Saab Lage in Schweden: Saab weiter unter Gläubigerschutz

Heute war ich mit Saab unterwegs, denn bei Saab Deutschland arbeitet man hart an der Zukunft des schwedischen Autobauers und an dem Restart für den deutschen Markt.  In Schweden hingegen läuft immer noch das Schwedentheater und es hat sich nicht wirklich viel getan.

Saab 9-5 Sportkombi in Frankfurt, Osthafen
Saab 9-5 Sportkombi in Frankfurt, Osthafen

Zumindest wenn man genau hinschaut. Die Lage ist wenig übersichtlich und es herrscht teilweise wilder, blinder Aktionismus – allerdings ohne konkretes Ergebnis. Die schwedische Regierung bietet ihre Hilfe an, aber ohne zu wissen wie.

Andere sind dagegen merkwürdig relaxed. Auch meine schwedischen Quellen sind nach wie vor recht entspannt und sehen, wie schon gestern, eine mögliche Lösung der Situation. Das unterscheidet die aktuelle Situation grundsätzlich von den letzten Wochen. Eine Lösung der Probleme kommt, ist greifbar, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern.

Die schwedische Presse hingegen ist ratlos, was man an den publizieren Artikeln sieht. Man sucht und wittert die Sensation – oder Lösung – und findet nichts.

Entscheidend für den heutigen Tag war die Reuters Meldung von Administrator Guy Lofalk. Saab bleibt nach wie unter dem Schutz des Gerichts und Lofalk hofft bis zum Ende der Woche mehr Klarheit über die Situation zu haben. Die Rekonstruktion läuft also weiter und am 22.11. ist einer der wirkliche wichtigen Termine. Dann möchte die Gläubigerversammlung wissen, wie die Verbindlichkeiten bedient werden.

Eigentlich habe ich gehofft, diese Themen würden der Vergangenheit angehören. Hinter den Kulissen wird mit harten Bandagen gekämpft und wir erleben schon wieder einmal einen Krimi der ersten Güte. Einige Vorschläge zur Lösung liegen auf dem Tisch und wir müssen warten ob sich die Parteien einig werden.

Uns bleibt nichts übrig, außer abzuwarten. Also, schon wieder einmal, Geduld.

Text: tom@saabblog.net

7 thoughts on “Saab Lage in Schweden: Saab weiter unter Gläubigerschutz

  • Das Happy End ist doch ganz klar . Der holländische Geschäftsmann holt nach zähen und harten Verhandlungen in Hollywood soviel Kohle für die Filmrechte heraus um Saab wieder selber flott zu machen , und er kann sogar noch Spyker wieder von den amerikanischen Heuschrecken an die er Spyker vorher verkauft hat befreien.

  • Also, die Zahl derer, die SAAB kennen, ist ungleich größer als die Zahl derer, die einen SAAB fahren. Und die meisten äußern sich auch positiv über die Marke… leider hat nicht jeder grade das Geld rumliegen um sich einen zu kaufen. Aber das ist eine andere Sache.

    Im Film könnte man SAAB ja durchaus in einen fiktiven dänischen (!) Autobauer umwandeln. Und die Geschichte bietet wirklich alles, was so einen Film interessant machen könnte: Zähe schwedische Autobauer, schillernde holländische Geschäftsleute, selbstverliebte amerikanische Manager, sinistre Chinesen… und an Dramatik ist sie auch nicht zu überbieten. Nur das Happy End fehlt halt noch.

  • Und dann denkt der Großteil, dass da ein Film über eine fiktive Automarke gedreht wurde, weil sie kaum einer kennt… und die, die sie soweit kennen, wussten/wissen auch halbwegs über die Entwicklungen Bescheid.

    Saab – Abflug und freier Fall.

    Vielleicht war Mr. Muller auch schon in Indien und es kommt eine Saabollywood-Kooperation dabei heraus? Mit ganz vielen rosafarbenen Brillen…

  • Hat eigentlich mal jemand dran gedacht, die Filmrechte an der ganzen SAAB-Geschichte der letzten beiden Jahre zu verkaufen?

    Damit wären bestimmt wieder ein paar Lohnzahlungen finanziert….

  • Das Bild finde ich klasse.

  • sehr schönes Bild, der neue SAAB in der Industrieromantik!

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