekäme den Verdacht, dass sie SAAB überhaupt nicht bestehen lassen möchten (und dies ginge womöglich alles nur, weil diese Typen mit Riesensummen amerikanischer Steuergelder am Leben gehalten wurden – irgendwie wäre es ein ekeliges und asoziales Gebaren)!

    D. R.

  • Schaut mal auf den Link

    https://www.facebook.com/generalmotors?sk=wall

    An den Fans liegts nicht.

    Ich hab das jetzt einige Zeit verfolgt. MG schreibt Kommentare und wenn es Gegenwind gibt sind die auf einmal … WEG!!!
    Versuch mal einen privaten Kommentar zu löschen oder bin ich da zu blöd?

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